Wavytalk Power Wave im Test: Wie gut gelingen Beach Waves?
Das Wavytalk Power Wave soll mit fest verbauten V-förmigen Heizplatten gleichmäßige Beach Waves mit möglichst wenig Aufwand erzeugen. Wavytalk wirbt unter anderem mit acht Temperaturstufen, einem Styling-Timer, Ionen-Technik und einem belüfteten Heizdesign. Wie gut das Welleneisen im Alltag arbeitet und wo seine Grenzen liegen, klärt unser Praxistest.
Wavytalk Power Wave Welleneisen35 mm, Ionen-Keramik mit Anti-Verbrennungsschutz und intelligentem Styling-Timer für Beach Waves
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Design und Verarbeitung
Das Power Wave misst 28,8 × 6,3 × 5,8 Zentimeter und zeigt auf unserer Waage knapp 500 Gramm. Das Gehäuse besteht vollständig aus Kunststoff.
Optisch wirkt das Gerät aufgeräumt und modern: klare Linien, sauber gesetzte Fugen und ein Aufbau ohne Grate oder scharfe Kanten. Nichts knarzt, nichts wackelt, die Übergänge zwischen Gehäuse und Heizflügeln sind tadellos gearbeitet. Der Kunststoff wirkt zwar nicht edel, aber stabil und solide gefügt. Insgesamt hinterlässt die Verarbeitung einen sehr guten Eindruck.
Ausstattung
Die beiden Heizflügel tragen eine Keramikbeschichtung. Die Platten gibt Wavytalk mit 35 Millimetern in V-Form an, wechseln lassen sie sich nicht. Die Temperatur regelt das Power Wave in 8 Stufen von 140 bis 210 Grad Celsius. Ergänzt wird das um einen Timer mit 4 Stufen, der nach 4, 6, 8 oder 10 Sekunden piepst und so die Einwirkzeit pro Strähne vorgibt.
Auf der Ausstattungsliste stehen außerdem ein Ionengenerator gegen Frizz und statische Aufladung, eine Schnellaufheizung, eine Memory-Funktion für die zuletzt gewählte Einstellung, eine Abschaltautomatik, eine Tastensperre für den Transport, ein um 360 Grad drehbares Kabelgelenk sowie ein Belüftungssystem. Im Karton liegen neben dem Welleneisen 2 Haarklammern und die Bedienungsanleitung.
Bedienung und Handhabung
Das Bedienkonzept ist schnell erklärt. Eine Sperrtaste gibt das Gerät frei, darunter liegen 4 physische Tasten: An und Aus, der Timer und ein Tastenpaar für die Temperatur. Touchflächen gibt es keine, was dem Welleneisen guttut: Jede Eingabe wird zuverlässig erkannt.
Das Display fällt klein aus, bleibt aber übersichtlich und zeigt Temperatur und Zeit nebeneinander an. Beides ist gut ablesbar, die passende Einstellung ist in wenigen Sekunden gefunden. Kabel und Drehgelenk lassen genug Bewegungsfreiheit am Kopf, ein Verheddern erleben wir im Test nicht. Auf der höchsten Stufe ist das Gerät nach 1,5 Minuten einsatzbereit.
Eine Strähne kommt zwischen die beiden beheizten Keramikflächen, das Gerät wird zugedrückt, und nach dem Piepton geht es zur nächsten Partie. Das klingt einfacher, als es zu Beginn tatsächlich ist. Der Spalt zwischen den Flügeln ist eng, die Strähne liegt nicht auf Anhieb dort, wo sie soll, und rutscht gelegentlich seitlich heraus. Nach einigen Durchgängen sitzt der Handgriff, für die ersten Versuche sollte man aber etwas Zeit einplanen. Die Keramikbeschichtung gleitet dabei sehr gut; das Haar bleibt nirgends hängen und zieht nicht.
Schwächer schneidet das Welleneisen bei der Handlichkeit ab. 500 Gramm sind bei längerer Anwendung mit angehobenem Arm deutlich spürbar. Dazu kommt eine Griffoberfläche, die zwar exakt gefertigt ist, aber kaum Struktur bietet. Gerade wenn die Hände beim Styling warm werden, fehlt dadurch etwas Halt. Je länger das Haar, desto mehr Durchgänge sind nötig: Dann macht sich das hohe Gewicht noch stärker bemerkbar.
Sicherheit und Hitzeentwicklung
Der Griff bleibt im Betrieb angenehm kühl. Die äußeren Kunststoffflächen der beiden Heizflügel dagegen werden während des Stylings deutlich heiß; lediglich an den Spitzen sitzt je eine kleine, speziell beschichtete Fläche, die kühl genug zum Anfassen ist. Wer das Gerät für schwierige Partien am Hinterkopf umgreifen möchte, findet dafür kaum eine sichere Stelle.
Hinzu kommt heiße Luft, die während des Betriebs aus je 3 Lüftungsöffnungen an den Seiten und aus dem Spalt an der Spitze austritt – genau dort, wo die Finger beim Umgreifen liegen würden. Das Belüftungssystem soll laut Hersteller die Hitzebelastung des Haars reduzieren; für die Handhabung bringt es jedoch einen Nachteil mit sich. Die Oberseite wird zu heiß, um sie über mehrere Strähnen hinweg sicher festzuhalten.
Auch nach dem Ausschalten braucht man mit dem Power Wave Geduld: Bis die Außenseiten der Heizflügel wieder anfassbar sind, vergehen im Test bis zu 10 Minuten.
Praxistest: das Styling-Ergebnis
Das Stylingergebnis gefällt uns. Die Wellen fallen über die gesamte Länge einheitlich aus, Nacharbeit an einzelnen Partien ist nicht nötig, und auch zwischen mehreren Durchgängen schwanken die Ergebnisse nicht. Das ist die klare Stärke des Power Wave: Das Ergebnis ist reproduzierbar und gleichmäßig.
Die größte Einschränkung ist die geringe Vielseitigkeit. Das Power Wave beherrscht genau einen Look: Beach Waves in genau einer Größe. Enge Locken, große Locken, unterschiedliche Wellenbreiten: All das ist mit den fest verbauten Platten schlicht nicht machbar. Wer Abwechslung im Styling sucht, ist mit einem Multistyler oder einem klassischen Lockenstab besser bedient.
Haltbarkeit der Wellen
Nach dem Styling halten die Wellen gut. 2 Stunden später sitzt die Form noch fest. Bis zum Abend fällt das Ergebnis erwartungsgemäß etwas ab, bleibt aber ordentlich. Die Wellen sind dann weicher, aber weiterhin klar erkennbar. Für einen Arbeitstag oder einen Abend reicht die Standfestigkeit aus.
Geräuschentwicklung
Das Power Wave arbeitet abgesehen vom Signalton praktisch lautlos. Im Betrieb fällt das Gerät nicht auf.
Reinigung und Pflege
Der Pflegeaufwand hält sich in Grenzen. Auf den glatten Keramikflächen setzen sich kaum Rückstände fest, ein Wisch mit einem trockenen Tuch am abgekühlten Gerät genügt. Filter, Aufsätze oder schwer zugängliche Ecken, in denen sich Haare sammeln könnten, gibt es nicht.
Fazit
Das Wavytalk Power Wave liefert gleichmäßige Beach Waves, ist sauber verarbeitet und unkompliziert zu bedienen. Die feine Temperaturregelung und die kurze Aufheizzeit gefallen uns ebenfalls. Weniger überzeugen das hohe Gewicht, die heißen Außenflächen und die starre Bauform mit nur einer Wellenbreite. Für vielseitiges Styling sind Multistyler oder klassische Lockenstäbe die flexiblere Wahl.
- +Gleichmäßige Beach Waves
- +Sehr saubere Verarbeitung
- +Acht Temperaturstufen
- +Vierstufiger Styling-Timer
- +Kurze Aufheizzeit
- +Zuverlässige physische Tasten
- +Gut ablesbares Display
- +Keramikflächen gleiten sehr gut
- +Gute Wellenhaltbarkeit
- +Praktisch lautloser Betrieb
- +Einfache Reinigung
- –Hohes Gewicht
- –Kaum griffige Oberfläche
- –Enger Styling-Spalt
- –Strähnen rutschen seitlich heraus
- –Heiße Außenflächen
- –Heiße Luft beim Umgreifen
- –Nur eine Wellenbreite
- –Lange Abkühlzeit