Princess 249422 Espressomaschine im Test: Wie gut gelingt der Spagat aus Siebträger und Milchautomatik?
Ein Siebträger verlangt Handarbeit, ein Milchautomat nimmt sie ab: Die Princess 249422 will beides zugleich sein. Die 1994 im niederländischen Breda gegründete Marke Princess kombiniert hier einen klassischen Siebträger mit einem angeschlossenen Milchtank, der Cappuccino und Latte auf Tastendruck in die Tasse bringt. Solche Mischformen versprechen den Geschmack einer Siebträgermaschine und zugleich den Komfort eines Milchautomaten, doch geht dieser Spagat auch im Küchenalltag auf?
Princess 249422 Espressomaschine0,8 l, für gemahlenen Kaffee, 1400 W, schwarz
Princess 249422
Design und Verarbeitung
Das Gehäuse der 249422 misst 11,5 × 31 × 27 Zentimeter in Breite, Tiefe und Höhe. Mit einer Gehäusebreite von nur 11,5 Zentimetern findet die Maschine auch in engen Küchenzeilen Platz. In der Tiefe benötigt sie mit eingesetztem Siebträger allerdings entsprechend mehr Raum. Der Wassertank fasst 0,8 Liter, lässt sich nach hinten entnehmen und besitzt einen Scharnierdeckel, der beim Befüllen am Behälter bleibt. Dieses kleine Detail fällt im Alltag positiv auf. Für den Bezug arbeitet eine 20-Bar-Pumpe. Die unverbindliche Preisempfehlung beträgt 139,99 Euro.
Beim Anfassen fällt der zweigeteilte Materialeindruck auf. Siebträgergriff und Filtereinsätze wirken stabil und geben unter Druck nicht nach. Die Bedientasten haben einen sauberen Druckpunkt und bewegen sich gleichmäßig. Der Milchbehälter lässt sich gut greifen und unkompliziert befüllen. Gehäuse und Wassertank bestehen dagegen aus spürbar dünnem Kunststoff. Das gesamte Gerät ist so leicht, dass es beim Bedienen nachgibt.
Aufbau und erste Inbetriebnahme
Vom Öffnen des Kartons bis zur Betriebsbereitschaft vergehen 12 Minuten. Der Ablauf ist kurz: Wir packen das Zubehör aus, prüfen es auf Vollständigkeit, reinigen und befüllen Wasser- und Milchtank, setzen beide Behälter ein, schieben die Abtropfschale ein und spülen die Maschine gemäß Anleitung 2- bis 3-mal ohne Kaffeepulver durch. Werkzeug oder Montagearbeiten sind nicht nötig, und Fehlermeldungen treten nicht auf.
Im Karton liegen die Maschine, 2 Filtereinsätze für 1 und 2 Tassen, der Siebträger, die Tropfschale, der Wassertank mit Deckel und roter Verschlusskappe, der Milchbehälter mit Deckel, ein Dosierlöffel, eine kleine Reinigungsbürste sowie eine mehrsprachige Anleitung. Ein separater Tamper fehlt. Der Dosierlöffel besitzt zwar eine flache Andrückfläche, ist aber weniger handlich als ein vollwertiger Tamper.
Die Anleitung führt durch die Grundschritte, lässt aber auch ein paar Fragen offen. Der Regler am Milchbehälter hat 2 Stellungen, ohne dass die Anleitung deren Wirkung erklärt. Dass sich damit die Schaumstärke einstellen lässt, erschließt sich erst durch Ausprobieren. Auch die richtige Ausrichtung des Milchtanks bleibt zu knapp beschrieben. Die Einsetzrichtung des Siebträgers zeigt das Heft zwar in einer Abbildung und beschreibt den Vorgang kurz, eine gut sichtbare Markierung direkt an der Maschine würde die Ausrichtung jedoch deutlich erleichtern.
Der Siebträger im Alltag
Hier liegt die deutlichste Schwäche der Maschine. Der Filtereinsatz lässt sich erst nach mehreren Anläufen korrekt in den Siebträger einsetzen. Eine sichtbare Markierung fehlt, sodass wir die passende Aussparung ertasten müssen. Ebenso mühsam gestaltet sich das Herausnehmen nach dem Bezug.
Noch hakeliger wird das Eindrehen in die Brühgruppe. Die Maschine ist so leicht, dass sie beim Ansetzen des Siebträgers auf der Arbeitsplatte mitwandert. Wir müssen sie mit der freien Hand festhalten und trotzdem spürbar Kraft aufwenden, bis der Träger sitzt. Auch das Entleeren des Siebträgers bleibt unbequem: Der Kaffeepuck löst sich nach dem Bezug nur widerwillig aus dem Sieb.
Ausstattung und Bedienung
Das Bedienfeld umfasst 3 beleuchtete Getränketasten für Espresso, Cappuccino und Latte sowie eine zusätzliche Doppeltassen-Taste. Die Symbole sind gut lesbar, die Beleuchtung gibt zuverlässig Rückmeldung, und die Anordnung folgt einer nachvollziehbaren Logik. Wer das Gerät zum ersten Mal einschaltet, gelangt auch ohne Anleitung zum ersten Getränk. Etwas Eingewöhnung braucht es dennoch, bis klar ist, wie die einzelnen Getränkeprogramme ablaufen und wann die Doppeltassen-Taste gedrückt werden muss. Für den Doppeltassenmodus drücken wir sie nach der Getränkewahl innerhalb von 3 Sekunden.
Der Funktionsumfang bleibt allerdings überschaubar. Die Getränkemenge lässt sich nicht frei programmieren. Zur Wahl stehen lediglich Einzel- und Doppeltassenmodus; Brühtemperatur und Vorbrühzeit sind ebenfalls fest vorgegeben. Für die Feinabstimmung, die ein Siebträger sonst erlaubt, bleibt damit wenig Spielraum. Positiv fallen 2 Alltagshelfer auf: die separate Milchschaumfunktion und vor allem das automatische Spülprogramm für den Milchweg. Durch längeres Drücken der Latte-Taste gibt die Maschine außerdem Milchschaum ohne anschließenden Kaffeebezug aus.
Espresso und Milchgetränke im Test
Für die 3 bewerteten Bezüge dosieren wir 16 Gramm in den kleinen Filtereinsatz für den reinen Espresso, danach jeweils 18 Gramm für Cappuccino und Latte. Der Espresso läuft in 40 Sekunden durch. Beim Cappuccino sind es 30 Sekunden Kaffeephase und 40 Sekunden Milchphase. Beim Latte mit dem großen Filtereinsatz messen wir 25 Sekunden Kaffeephase und 60 Sekunden Milchphase. Aus dem kalten Zustand ist die Maschine nach 1 Minute und 15 Sekunden bereit. Ab diesem Zeitpunkt ist der Cappuccino nach rund 1 Minute und 10 Sekunden fertig, der Latte nach etwa 1 Minute und 25 Sekunden. Aus kaltem Zustand ergeben sich insgesamt ungefähr 2 Minuten und 25 Sekunden beziehungsweise 2 Minuten und 40 Sekunden. Für ein Frühstück unter Zeitdruck ist das ein starkes Argument.
Geschmacklich liefert die 249422 ein solides, aber nicht ausgefeiltes Ergebnis. Der Espresso schmeckt nussig mit einer leichten Säure. Der Kaffeeanteil der mit dem großen Filtereinsatz zubereiteten Milchgetränke fällt deutlich kräftiger aus. Die Crema ist feinporig.
Das Milchsystem arbeitet automatisch. Die Maschine saugt die kalte Milch auf Tastendruck aus dem Behälter an, erhitzt sie und fördert sie über den Schlauch direkt in die Tasse. Das ist bequem und erspart jede Hantiererei mit einer Lanze. Das Ergebnis ist eine leichte Schaumkrone, die zunächst ausreichend stabil wirkt, aber recht schnell zusammenfällt. Trotzdem insgesamt gerade noch ein gutes Ergebnis. Ein praktischer Hinweis zum Platz unter dem Auslauf: Hohe Kaffeebecher passen nicht sauber darunter. Daher verwenden wir normale Tassen.
Reinigung und Geräusch
Die tägliche Pflege ist die angenehmste Seite der Maschine. Nach Espresso, Cappuccino und Latte benötigen wir 5 Minuten aktive Arbeit, bis alles wieder einsatzbereit ist. Fast jedes Teil lässt sich abnehmen, der dünne Milchschlauch wird mit der beiliegenden Bürste gereinigt, und die Spülfunktion nimmt den größten Teil der Milchpflege ab.
Im Betrieb bleibt die Pumpe unauffällig. Sie arbeitet mit einem gleichmäßigen, leise klopfenden Rhythmus, ohne Pfeifen, Rattern oder Vibrationen, die das Geschirr auf dem Abtropfgitter wandern lassen. Deutlich hörbar ist sie, störend im Alltag jedoch nicht.
Fazit
Die Princess 249422 ist eine ausgesprochen schmale Maschine, die für Espresso und Milchgetränke wenig Platz und wenig Zeit verlangt. In 12 Minuten ist sie eingerichtet und nach gut einer Minute betriebsbereit. Ein Cappuccino ist ab betriebsbereiter Maschine nach rund 1 Minute und 10 Sekunden fertig. Aus kaltem Zustand dauert die Zubereitung etwa 2 Minuten und 25 Sekunden. Die 3 beleuchteten Getränketasten und die zusätzliche Doppeltassen-Taste erklären sich weitgehend von selbst. Die Reinigung ist in 5 Minuten erledigt, und das automatische Spülprogramm für den Milchweg erspart die lästigste Pflegeaufgabe.
Der Espresso gerät nussig mit feiner Crema und über alle Bezüge hinweg gleichmäßig, bleibt geschmacklich aber im Mittelfeld. Der Milchschaum ist anfangs stabil, fällt jedoch schnell zusammen. Zum echten Ärgernis wird der Siebträger: Ohne Markierung ist der Filtereinsatz schwer zu platzieren, das Eindrehen kostet Kraft, und die leichte Maschine muss dabei festgehalten werden. Für 139,99 Euro UVP passt das Gerät für Personen mit knapper Arbeitsfläche, die ihren Milchkaffee schnell und ohne Übung wollen und bei der Feinabstimmung keine Ansprüche stellen.
So testen wir Siebträgermaschinen
- +Sehr schmale Bauform
- +Schnelle Betriebsbereitschaft
- +Schnelle Milchgetränke
- +Intuitive Getränketasten
- +Automatisches Milchsystem
- +Automatisches Spülprogramm
- +Feinporige Crema
- +Gleichmäßige Bezüge
- +Ruhige Pumpe
- +Praktischer Scharnierdeckel
- –Schwergängiger Siebträger
- –Leichtes Kunststoffgehäuse
- –Kein separater Tamper
- –Getränkemenge nicht programmierbar
- –Brühtemperatur nicht einstellbar
- –Milchschaum wenig stabil
- –Hohe Becher passen schlecht