Mit dem GT 8 Pro will Realme endgültig raus aus der „Flagship-Killer“-Ecke – und liefert dafür ein Paket, das in den Kernbereichen richtig auftrumpft: Top-Performance dank Snapdragon 8 Elite Gen 5, ein extrem helles 144-Hz-AMOLED und ein riesiger 7.000-mAh-Akku mit sehr schnellem Laden. Gleichzeitig leistet sich das Smartphone in dieser Preisklasse ein paar unnötige Kompromisse. Ob das Gesamtpaket trotzdem ein echtes Flaggschiff ist, klären wir im Test.

Design und Verarbeitung
Inhalt
Ebenfalls besonders ist der Kamerabuckel. Nutzerinnen und Nutzer können ihn teilweise abschrauben und die Form anpassen, um dem Design einen individuellen Touch zu geben. So machen wir im Test aus dem runden Buckel etwa eine Pacman-Figur. Das ist definitiv etwas, das wir so noch nicht gesehen haben.

Farblich bietet Realme das GT 8 Pro in klassischem Weiß, in Blau und in einer speziellen grünen Aston-Martin-Edition an. Letztere lehnt sich an die Farben des Automobilherstellers an. Ein schwarzes Modell hätten wir uns noch gewünscht, aber insgesamt ist die Auswahl in Ordnung.
Was die Verarbeitung angeht, gibt es wenig zu bemängeln. Das Gerät ist sauber gearbeitet, die Tasten sitzen stabil, die Anschlüsse sind präzise eingepasst, und insgesamt macht das GT 8 Pro einen hochwertigen Eindruck. Dazu kommt noch eine IP68-Zertifizierung, was bedeutet, dass das Gerät gegen Staub und Wasser geschützt ist. In Sachen Stabilität gibt es ebenfalls keinen Grund zur Sorge. Auch unter Belastung können wir den Rahmen nicht verbiegen – sehr gut.
Display
Das Gerät bietet ein 6,79 Zoll großes AMOLED-Display mit einer knackig hohen Auflösung von 3.120 x 1.440 Pixeln. Das ergibt eine Pixeldichte von über 500 ppi und ein scharfes Bild.
Besonders hervorzuheben ist die maximale Bildwiederholrate von 144 Hertz. Auch wenn das Display kein LTPO-Panel ist, (es passt sich nicht ganz so flexibel auf jeden einzelnen Hertz-Bereich an) wechselt es dennoch dynamisch zwischen 60, 90, 120 und eben maximal 144 Hertz. Im Alltag bemerken wir dabei keinerlei störendes Umschalten. Animationen laufen flüssig, und das Display hinterlässt insgesamt einen sehr starken Eindruck.

Ein anderes Highlight ist die Helligkeit. Realme gibt hier einen Spitzenwert von bis zu 7.000 Candela pro Quadratmeter an, was das GT 8 Pro zu einem der hellsten Displays auf dem Markt macht. Damit ist es selbst in hellem Sonnenlicht hervorragend ablesbar und spielt in einer Liga, die sonst nur wenige Top-Modelle erreichen. Farben stellt der Bildschirm kräftig und kontrastreich dar: Schwarz ist tief, Weiß ist klar. Insgesamt bekommen Nutzerinnen und Nutzer hier ein lebendiges, knackiges Panel geboten.
Hardware und Performance
In Sachen Hardware schöpft Realme beim GT 8 Pro aus den Vollen. Unter der Haube werkelt der neue Snapdragon 8 Elite Gen 5, ein Octa-Core-Prozessor mit einer Taktrate von bis zu 4,6 Gigahertz. Wir spüren direkt, dass es sich aktuell um einen der leistungsstärksten Chips auf dem Markt handelt. Kombiniert mit 12 oder 16 Gigabyte RAM und wahlweise 256 oder 512 Gigabyte internem Speicher meistert das GT 8 Pro so gut wie alle Aufgaben.

Im Alltag heißt das: Apps starten blitzschnell, Multitasking läuft absolut reibungslos, und selbst anspruchsvolle Spiele wie Asphalt8 lassen sich in den höchsten Einstellungen ohne jegliche Ruckler zocken. In Benchmarks wie dem 3DMark Wild Life Extreme erreicht das Gerät über 7.000 Punkte, und im PCMark Work 3.0 Benchmark knackt es die 25.000-Punkte-Marke, was besser ist als 95 Prozent der Smartphones auf dem Markt.
Nach längeren Gaming-Sessions erwärmt sich das Smartphone erwartungsgemäß und drosselt ein wenig die Leistung. In der Performance macht sich das aber nicht bemerkbar.
An Anschlüssen und Funkstandards ist ebenfalls vieles an Bord: Dual-SIM ist möglich, wir haben modernes WiFi 7 und Bluetooth 6.0. Die Stereo-Lautsprecher klingen ebenfalls gut, auch wenn sie bei maximaler Lautstärke ein bisschen verzerren. Kritik gibt es für den verbauten USB-C-Anschluss, der nur mit USB 2.0 arbeitet – bei einem Gerät dieser Preisklasse hätte man hier definitiv USB 3.0 erwarten dürfen.

Software und Bedienung
Auch bei der Software setzt Realme auf eine moderne Basis: Das GT 8 Pro läuft mit Android 16 und der hauseigenen Realme UI 7. Die Benutzeroberfläche ist modern gestaltet und orientiert sich stark an dem, was man auch von anderen chinesischen Herstellern kennt. Allerdings lehnt sie sich für unseren Geschmack ein bisschen zu sehr an iOS an. Beispielsweise gibt es eine Art „Dynamic Island“ beim Ladestatus und ein Kontrollzentrum, das stark an das iPhone erinnert. Hier hätten wir uns ein bisschen mehr Eigenständigkeit gewünscht, denn eigentlich hat Realme das gar nicht nötig.

Trotzdem ist die Software funktional und bietet alle Einstellungen, die wir im Alltag erwarten. Wir haben Zugriff auf Google Gemini und diverse KI-Funktionen, die wir auch von anderen Android-Geräten kennen. Realme verspricht 5 Jahre Sicherheitsupdates und 4 Jahre Systemupdates. Das ist solide, aber bei einem Preis von rund 1.000 Euro hätten wir uns hier noch ein bisschen mehr gewünscht, wie es etwa Google oder Samsung vormachen. Sie geben 7 Jahre Updates.
Ein kleiner Wermutstropfen ist, dass auf dem Gerät Bloatware vorinstalliert ist. Apps wie Temu haben unserer Meinung nach in dieser Preisklasse nichts verloren. Das drückt ein bisschen auf den Gesamteindruck.

Was die allgemeine Bedienung angeht, liegt das Gerät gut in der Hand, auch wenn es durch seine Größe und die weit oben liegende Kamera ein bisschen kopflastig ist. Der Power-Button ist gut erreichbar, der Fingerabdrucksensor arbeitet schnell und zuverlässig. Ein kleiner Kritikpunkt ist die Lautstärkewippe, die recht weit oben sitzt und mit einer Hand schwer zu erreichen ist. Hier wäre eine Platzierung auf der linken Seite vielleicht praktischer gewesen. Sowohl für Links-, als auch Rechtshänder.
Kamera
Bei der Kamera setzt Realme auf ein Triple-Kamera-Setup in Kooperation mit dem Kamerahersteller Ricoh. Wir haben eine 50 Megapixel-Hauptkamera mit einer f/1.8-Blende, dazu eine 50 Megapixel-Ultraweitwinkelkamera mit f/2.0 und obendrauf eine 200 Megapixel-Zoomkamera mit f/2.6-Blende. Für Selfies gibt es eine 32 Megapixel-Frontkamera mit einer f/2.4-Blende.
Bei Tageslicht liefert die Kamera starke Ergebnisse. Ob Porträtfotos mit der Selfie-Kamera oder Aufnahmen mit der Hauptkamera – die Bilder sind detailreich, farbenfroh und klar. Auch Makroaufnahmen und Zoom-Funktionen machen Spaß und liefern im Hellen wirklich überzeugende Resultate. Ein leicht kräftiger, manchmal etwas übersättigter Look kann auftreten, aber das ist oft auch Geschmackssache – ähnlich wie bei den Pixel-Geräten, die viele Nutzerinnen und Nutzer ja gerade für ihre kräftigen Farben mögen.

Bei Nacht sind die Ergebnisse in Ordnung. Die Farben bleiben kräftig, das Rauschen hält sich in Grenzen, und die Kontraste sind ordentlich. Manchmal gehen in sehr dunklen Szenen ein paar Details verloren, aber insgesamt liefert die Kamera auch nachts gute Resultate.
Ein Punkt, der uns weniger überzeugt, ist der extreme 100-fache Zoom, der stark auf KI setzt. Das wirkt eher wie eine Spielerei, die in der Praxis nicht wirklich nötig wäre. Bei den Selfies könnte Realme ebenfalls noch etwas an der Schärfe nachbessern, denn hier fehlt manchmal ein bisschen Klarheit.
Was die Videoaufnahmen angeht, bietet das GT 8 Pro zwar 4K mit 60 FPS, aber die Bildstabilisierung kann hier nicht ganz mit einem iPhone mithalten. Wer also viel Wert auf top-stabilisierte Videos legt, wird hier ein bisschen Nachbesserungsbedarf sehen.
Akku und Anschlüsse
| Realme GT8 Pro | |
|---|---|
| UVP | 999,99 Euro |
| Prozessor | Snapdragon 8 Elite Gen 5 |
| Bildschirmgröße | 6,79 Zoll |
| Akku-Kapazität | 7.000 Milliamperestunden |
Und das merkt man im Alltag auch: In der Praxis hatten wir keine Probleme, über 2 Tage Laufzeit zu kommen. Je nach Nutzung sind damit sehr lange Screen-on-Zeiten und viel Reserve möglich. Wenn wir jedoch die enorme Kapazität betrachten, fragen wir uns stellenweise, ob nicht sogar noch etwas mehr Effizienz drin gewesen wäre. Die Laufzeit ist zwar stark, aber sie wirkt nicht in jeder Situation so „überragend“, wie man es bei 7.000 Milliamperestunden vielleicht erwarten würde. Unterm Strich bleibt es dennoch eine der klaren Stärken des GT 8 Pro.
Beim Laden geht es sehr schnell zur Sache. Kabelgebunden unterstützt das GT 8 Pro bis zu 120 Watt, was in der Praxis richtig Tempo bringt: In rund 45 Minuten ist der Akku wieder von 0 auf 100 Prozent geladen. Das ist für diese Akkugröße beeindruckend und im Alltag sehr komfortabel. Allerdings gibt es dabei einen wichtigen Haken: Ein Netzteil liegt nicht bei, und die vollen 120 Watt werden nach unserem Verständnis nur mit dem proprietären Realme-Ladegerät erreicht. Wer bereits ein normales USB-Power Delivery-Netzteil besitzt, kann das Gerät zwar ebenfalls laden, dann aber typischerweise „nur“ mit bis zu 60 Watt – was immer noch schnell ist, aber eben nicht das Maximum darstellt.
Auch beim kabellosen Laden spielt Realme in der oberen Liga mit. Wireless Charging mit bis zu 50 Watt ist möglich und funktioniert ebenfalls angenehm flott. Doch auch hier gilt: Um die 50 Watt wirklich auszureizen, braucht es in der Regel einen passenden, herstellerspezifischen Wireless-Charger. Das ist ein kleiner Wermutstropfen, weil man das Tempo nicht einfach mit jedem beliebigen Qi-Lader bekommt.
Fazit
Das Realme GT 8 Pro ist ein echtes Top-Modell, weil der Hersteller in den Kernbereichen liefert: beeindruckende Performance, ein extrem helles 144-Hertz-AMOLED-Display, eine sehr starke Akkulaufzeit dank 7.000 Milliamperestunden-Kapazität und schnelles Laden. Dazu kommen eine IP68-Zertifizierung und eine insgesamt hochwertige Verarbeitung – nur eben mit bewusst eigenständigem Look statt „Glas-und-Chrom-Luxus“.
Aber an der ein oder anderen Stelle sehen wir auch noch Verbesserungspotential. Der USB-C-Anschluss liegt nur in der Version 2.0 vor, es ist einiges an unschöner Bloatware vorinstalliert und die Benutzeroberfläche orientiert sich für unseren Geschmack etwas zu sehr an iOS von Apple. Auch beim Thema Videostabilisierung/Zoom liegen andere Hersteller noch etwas vorn. Unterm Strich ist das GT 8 Pro vor allem für Power-User und Vielnutzer interessant, die maximale Performance, ein extrem helles Display und sehr viel Akkulaufzeit wollen – und kleinere Abstriche bei USB, vorinstallierter Software und Videoqualität akzeptieren.
Testergebnisse im Detail
Design und Verarbeitung (15 / 15)
| Materialqualität und Stabilität | 6 / 6 | |
| Verarbeitung (Passgenauigkeit, Spaltmaße) | 6 / 6 | |
| Schutz vor Staub und Spritzwasser (IP-Zertifizierung) | 3 / 3 |
Display (20 / 20)
| Auflösung und Schärfe | 6 / 6 | |
| Farbdarstellung und Kontrast | 4 / 4 | |
| Helligkeit und Lesbarkeit im Sonnenlicht | 5 / 5 | |
| Blickwinkelstabilität | 3 / 3 | |
| Bildwiederholrate/Reaktionszeit | 2 / 2 |
Hardware, Betriebssystem und Bedienung (27,5 / 30)
| Prozessorleistung / Performance | 10 / 10 | |
| Speicher (RAM, Interner Speicher) | 5 / 5 | |
| Betriebssystem und Updatepolitik | 4 / 5 | |
| Ergonomie/Haptik | 3 / 4 | |
| Zusatzfunktionen (z. B. KI-Taste, App-Locker, Smart Drawer) | 1,5 / 2 | |
| Benutzerfreundlichkeit / Oberfläche | 4 / 4 |
Kamera (16,5 / 20)
| Fotoqualität (Schärfe, Farbe, Dynamikumfang) | 7 / 8 | |
| Low-Light-Leistung / Nachtmodus | 3 / 4 | |
| Videoqualität / Bildstabilisierung | 3 / 4 | |
| Frontkamera / Selfie-Ergebnisse | 3,5 / 4 |
Akku und Anschlüsse (14 / 15)
| Akkulaufzeit | 5 / 5 | |
| Ladegeschwindigkeit | 3 / 3 | |
| Ausstattung (Anschlüsse, SIM-Slot, microSD, Lautsprecher) | 3 / 4 | |
| Zusatzfunktionen (z. B. Reverse Charging) | 3 / 3 |

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