Eureka J20 im Test: Guter Saugroboter mit innovativer Wischfunktion

Der Eureka J20 gehört mit 1.199 Euro UVP zur Spitzenklasse der Staubsauger-Roboter. Dementsprechend hoch sind unsere Erwartungen. Das neue Modell des Herstellers soll nicht nur sehr gut navigieren, sondern auch wie ein Nass- & Trockensauger wischen. Ob der Hersteller seine Versprechen halten kann und wie sich das Gerät in der Praxis schlägt, verraten wir in unserem Staubsauger-Roboter-Test.

Eureka J20 (Foto: Testsieger.de)
Eureka J20 (Foto: Testsieger.de)

Design und Verarbeitungsqualität                                                        

Der Eureka J20 besticht durch sein Design, das sich von den üblichen runden oder D-förmigen Staubsauger-Robotern abhebt. Er erinnert uns an den ECOVACS DEEBOT X2 OMNI, der fast quadratisch und mit abgerundeten Ecken daherkommt. Dies soll vor allem bei der Reinigung der Ecken hilfreich sein.  

Die Kombination aus Schwarz, Grau und Silber verleiht ihm ein modernes und ansprechendes Aussehen. Die Abmessungen von 35,2 x 35,2 x 10,5 Zentimetern (Länge x Breite x Höhe) sind aufgrund der verbauten Ausstattung in Ordnung und erlauben die Reinigung unter höheren Betten und Möbeln. Bei tiefen Möbelstücken bekommt der J20 aber Probleme. Mit einem Gewicht von 5,15 Kilogramm ist der Roboter relativ schwer. Bei Bedarf lässt er sich dennoch in andere Stockwerke befördern.

Blick von oben auf den Eureka J20, dessen Spaltmasse sehr gleichmäßig sind. Auch einzelne Bauteile sind sauber miteinander verbunden (Foto: Testsieger.de)
Die Verarbeitung ist sehr gut und spricht für eine hohe Fertigungsqualität. (Foto: Testsieger.de)

Die im Lieferumfang enthaltene Station ist ähnlich wie der Roboter in Grau und Schwarz gehalten. Das Design ist rechteckig und kommt ebenfalls mit abgerundeten Ecken. So ergänzen sich Station und Roboter und bilden eine unauffällige, aber modern wirkende Einheit. Mit 42,3 x 46,2 x 45,2 Zentimeter (Länge x Breite x Höhe) ist sie zwar sehr groß, dies ist aber aufgrund der Ausstattung mehr als in Ordnung. Die Verarbeitung von Roboter und Station ist insgesamt hochwertig, die verwendeten Materialien fühlen sich robust an und alle Bauteile sind präzise und fest miteinander verbunden. Scharfe Kanten, ungleichmäßige Spaltmaße oder Produktionsrückstände sind nicht zu erkennen – sehr gut.

Bedienung und Funktionsumfang

Eureka J20
ProdukttypSaug-/Wischroboter
Volumen Staubbehälter350 ml
Betriebsgeräuschmax. 69 Dezibel
Betriebszeitbis zu 180 Minuten
Um den Staubsauger-Roboter in Betrieb zu nehmen, müssen wir die Basisstation einrichten. Nachdem wir einen Platz gefunden haben, füllen wir den großen Frischwassertank auf. Der Rest der Einrichtung funktioniert über die kostenlose Eureka-App für Android und iOS. Um den vollen Funktionsumfang zu nutzen, müssen wir uns registrieren. Danach verbinden wir den Roboter mit der Station und unserem heimischen WLAN. Die Einrichtung ist für erfahrene Nutzerinnen und Nutzer mit gutem Englisch einfach und in 5 bis 10 Minuten erledigt. Einsteigerinnen und Einsteiger mit geringeren Englisch-Kenntnissen, die noch nicht mit Staubsauger-Robotern vertraut sind, könnten Probleme bei der Einrichtung haben. Hintergrund ist, dass die Anleitung zur Einrichtung in der App teilweise auf Englisch ist. Dies ist uns rätselhaft, da große Teile der App in deutscher Sprache sind.

Screenshot der Einrichtungsanleitung in der App, die teilweise auf Englisch ist (Foto: Testsieger.de)
Die Einrichtungsanleitung ist teilweise auf Englisch, was die Installation erschweren kann. (Foto: Testsieger.de)

Nach kurzer Eingewöhnung finden wir uns im Alltag schnell zurecht. Im Gegensatz zur Einrichtung ist der Rest der App komplett in deutscher Sprache verfügbar. Sie bietet alle gängigen Funktionen wie No-Go-Zonen und virtuelle Wände, um bestimmte Bereiche von der Reinigung auszuschließen, sowie einen Spot-Modus für die gezielte Reinigung spezifischer Stellen. Zudem ermöglicht ein Saugplan das Vorprogrammieren von Reinigungszeiten. Wir können entscheiden, wie oft und wie lange der Mopp getrocknet und gewaschen werden soll.

Ist die Einrichtung abgeschlossen, können wir starten. Die Seitenbürste und das Wischtuch sind bereits installiert. Über die Station können wir den Sauger nicht nur laden, sie ist eine echte All-in-One-Lösung. Sie leert den Staubbehälter im Roboter, reinigt den Wischmopp nach der Nutzung und trocknet ihn anschließend mit 55 Grad Celsius heißer Luft. Das soll die Verbreitung von Bakterien verhindern. Um Gerüche zu bekämpfen, hat der Hersteller eine Lüftung eingebaut. Diese funktioniert in der Praxis zuverlässig.

Nach der Kartierung unserer Wohnung können wir einzelne Räume einzeichnen, benennen oder festlegen, welchen Bereich das Gerät ein zweites Mal putzen soll. Dies ist in der Praxis einfach und funktioniert zuverlässig. Hinzu kommen Optionen, ob der J20 nur einzelne Räume oder die ganze Wohnung reinigen soll. Dabei können wir zwischen Saugen, Wischen, erst Saugen, dann Wischen und Saugen und Wischen gleichzeitig wählen. Je nach Bedarf lässt sich die Saug- und Wischintensität in 4 Stufen einstellen – sehr gut. Problematisch ist, dass wir bei einer Komplettreinigung nicht unterscheiden können, welcher Raum gesaugt und gewischt oder nur gewischt beziehungsweise nur gesaugt werden soll. Hier bieten andere Hersteller in diesem Preissegment deutlich flexiblere Einstellungen. So müssen wir für Räume mit unterschiedlichen Bodenbelägen eine eigene Reinigung starten.

Das dreckige Wasser wird direkt in den Schmutzwassertank abgepumpt. Dies erleichtert den Reinigungsaufwand enorm. Der einzige regelmäßige Aufwand besteht darin, den Frischwassertank gelegentlich aufzufüllen und den vollen Staubbeutel sowie den Schmutzwassertank zu entleeren. Insgesamt überzeugt uns die Station und bietet mit ihren vielen Funktionen einen hohen Komfort.    

Navigation und Hinderniserkennung

Für die Kartierung und Navigation setzt Eureka auf das moderne LIDAR-System (Light Detection and Ranging) sowie die KI-gesteuerte Obstacle Avoidance, die Hindernisse erkennen und umfahren soll. In Kombination funktioniert die Kartierung sehr gut. Sie ist mit unter 15 Minuten zügig und gelingt direkt im ersten Versuch – sehr gut. Alle Zimmer und Wände sind sehr genau erfasst. So können wir im Nachgang einzelne Räume benennen und einfach zuschneiden. Die Bewegung in unserer Testwohnung verläuft nach einer koordinierten Route. Der J20 fährt alle Räume chronologisch ab und reinigt zuerst entlang der Wände, bevor er den Rest eines Raumes in parallelen Bahnen abfährt. Dabei lässt er jedoch gelegentlich einzelne Abschnitte aus – schade.

Blick von oben auf den Navigationsturm des Eureka J20 (Foto: Testsieger.de)
Dank des Navigationsturms verläuft die Kartierung sehr zügig. (Foto: Testsieger.de)

Ebenfalls nicht immer zuverlässig ist die Hinderniserkennung. Trotz Obstacle Avoidance fährt er sich vereinzelt an hohen Tischbeinen fest, anstatt sie zu umfahren. Auch die von uns ausgelegten Kabel umfährt der Eureka nicht immer. So kommt es vor, dass er sich festfährt und unsere Stehlampe umreißt. Dafür überwindet er Türschwellen über 2 Zentimeter problemlos. Besser hingegen ist die Teppicherkennung. Sobald der J20 auf einen Teppich fährt, erhöht er die Saugleistung zuverlässig. Zwar kann er die Wischeinheit nicht anheben, dafür hat sich der Hersteller jedoch etwas anderes einfallen lassen. Er setzt auf eine Wischrolle, die auf der einen Hälfte wasserdurchlässig und auf der anderen mit einem wasserdichten Material beschichtet ist. Hinzu kommt, dass die Rolle auf einem drehenden Riemen befestigt ist. Erkennt der Roboter einen Teppich, dreht der Riemen die Rolle so, dass die wasserundurchlässige Seite auf den Boden gerichtet ist. So bleiben Teppiche trocken – sehr gut. Nach der Reinigung fährt er zuverlässig zur Station zurück und entleert den Staubbehälter beziehungsweise wäscht den Mob.

Saug- und Wischleistung

Laut Hersteller verfügt der J20 über eine Saugkraft von 8.000 Pascal und ist damit ähnlich stark wie der ECOVACS DEEBOT X2 Combo oder vergleichbare Modelle in dieser Preisklasse. Dies verspricht eine hohe Saugleistung, die sich auch in der Praxis bemerkbar macht. Wir legen Reis, Salz und ein paar Konfettischnipsel aus. Nach der Reinigung sind mehr als 90 Prozent der Verschmutzungen im Staubbehälter – sehr gut. Lediglich einzelne Reiskörner bleiben liegen. Auch das Ergebnis in den Ecken ist überzeugend. Obwohl er keine ausfahrende Seitenbürste hat, kann er durch seine quadratische Bauform immer noch 3 von 5 Reiskörner aufsaugen. Auf Teppichen ist die Leistung deutlich schlechter, dies ist aber normal. Es bleiben deutlich sichtbare Reiskörner und Konfettischnipsel liegen. Im Staubbehälter landen nach der Reinigung etwa 60 Prozent unserer Testgemisches im Behälter. Immer noch ein guter Wert.

Im nächsten Test prüfen wir die Wischleistung. Hier verspricht der Hersteller eine besonders gute Leistung. Hintergrund ist das RollRenew Mopping System: Dieses reinigt die Wischrolle während des Wischvorgangs konstant mit Frischwasser und soll in Kombination mit der rechteckigen Form und der großen Fläche des Mopps ein besonders gutes Ergebnis erzielen. Einfache Ketchupflecken oder Tee entfernt der Eureka problemlos. Erst bei hartnäckigen Verschmutzungen oder an Kanten hat er Probleme. Dies ist zwar üblich, aufgrund der innovativen Wischtechnologie sowie des hohen Preises unter unseren Erwartungen.

Blick von oben auf den Unterbau des J20, dessen Besonderheit ein zweiseitiger Mopp ist (Foto: Testsieger.de)
Der zweiseitige Wischmopp sorgt dafür, dass Teppich während des Wischens trocken bleiben. (Foto: Testsieger.de)

Akku

Der Akku fasst 6.000 Milliamperestunden und ist damit ähnlich groß wie andere Spitzenmodelle von Dreame oder Roborock. Laut Hersteller sollen 3 Stunden Reinigung möglich sein. In der Praxis kommen wir nicht ganz auf diesen Wert, dies ist jedoch auch von den gewählten Einstellungen abhängig. In der Praxis sollte eine Vollreinigung aber auch in großen Wohnungen problemlos möglich sein. Die Ladezeit ist mit über 5 Stunden zwar sehr lang, angesichts der Akkugröße aber in Ordnung.

Lautstärke und Hygiene

Der Geräuschpegel während des Betriebs geht in Ordnung. Auf der zweiten Stufe messen wir beispielsweise knapp 63 Dezibel (dBa), selbst mit Maximalleistung liegt der Eureka mit 69 Dezibel noch deutlich unter unserer Schmerzgrenze von 80 Dezibel. Nutzerinnen und Nutzer können im Zweifel auch im Raum bleiben.

Die selbstreinigende Ladestation sorgt dafür, dass das Wischtuch ständig gesäubert wird. Dazu fährt der Roboter in die Station, eine spezielle Vorrichtung spült das Tuch und befreit es von Schmutz. Ihre Aufgabe ist es, die nassen Wischrollen nach der Reinigung automatisch für 4 oder 6 Stunden über Lüftungsschlitze mit heißer Luft zu trocknen. Dies funktioniert in der Praxis zuverlässig und nimmt uns Arbeit ab.

Das dreckige Wasser aus dem Wischbehälter des Roboters landet nach der Reinigung im Schmutzwassertank, der wie der Frischwasserbehälter 3,5 Liter fasst. Dadurch kommen wir nicht in Kontakt mit dem Schmutzwasser und können es bedenkenlos entsorgen. Dies gilt auch für den Staubbehälter, den wir schließen können und so nicht in Kontakt mit Staub kommen. Ebenfalls gelungen ist der integrierte HEPA-Filter, der Allergiker unter anderem vor Pollen schützt.

Fazit

Der Eureka J20 ist mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von fast 1.200 Euro preislich in der Spitzenklasse angesiedelt. In der Praxis schafft er es unserer Meinung nach jedoch nicht ganz in diese Kategorie. Obwohl er eine gute Reinigungsleistung, eine einfache Handhabung und gute Verarbeitung bietet, lässt er einige Bereiche bei der Reinigung aus. Sehen wir von diesem Kritikpunkt ab, ist der Eureka J20 dennoch ein guter Saugroboter mit starker Wischfunktion.

So testen wir Staubsauger-Roboter

Wertung

: Eureka J20

Eureka J20
  1. Verarbeitung
    1,0
    • Handhabung & Navigation
      1,5
      • Saug-/ Wischergebnisse
        1,5
        • Geräusch/Geruch
          1,9
          • Hygiene
            1,0

            Pros

            • Gute Verarbeitung
            • Quadratische Form verbessert Eckenreinigung
            • Gute Saug- und Wischleistung
            • Innovative Wischfunktion
            • Automatische Staubbehälterentleerung und Wischmoppreinigung

            Cons

            • Einrichtungshürden: Teilweise Anleitung nur auf Englisch
            • Navigationsprobleme: Lässt gelegentlich Bereiche aus

            Hinterlasse jetzt einen Kommentar

            Kommentar hinterlassen

            E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


            *