Kann eine Kamera für Kinder wirklich mehr sein als ein buntes Plastikspielzeug – und dabei trotzdem so solide verarbeitet sein, dass Eltern beruhigt zuschauen können? Die myFirst Insta 20 tritt mit dem Anspruch an, genau das zu sein: eine echte Kamera, die sich an kleine Fotografinnen und Fotografen richtet, die Fotos nicht nur machen, sondern sie auch direkt in den Händen halten wollen. Ob dieses Versprechen im Alltag trägt, haben wir für euch ausprobiert.

Inhalt
Design und Verarbeitung
Die myFirst Camera Insta 20 macht auf den ersten Blick eine gute Figur. Das Gehäuse misst 10,5 × 7,5 × 4,5 Zentimeter und liegt mit seinen 175 Gramm angenehm leicht in der Hand. Alle Ecken sind sauber abgerundet, es gibt keine scharfen Kanten, die sich als Verletzungsquelle entpuppen könnten. Wir testen die Variante Classic Blue, daneben ist das Gerät auch noch in der Farbe Cotton Candy Pink erhältlich. Optisch passt das Design aus unserer Sicht sehr gut zur Zielgruppe, ohne dabei zu verspielt zu wirken.
Material und Verarbeitung machen einen wertigen Eindruck. Spaltmaße sitzen sauber, das Gehäuse fühlt sich robust an. Dass das Gerät laut Hersteller aus ungiftigen, BPA-freien Materialien gefertigt ist, trägt zum guten Gesamteindruck bei.
Ein kleiner Wermutstropfen: Eine Schutzhülle ist nicht im Lieferumfang enthalten. Wer die Kamera regelmäßig auf Ausflügen dabei hat, trägt also ein gewisses Restrisiko bei Stürzen. Grundsätzlich wirkt das Gerät aber sturzsicher genug für den kindlichen Alltag. Das mitgelieferte Umhängeband ist ein sinnvolles Detail, das die Kamera am Körper sichert.

Handhabung und Bedienung
| myFirst Camera Insta 20 | |
|---|---|
| Maße | 10,5 x 7,5 x 4,5 cm |
| Gewicht | 175 g |
| Fotoauflösung | 16 Megapixel |
| UVP | 119 Euro |
Die Kamera verfügt über mehrere Tasten, von denen einige mehrfach belegt sind. Die gelb hervorgehobene Auslösetaste ist klar zu finden. Ein längerer Druck startet die Videoaufnahme. Die Einstellungstaste mit Zahnrad-Symbol dient gleichzeitig als Ein/Aus-Schalter. Die Zurück-Taste (runder Pfeil) aktiviert bei längerem Druck den Selfie-Modus. Dazu kommen 4 Tasten unter dem Display: zum Anzeigen der Bilder, zum Drucken sowie Plus- und Minustasten mit unterschiedlichen Funktionen.

Diese Doppelbelegungen sorgen im Test für gemischte Erfahrungen. Erwachsene gewöhnen sich nach kurzer Einarbeitungszeit gut daran, kleinere Kinder können damit jedoch überfordert sein. Die Bedienlogik ist also nicht komplett intuitiv, aber nach etwas Übung nutzbar. Für die Menüführung und die Bildvorschaut ist das 3 Zoll große IPS-Hauptdisplay auf der Rückseite verantwortlich. Das ist recht scharf und bietet im Alltag einen echten Mehrwert.
Technisch läuft die Bedienung stabil und ohne nennenswerte Fehlfunktionen. Die Kamera reagiert zügig, es klemmt nichts, und auch das Einlegen des Films klappt problemlos ohne Unsicherheit.

Ausstattung und Bildqualität
Die myFirst Camera Insta 20 ist eine Hybridkamera: Sie nimmt Fotos mit 16 Megapixeln und Videos in 1080p (Full HD) auf und druckt die Bilder anschließend tintenfrei auf Thermopapier.
Bei der digitalen Bildqualität hätten wir uns mehr erwartet. Bei Outdoor-Aufnahmen und gutem Tageslicht liefert die Kamera akzeptable Ergebnisse mit recht natürlichen Farben und angenehmen Hauttönen. Allerdings sind die Bilder selbst auf der höchsten Auflösungsstufe pixelig und detailarm. Regelmäßig gibt es auch Ausreißer bei Belichtung und Fokus – gerade in wechselnden Lichtverhältnissen oder bei schnellen Motiven. Kontrast und Dynamik könnten ebenfalls besser sein. Das stört unsere kleinen Tester in der Praxis zwar wenig, trotzdem wäre hier deutlich mehr drin gewesen. So eignen sich die Bilder eher als Erinnerungsstütze.

Die gedruckten Fotos erscheinen in Schwarz-Weiß und weisen eine noch deutlich geringere Qualität auf als die digitalen Aufnahmen. Helle Bereiche überstrahlen in dunkle, die Körnung ist hoch, und Belichtung sowie Kontrast fallen teils stark ab. Kinder, die die ausgedruckten Fotos als Souvenir schätzen, haben trotzdem Spaß. Wer aber druckscharfe, detailreiche Fotos erwartet, wird enttäuscht sein.

Vorinstallierte Rahmen und Filter erweitern die kreativen Möglichkeiten ohne zusätzliche App. Der Selfie-Modus funktioniert solide. Das zweite Display – ein kleiner OLED-Bildschirm auf der Vorderseite – zeigt Emojis, Ladefortschritt und Echtzeit-Statusanzeigen. Im Alltag ist das eine charmante Idee, die Kinder erfreut.
Die Betriebskosten sind moderat: 3 Rollen Thermopapier kosten rund 10 Euro, was einem Preis von circa 6,7 Cent pro Bild entspricht. Die Thermopapier-Rollen fassen jeweils 50 bis 60 Bilder. Im Vergleich zu klassischen Sofortbildfilmen ist das ein klarer Vorteil.

Akku
Die myFirst Camera Insta 20 verfügt über einen integrierten Akku, der sich per USB-C laden lässt. Die Ladezeit von 0 auf 100 Prozent beträgt rund 3 Stunden – solide, nicht überragend. Im Alltag zeigt sich jedoch eine Schwäche: Bei intensiver Nutzung ist der Akku schon nach etwa 60 Minuten erschöpft. Für eine spontane Fotoaktion ist das ausreichend, für einen ganzen Ausflugstag aber zu wenig. Immerhin gibt es eine smarte Stromspar-Funktion, die im Leerlauf greift und die Nutzungszeit verlängert.
Fazit
Ist die myFirst Insta 20 mehr als ein buntes Plastikspielzeug? Ja – mit Einschränkungen. Das Gehäuse ist sauber verarbeitet und die Kamera liegt gut in der Hand. Kinder haben erkennbar Spaß damit, sowohl beim Fotografieren als auch beim Warten auf das ausgedruckte Bild.
Die größte Schwäche liegt in der Druckqualität: Die Schwarz-Weiß-Ausdrucke auf Thermopapier sind grobkörnig und teils deutlich schlechter als die digitalen Aufnahmen. Wer hohe Erwartungen an physische Sofortbilder mitbringt, wird enttäuscht sein. Kinder, die den Spaß am Drucken selbst schätzen, stört das deutlich weniger. Aber auch die digitale Bildqualität ist selbst bei niedrigen Ansprüchen nur Mittelmaß.
Die Bedienung durch mehrfach belegte Tasten fordert etwas Eingewöhnung – gerade jüngere Kinder können anfangs überfordert sein. Der Akku hält bei intensivem Einsatz nur rund 60 Minuten durch, was für längere Ausflüge ein Manko ist.
So testen wir Kinder-Sofortdruckkameras
Testergebnisse im Detail
Sicherheit & Verarbeitung (19 / 20)
| Material-Sicherheit | 5 / 5 | |
| Robustheit/Sturzschutz | 4 / 5 | |
| Verarbeitung/Passgenauigkeit | 4 / 4 | |
| Tasten/Anschlüsse/Abdeckungen | 3 / 3 | |
| Thermopapier-Handhabung & Sicherheit | 3 / 3 |
Bedienung & Kindertauglichkeit (16,4 / 20)
| Ergonomie für kleine Hände | 3,2 / 4 | |
| Menüführung/Bedienlogik | 3 / 5 | |
| Display(s) & Ablesbarkeit | 4 / 4 | |
| Auslöseverzögerung/Tempo | 3 / 3 | |
| Vom Foto zum Druck | 3,2 / 4 |
Kamera- & Bildqualität (11,6 / 20)
| Schärfe/Details | 2 / 5 | |
| Belichtung/Automatik | 3 / 5 | |
| Farben/Hautton | 2,4 / 3 | |
| Low-Light/Innenlicht | 1,8 / 3 | |
| Videoqualität | 2,4 / 4 |
Druckfunktion & Druckqualität (14,8 / 25)
| Druckqualität | 3,2 / 8 | |
| Kontrast-/Druckeinstellungen & Konsistenz | 2,4 / 4 | |
| Druckgeschwindigkeit | 3 / 3 | |
| Papierhandling | 3,2 / 4 | |
| Haltbarkeit der Ausdrucke | 2,4 / 3 | |
| Folgekosten & Verfügbarkeit | 3 / 3 |
Ausstattung & Alltag (11 / 15)
| Lieferumfang & Zubehör | 2 / 2 | |
| Kreativfunktionen | 1,6 / 2 | |
| Speicher & Verwaltung | 1,6 / 2 | |
| Datenübertragung | 2 / 2 | |
| Akku & Laden | 1,4 / 7 |
Wertung
: myFirst Insta 20
Pros
- Kindgerechtes Design
- Angenehm leicht
- Saubere Verarbeitung
- 4-GB-Karte beigelegt
- Großes IPS-Display
- OLED-Frontdisplay mit Emojis
- Zügige Reaktion
- Günstige Druckkosten
- Gute Haptik für Kinder
Cons
- Digitale Bildqualität mittelmäßig
- Druckqualität enttäuschend
- Akku hält nur sehr kurz
- Bedienung nicht ganz intuitiv

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