Eismaschinen nach dem Freezer-Prinzip (Basis im Becher einfrieren, dann fräsen) erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Geräte wie die Ninja Creami oder jetzt die Tefal Dolci sind nicht groß und schwer, teilweise deutlich vielseitiger als herkömmliche Eismaschinen und versprechen trotzdem echte Eiskreationen. Wir klären im Test, wie sich die Dolci in der Praxis schlägt und, ob echter Genuss aufkommt.

Inhalt
Design und Verarbeitung
Die Dolci wirkt in der Praxis solide und präzise gebaut. Das Gehäuse besteht aus wertigem Kunststoff: Die Seiten lassen sich nicht eindrücken, und die Maschine fühlt sich insgesamt stabil an.
Wichtig für ein Gerät, das gefrorene Massen bearbeitet: Alle Teile sind gut miteinander verbunden. Deckel und Becher rasten sauber ein, und die Bauteile greifen so ineinander, dass im Betrieb nichts nachgibt. Klappen und Scharniere laufen leichtgängig, aber nicht lose. Das Rührwerkzeug aus massivem Stahl steht dem in nichts nach. Dazu kommen drei Eisbecher samt Deckeln aus Tritan, jeweils mit einem Volumen von 0,48 Litern.
Die Maschine misst knapp 17,5 Zentimeter in der Breite, 30,5 Zentimeter in der Tiefe und 38,5 Zentimeter in der Höhe. Mit 7 Kilogramm bleibt sie beweglich, ohne leichtgewichtig zu wirken. Im Betrieb zeigt sie eine gute Standfestigkeit: Sie verrutscht nicht, obwohl sie teilweise spürbar hart arbeiten muss.

Bedienung und Ausstattung
Die Dolci punktet im Test mit einer einfachen Handhabung. Ein Highlight zu Beginn: Das Rührwerkzeug hält magnetisch am Deckel. Dadurch lässt es sich sehr leicht handhaben und sitzt beim Aufbau direkt dort, wo es hingehört. Das wirkt banal, spart in der Praxis aber Zeit.
Die Bedienlogik bleibt ebenfalls klar. Die Zutaten kommen in die Eisbecher, anschließend frieren die Mischungen typischerweise vierundzwanzig Stunden durch. Erst danach verarbeitet die Maschine die gefrorene Basis in wenigen Minuten zur gewünschten Konsistenz. Das verlangt Planung. Zusätzlich brauchen manche Rezepte Vorarbeit, etwa Aufkochen oder Mixen. Das ist nicht kompliziert, aber es ist kein Spontan-Gerät.

| Tefal Dolci IG602A | |
|---|---|
| Prinzip | Freezer Prinzip mit Eisbecher und Fräsen |
| Abmessungen | ca. 17,5 × 30,5 × 38,5 Zentimeter |
| Gewicht | ca. 7 Kilogramm |
| Eisbecher | 3 Stück aus Tritan mit Deckel |
| Bechervolumen | 0,48 Liter pro Becher |
| UVP | 229,99 Euro |
Bei den Programmen bietet die Dolci eine breite Auswahl: 5 Programme für löffelbare Varianten (Sorbet, Eiscreme, Gelato, Smoothie Bowl und Frozen Yogurt) sowie 4 Programme für Getränke (Cocktail, Slushy, Milchshake und Frappé). Die Auswahl deckt damit klassische Eissorten und Trendthemen ab.
Die Bedienung erfolgt über berührungsempfindliche, beleuchtete Tasten. Jede Zubereitungsart bekommt eine eigene Taste, dazu kommen separate Tasten für Respin und Mix-In. Respin dient als Nachlauf, wenn die Masse nach dem ersten Durchgang noch krümelig wirkt. Mix-In arbeitet Einlagen wie Schokoladenstücke, Nüsse oder Fruchtstückchen ein, ohne dass die gesamte Masse komplett neu verarbeitet wird.

Die Anleitung erklärt die Funktionen, liefert aber fast keine Rezepte. Stattdessen liegt ein QR-Code bei, der zu einem digitalen Rezeptbereich führt. Das funktioniert, fühlt sich aber weniger wertig an als ein gedrucktes Heft.
Die Becher mit 0,48 Liter fallen nicht riesig aus. Je nach Größe erhalten wir 3 bis 4 Kugeln Eis damit. Für kleine Haushalte passt das gut, für größere Runden sollten Nutzerinnen und Nutzer mehrere Becher vorbereiten. Ein zusätzliches Gefäß kostet direkt beim Hersteller 10,99 Euro.

Praxisergebnisse
Beim Test orientieren wir uns an Varianten aus dem digitalen Rezeptfundus. Auf unserem Plan stehen unter anderem: Vanilleeis und veganes Casheweis mit dem Ice-Cream-Programm, Erdbeersorbet im Sorbet-Modus, Cola-Slushy und ein Milchshake mit Keksstückchen. Damit muss die Maschine zeigen, ob sie sowohl cremige Löffeltexturen als auch trinkbare Konsistenzen beherrscht.
Casheweis: Der erste Durchlauf dauert 3:30 Minuten. Danach wirkt das Ergebnis noch leicht krümelig. Respin läuft anschließend knapp 2 Minuten und bringt das Resultat, das wir erwarten: eine deutlich cremigere, harmonische Masse. Das Ergebnis überzeugt, weil es trotz Einfrierens nicht verwässert wirkt und am Ende eine glatte Textur erreicht.

Vanilleeis: Hier reichen die normalen 3:30 Minuten, Respin müssen wir dieses Mal nicht bemühen. Die Konsistenz ist schön cremig, und das Eis behält seine Struktur auch noch 5 bis 10 Minuten nach der Zubereitung, statt sofort weich zu werden. Das ist ein sehr starkes Standard-Ergebnis.
Erdbeersorbet: Nach 3:20 Minuten steht ein Sorbet, das fruchtig schmeckt und trotzdem cremig bleibt. Gerade Sorbet kann schnell kristallin werden, dieser Effekt bleibt bei der Dolci allerdings aus. Das Ergebnis bleibt erfrischend und stimmig.

Cola-Slushy: Die Überraschung des Tests. Die Laufzeit beträgt mit 5:40 Minuten etwas länger. Dafür stimmt das Verhältnis aus festem Eisanteil und Flüssigkeit aus unserer Sicht perfekt. Da wir zur Cola noch Zucker geben müssen, ist uns das Ergebnis allerdings etwas zu süß.
Milchshake: Auch hier passt die Konsistenz. Der Milchshake bleibt trinkbar, wirkt aber nicht dünn. Insgesamt liefert die Dolci auch in dieser Disziplin ein rundes Ergebnis.

Zur Vollständigkeit sei gesagt: Am Boden bleibt immer ein gefrorener Rest zurück. Wer diesen Teil versehentlich mit in den Becher bekommt, muss mit einem etwas schlechteren Gesamtergebnis leben. Das lässt sich konstruktionsbedingt vermutlich nicht anders lösen, weshalb wir es der Maschine nicht ankreiden wollen.
Lautstärke
Die Dolci arbeitet nicht leise. Im Test liegt die Messung direkt daneben über fast die gesamte Laufzeit bei bis zu 85 Dezibel. Das übertönt ein normales Gespräch deutlich und wirkt im Raum spürbar störend. Allerdings ist die Lärmbelästigung bei Maschinen dieser Bauart nicht unüblich: Das Gerät fräst sich schließlich durch hart gefrorene Massen, und das erzeugt Lärm.
Sicherheit und Reinigung
Sicherheitsbedenken entstehen im Test nicht. Die Zubereitung läuft in einer geschlossenen Kammer ab. Das vermittelt ein sicheres Gefühl, auch wenn das Gerät hörbar kräftig arbeitet.
Bei der Reinigung zeigt sich die Dolci sehr alltagstauglich. Becher, Deckel und Werkzeug lassen sich in der Spülmaschine reinigen. Zusätzlich hilft ein automatisches Reinigungsprogramm. In der Praxis klappt auch die Handreinigung unter fließendem Wasser problemlos: Die Teile bleiben gut zugänglich, und es fallen keine Stellen auf, an denen sich Reste verstecken oder festsetzen.
Fazit
Die Tefal Dolci überzeugt vor allem durch die ausgezeichneten Ergebnisse und die unkomplizierte Handhabung. Hier stechen kleine Highlights wie das magnetische Rührwerkzeug hervor. Die Bedienung über die einzelnen Tasten bereitet uns im Test ebenfalls keine Probleme. Verarbeitung und Passgenauigkeit stimmen genauso. Der Preis für diese Leistung: 24 Stunden Einfrierzeit verlangen Planung, die Portion pro Becher bleibt begrenzt, und die Lautstärke mit bis zu 85 Dezibel stört deutlich. Insgesamt gibt es von uns aber eine klare Kaufempfehlung.
Testergebnisse im Detail
Design und Verarbeitung (10 / 10)
| Materialqualität | 2,5 / 2,5 | |
| Verarbeitung | 2,5 / 2,5 | |
| Standfestigkeit | 2,5 / 2,5 | |
| Maße/Gewicht | 2,5 / 2,5 |
Bedienung und Handhabung (15 / 15)
| Bedienkomfort | 5 / 5 | |
| Benutzerfreundlichkeit (Tasten) | 5 / 5 | |
| Funktionsumfang | 5 / 5 |
Betrieb und Ergebnisse (48 / 50)
| Kühlleistung | 10 / 10 | |
| Konsistenz | 15 / 15 | |
| Zubereitungszeit | 8 / 10 | |
| Vielseitigkeit (Programme) | 5 / 5 | |
| Sicherheit | 5 / 5 | |
| Stromverbrauch | 5 / 5 |
Lautstärke (7 / 10)
| Betriebslautstärke | 2 / 5 | |
| Störgeräusche | 5 / 5 |
Reinigung (15 / 15)
| Spülmaschinengeeignete Teile | 7,5 / 7,5 | |
| Manueller Reinigungsaufwand | 7,5 / 7,5 |

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