DJI Romo P Staubsauger-Roboter im Test: Kann DJI mehr als nur Drohnen?

Der DJI Romo P ist der erste Staubsauger-Roboter auf dem Markt mit einem transparenten Look. Roboter und Station geben Einblicke ins Innere und wirken dadurch weniger wie unauffällige Haushaltshelfer, sondern wie Technik-Gadgets mit eigenständigem Charakter. Spannend ist das Modell aber nicht nur optisch – denn der ROMO P ist DJIs erster Staubsauger-Roboter. Wir verraten euch in unserem Praxistest, ob die unverbindliche Preisempfehlung von 1.899 Euro gerechtfertigt ist.

„DJI Romo P“: Draufsicht von Oben
Der transparente Look wirkt aus unserer Sicht etwas futuristisch. (Foto: Testeiger.de)

Design und Verarbeitung

Der transparente Look ist natürlich Geschmackssache: Uns gefällt er aber sehr, weil er den DJI Romo P von vielen klassischen, geschlossenen Kunststoffmodellen absetzt. Auch die Verarbeitung hinterlässt im Alltag einen guten Eindruck. Der verbaute Kunststoff ist robust, die Bauweise stabil, und nichts deutet auf empfindliche oder nachgiebige Gehäuseteile hin. Bei genauerem Hinsehen sind die Übergänge sauber: Die Spaltmaße sind gleichmäßig und präzise, und die Bauteile sind fest miteinander verbunden. Auch bei größerer Belastung wackelt oder klappert nichts – sehr gut.

Die Abmessungen des Roboters sind mit 35,1 × 35,18 × 9,8 Zentimeter (Tiefe x Breite x Höhe) sehr kompakt. Auffällig ist dabei die geringe Bauhöhe von unter 10 Zentimeter, weil kein Laserturm auf dem Gehäuse sitzt. So kann der DJI auch unter tiefe Möbel fahren. Die Station fällt naturgemäß größer aus und misst 42,5 × 45,3 × 44,0 Zentimeter (Tiefe x Breite x Höhe). Sie bleibt damit aber noch in einem Rahmen, der sich in vielen Haushalten platzieren lässt, sofern eine geeignete Ecke mit Steckdose verfügbar ist.

Handhabung und Navigation

„DJI Romo P“: Karten- und Reinigungsansicht in der App
Die App des DJI Romo P bietet eine übersichtliche Kartenansicht der Wohnung und ermöglicht eine gezielte Steuerung einzelner Räume sowie die Auswahl verschiedener Reinigungsmodi. (Foto: Testsieger.de)

Die Einrichtung ist sehr leicht. Innerhalb weniger Minuten funktioniert alles. Die Einrichtung mit der DJI Home-App (kostenlos für iOS und Android) ist selbsterklärend. Das gilt auch für den Alltag. Alle wichtigen Funktionen sind vorhanden: No-Go-Zonen lassen sich frei definieren, Räume lassen sich unterschiedlich reinigen, also beispielsweise nur saugen oder wischen, und Reinigungspläne erlauben eine feste Planung nach Wochentagen und Häufigkeit. Praktisch ist außerdem die Memory-Funktion: Bei niedrigem Akkustand kehrt der Roboter zur Station zurück und setzt anschließend fort, um den verbleibenden Bereich zu reinigen.

Frontansicht des DJI Romo P mit Hybrid Vision System zur Hinderniserkennung und Navigation während der Reinigung.
Dank Hybrid Vision System ist die Hinderniserkennung eine der besten auf dem Markt. (Foto: Testsieger.de)

Die erste Kartierung unserer Wohnung dauert 12 Minuten und ist sehr zügig. In der Kartenbearbeitung gibt es aber Einschränkungen, wenn man einen offenen Wohnbereich hat. Eingezeichnete Hindernisse wie ein Schrank als Raumtrenner erscheinen bei der Bearbeitung der Karte nicht. Dadurch bleibt die saubere Trennung eines großen, offenen Bereichs teilweise Rätselraten, weil die visuelle “Leitplanke” in der Karte fehlt. Das passt dazu, dass das Kartierungsergebnis insgesamt nur mittelmäßig ausfällt: Grundsätzlich lässt es sich nutzen, einzelne Räume oder Flächen wirken aber ungenau, sodass Nacharbeit nötig ist.

DJI Romo P
UVP1.899 Euro
HighlightsAusfahrbare Seitenbürste und Wischpad
Lautstärke Standard52 Dezibel
Bauhöhe9,8 Zentimeter
Heißwasserreinigung der WischpadsJa
Die Stärke des DJI liegt in der Navigation. Der Roboter fährt sehr schnell, nutzt klare Routen, wirkt planvoll und produziert kaum Leerlauf. Auch niedrige Möbel sind kein Problem. Die Hinderniserkennung funktioniert im Test sehr zuverlässig. Den ausgelegten Objekten weicht der Roboter sicher aus, hat kaum Kontakt und fährt sich nicht fest. Gleichzeitig reinigt er sehr nah an Hindernissen entlang, etwa an Stuhlbeinen und Wänden, ohne hart zu rammen.

Kritik gibt es an 2 Punkten: In kleineren Bereichen, etwa im Bad oder Schlafzimmer, bleiben gelegentlich Zonen ungereinigt. Zusätzlich erkennt der Roboter im Schlafzimmer eine Engstelle als Hindernis und fährt nicht hindurch, obwohl die Passage grundsätzlich breit genug ist.

Reinigungsleistung

Die Reinigungsstation arbeitet im Alltag sehr zuverlässig. Das Einparken gelingt reibungslos, und die Prozesse rund um Absaugung und Wischpadpflege laufen stabil. Funktionsseitig deckt die Station ein breites Spektrum ab: Sie kann den Staubbehälter entleeren, Wischpads mit heißem Wasser reinigen und sie mit heißer Luft föhnen. Zusätzlich kann die Station Reinigungsmittel dem Wischwasser beimischen.

„DJI Romo P“: Innenraum der Station mit Reinigungsmitteltanks
Die Station kann Reinigungsmittel automatisch beimischen und unterstützt damit eine gründliche und komfortable Nassreinigung im Alltag. (Foto: Testsieger.de)

Beim Saugen bietet der Romo eine sehr starke Grundleistung. Auf Hartböden nimmt er 98 Prozent des Schmutzes auf. Sehr positiv fällt auch die Kantenreinigung aus. Durch die ausfahrbare Seitenbürste entfernt der Roboter 5 von 5 der ausgelegten Haferflocken – sehr gut. Auch die Eckenreinigung liefert ein überzeugendes Resultat. Hier entfernt er alle Haferflocken. Auf Teppich ist die Leistung schwächer: Es bleiben deutliche Schmutzrückstände zurück. Er entfernt nur 75 Prozent unseres Testgemisches.

„DJI Romo P“: Teppich nach dem Reinigungsvorgang
Nach dem Saugdurchgang bleiben auf dem Teppich sichtbare Rückstände zurück. (Foto: Testsieger.de)

Positiv ist auch die Wischleistung: Leichter Schmutz wie nasse Kaffee- und Teeflecken verschwinden sehr gründlich, das Ergebnis ist sehr sauber. Rückstände und Schlieren sind nicht sichtbar. Etwas schwächer fällt das Bild bei angetrockneten Ketchupflecken aus: Zwar entfernt der Roboter vieles, dennoch bleiben leichte Reste oder Schlieren sichtbar. Ein gutes, aber kein sehr gutes Ergebnis für einen Staubsauger-Roboter. Beim Umgang mit Haaren arbeitet das System insgesamt gut. Nur vereinzelt verheddern sich Haare.

Geräusch- und Geruchsentwicklung

Die gemessene Lautstärke beim Saugen auf Maximal-Stufe liegt bei 60 Dezibel. Für die Standard-Stufe sind es 52 Dezibel, sodass hier keine erhebliche Belastung entsteht. Viele Konkurrenzmodelle arbeiten deutlich lauter.

Im Alltag können wir keine unangenehmen Gerüche feststellen. Das System arbeitet praktisch geruchsneutral, und selbst beim Entleeren bleibt kaum etwas wahrnehmbar.

Hygiene

Aus Hygienesicht punktet der DJI Romo P mit zwei Merkmalen: Der Staubbehälter verschließt bei der Entnahme automatisch, und es kommt ein Hocheffizienz-Partikelluft-Filter zum Einsatz, der als HEPA-Filter ausgewiesen ist. Beides reduziert Kontakt mit Staub und feinen Partikeln und unterstützt eine saubere Handhabung, insbesondere für Haushalte, die Wert auf eine möglichst staubarme Entleerung legen.

„DJI Romo P“: Staubbeutel in der Reinigungsstation
Beim Herausnehmen aus der Reinigungsstation verschließt sich der Staubbeutel automatisch, sodass kaum Staub entweicht und der Kontakt mit Schmutz auf ein Minimum reduziert wird. (Foto: Testsieger.de)

Zusätzlich zahlt die Station indirekt auf die Hygiene ein, weil sie nicht nur entleert, sondern auch Wischpads reinigt und trocknet, sogar mit heißer Luft. In der Praxis zeigt sich das Ergebnis an den gereinigten Wischpads: Sie wirken nach dem Stationsdurchlauf sauber, geruchsneutral und ohne erkennbaren Schmutz. Damit reduziert sich das Risiko, dass feuchte Pads über längere Zeit Gerüche annehmen oder Schmutzreste verteilen.

Fazit

Verarbeitung und Material wirken hochwertig, die Einrichtung gelingt schnell, und die Navigation arbeitet meist effizient und planvoll. Besonders stark fallen Hinderniserkennung, kontrolliertes Reinigen nahe an Kanten sowie die sehr zuverlässige Reinigungsstation aus. Gleichzeitig zeigt die Kartierung Schwächen in der Genauigkeit, und im Alltag bleiben vereinzelt Bereiche ungereinigt oder Engstellen unbefahren. Auch auf Teppich bleibt sichtbar Schmutz zurück. Insgesamt ist der DJI Romo P ein sehr gelungener erster Staubsauger-Roboter des Herstellers. Wer die hohe UVP von knapp 1.900 Euro nicht scheut, bekommt ein sehr gutes Produkt.

So testen wir Staubsauger-Roboter

Testergebnisse im Detail

Verarbeitungsqualität (10 / 10)

Robustheit Material
 
2,5 / 2,5
Spaltmasse
 
2,5 / 2,5
Bauteile sauber miteinander verbunden
 
2,5 / 2,5
Keine scharfen Kanten
 
2,5 / 2,5

Handhabung und Navigation (28 / 30)

Einrichtung
 
4 / 4
App
 
4 / 4
Reinigungsstation
 
7 / 7
Tempo bei Navigation
 
2 / 2
Kartierung und Navigation
 
3 / 5
Hinderniserkennung
 
6 / 6
Wie nah wird an Hindernisse herangefahren
 
2 / 2

Reinigungsleistung (44,5 / 50)

Saugleistung Teppich
 
7,5 / 10
Saugleistung Hartboden
 
10 / 10
Eckenreinigung
 
6 / 6
Kantenreinigung
 
2 / 2
Saugleistung Haare
 
1 / 2
Wischleistung leichte Verschmutzungen
 
10 / 10
Wischleistung hartnäckige Verschmutzungen
 
8 / 10

Geräusch- und Geruchsentwicklung (5 / 5)

Lautstärke im Normal-Modus
 
2 / 2
Lautstärke im Maximal-Modus
 
2 / 2
Gerüche
 
1 / 1

Hygiene (5 / 5)

Beim Entnehmen des Staubbeutels kein Kontakt mit Staub
 
2,5 / 2,5
HEPA-Filter inklusive
 
2,5 / 2,5

Wertung

: DJI Romo P

DJI Romo P
  1. Verarbeitungsqualität
    1,0
    • Handhabung und Navigation
      1,4
      • Reinigungsleistung
        1,6
        • Geräusch- und Geruchsentwicklung
          1,0
          • Hygiene
            1,0

            Pros

            • Sehr schnelle Navigation
            • Hervorragende Hartbodenreinigung
            • Sehr gute Kantenreinigung
            • Leise im Betrieb
            • Wischleistung auch bei harten Verschmutzungen überzeugend
            • Staubbeutel verschließt sich bei Entnahme automatisch

            Cons

            • Kleine Bereiche teils ausgelassen
            • Hoher Preis
            • Ungenaue Kartierung

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