Mit dem Panetti PrimoChef eine spannende Küchenmaschine mit Kochfunktion in den Ring. Für eine unverbindliche Preisempfehlung von knapp 700 bewegt er sich im mittleren Preisbereich vieler Kochassistenten. Dafür hat er auf dem Papier sehr viel zu bieten. Neben Standards wie Kochen, Mixen oder Kneten, verfügt er über einen separaten AirFryer-Aufsatz. Doch stimmen auch die Ergebnisse, oder müssen sich Nutzerinnen und Nutzer mit Kompromissen zufriedengeben? Wir machen den ausführlichen Praxistext.

Inhalt
Design und Verarbeitung
Der Panetti PrimoChef wirkt im Test insgesamt hochwertig verarbeitet. Die Basis besteht aus robustem Kunststoff, die Thermo-Kochschüssel aus wertigem Edelstahl. Die Schüsselgriffe bestehen ebenfalls aus robustem Kunststoff und fühlen sich im Alltag stabil an. Wir entdecken keine unsauberen Kanten und keine Produktionsrückstände, was den positiven Ersteindruck unterstreicht.
Die Abmessungen machen klar, dass „kompakt“ in dieser Geräteklasse relativ bleibt. Die Basis misst in der Tiefe 44 Zentimeter, in der Breite 26 Zentimeter und in der Höhe 25 Zentimeter. Mit eingesetztem Topf steigt die Höhe auf sechsunddreißig Zentimeter. Damit beansprucht der PrimoChef spürbar Fläche und zählt im Test zu den größeren Küchenmaschinen mit Kochfunktion. Das Gewicht fällt mit knapp 17 Kilogramm hoch aus, bleibt für diese Leistungsklasse aber noch im Rahmen.
Saugnäpfe auf der Unterseite sorgen für extrem sicheren Halt. Das verhindert Wackeln beim Kneten oder Mixen, bringt aber eine Nebenwirkung mit sich: Zum Lösen braucht es spürbar Kraft, und Verschieben gelingt praktisch nicht. Im Alltag bedeutet das, dass der PrimoChef eher einen festen Platz erhalten sollte.

Lieferumfang und Ausstattung
Der PrimoChef kommt mit einem sehr umfangreichen Zubehörpaket, das den All-in-One-Anspruch sichtbar macht. Zum Set gehören eine Thermo-Kochschüssel aus Edelstahl mit Deckel für Kochen, Rühren, Mixen und Dämpfen, außerdem eine AirFryer-Schüssel samt Deckel mit Heizelement für die Heißluftfritteusen-Funktion.
Für die Zerkleinerung und Emulsionen liegt ein Messer zum Hacken, Mixen und Pürieren bei, ergänzt durch ein Rührpaddel und einen Schneebesen, die bei sensibleren Texturen wie cremigen Speisen oder luftigen Massen helfen sollen. Für das Dampfgaren stehen ein tiefer und ein flacher Dampfkorb zur Verfügung, dazu ein Glasdeckel. Für Einlagen und schonendes Garen ergänzt ein Kochkorb das Paket. Für Reibarbeiten gehören eine Reibplatte und ein Reibdeckel dazu, außerdem Spatel und Messbecher für dosiertes Arbeiten.

Gerade die Heißluftfritteuse sticht heraus, sie ist bei Küchenmaschinen mit Kochfunktion nicht selbstverständlich ist und eröffnet im Alltag weitere Einsatzfelder wie Pommes frites oder Nuggets. Unser einziger kleiner Kritikpunkt: Wir hätten uns noch weitere Raspelscheiben gewünscht, um beim Reiben noch mehr Varianten und Feinheitsgrade abdecken zu können.
Bei den Kernfunktionen nennt der Hersteller 20 voreingestellte Programme und 38 Funktionen. Dazu gehören unter anderem Kochen, Braten, Dampfgaren in ein oder zwei Stufen, langsames Garen, Sous-vide-Garen, Teig kneten, Schokolade schmelzen sowie eine integrierte Waage und eine Rezeptführung am Bildschirm.

Bedienung und Handhabung
Im Alltag fällt beim Panetti PrimoChef zuerst die Deckelkonstruktion auf. Der Deckel muss während des Betriebs stets geschlossen bleiben. Das erhöht die Sicherheit, schränkt aber beim Anbraten zum Beispiel etwas ein. Zusätzlich verlangt das Verriegeln Kraft und etwas Fingerspitzengefühl: Wir müssen den Deckel sehr fest aufdrücken und anschließend per Drehbewegung einrasten. Gerade zu Beginn braucht das Übung, und selbst mit Routine klappt das im Test nicht immer auf Anhieb.
Da wir das Gargut bei geschlossenem Deckel nicht im Blick haben, fehlt uns etwas die Kontrolle. Der Reibdeckel ist dagegen durchsichtig, diesen dürfen wir bei heißen Speisen laut Hersteller jedoch nicht verwenden. Unterm Strich funktioniert der Zubehörwechsel aber zuverlässig: Die verschiedenen Aufsätze lassen sich im Test ohne Probleme einsetzen und montieren – auch wenn einzelne Teile im Betrieb deutlich heiß werden.

Die Heißluftfritteusen-Einheit ist als eigenes System gelöst. Wir setzen die Schüssel auf die Basiseinheit. Zunächst wundern wir uns etwas, dass die Schüssel hier nicht arretiert, das ist laut Hersteller jedoch normal. Dann stecken wir den Glasdeckel samt Halterung an der Hinterseite ein, dort sitzen die elektrischen Kontakte. Die Heizelemente befinden sich im Deckel. Zusätzlich liegt ein Grilleinsatz bei, dessen vier hochstellbare Füße mehr Hitze von unten an die Speisen bringen sollen. Das System wirkt insgesamt gut durchdacht.
Bei der Bedienung setzt der PrimoChef vor allem auf einen großen Touchscreen. Das Display ist sinnvoll strukturiert und die Orientierung gelingt schnell. In der Praxis gibt es aber Schwächen: Der Screen erkennt nicht alle unsere Eingaben direkt, teils reagiert das Gerät verzögert. Positiv ist der physische Ein- und Ausschalter auf der linken Seite. So können wir das Gerät auch komplett vom Strom trennen. Ein Drehknopf unterstützt Einstellungen wie Temperatur und lässt sich leichtgängig bedienen, auch wenn grundsätzlich alles per Touch steuerbar ist.

Der Startbildschirm ist in vier Kacheln gegliedert: Guided Cooking (automatische Rezepte), automatische Programme, manuelles Kochen sowie der Download neuer Rezepte per WLAN. Zum Testzeitpunkt umfasst das Guided Cooking 136 Rezepte. Das ist ordentlich, es geht aber sicherlich noch mehr. Zusätzlich gibt es Heißluftfritteusen-Rezepte, die sich allerdings nur dann auswählen lassen, wenn der Heißluftfritteusen-Aufsatz samt Deckel korrekt eingerastet ist. Das ist aus unserer Sicht unnötig umständlich. Die Rezeptführung selbst überzeugt dagegen: Die einzelnen Schritte sind gut erklärt und verständlich aufbereitet.
Unter den Automatikprogrammen stehen Funktionen wie Kneten, Hacken oder langsames Kochen bereit. Ein leicht auffindbares Grundprogramm für Reis oder Pasta fehlt im Test jedoch. Laut Anleitung soll es vorhanden sein, auf dem Gerät finden wir es trotz aktueller Firmware jedoch nicht.

Im manuellen Modus legen wir die 4 zentralen Parameter ganz nach unseren Vorlieben fest: Temperatur bis 200 Grad Celsius, Zeit, Geschwindigkeit (maximal 12 Stufen) und Drehrichtung. Gerade von der Temperatur sind wir etwas enttäuscht. Hier hätten wir uns gerade fürs sehr scharfe Anbraten und den AirFry-Modus 220 Grad gewünscht. Praktisch ist dagegen eine Notizfunktion pro Rezept. Eine integrierte Waage lässt sich jederzeit zuschalten, arbeitet im Test stimmig und deckt sich mit einer Referenzwaage. Die Anleitung ist ausführlich und hilft besonders am Anfang, wenn die Funktionsvielfalt schnell erschlagen kann.

Praxisergebnisse
Im Guided Cooking zeigen sich im Test sowohl Stärken als auch Schwächen. Beim Butterchicken in einer veganen Variante mit Sojaschnetzel zerkleinert und verkocht das Gerät Zwiebel und Sojaschnetzel so stark, dass die Struktur praktisch nicht mehr existent ist. Ein ähnliches Bild entsteht bei Reis mit Gemüse: Selbst festes Gemüse wie Blumenkohl „verschwindet“ zu einem großen Teil. Das überrascht, weil der Mixeinsatz über eine scharfe und eine stumpfe Seite verfügt und je nach Drehrichtung schneiden oder umrühren soll. Trotzdem entsteht der Eindruck, dass das Gerät Zutaten generell zu aggressiv bearbeitet. Hinzu kommt bei uns ein kleines Fragezeichen auf: Der Lieferumfang beinhaltet wie beschrieben ein Rührpaddel, es kommt in diesem Ablauf aber nicht zum Einsatz, obwohl genau hier ein schonenderes Rühren naheliegt.

Beim Kartoffelpüree überzeugt der PrimoChef dagegen mit einem ausgezeichneten Ergebnis. Die Textur gelingt so, wie man es von einem starken Kochsystem mit kontrollierter Bewegung erwartet. Der Nachteil zeigt sich hier beim notwendigen Einsatzwechsel. Alle Einsätze sind komplett aus Metall gefertigt und erhitzen sich dementsprechend. Wir können sie nur mit einem Tuch wechseln, das zwangsläufig mit dem Essen in Kontakt kommt. Hier wäre ein mitgelieferter hitzefester Greifer, eine Isolierzone oder ein Werkzeug zum Entnehmen wünschenswert.
Beim Teig kneten liefert das Gerät eine starke Leistung. Wir stellen einen festen Mürbeteig her und verarbeiten fast ein Kilogramm Teigmasse. Selbst diese Menge bearbeitet der PrimoChef noch rund 5 Minuten sauber, und das Ergebnis ist überzeugend.

Beim automatischen Kochen tritt das bereits erwähnte Reis-Programm-Thema auf. Ohne klar auffindbares Reisprogramm weichen wir auf ein Kochprogramm aus und bereiten Quellreis mit Basmatireis zu. Weil das Gerät dauerhaft rührt, entsteht am Ende eher ein Risotto als klassischer Reis. Hier müssen wir zum manuellen Modus wechseln
Die Mixerleistung fällt gemischt aus. Aus Getreide Mehl herzustellen, gelingt grundsätzlich, das Ergebnis bleibt aber auch nach längerer Mixdauer nicht ganz fein. Für Zwiebeln oder Gemüse funktioniert das Schneiden dagegen sehr gut.

Sehr positiv arbeitet der Dampfaufsatz. In der tiefen Wanne bereiten wir mit Hackfleisch gefüllte Paprika zu. Die Zutaten garen gut durch und behalten eine schöne Konsistenz. Der Glasdeckel wirkt dabei nicht nur optisch hochwertig, sondern passt auch funktional zum präzisen Dämpfen.
Beim Braten liefert das Gerät ordentliche Ergebnisse fürs normale Anbraten. Für sehr scharfes Anbraten bleibt im Test dennoch eine Pfanne die bessere Wahl, weil maximale Hitze und unmittelbares Reagieren dort im Vorteil bleiben.

Die Heißluftfritteusen-Funktion überzeugt uns besonders. Tiefkühlpommes gelingen nach 30 Minuten bei 200 Grad Celsius wirklich gut: gleichmäßig gebräunt und gut durchgegart. Auch der Nuggets-Test gelingt sehr gut nach 15 Minuten. Das Volumen ist ordentlich, denn 500 Gramm Pommes frites und mehr stellen kein Problem dar. Damit liefert der PrimoChef eine echte Alternative zu einer klassischen Heißluftfritteuse.
Zum Thema Lautstärke: Beim Heißluftfrittieren beispielsweise messen wir etwa 65 Dezibel direkt neben dem Gerät, was im Rahmen bleibt. Beim Hacken und Mixen wird es zeitweise lauter, insgesamt bleibt die Geräuschkulisse im Test aber gut vertretbar.

Stromverbrauch
| Panetti PrimoChef | |
|---|---|
| UVP | 699 Euro |
| Abmessungen Basis | 44 cm Tiefe, 26 cm Breite, 25 cm Höhe |
| Gewicht | knapp 17 kg |
| Programme und Funktionen | 20 Programme, 38 Funktionen |
| Reinigung | viele Teile spülmaschinengeeignet, Kochschüssel und AirFryer Deckel mit Kontakten nur per Hand |
| Anzahl Geschwindigkeitsstufen | 12 |
Sicherheit und Reinigung
Beim Thema Sicherheit zeigt sich ein gemischtes Bild. Die Luke im Deckel wird teilweise sehr heiß. Beim Öffnen, vor allem bei Gerichten mit viel Dampf, braucht es daher Vorsicht. Positiv: Griff der Schüssel und die Griffe am Deckel werden im Test nicht heiß, hier entstehen keine Sicherheitsbedenken. Zudem reduziert die Regel „Deckel bleibt geschlossen“ bei Hacken und Mixen das Risiko deutlich.
Bei der Reinigung punktet der PrimoChef durch viele spülmaschinentaugliche Komponenten: Die meisten abnehmbaren Teile dürfen in die Spülmaschine. Eine Einschränkung bleibt jedoch: Komponenten mit elektrischen Kontakten, also der Heißluftfritteusen-Deckel und die Kochschüssel, dürfen nicht in den Geschirrspüler. Das überrascht nicht, bedeutet aber trotzdem einen Nachteil, weil genau die großen Kernelemente öfter manuell gereinigt werden müssen. Zusätzlich empfinden wir die Reinigung des großen Topfes teilweise als mühsam.
Fazit
Der Panetti PrimoChef zeigt im Test eine insgesamt „gute“ Leistung. Er ist hochwertig verarbeitet, bringt ein umfangreiches Zubehörpaket mit und überzeugt vor allem dort, wo er echte Alltagsarbeit abnimmt – beim Dämpfen, beim Kneten und besonders mit der starken Heißluftfritteusen-Funktion. Gleichzeitig gibt es auch Kritikunkte: Der Touchscreen reagiert nicht immer sauber, ein Reis-/Pasta-Programm ist nicht auffindbar und manche Guided-Cooking-Rezepte bearbeiten Zutaten zu aggressiv. Wer sich gern anleiten lässt und viele Funktionen in einem Gerät sucht, bekommt hier für den Preis von 700 Euro dennoch einen hohen Gegenwert.
So testen wir Küchenmaschinen mit Kochfunktion
Testergebnisse im Detail
Design und Verarbeitung (9 / 10)
| Materialqualität und Verarbeitung | 3 / 3 | |
| Standfestigkeit und Stabilität | 2 / 2 | |
| Abmessungen und Stellfläche | 1 / 2 | |
| Passgenauigkeit / saubere Verbindungen | 2 / 2 | |
| Keine scharfen Kanten / Entgratung | 1 / 1 |
Ausstattung (8,5 / 10)
| Lieferumfang und Zubehör | 3 / 3 | |
| Funktionsumfang (Koch- und Küchenfunktionen) | 3,5 / 4 | |
| Rezeptplattform / Guided Cooking (App, WLAN) | 1 / 2 | |
| Sensorik und Extras (Waage, Timer, Profile) | 1 / 1 |
Bedienung und Handhabung (20,5 / 25)
| Inbetriebnahme und Einrichtung (inkl. App) | 5 / 5 | |
| Bedienkonzept (Display/Touch/Drehknopf, Menüs) | 6 / 8 | |
| Rezeptführung / Suche / Favoriten | 3,5 / 4 | |
| Handhabung im Alltag (Aufsätze, Befüllen, Entnehmen) | 4 / 5 | |
| Reinigung und Pflege im Alltag | 2 / 3 |
Betrieb und Ergebnisse (42 / 50)
| Temperaturgenauigkeit und Regelung | 5 / 5 | |
| Leistung und Kochgeschwindigkeit | 4 / 5 | |
| Mix- / Zerkleinerungsleistung | 8 / 10 | |
| Rühren, Kneten, Emulgieren | 9 / 10 | |
| Kochergebnisse (Garpunkt, Suppen, Saucen) | 6 / 10 | |
| Dampfgaren / Schonprogramme | 5 / 5 | |
| Sicherheit und Fehlerschutz | 5 / 5 |
Lautstärke (4,5 / 5)
| Lautstärke beim Mixen | 2,5 / 3 | |
| Lautstärke beim Kochen/Rühren | 2 / 2 |
Wertung
: Panetti PrimoChef
Pros
- Hochwertige Verarbeitung
- Sehr sicherer Stand
- Umfangreiches Zubehörpaket
- AirFryer-Aufsatz ist echter Mehrwert
- Insgesamt gute Ergebnisse
- Moderater Stromverbrauch
- Display sinnvoll strukturiert
- Integrierte Waage liefert gute Ergebnisse
- Notizfunktion pro Rezept
- Rezeptführung gut erklärt
Cons
- Sehr groß auf Arbeitsfläche
- Deckelverriegelung braucht Kraft
- Touchscreen reagiert nicht immer
- Einige Programme fehlen
- Zutaten teilweise zu stark zerkleinert
- Mehr Raspelscheiben wünschenswert

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