Wavytalk Cool Curl Pencil im Test: Wie gut ist der Kaltluft-Styler für kurze Haare?
Wavytalk verspricht für den Cool Curl Pencil einiges auf einmal. Kaltluft soll die Hitzebelastung senken und die Locke gleich beim Styling fixieren, damit sie länger hält. Dazu soll ein einziger schmaler Stab locken und glätten können, und zwar ausgerechnet an kurzen Haaren und am Pony, für die es sonst kaum passende Geräte gibt. Ob das bei einem Preis von unter 60 Euro im Alltag aufgeht, klärt unser Praxistest.
Wavytalk Cool Curl Pencil
Design und Verarbeitung
An der Verarbeitung selbst finden wir nichts auszusetzen: Die Übergänge sind sauber gearbeitet, wir ertasten weder Grate noch scharfe Kanten, und nichts knarzt oder wackelt in der Hand. Die Materialqualität könnte aber besser sein. Der verbaute Kunststoff wirkt nicht sehr wertig.
Ausstattung und Technik
Der Pencil kommt mit Temperaturstufen, die von 140 bis 220 Grad Celsius reichen. Für feines oder strapaziertes Haar empfiehlt der Hersteller die beiden unteren Stufen. Für normales und kräftiges Haar kann man zwischen 200 und 220 Grad Celsius wählen.
Das Alleinstellungsmerkmal ist die Kaltluft: 104 Öffnungen rund um den Stab blasen während des Stylings kühle Luft auf das Haar. Per Taste lässt sich die Funktion zu- und abschalten. Eine Ionenfunktion bietet das Gerät dagegen nicht.
Preis, Lieferumfang und Garantie
Zum Testzeitpunkt kostet der Styler knapp 54 Euro. Im Karton liegen neben dem Styler ein hitzebeständiger Handschuh und eine kurze Anleitung. Wechselaufsätze sind nicht vorgesehen. Auf das Gerät gewährt Wavytalk ein Jahr Garantie. Nach einer Produktregistrierung verlängert sich die Frist auf zwei Jahre.
Bedienung und Handhabung
Das geringe Gewicht von nur 270 Gramm ist so verteilt, dass die Hand auch nach mehreren Partien nicht ermüdet. Die Griffzone liegt angenehm in der Hand und rutscht selbst dann nicht weg, wenn wir das Gerät zum Ansatz hin umgreifen.
Das Bedienfeld kommt mit 2 physischen Tasten. Die eine schaltet das Gerät ein und aus, wofür wir sie rund 2 Sekunden gedrückt halten müssen. Die zweite steuert die Kaltluft und schaltet die Temperatur mit jedem Druck eine Stufe weiter. Beide Tasten haben einen klaren Druckpunkt und lassen sich auch mitten im Styling ertasten, ohne dass wir hinsehen müssen. Die gewählte Stufe ist gut ablesbar, und dank der einfachen Bedienlogik finden wir die richtige Einstellung schon im ersten Durchgang.
Das 2 Meter lange Kabel gibt vor dem Spiegel genug Spielraum, auch wenn die Steckdose etwas weiter entfernt liegt.
Anleitung und Einstieg
Die gedruckte Anleitung bleibt an der entscheidenden Stelle vage. Sie erklärt Sicherheitshinweise und Grundlagen, verrät aber nicht, wie sich mit dem schmalen Stab tatsächlich Locken drehen, Partien glätten oder Volumen am Ansatz erzeugen lassen. Gerade bei einer so ungewohnten Bauform ist das ein spürbarer Mangel, denn selbsterklärend ist die Anwendung nicht.
Also schlagen wir online nach. Auf seiner Website führt Wavytalk inzwischen ausführliche Anwendungstipps und Tutorials, unter anderem zum Locken kurzer Haare, zum Ansatzvolumen und zum Glätten von Pony- und Detailpartien. Inhaltlich hilft das weiter, diese Infos hätten wir uns aber schon in der gedruckten Anleitung gewünscht. Wer den Styler verschenkt oder ohne Smartphone loslegen will, steht sonst erst einmal ratlos vor dem Gerät.
Aufheizzeit und Stylingkomfort
Bis der Styler auf der höchsten Stufe einsatzbereit ist, vergehen 2 Minuten. Das ist ein durchschnittlicher Wert, der im Alltag eine kleine Vorlaufzeit bedeutet: Wer morgens schnell den Pony richten will, schaltet das Gerät besser ein, bevor die Zahnbürste zum Einsatz kommt.
Beim Styling selbst gleitet die Keramikfläche gut durchs Haar. Die Strähne läuft ohne Widerstand über die Rundung, nichts zieht und nichts bleibt hängen. Der Komfort bleibt trotzdem mittelmäßig, was an der Bauform liegt: Durch den schmalen Heizbereich lassen sich vor allem kleine Strähnen gut bearbeiten. Für den Pony und einzelne Partien ist das genau richtig, für eine komplette Frisur brauchen wir aber viel Geduld.
Styling-Ergebnis
Die Wärmeverteilung liefert ebenmäßige Ergebnisse, ganz konstant fällt sie aber nicht aus. Einzelne Strähnen kommen weniger definiert aus dem Gerät und brauchen einen zweiten Durchgang. Das ist verschmerzbar, kostet aber zusätzlich Zeit und passt nicht recht zum Anspruch, schnelles Alltagsstyling zu ermöglichen.
Beim Repertoire macht der Styler seine Sache gut. Locken und glatte Partien gelingen uns beide mit demselben Gerät, das 2-in-1-Versprechen löst er damit ein. Wie schonend er arbeitet, lässt sich schwerer beziffern: Mit Hitzeschutz fühlt sich unser Haar nach dem Styling weder strapaziert noch auffällig gepflegt an. Laut Hersteller soll die Kaltluft die Hitzebelastung reduzieren. Einen deutlichen Unterschied im Griffgefühl stellen wir im Test jedoch nicht fest.
Haltbarkeit der Locken
Direkt nach dem Styling sitzen die Locken, wie sie sollen. Nach rund 2 Stunden hängen sie sich in unserem feinen Haar allerdings schon merklich aus, und am Abend ist von der Form nichts mehr übrig. Ohne Fixierung übersteht der Look damit keinen Arbeitstag. Erst mit Haarspray bleibt die Locke stehen, dann allerdings zuverlässig.
Geräuschentwicklung
Mit zugeschalteter Kaltluft messen wir etwa 60 Dezibel, was der Lautstärke eines normalen Gesprächs entspricht. Störend ist das für uns nicht, mit einem stillen Lockenstab lässt sich der Cool Curl Pencil aber auch nicht vergleichen.
Sicherheit
Für Sicherheit sorgt die Abschaltautomatik. Sie greift in unserem Test nach 60 Minuten. Hinzu kommt eine Transportsperre, die sich erst durch Drücken und Schieben löst. Gerade bei der Aufbewahrung in der Schublade oder im Kulturbeutel verhindert die Sperre ein versehentliches Einschalten. Der beiliegende Handschuh nimmt beim Wickeln kurzer Partien die Scheu vor der heißen Fläche – sehr gut.
Reinigung und Pflege
Beim Saubermachen macht es der Cool Curl Pencil einfach. Die glatte Keramikfläche bietet Rückständen von Hitzeschutz oder Haarspray kaum Halt. Ein leicht feuchtes Tuch nach dem Abkühlen genügt. Fugen oder Ritzen, in denen sich Haare sammeln könnten, gibt es praktisch nicht. Weil keine Aufsätze und keine Filter dazugehören, entfällt auch das Zerlegen.
Fazit
Der Wavytalk Cool Curl Pencil ist sauber verarbeitet und liegt leicht und griffig in der Hand. Die Keramikfläche gleitet ohne Ziepen durchs Haar, die Reinigung erledigt ein feuchtes Tuch. Locken wie glatte Partien gelingen tatsächlich mit einem einzigen Gerät. Schwächen leistet er sich bei der Haltbarkeit, denn in feinem Haar hängen sich die Locken schon nach rund 2 Stunden aus und sind am Abend verschwunden. Auch die Anleitung könnte deutlich ausführlicher sein.
Gemessen am aufgerufenen Preis von unter 60 Euro geht das Gebotene aber in Ordnung. Wer kurze Haare, Pony oder einzelne Partien gezielt stylen will und den Look ohnehin mit Haarspray fixiert, bekommt ein leichtes, unkompliziertes Gerät für den Alltag – wer eine lange Mähne in wenigen Durchgängen locken oder auf Fixierspray verzichten möchte, schaut sich besser nach einem Stab mit größerem Durchmesser um.
- +Saubere Verarbeitung
- +Sehr griffige Handhabung
- +Geringes Gewicht
- +Einfache Bedienlogik
- +Gut ablesbare Temperaturstufen
- +Locken und Glätten möglich
- +Keramikfläche gleitet ohne Ziepen
- +Abschaltautomatik und Transportsperre
- +Sehr einfache Reinigung
- +Hitzeschutzhandschuh inklusive
- –Kunststoff wirkt wenig wertig
- –Anleitung zu oberflächlich
- –Aufheizen dauert zwei Minuten
- –Komplette Frisuren brauchen Geduld
- –Lockenhalt ohne Spray schwach
- –Wärmeverteilung nicht ganz konstant
- –Kaltluft deutlich hörbar
- –Keine Ionenfunktion