Vollautomatisch entleeren, Wischeinheit mit heißem Wasser waschen, per Heißluft trocknen, gleichzeitig saugen und wischen – und das alles, ohne dass Nutzerinnen und Nutzer mehr tun müssen, als den Staubsauger-Roboter einzuschalten. Der Roborock Qrevo Curv 2 Flow tritt mit hohen Erwartungen an. Zudem kommt er als erstes Modell des Herstellers mit einer ausfahrbaren Wischwalze. Doch was bedeutet das im Alltag, wenn die Küche nach dem Kochen wirklich schmutzig ist, Salz auf dem Teppich liegt und ein Ladekabel quer durchs Zimmer verläuft? Wir haben den Roboter ausführlich getestet und verraten, wie sich der Roborock in der Praxis schlägt.

Design und Verarbeitung
Inhalt
Der Roboter selbst misst 34,7 × 11,9 × 34,7 Zentimeter (Breite x Höhe x Tiefe). Die Höhe kommt vor allem durch den fest verbauten Turm zustande, der sich nicht einfahren lässt. Das bedeutet: Wer den Roboter unter niedrigen Möbeln arbeiten lassen möchte, sollte vorab nachmessen. Die Reinigungsstation fällt mit 44,1 × 45 × 45 Zentimeter kompakt aus. Sie wirkt in sich stimmig und ebenfalls hochwertig verarbeitet.
Was die Verarbeitung betrifft, gibt es nichts zu beanstanden: Spaltmaße sind durchgehend gleichmäßig, alle Bauteile sitzen absolut fest. Kein Klappern, kein Wackeln, keine weichen Stellen. Das Gehäuse wirkt wie aus einem Guss. Scharfe oder unangenehme Kanten gibt es keine.
Bedienung und Handhabung
Die Ersteinrichtung gelingt in wenigen Minuten und ist selbsterklärend. Wer schon einmal einen Saugroboter eingerichtet hat, findet sich sofort zurecht. Aber auch ohne Vorwissen läuft alles reibungslos: App verbinden, Karte erstellen lassen, fertig. Die Roborock-App führt klar durch den Prozess, und alles funktioniert direkt beim ersten Versuch.

Die App ist klar strukturiert und intuitiv bedienbar. Alle Funktionen sind schnell erreichbar, die Benutzeroberfläche wirkt nicht überladen. Im Alltag steuert die App eine beachtliche Funktionsvielfalt. So lassen sich die bekannten No-Go-Zonen definieren, in denen der Roboter nicht reinigen soll. Sie lassen sich frei per Finger auf der Karte einzeichnen. Nutzerinnen und Nutzer können feste Reinigungspläne mit Wochentagen und Uhrzeiten festlegen. Besonders praktisch ist die Hinderniserkennung mit Protokoll: Die App zeigt nach der Reinigung an, welche Objekte der Roboter erkannt hat, zum Beispiel ein Ladekabel oder ein Stück Stoff.
Was uns dagegen stört: Eine reine Wischfahrt lässt sich nicht starten. Wischen ist beim Qrevo Curv 2 Flow immer mit gleichzeitigem Saugen verknüpft. Die einzige Alternative ist, den Ablauf in 2 Phasen zu teilen – erst nur saugen, dann nur wischen. Wer aber kurzfristig einen Fleck aufwischen oder gezielt einen Bereich nass reinigen möchte, ohne dass der Roboter dabei gleichzeitig saugt, hat schlicht keine Möglichkeit dazu. Das macht sich vor allem bei Tests mit Ketchup oder Saft bemerkbar: Statt den Fleck nur zu wischen, fährt der Roboter mit laufendem Saugwerk durch die feuchte Zone.

Die Station arbeitet im Alltag zuverlässig. Das Einparken klappt reibungslos, die Moppreinigung ist sehr gut: Die Station wäscht die Wischrolle mit heißem Wasser, trocknet sie anschließend per Heißluft und entleert den internen Staubbehälter des Roboters (rund 0,324 Liter) automatisch in den großen Stationsbehälter mit 2,5 Liter Fassungsvermögen. Hinzu kommen Lüften und Trocknen per Warmluft. Die Walze ist nach der Stationsreinigung geruchsneutral und zeigt keinen erkennbaren Restschmutz. Wer schon einmal einen Roboter mit schlecht gereinigten Mopps erlebt hat, weiß, wie viel dieser Unterschied im Alltag bedeutet.

Zwei Kritikpunkte haben wir aber auch hier: Die Station verfügt über kein separates Fach für Reinigungsmittel. Wer seinen Frischwassertank (3 Liter Fassungsvermögen) mit einem Wischmittel versetzen möchte, muss das Mittel manuell einführen. Ein eigenes Dosierfach wäre praktischer und wäre für ein Gerät dieser Preisklasse keine unrealistische Erwartung. Zudem fehlt an der Rückseite der Station eine Möglichkeit, das Kabel zu befestigen oder aufzurollen. Es liegt schlicht hinter der Station auf dem Boden.
| Roborock Qrevo Curv 2 Flow | |
|---|---|
| Akku | Lithium-Ionen, bis zu 190 Min. Laufzeit |
| Navigation | LiDAR mit Reactive AI Hinderniserkennung |
| Besonderheit | Ausfahrbare Wischwalze |
| Frischwassertank Station | 4 Liter |
| Staubbehälter Roboter | 0,324 Liter |
| Saugleistung | 20.000 Pa |
Im Betrieb navigiert der Roboter planvoll und effizient. Er folgt klaren Bahnen, lässt kaum Leerlauf erkennen und kehrt nach getaner Arbeit zuverlässig zur Station zurück. Auch nach einer Ladeunterbrechung findet er sich sofort zurecht. Wir haben den Roboter nie verloren oder feststeckend angetroffen.
Besonders positiv fällt die automatische Bodenerkennung auf: Liegt ein Teppichläufer auf Fliesen, wechselt der Roboter ohne Zögern zwischen Wisch- und Saugmodus. Er kommt dadurch nicht durcheinander und behandelt beide Bodenflächen korrekt – ein Detail, das im Alltag wirklich relevant ist.

Für den standardisierten Hindernistest haben wir 6 Objekte in einer Zone von 20 Quadratmetern ausgelegt: einen Schuh, eine Plastikflasche, eine Personenwaage, ein Handy-Ladekabel, eine Action-Figur und eine Socke. Der Roboter erkennt alle Objekte zuverlässig, meidet sie sicher und fährt sich kein einziges Mal fest. Das ist das bestmögliche Ergebnis in diesem Test.
An Hindernissen wie Stuhlbeinen und Wänden reinigt der Roboter nah und kontrolliert. Gelegentlich gibt es leichte Kontakte, aber kein hartes Rammen. Die 2 Seitenbürsten helfen dabei, auch Material einzusammeln, das am Rand der Fahrbahn liegt, ohne es einfach weiterzuschieben.
Saug- und Wischleistung
Saugenleistung
Auf Hartboden hinterlässt der Qrevo Curv 2 Flow kaum etwas zurück. In unserem Test nimmt er 49 von 50 Gramm des ausgebrachten Schmutzgemisches auf. Das entspricht einer Aufnahmequote von 98 Prozent und ist eines der besten Ergebnisse, die wir in dieser Kategorie gesehen haben. Der Hartboden sieht nach der Reinigung praktisch sauber aus, ohne sichtbare Reste oder Schlieren. Die 60 Watt starke Saugeinheit leistet dabei ganze Arbeit, und die 2 Seitenbürsten helfen dabei, auch Randmaterial zuverlässig in den Saugpfad zu lenken, anstatt es zur Seite zu schieben.

Auf Teppich sieht das Bild weniger eindeutig aus. Von 50 Gramm Schmutzgemisch nimmt der Roboter rund 40 Gramm auf – also etwa 80 Prozent. Den groben Schmutz entfernt er vollständig. Das Problem liegt beim feinen Material: Salz bereitet dem Roboter sichtlich Mühe. Wir entdecken noch kleinere Ansammlungen feiner Partikel, die sich in den Teppichfasern halten. Das ist kein katastrophales Ergebnis, aber für ein Gerät dieser Preisklasse auch kein überragendes.
Ecken- und Kantenreinigung
Ecken und Kanten sind die klare Schwäche des Qrevo Curv 2 Flow. Weder die Seitenbürste noch der Mopprand erreichen wirklich bis in die Ecke. Die Seitenbürsten sind nicht ausfahrbar, was den möglichen Aktionsradius in Ecken von vornherein begrenzt. Bei unserem Reis-Test nimmt er nur 3 von 5 Körnern in der Ecke auf.

Das Saugen an Kanten klappt dafür umso besser. Hier nimmt der Roborock alle 5 direkt an der Wand ausgelegten Haferflocken auf. Die ausfahrbare Wischrolle ist konstruktiv eine sinnvolle Idee, schöpft ihr Potenzial an Wänden aber nicht vollständig aus: Der Abstand zur Wand bleibt auch ausgefahren spürbar.
Wischen
Beim Wischen überzeugt der Qrevo Curv 2 Flow deutlich und die Walze mit einen sehr guten Job. Kaffee- und Teeflecken entfernt sie praktisch rückstandslos – das Ergebnis ist sehr sauber, kaum Schlieren. Auch Ketchupflecken entfernt er sehr gut. Selbst eingetrocknete Flecken nimmt der Roborock gut vom Boden weg.
Was wir positiv festhalten: Der Roboter erkennt, wenn der Mopp nach einer Stationsreinigung noch feucht ist, und verzichtet in diesem Fall auf einen erneuten Waschgang. Das klingt nach einer Kleinigkeit, ist im Alltag aber tatsächlich ein Komfortgewinn – bei älteren Modellen anderer Hersteller passiert das nicht immer so konsequent.
Haare und Fasern
Bei Haaren und Fasern liefert der Roboter ein sehr gutes Ergebnis: keine Haare mehr sichtbar, keine Verhedderungen an den Bürsten. Dass er 2 Seitenbürsten einsetzt, zahlt sich hier aus – eine einzelne Bürste würde Material häufig eher verschieben als einsammeln. Mit 2 Bürsten wird dieser Effekt weitgehend kompensiert, und das Ergebnis ist entsprechend sauber.

Lautstärke und Hygiene
Auf Standardstufe messen wir 49 Dezibel – das ist leise. Der Roboter ist im selben Raum hörbar, stört aber in der Regel nicht. Wer ihn morgens während des Frühstücks laufen lässt oder abends beim Fernsehen, wird kaum beeinträchtigt. Auf Maximalleistung steigt der Wert auf 58 Dezibel – noch immer im angenehmen Bereich, aber deutlich wahrnehmbarer. Das Geräusch ist gleichmäßig und nicht aufdringlich; ein nervöses Hochfrequenzpfeifen, wie es manche Konkurrenzgeräte produzieren, gibt es nicht.
Was lauter ist als der Reinigungsbetrieb selbst: die Station. Das Moppwaschen und besonders die Heißlufttrocknung erzeugen mehr Geräusch, als wir von einem vergleichbaren Gerät einer anderen Marke kennen. Das ist kein Grund zur Beanstandung, aber wer die Station nachts arbeiten lässt, sollte das im Hinterkopf haben.
Hygienisch arbeitet das Gerät sehr gut. Der Staubbehälter verschließt sich bei der Entnahme automatisch – Staub gelangt beim Herausnehmen nicht in die Luft. Das ist besonders für Allergiker relevant, für die der Roboter ausdrücklich geeignet ist.

Als Filter kommt ein Hochleistungsfilter der Klasse EPA 12 zum Einsatz. Dieser hält feine Partikel sehr effektiv zurück und ist damit deutlich leistungsfähiger als ein Standardfilter. Das beutellose Saugsystem arbeitet dabei sauber: Der interne Staubbehälter wird von der Station sehr gründlich gereinigt
Akku
Der Lithium-Ionen-Akku ermöglicht eine Laufzeit von bis zu 190 Minuten. Das ist für Haushalte jeder Größe ausreichend: In unserer Testwohnung mit rund 150 Quadratmetern schafft der Roboter die vollständige Reinigung problemlos in einem Durchgang. Die Ladezeit beträgt rund 3 Stunden, was bei einem Gerät mit 190 Minuten Betriebszeit akzeptabel ist.
Kommt der Akku während einer Reinigung zur Neige, kehrt der Roboter selbstständig zur Station zurück, lädt auf und setzt die Arbeit anschließend genau dort fort, wo er unterbrochen wurde. Diese Memory-Funktion gehört heute zum Standard bei guten Saugrobotern, sie funktioniert beim Qrevo Curv 2 Flow aber zuverlässig und ohne Aussetzer.
Fazit
Hält der Roborock Qrevo Curv 2 Flow, was er verspricht? In weiten Teilen: ja. Auf Hartböden saugt er nahezu perfekt, wäscht hartnäckige Flecken zuverlässig weg und navigiert planvoll durch Wohnungen jeder Größe. Verarbeitung und Materialqualität sind tadellos, die App ist durchdacht und die Hinderniserkennung gehört zu den besten in dieser Kategorie. Die Reinigungsstation mit ihrem vollautomatischen Mopp-Wasch- und Trocknungskreislauf ist ein echter Alltagsgewinn.
Und trotzdem gibt es 3 Punkte, bei denen der Roboter hinter seinen Möglichkeiten zurückbleibt. Erstens: Auf Teppich – besonders bei feinen Partikeln wie Salz – kann er nicht mit seiner Hartbodenleistung mithalten. Zweitens: In Ecken und an Kanten fehlt die Reichweite, weder Seitenbürste noch Mopprand kommen wirklich bis an die Wand. Und drittens fehlt die Möglichkeit, eine reine Wischfahrt durchzuführen.
Wer einen leistungsstarken Allrounder zu einem angemessenen Preis von 750 Euro sucht, der Hartböden hervorragend reinigt, bei Flecken konsequent nachfasst und dabei im Alltag kaum Aufmerksamkeit verlangt, ist mit dem Qrevo Curv 2 Flow sehr gut bedient.
So testen wir Staubsauger-Roboter
Testergebnisse im Detail
Verarbeitungsqualität (10 / 10)
| Robustheit Material | 2,50 / 2,5 | |
| Spaltmaße | 2,50 / 2,5 | |
| Bauteile sauber miteinander verbunden | 2,50 / 2,5 | |
| Keine scharfen Kanten | 2,50 / 2,5 |
Handhabung und Navigation (28,60 / 30)
| Einrichtung | 4,00 / 4 | |
| App | 4,00 / 4 | |
| Reinigungsstation | 7,00 / 7 | |
| Tempo bei Navigation | 2,00 / 2 | |
| Kartierung und Navigation | 4,00 / 5 | |
| Hinderniserkennung | 6,00 / 6 | |
| Wie nah wird an Hindernisse herangefahren | 1,60 / 2 |
Reinigungsleistung (43,60 / 50)
| Saugleistung Teppich | 6,00 / 10 | |
| Saugleistung Hartboden | 10,00 / 10 | |
| Eckenreinigung | 3,60 / 6 | |
| Kantenreinigung | 2,00 / 2 | |
| Saugleistung Haare | 2,00 / 2 | |
| Wischleistung leichte Verschmutzungen | 10,00 / 10 | |
| Wischleistung hartnäckige Verschmutzungen | 10,00 / 10 |
Geräusch- und Geruchsentwicklung (4,20 / 5)
| Lautstärke im Normal-Modus | 1,60 / 2 | |
| Lautstärke im Maximal-Modus | 1,60 / 2 | |
| Gerüche | 1,00 / 1 |
Hygiene (5 / 5)
| Beim Entnehmen des Staubbeutels kein Kontakt mit Staub | 2,50 / 2,5 | |
| HEPA-Filter inklusive | 2,50 / 2,5 |
Wertung
: Roborock Qrevo Curv 2 Flow
Pros
- Saugleistung auf Hartboden
- Sehr gute Wischergebnisse
- Auch eingetrocknete Flecken entfernt
- Keine Haare verheddern sich
- Zuverlässige Hinderniserkennung
- Planvolle, effiziente Navigation
- Automatische Bodenerkennung
- Selbstreinigende Wischwalze
Cons
- Keine reine Wischfahrt möglich
- Teppichreinigung nur 80 Prozent
- Eckenreinigung unzureichend
- Wischwalze erreicht Wände nicht vollständig
- Kein Reinigungsmitteldosierfach
- Stationstrocknung hörbar laut
- Kein Kabelmanagement an Station

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