Roborock Saros 20 Staubsauger-Roboter im Test: Ist das der neue König?

Saugroboter gibt es inzwischen in jeder Preisklasse – aber liefern die wirklich teuren Modelle auch wirklich deutlich mehr? Der Roborock Saros 20 kostet knapp 1.290 Euro, kommt ohne klassischen Laserturm aus und bringt eine vollautomatische Dockingstation mit. Klingt nach einem Gerät, das kaum noch manuelle Eingriffe braucht. Doch hält der Roboter im Alltag, was die Technologie verspricht – oder bleibt es bei beeindruckenden Spezifikationen auf dem Papier?

Wir haben den Saros 20 ausführlich in der Praxis getestet: beim Saugen auf Hartboden und Teppich, beim Wischen hartnäckiger Flecken, bei der Hinderniserkennung und im täglichen Umgang mit der App. Das sind die Ergebnisse.

Roborock Saros 20: Roboter in der vollautomatischen Dockingstation
In der vollautomatischen Dockingstation dockt der Saros 20 zuverlässig ein und übergibt alle weiteren Schritte, von der Staubentleerung über die Moppreinigung bis zur Trocknung, komplett an die Station. (Foto: Testsieger.de)

Design und Verarbeitung

Wer den Saros 20 neben seinen Vorgänger stellt, erkennt kaum Unterschiede: Optisch ähnelt er stark dem Saros 10R. Das matte Kunststoffgehäuse bekommt auf der Oberseite einen Hochglanz-Akzent, was gut aussieht, aber auch anfälliger für Fingerabdrücke ist. Der entscheidende Designunterschied ist unsichtbar: Statt eines Laserturms setzt Roborock auf das StarSight-System, das die Kamera und Sensorik flach im Gehäuse integriert. Das Ergebnis ist ein Roboter mit gerade mal 7,95 Zentimeter Bauhöhe.

Die kompakte Bauhöhe ist im Alltag ein echter Vorteil: Der Saros 20 fährt unter viele Sofas und Betten – Bereiche, die etliche Konkurrenzmodelle nicht erreichen.

Die Verarbeitungsqualität überzeugt weitgehend: Spaltmaße sind durchgehend gleichmäßig und präzise, alle Bauteile sitzen fest. Der verwendete Kunststoff wirkt solide, erreicht aber nicht das Premium-Niveau, das manche Käuferinnen und Käufer bei diesem Preispunkt vielleicht erwarten. Kein Klappern, kein Wackeln – alles passt.

Einrichtung, App und Bedienung

Die Einrichtung gelingt in wenigen Minuten und ohne große Vorkenntnisse – selbsterklärend und reibungslos. Die Roborock-App macht dabei einen starken Eindruck: klar strukturiert, intuitiv bedienbar und mit einem breiten Funktionsumfang ausgestattet. Wir sehen sie als eine der besten Roboter-Apps auf dem Markt.

Roborock Saros 20: App-Collage mit Raumkarte und Reinigungsstatistik
Die Roborock-App liefert eine übersichtliche, farblich nach Räumen gegliederte Karte der Wohnung sowie eine detaillierte Reinigungsstatistik, die unter anderem die gesamte gereinigte Fläche und Reinigungsdauer im Blick behält. (Foto: Testsieger.de)

Besonders praktisch: Jeder Raum lässt sich individuell konfigurieren – ob nur saugen, nur wischen oder beides zusammen. Dazu kommen No-Go-Zonen, feste Reinigungspläne, eine Memory-Funktion nach Akkuentleerung und KI-gestützte Bodenerkennung, die Reinigungsstrategien automatisch anpasst. Das Einzeichnen einzelner Räume gelingt schnell und intuitiv.

Einige App-Funktionen im Überblick

  • No-Go-Zonen frei definierbar
  • Raumspezifische Reinigungseinstellungen (Saugen, Wischen oder beides)
  • Feste Reinigungspläne nach Wochentag und Uhrzeit
  • Memory-Funktion: Roboter kehrt nach Aufladen automatisch zur Weiterarbeit zurück
  • KI-gestützte Boden- und Verschmutzungserkennung
  • Kompatibel mit Alexa, Google Home, Siri und Matter

Navigation und Kartierung

Roborock Saros 20
Preis1.290 Euro
Saugleistung36.000 Pascal
Maximale Wassertemperatur100 Grad Celsius
FiltertypHEPA
Maximales Volumen des Staubbehälters259 ml
Fassungsvermögen des Wassertanks4 Liter
Die Kartierung unserer Testwohnung dauert 15 Minuten – wir haben das schon schneller gesehen, aber es geht zügig. Das Ergebnis ist weitgehend korrekt und mit kleinen Korrekturen sinnvoll nutzbar.

Bei der Hinderniserkennung schlägt sich der Saros 20 gut: In unserem Standardtest mit 6 ausgelegten Objekten auf 20 Quadratmetern – darunter Schuh, Pet-Flasche, Personenwaage, Ladekabel, Action-Figur und Socke – berührt er lediglich einmal die Personenwaage. Alles andere umfährt er sauber. An Stuhlbeinen und Wänden kommt er nah heran, ohne hart zu rammen – gelegentlich gibt es leichte Kontakte. Die Station selbst funktioniert im Alltag zuverlässig: Einparken, Absaugung und Moppreinigung klappen reibungslos.

Saugleistung

Beim Saugen zeigt der Saros 20 seine deutlichsten Stärken. Auf Hartböden liefert er ein starkes Ergebnis: Die rotierende Seitenbürste nimmt fast jeden Schmutz auf. Im Test bleiben nur vereinzelt Reiskörner oder Salzbestandteile liegen.

Auf Teppichen nimmt der Roboter 85 Prozent des Testschmutzgemisches auf – ein wirklich starker Wert. Deutlich spürbar: Auf Teppichen erhöht der Saros 20 seine Saugleistung merklich und spielt seine 36.000 Pascal HyperForce-Saugkraft gezielt aus.

Roborock Saros 20: Unterseite mit angehobenem Chassis und sichtbarem Lift
Mit angehobenem Chassis ist der Lift-Mechanismus des Saros 20 deutlich sichtbar, der das Gerät für den Übergang auf höhere Teppiche anhebt, dabei aber manchmal zu aggressiv reagiert. (Foto: Testsieger.de)

Neu beim Roborock ist die Chassislift-Funktion, mit der das Gehäuse bei höheren Teppichen angehoben werden kann und so die Reinigungsleistung nochmal verbessern soll. Das funktioniert in der Praxis aber nur bedingt. In unserem Flurtest erkennt der Roboter die Randstreifen der Fliesen teilweise als Teppich und hebt das Chassis auch dort an. Das beeinträchtigt die Saugleistung auf den Fliesen spürbar.

Ecken- und Kantenreinigung

Bei der Ecken- und Kantenreinigung zeigt der Saros 20 grundsätzlich einen sehr guten Eindruck: Alle von uns ausgelegten Körner und Haferflocken saugt er vollständig auf. Im Alltag fällt jedoch auf, dass die Seitenbürste nicht konsequent in kleinere Ecken ausfährt – obwohl das sinnvoll wäre. Gerade kleinere Ecken bleiben so manchmal ungesaugt. Das ist die auffälligste Schwäche bei der Reinigungsleistung.

Wischleistung

Beim Wischen ist das Bild gemischt. Einfache Verschmutzungen wie Kaffee- und Teeflecken entfernt der Saros 20 sehr sauber – kaum Schlieren, kaum Rückstände. Das Dual-Spinning-Mopp-System mit bis zu 200 Umdrehungen pro Minute und einstellbarem Anpressdruck (8 Newton normal, bis zu 13 Newton bei erkanntem Schmutz) arbeitet ordentlich.

Roborock Saros 20: Unterseite mit ausgefahrenem Wischpad
Die Wischpads des Saros 20 lassen sich seitlich ausfahren, wodurch der Roboter auch Randbereiche und Kanten deutlich besser erreicht als Modelle mit fest montierten Mopps. (Foto: Testsieger.de)

Hartnäckige, eingetrocknete Verschmutzungen – in unserem Test Ketchupflecken – benötigen dagegen mehrere Überfahrten, bevor sie vollständig verschwinden. Hier hätten wir vom Moppwischsystem mehr erwartet. Die Wertung fällt entsprechend niedriger aus.

Ein weiteres Problem: In Bereichen, wo der Saros 20 Fliesen irrtümlich als Teppich erkennt, hebt er das Chassis an – und wischt in diesen Kantenbereichen dann nicht mehr. Das führt zu lückenhafter Wischabdeckung, besonders rund um Teppichränder.

Umgang mit Haaren

Roborock Saros 20: Vollständige Unterseite mit Dual-Mopp und Dual-Bürste
Die Unterseite des Saros 20 zeigt das komplette System aus zwei Wischpads und dem Dual-Bürstensystem mit roter und schwarzer Bürste, das auf Teppichen mit 36.000 Pascal HyperForce-Saugkraft überzeugt. (Foto: Testsieger.de)

Der Umgang mit Haaren gefällt uns sehr gut. Der Saros 20 nutzt ein Dual-Bürstensystem – also 2 einzelne Bürsten statt 1 durchgehende Walze. Das Ergebnis: Die von uns ausgelegten Haare verheddern sich im Test nicht.

Reinigungsstation und Hygiene

Die vollautomatische Dockingstation ist eines der Hauptargumente für den Saros 20 – und überzeugt im Alltag. Sie entleert den Staubbehälter, wäscht die Wischpads mit bis zu 100 Grad heißem Wasser, föhnt sie mit 55 Grad warmer Luft trocken und reinigt sich selbst. Der Moppwascheinsatz reinigt sich außerdem selbst – keine Zerlegung nötig.

Roborock Saros 20: Staubbeutel und Reinigungsmittelkammer der Dockingstation
Der Staubbeutel der Dockingstation verschließt sich beim Entnehmen automatisch, während die integrierte Reinigungsmittelkammer dem Roboter beim Wischen gezielt Reinigungsmittel zugibt. (Foto: Testsieger.de)

Das Ergebnis nach der Moppreinigung: praktisch geruchsneutral, kein erkennbarer Restschmutz. Die Heißlufttrocknung verhindert Schimmel und unangenehme Gerüche effektiv. Der eingebaute HEPA-Filter sorgt dafür, dass auch Allergiker komfortabel mit dem Gerät leben können. Der Staubbehälter verschließt sich bei Entnahme automatisch – kein unkontrolliertes Staubauspusten beim Leeren.

Lautstärke und Geruch

Der Saros 20 gehört zu den leiseren Saugrobotern in seiner Klasse. Auf Standardstufe messen wir 55 Dezibel, auf Maximalstufe 60 Dezibel – ein Wert, der im selben Raum hörbar ist, aber in der Regel nicht stört. Das ist für ein Gerät mit 36.000 Pascal Saugleistung wirklich leise.

Beim Geruch: Dank der erwähnten Heißlufttrocknung und dem HEPA-Filter bleibt die Station frisch – es entsteht kein unangenehmer Geruch nach der Reinigung.

Fazit

Kann ein Saugroboter für knapp 1.300 Euro diesen Preis rechtfertigen? Weitgehend ja – mit kleinen Abzügen. Der Roborock Saros 20 ist ein starkes Gerät, das in den meisten Kategorien überzeugt: Die Saugleistung auf Hartboden ist hervorragend, die App gehört zu den besten am Markt, die Reinigungsstation arbeitet vollautomatisch und hygienisch, und die flache Bauweise von 7,95 Zentimetern sorgt für Reichweite in Bereichen, wo andere Roboter scheitern. Dazu kommt eine erstaunlich geringe Geräuschentwicklung von maximal 60 Dezibel.

Die Schwächen liegen vor allem beim Wischen hartnäckiger Flecken, wo wir mehrere Überfahrten benötigen – und bei der Teppichkantenerkennung, die manchmal zu aggressiv das Chassis anhebt und dadurch sowohl die Saugleistung auf Fliesen als auch die Wischabdeckung beeinträchtigt. Auch die Seitenbürste fährt nicht immer aus, wenn es sinnvoll wäre. Das sind keine k.-o.-Kriterien, aber Punkte, die Roborock per Update noch schärfen könnte.

Für alle, die einen vollautomatischen Alltagsreiniger suchen, der möglichst wenig manuelle Eingriffe braucht und auch unter tiefen Möbeln sauber macht, ist der Saros 20 eine klare Empfehlung.

So testen wir Staubsauger-Roboter

Testergebnisse im Detail

Verarbeitungsqualität (10 / 10)

Robustheit Material
 
2,5 / 2,5
Spaltmasse
 
2,5 / 2,5
Bauteile sauber miteinander verbunden
 
2,5 / 2,5
Keine scharfen Kanten
 
2,5 / 2,5

Handhabung und Navigation (27,5 / 30)

Einrichtung
 
4 / 4
App
 
4 / 4
Reinigungsstation
 
7 / 7
Tempo bei Navigation
 
2 / 2
Kartierung und Navigation
 
3,5 / 5
Hinderniserkennung
 
5,5 / 6
Wie nah wird an Hindernisse herangefahren
 
1,5 / 2

Reinigungsleistung (42,5 / 50)

Saugleistung Teppich
 
10 / 10
Saugleistung Hartboden
 
8,5 / 10
Eckenreinigung
 
4,5 / 6
Kantenreinigung
 
2 / 2
Saugleistung Haare
 
2 / 2
Wischleistung leichte Verschmutzungen
 
10 / 10
Wischleistung hartnäckige Verschmutzungen
 
5,5 / 10

Geräusch- und Geruchsentwicklung (5 / 5)

Lautstärke im Normal-Modus
 
2 / 2
Lautstärke im Maximal-Modus
 
2 / 2
Gerüche
 
1 / 1

Hygiene (5 / 5)

Beim Entnehmen des Staubbeutels kein Kontakt mit Staub
 
2,5 / 2,5
HEPA-Filter inklusive
 
2,5 / 2,5

Wertung

: Roborock Saros 20

Roborock Saros 20
  1. Verarbeitung
    1,0
    • Handhabung und Navigation
      1,4
      • Reinigungsleistung
        1,8
        • Geräusch- und Geruchsentwicklung
          1,0
          • Hygiene
            1,0

            Pros

            • Sehr starke Saugleistung
            • Extrem flache Bauweise
            • Vollautomatische Dockingstation
            • Hervorragende Roborock-App
            • Haare verheddern sich nicht
            • Sehr leise im Betrieb
            • Staubbehälter selbstverschließend

            Cons

            • Hartnäckige Flecken benötigen Mehrfachüberfahrten
            • Seitenbürste nicht konsequent ausfahrend
            • Teppichkantenerkennung könnte besser sein

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