Mit dem V40 bringt Narwal den ersten Akkusauger des Unternehmens auf den Markt. Der V40 Station ist einen kabelloser Handstaubsauger mit Station, der mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 449 Euro im oberen Preissegment liegt. Der Hersteller verspricht dafür allerdings eine besonders starke Saugkraft, eine multifunktionale Station und eine beeindruckende Akkulaufzeit von bis zu 120 Minuten. Wir machen den Praxistest.

Design und Verarbeitung
Inhalt
Das Handteil allein wiegt etwa 1,8 Kilogramm. Inklusive Saugrohr und Bodendüse messen wir etwas über 3 Kilogramm. Das ist zwar ein hohes Gewicht, geht aber noch in Ordnung. Einige Konkurrenzmodelle sind noch schwerer.
Der Staubsauger besteht größtenteils aus Kunststoff in dezenten Grautönen, ergänzt durch einige lila Akzente an der Bodendüse, die für ein wenig optischen Kontrast sorgen. Insgesamt ist das Design schlicht und fügt sich unaufdringlich in jede Wohnumgebung ein.

In puncto Verarbeitung hinterlässt der Narwal V40 Station einen guten Eindruck. Das Material fühlt sich robust an, selbst wenn wir ein bisschen Druck ausüben. Die Spaltmaße sind gleichmäßig und Produktionsrückstände können wir nicht erkennen. Gleiches gilt auch für die Absaugstation. Sie ist im gleichen neutralen Farbton gehalten und fügt sich unauffällig in das Gesamtbild ein.
Bedienung und Ausstattung
Die Ersteinrichtung ist sehr nutzerfreundlich. Die beigelegte Anleitung führt verständlich durch alle Schritte und zeigt übersichtlich, was im Lieferumfang enthalten ist. So wissen wir schnell, wie man die einzelnen Teile zusammensteckt. Der Klickmechanismus für die Bodendüse, das Saugrohr und die Motoreinheit funktioniert reibungslos, sodass wir schnell loslegen kann. Auch die Absaugstation ist einfach einzurichten: Wir müssen lediglich die Motoreinheit einhaken, und schon sitzt alles fest.

Die Bedienung des Staubsaugers selbst ist erfreulich einfach und erfolgt im Wesentlichen über 3 Tasten: eine für den Automodus sowie eine Plus- und eine Minus-Taste, um die Leistungsstufen zu verstellen. Am Haltegriff befindet sich außerdem ein Knopf zum Ein- und Ausschalten. Das Display zeigt den gewählten Modus in 5 Stufen an, während der Akkustand in Prozent dargestellt ist. So haben wir alle wesentlichen Informationen jederzeit im Blick – sehr gut.
Insgesamt gibt es 6 Saugstufen, darunter einen automatischen Modus und 5 manuell einstellbare Leistungsstufen. Der Auto-Modus soll die Saugleistung automatisch an den Verschmutzungsgrad anpassen. Zwar hätten wir uns noch einen speziellen Akkusparmodus gewünscht, aber insgesamt ist die Vielfalt der Einstellungen wirklich gut.
Ein weiteres Detail ist das integrierte LED-Licht, das Schmutz besser sichtbar machen soll. In der Praxis bietet dieses Feature aber kaum Mehrwert, da der Lichtstrahl relativ dunkel ist. Zudem hat die LEDs keine weiteren Funktionen. So nutzen andere Hersteller das Licht etwa dazu, besonders verschmutzte Bereiche farblich darzustellen.

Wieder deutlich besser ist die Handhabung im Alltag. Wir kommen einfach in die Ecken und Kanten und manövrieren leicht an Gegenständen oder anderen Personen vorbei. Das Arbeiten in höheren Bereichen ist aufgrund Gewichts anstrengend, aber noch in Ordnung. Erfreulich: Dank des verbauten Knickgelenks kommen wir auch unter Sofas und Betten.
Zum Lieferumfang gehört neben dem Handteil, der Hauptdüse und dem Basisrohr eine Fugendüse, eine Staubbürste fürs Auto oder kleine Ecken, eine Mini-Bürste für das Sofa oder die Couch und eine Verlängerungsstange für hohe und weit entfernte Bereiche. Dazu gibt es 2 Wechselakkus. Insgesamt überzeugt uns der Lieferumfang und entspricht unseren Erwartungen bei einer unverbindlichen Preisempfehlung von 449 Euro.

Saugleistung
Die Saugleistung ist insgesamt auf einem guten bis sehr guten Niveau. Auf Hartböden nimmt der V40 Station unser Testmaterial aus Salz, Haferflocken und Reis problemlos auf. Er entfernt 95 Prozent des ausgelegten Schmutzes, was wirklich ein guter Wert ist. Auf Teppichen ist das Ergebnis etwas schlechter, aber immer noch überzeugend. Hier landen 85 unseres Schmutzgemisches im Behälter. Theoretisch wäre noch deutlich mehr bei der Schmutzentfernung möglich gewesen, in der Rückwärtsbewegung lässt der Staubsauger aber kleinere Mengen an feinerem und gröberem Dreck zurück. Das ist zwar nicht unüblich, trübt aber vor allem den Einsatz im Alltag.
| Narwal V40 Station | |
|---|---|
| UVP | 449 Euro |
| Gewicht Handteil | etwa 1,8 Kilogramm |
| Maximale Länge | rund 117,5 Zentimeter |
| Saugstufen | 6 Stufen, davon Auto Modus plus 5 manuelle |
Akku
Laut Hersteller beträgt die Laufzeit auf kleinster Stufe 120 Minuten. Im Auto-Modus kommen wir mit 2 Akkus auf eine Laufzeit von rund 54 Minuten, was ein sehr guter Wert ist und für alle Haushalte ausreichend sein sollte. Problematisch: Der Hersteller erklärt in seinen Produktdaten nicht ausreichend, dass sich die angegebene Akkulaufzeit auf den Eco-Modus bezieht. Dafür gibt es in der Endwertung Punktabzüge.
Eine volle Akkuladung dauert etwa 3 Stunden. Das bedeutet, dass man schon eine Weile warten muss, bis der Akku wieder vollständig einsatzbereit ist. Im Alltag ist das aber kein Problem und viele Konkurrenzprodukte laden deutlich langsamer.

Lautstärke und Hygiene
Was die Hygiene angeht, macht der Narwal V40 Station einen wirklich guten Eindruck. Wenn man den Staubsauger in die Station einhängt, wird der Staub automatisch abgesaugt und in einen 3 Liter großen Beutel geleitet. Dieser soll für etwa 100 Tage ausreichen. Die Entleerung selbst läuft gründlich ab und entfernt die Staubreste aus dem Handteil zuverlässig. Bei der Entnahme verschließt er selbständig – sehr gut. Allergikerinnen und Allergiker können sich über einen integrierten HEPA-Filter freuen. Unangenehme Gerüche aus dem Sauger oder Station können wir in unserem Test nicht feststellen.

In Sachen Lautstärke bewegt sich der Staubsauger im normalen Modus bei etwa 75 Dezibel, im Boost-Modus kann er auf bis zu 84 Dezibel ansteigen. Das ist zwar recht laut, aber noch vertretbar.
Fazit
Mit dem V40 Station liefert Narwal einen sehr teuren, aber guten Einstieg in den Markt der Akku-Handstaubsauger. Verarbeitung, Ausstattung und Bedienung bewegen sich klar auf hohem Niveau: Die stabile Bauweise, die durchdachte Absaugstation, das übersichtliche Display sowie die insgesamt sehr einfache Handhabung überzeugen im Alltag. Auf Hartböden und Teppichen zeigt der Sauger eine gute bis sehr gute Reinigungsleistung und punktet mit sinnvollen Komfortfunktionen wie dem Knickgelenk und der automatischen Staubabsaugung.
Verbesserungsbedarf gibt es in der Kanten- und Eckenreinigung. Hier hat der Narwal einiges an Schmutz liegen lassen. Das liegt unter anderem an der Rückwärtsbewegung beim Saugen. Hier lässt der Sauger regelmäßig groben und feinen Schmutz zurück.
Testergebnisse im Detail
Design und Verarbeitung (9 / 10)
| Materialqualität | 4 / 4 | |
| Verarbeitung und Robustheit | 3 / 3 | |
| Abmessungen | 2 / 3 |
Handhabung (24,5 / 30)
| Position Tasten | 3 / 3 | |
| Druckpunkt Tasten | 3 / 3 | |
| Intuitive Bedienung | 4 / 4 | |
| Handhabung (Gewicht + Manövrierfähigkeit) | 11 / 15 | |
| Zusatzausstattung (z.B. LEDs, Knickgelenk) | 3,5 / 5 |
Saugen (42 / 50)
| Saugleistung Teppich | 15 / 17,5 | |
| Saugleistung Hartboden | 16,5 / 17,5 | |
| Saugvermögen Ecken und Kanten | 3,5 / 5 | |
| Akkulaufzeit | 7 / 10 |
Geräusch/Geruch (3 / 5)
| Lautstärke | 2 / 4 | |
| Geruchsneutralität | 1 / 1 |
Umwelteigenschaften (5 / 5)
| Hygiene | 2 / 2 | |
| Abluft | 3 / 3 |

Hinterlasse jetzt einen Kommentar