Die Luftqualität bestimmt unseren Alltag maßgeblich. Doch häufig fühlen wir nur, dass etwas nicht stimmt, können es aber nicht genau deuten. Genau hier setzt air-Q mit seinen Profi-Luftqualitätsmessgeräten an: Sie sollen nicht nur ein Gefühl bestätigen, sondern Zusammenhänge sichtbar machen, Veränderungen nachvollziehbar darstellen und daraus klare Signale ableiten. Die spannende Frage für diesen Test lautet deshalb: Liefert der air-Q science im täglichen Einsatz wirklich die Transparenz, die man sich von einem umfassenden Luftanalysator verspricht?

Inhalt
Design und Verarbeitung
Der air-Q science wirkt optisch ansprechend und setzt auf eine runde Bauweise. Im Alltag fallen besonders die 2 LED-Leisten auf, die standardmäßig den Leistungs- und Gesundheitsindex visualisieren. Wem die Lichter zu auffällig sind, der kann sie in der zugehörigen App auch dimmen oder vollständig deaktivieren.
Mit Abmessungen von 13,5 Zentimeter in der Breite, 4,9 Zentimeter in der Tiefe und 11,80 Zentimeter in der Höhe ist das Gerät zwar nicht kompakt, angesichts der vielen Sensoren und der komplexen Technik im Inneren sind die Maße aber voll in Ordnung. Mit einem Gewicht von 0,4 Kilogramm bleibt das Gerät angenehm leicht.
Das Gehäuse besteht aus Kunststoff, der einen wertigen Eindruck vermittelt und sich nicht eindrücken lässt. Trotzdem vermuten wir, dass ein heftiger Sturz die Sensoren im Inneren beschädigen könnte. Im Zweifel sollten es Nutzerinnen und Nutzer nicht darauf ankommen lassen. Die Verbindung von Vorder- und Hinterteil des Gehäuses könnte außerdem etwas sauberer ausfallen, auch wenn das in der Praxis kaum auffällt und den Gesamteindruck nicht spürbar drückt.

Montage und Einrichtung
Der air-Q science steht frei. Einen Standfuß oder die Möglichkeit zur Wandmontage gibt es nicht. Auf der unteren Auflagefläche steht das Gerät zwar recht sicher, im Test kippt es aber um, wenn wir etwas fester dagegenstoßen. Das macht die Wahl des Stellplatzes wichtiger, etwa auf einem stabilen Möbelstück mit ausreichend Abstand zur Kante.
Zum Start verbinden wir das Gerät mit Strom. Im Lieferumfang liegen erfreulicherweise ein Netzteil mit Euro-Stecker sowie ein 3 Meter langes Kabel bei. Das Kabel bietet spürbar Flexibilität bei der Platzierung. Die Verbindung zum Gerät erfolgt über eine USB-TypC-Buchse in einer Ausparung auf der Unterseite. Ein integrierter Akku fehlt, wodurch die mobile Nutzung eingeschränkt bleibt: Das Gerät hängt im Alltag dauerhaft am Strom.

Der Energieverbrauch bleibt dabei niedrig. Der Hersteller nennt im Dauerbetrieb 1 bis 2 Watt. Im Test messen wir bei mittlerer LED-Leuchtkraft nach 12 Stunden 0,01 Kilowattstunden.
Für die Bedienung und die Einsicht in Messwerte braucht es die kostenlose air-Q-App für iOS oder Android. Die Einrichtung klappt dabei problemlos: Der air-Q baut zunächst ein eigenes drahtloses Netzwerk auf, anschließend geben wir die Zugangsdaten für das Heimnetz ein.
Sehr gut gefällt uns das Kontomodell: Ein Nutzerkonto ist nicht zwingend erforderlich. Wer die Cloud-Funktionen, Auswertungen von Messdaten oder die Bedienung aus der Ferne nutzen möchte, registriert sich kostenlos. Zusätzlich existiert ein Premium-Programm, dessen Preise es laut Hersteller nur auf Anfrage gibt. Der Hersteller betont außerdem, dass keine Internetpflicht besteht und wichtige Funktionen auch offline laufen. Bei optional aktivierter Cloud speichert der Anbieter Messdaten auf eigenen Servern in Deutschland zwischen.

Bedienung und Handhabung
Die air-Q-App ist modern und übersichtlich. Nach kurzer Einarbeitung finden wir uns schnell zurecht. Auf dem Dashboard erscheinen die verbundenen Geräte sowie Gesundheits- und Leistungsindex als Prozentwerte. Diese Indizes sind berechnete Zustandswerte, die verschiedene Messgrößen zusammenführen und damit eine schnelle Gesamteinschätzung ermöglichen. In der Praxis zeigt die Oberfläche außerdem per Warnsymbol, welche Messwerte die Indizes beeinträchtigen. Tippen wir in die Detailansicht, lassen sich einzelne Werte, Verläufe und Diagramme nachvollziehen.
Der air-Q science kommt standardmäßig mit 14 Sensoren. Dazu zählen Sauerstoff, Kohlendioxid, Kohlenmonoxid, Feinstaub in den Klassen PM1, PM2,5 und PM10, Formaldehyd (spezifisch), Stickstoffdioxid, Ozon, flüchtige organische Verbindungen, Temperatur, relative Luftfeuchte, Luftdruck und Lärm. Einige dieser Messgrößen sind im Alltag weniger geläufig: Feinstaub beschreibt Partikel unterschiedlicher Größenklassen, die je nach Durchmesser unterschiedlich tief in die Atemwege gelangen können; Formaldehyd gilt als typischer Vertreter bestimmter Ausgasungen; flüchtige organische Verbindungen fassen eine Gruppe gasförmiger Stoffe zusammen, zu der unter anderem Formaldehyd, Methan und Toluol zählen. Zusätzlich berechnet das System virtuelle Sensoren wie absolute Luftfeuchte und Taupunkt und erstellt Indizes wie Virenfrei-Index und Schimmelfrei-Index, die als berechnete Orientierungswerte in der Anwendung erscheinen.

Beim Kauf lässt sich der air-Q science außerdem mit Zusatzsensoren konfigurieren. Zur Auswahl stehen unter anderem Wasserstoff, Propan, Chlor, Distickstoffmonoxid, ein industrieller Sensor für flüchtige organische Verbindungen auf Basis der Photoionisationsdetektion, Ammoniak, Schwefelwasserstoff, Methan, Schwefeldioxid, Methylmercaptan beziehungsweise Methanthiol sowie ein Lichtsensor. Preislich reicht das von 60 Euro für Schwefelwasserstoff oder Schwefeldioxid bis 1.520 Euro für den industriellen Sensor. Die Basisversion liegt bei 879 Euro. Die Erweiterungen können das System also stark spezialisieren, treiben die sowieso schon hohen Kosten aber deutlich nach oben.
In den Einstellungen zeigt sich eine große Funktionsbreite. Wir aktivieren zum Beispiel einen Nachtmodus, der die Leuchtkraft reduziert. Zudem lässt sich konfigurieren, welche Indizes die LED-Leisten anzeigen, etwa den Virenfrei-Index oder ein Kohlendioxid-bezogener Index. Benachrichtigungen lassen sich als Push-Nachrichten einrichten, etwa bei überschrittenen Grenzwerten; zusätzlich sind akustische Hinweise am Gerät möglich.
Zudem bietet air-Q verschiedene Smart-Home-Funktionen, zum Beispiel für automatische Fensteröffnung, die Steuerung von Luftreinigern oder das An- und Ausschalten von Heizungen. Außerdem nennt der Hersteller smarte Alarme wie Feueralarm, Gasalarm, Zigarettenrauch-Alarm, Zutrittsalarm und Offline-Alarm.

Praxisergebnisse
| air-Q science | |
|---|---|
| Abmessungen | 13,5 cm Breite, 4,9 cm Tiefe, 11,8 cm Höhe |
| Sensoren standardmäßig | 14 Sensoren: Sauerstoff, Kohlendioxid, Kohlenmonoxid, Feinstaub PM1 PM2,5 PM10, Formaldehyd, Stickstoffdioxid, Ozon, flüchtige organische Verbindungen, Temperatur, relative Luftfeuchte, Luftdruck, Lärm |
| Gewicht | 0,4 kg |
| UVP | 879,00 € |
Ein klares Beispiel liefert das Lüften an einem kalten Wintertag mit minus 5 Grad Außentemperatur. Sobald das Fenster öffnet, sinkt der Kohlendioxidwert sofort, und auch die Temperatur passt sich entsprechend an. Im Küchenalltag zeigt sich ein ähnliches Muster: Beim Kochen steigt die Luftfeuchtigkeit sofort an, gleichzeitig erhöht sich der Feinstaubwert. Das Gerät eignet sich dadurch gut, um Ursache und Wirkung zeitlich nahe beieinander zu beobachten, statt nur Momentaufnahmen zu sehen.
Einen weiteren Praxisimpuls liefert der Test mit einem Räucherstäbchen in einer nahezu verschlossenen Box. Weil das Kabel dauerhaft angeschlossen bleibt, schließt die Box nicht vollständig. Trotzdem reagiert der Sensor: Der Kohlenmonoxidwert geht sofort nach oben. Insgesamt machen die Messwerte auf uns einen sehr guten Eindruck.
Fazit
Im Alltag liefert der air-Q science eine sehr transparente Sicht auf Raumklima und Luftbestandteile, weil die Sensoren schnell auf Veränderungen reagieren und diese in der Anwendung klar nachvollziehbar sind. Besonders stark ist die Kombination aus übersichtlicher Oberfläche, detaillierten Einzelwerten und Indizes, die Auffälligkeiten sofort sichtbar machen.
Gleichzeitig bleiben Grenzen: Ohne Akku hängt das Gerät dauerhaft am Strom, und die freie Aufstellung verlangt einen sicheren Standort, weil ein kräftiger Stoß zum Umkippen führen kann. Wer den großen Sensorumfang gezielt nutzt, erhält ein leistungsfähiges Analysewerkzeug. Die optionalen Zusatzsensoren erweitern das Spektrum deutlich, treiben die Kosten aber schnell nach oben. Insgesamt passt das Gerät besonders zu datenorientierten Haushalten, Smart-Home-Setups, Unternehmen und Analyseanwendungen.
So testen wir Luftqualitätsmessgeräte
Testergebnisse im Detail
Verarbeitung (8 / 10)
| Design/Anmutung | 2,5 / 2,5 | |
| Robustheit Material | 1,5 / 2,5 | |
| Bauteile/Spaltmaße | 2 / 2,5 | |
| Kanten/Verarbeitungsqualität | 2 / 2,5 |
Montage (4 / 5)
| Aufstellung/Inbetriebnahme | 2,5 / 2,5 | |
| Anschluss/Kabelmanagement/Standfestigkeit | 1,5 / 2,5 |
Bedienung (5 / 5)
| Anleitung/Ersteinrichtung | 2 / 2 | |
| Bedienoberfläche | 1,5 / 1,5 | |
| Bedienkomfort | 1,5 / 1,5 |
Ausstattung (10 / 10)
| Funktionen | 4 / 4 | |
| Zusatzfunktionen | 3 / 3 | |
| Zubehör | 3 / 3 |
Betrieb (65 / 70)
| Messqualität | 23 / 25 | |
| Betriebsgeräusch/Akustische Signale | 5 / 5 | |
| Stromkonzept/Flexibilität | 2 / 5 | |
| Statusanzeigen/Information | 10 / 10 | |
| Reaktionszeit/Sensoransprechverhalten | 25 / 25 |

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