Dreame packt in den L50s Pro Ultra so ziemlich alles, was der Markt für Saug- und Wischroboter aktuell zu bieten hat: 30.000 Pascal Saugleistung, rotierende Wischmopps mit Heißwasserwäsche, KI-Hinderniserkennung und eine Station, die sich um Entleerung, Moppreinigung und Trocknung kümmert. Wir haben den L50s Pro Ultra auf Hartboden, Teppich und mit verschiedenen Verschmutzungsgraden getestet.

Design und Verarbeitung
Inhalt
Die Verarbeitung des Gehäuses hinterlässt einen hochwertigen Eindruck. Spaltmaße sind sauber und gleichmäßig, die Bauteile sitzen fest zusammen. Das Material fühlt sich robust an, auch wenn es sich um Kunststoff handelt. Ein Alltagsdetail zur weißen Farbgebung: Sie zeigt Fingerabdrücke und Schmutzspuren deutlich. Wer das vermeiden will, sollte die Oberfläche regelmäßig abwischen.
Einrichtung und App
Die Ersteinrichtung über die Dreame-App ist unkompliziert. Die Kartierung der Wohnung dauert im Test etwa 4 Minuten für 50 Quadratmeter – das ist zügig. Die erstellte Karte bildet die Räume korrekt ab, die Raumtrennung stimmt, und der Roboter ordnet die Bereiche sinnvoll zu.
Die App selbst bietet einen hohen Funktionsumfang: feste Reinigungspläne, raumspezifische Einstellungen (nur Saugen, nur Wischen oder beides), No-Go-Zonen, Memory-Funktion bei leerem Akku und ein Ladelimit. Außerdem reagiert der Roboter auf Sprachsteuerung über Alexa, Google Assistant und Siri. Die App ist übersichtlich aufgebaut und im Alltag gut nutzbar, auch wenn die Menge an Einstellmöglichkeiten anfangs etwas überwältigen kann.
Die Laser- und KI-gestützte Navigation arbeitet effizient: Der L50s Pro Ultra navigiert zügig und sinnvoll durch die Räume, ohne unnötige Wege zu fahren. An Hindernissen reinigt er konsequent entlang, ohne sie hart zu rammen. Das klappt auch an Stuhlbeinen und Wänden zuverlässig.
Die Hinderniserkennung mit RGB-Kamera und Beleuchtung überzeugt im Alltag. Alltagsgegenstände wie Schuhe, Wasserflaschen oder einen Gitarrenständer erkennt der Roboter zuverlässig und umfährt sie sauber. Bei komplexeren Situationen zeigt das System aber Grenzen: Dünne Tischbeine, Wäscheständer oder leichte Teppiche werden gelegentlich verschoben oder überfahren. Laut dem Hersteller soll der Roboter Schwellen bis 40 Millimeter überwinden. In unserem Praxisalltag klappt das zuverlässig.

Saugleistung
Auf Hartboden liefert der L50s Pro Ultra ein beeindruckendes Ergebnis: 48 von 50 Gramm des Schmutzgemisches nimmt er auf. Das entspricht einer Aufnahmerate von 96 Prozent. Die 30.000 Pascal Saugleistung und das DuoBrush-Entwirrungsbürstensystem machen sich hier klar bemerkbar. Der Boden ist nach einem Durchgang praktisch sauber.
Auf Teppich fällt die Leistung etwas ab: 38 von 50 Gramm werden aufgenommen, also 76 Prozent. Das ist solide, aber nicht herausragend. Die Ursache liegt weniger an der Saugkraft als an der Teppicherkennung: Im Test erkennt der Roboter den Teppich nicht immer vollständig und erstellt dadurch keine präzise Reinigungsroute. Einige Bereiche bleiben ausgelassen. Die Mopp-Anhebung um 10,5 Millimeter für Teppiche funktioniert hingegen zuverlässig.

Beim Haartest überzeugt der L50s Pro Ultra: Haare werden gründlich aufgenommen, in der Bürste selbst bleiben dank des Entwirrungssystems nahezu keine Rückstände. Vereinzelt verheddern sich allerdings einzelne Haare an den Rädern. Das ist ein bekanntes Problem, das sich bei regelmäßiger Kontrolle aber schnell beheben lässt.
Ecken- und Kantenreinigung
| Dreame L50s Pro Ultra | |
|---|---|
| UVP | 749 Euro |
| Filter | HEPA-Filter |
| Mopp Anhebung für Teppiche | 10,5 Millimeter |
| Saugleistung | 30.000 Pascal |
Wischleistung
Die rotierenden Wischmopps überzeugen bei leichten Verschmutzungen: Kaffee- und Teeflecken entfernt der L50s Pro Ultra im Standardmodus restlos. Hier leisten die aktiv rotierenden Mopps spürbar mehr als passive Wischplättchen, wie sie bei günstigeren Modellen zum Einsatz kommen.

Bei hartnäckigen Verschmutzungen wie Ketchup zeigt sich ein differenzierteres Bild. Im Standardmodus mit warmem Wasser und 2 Zyklen werden die Flecken nur grob entfernt. Erst nach manueller Umstellung auf Tiefenreinigung mit 3 Zyklen verbessert sich das Ergebnis deutlich. Der Aufheizvorgang an der Station dauert dabei rund 5 Minuten. Hartnäckige Flecken erfordern also gezielte Einstellungen in der App, im Automatikmodus allein reicht die Reinigungskraft nicht aus.
Reinigungsstation
Die Station gehört zu den klaren Stärken des L50s Pro Ultra. Das Einparken klappt zuverlässig, die automatische Staubentleerung in den 3,2-Liter-Beutel funktioniert einwandfrei, und die Mopp-Selbstreinigung mit 100 Grad Celsius heißem Wasser liefert saubere Ergebnisse. Die Mopps sehen nach der Reinigung tatsächlich wieder sauber aus.
Die anschließende Heißlufttrocknung bei 45 Grad Celsius beugt Geruchsbildung vor. Zusätzlich dosiert die Station automatisch Reinigungsmittel ins Wischwasser. Die Frischwasser- und Schmutzwassertanks fassen 4,5 beziehungsweise 4,0 Liter – genug für mehrere Reinigungsdurchgänge.

Ein Hygiene-Detail: Der Staubbehälter des Roboters verschließt bei der Entnahme nicht automatisch, und am Roboter bleiben nach der Entleerung sichtbare Staubrückstände an der hinteren Abdeckung zurück. Wer den Behälter manuell leert, kommt mit Staub in Berührung. Ein HEPA-Filter sorgt zumindest dafür, dass die Abluft sauber bleibt.
Lautstärke
Im Standardmodus arbeitet der L50s Pro Ultra mit gemessenen 54 Dezibel angenehm leise – der Betrieb stört im Alltag kaum. Auf maximaler Stufe steigt der Pegel auf 62,4 Dezibel, was hörbar ist, aber nicht unangenehm wird. Für einen Roboter mit 30.000 Pascal Saugleistung ist das ein moderates Niveau. Unangenehme Gerüche stellen wir weder am Roboter noch an der Station fest.
Fazit
Der Dreame L50s Pro Ultra liefert dort am überzeugendsten, wo es im Alltag am meisten zählt: auf Hartboden. 96 Prozent Schmutzaufnahme, eine hervorragende Haarentfernung, sauberes Wischergebnis bei leichten Verschmutzungen und eine Station, die Mopps, Staubentleerung und Trocknung zuverlässig übernimmt. Die KI-Hinderniserkennung funktioniert im Alltag gut, die Navigation arbeitet effizient, und die App bietet eine Fülle an Einstellmöglichkeiten für alle, die ihren Reinigungsablauf im Detail steuern wollen.
Schwächen zeigen sich auf Teppich, wo die Erkennung nicht immer zuverlässig gelingt und Bereiche ausgelassen werden. Bei hartnäckigen Wischverschmutzungen reicht der Standardmodus nicht aus – hier müssen Nutzerinnen und Nutzer manuell nachsteuern.
Unter dem Strich ist der L50s Pro Ultra ein leistungsstarker Allrounder, der vor allem in Wohnungen mit überwiegend Hartboden seine Stärken voll ausspielt. Wer große Teppichflächen hat, sollte die Einschränkungen bei der Teppicherkennung einkalkulieren.
So testen wir Staubsauger-Roboter
Testergebnisse im Detail
Verarbeitungsqualität (8,5 / 10)
| Robustheit Material | 2 / 2,5 | |
| Spaltmaße | 2,5 / 2,5 | |
| Bauteile sauber miteinander verbunden | 2 / 2,5 | |
| Keine scharfen Kanten | 2 / 2,5 |
Handhabung und Navigation (28 / 30)
| Einrichtung | 3,2 / 4 | |
| App | 3,2 / 4 | |
| Reinigungsstation | 7 / 7 | |
| Tempo bei Navigation | 1,6 / 2 | |
| Kartierung und Navigation | 5 / 5 | |
| Hinderniserkennung | 6 / 6 | |
| Wie nah wird an Hindernisse herangefahren | 2 / 2 |
Reinigungsleistung (40,8 / 50)
| Saugleistung Teppich | 6 / 10 | |
| Saugleistung Hartboden | 10 / 10 | |
| Eckenreinigung | 4,8 / 6 | |
| Kantenreinigung | 2 / 2 | |
| Saugleistung Haare | 2 / 2 | |
| Wischleistung leichte Verschmutzungen | 10 / 10 | |
| Wischleistung hartnäckige Verschmutzungen | 6 / 10 |
Geräusch- und Geruchsentwicklung (4,2 / 5)
| Lautstärke im Normal-Modus | 1,6 / 2 | |
| Lautstärke im Maximal-Modus | 1,6 / 2 | |
| Gerüche | 1 / 1 |
Hygiene (3,5 / 5)
| Beim Entnehmen des Staubbeutels kein Kontakt mit Staub | 1 / 2,5 | |
| HEPA-Filter inklusive | 2,5 / 2,5 |
Wertung
: Dreame L50s Pro Ultra
Pros
- 96 Prozent Schmutzaufnahme auf Hartboden
- Hervorragende Haaraufnahme durch DuoBrush
- Moppreinigung mit 100 Grad Celsius
- Automatische Staubentleerung in Station
- Heißlufttrocknung gegen Geruchsbildung
- Effiziente Laser und KI-Navigation
- Ausfahrbarer Wischmopp für Kanten
Cons
- Teppicherkennung nicht immer zuverlässig
- Standardmodus bei Ketchupflecken unzureichend
- Station braucht viel Stellfläche
- Dünne Tischbeine werden teils verschoben

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