Princess 249421 Espressomaschine im Test
Siebträger gelten als das Handwerkszeug der Espressoliebhaber - mit allem, was dazugehört: dosieren, tampen, einspannen, Milch von Hand aufschäumen. Princess bringt diese Bauart in die Einsteigerklasse und verspricht Espressozubereitung zum deutlich niedrigeren Preis als viele Vollautomaten. Die Frage ist, wie viel Handwerk eine Maschine dieser Klasse überhaupt zulässt. Wir haben die Princess 249421 im Alltag geprüft.
Princess 249421Espressomaschine mit 20-Bar-Pumpe, 0,8 l Wassertank, schwarz
Princess 249421 Espressomaschine
Design und Verarbeitung
Mit 16 × 29 × 27 Zentimetern in Breite, Höhe und Tiefe gehört die 249421 zu den schmalsten Siebträgermaschinen, die uns begegnen. Auf der Waage zeigt sie 3,1 Kilogramm, das Netzkabel misst 70 Zentimeter. Sie findet damit auch auf schmalen Arbeitsflächen und unter Hängeschränken Platz, und der abnehmbare Wassertank mit 0,8 Litern lässt sich befüllen, ohne die Maschine zu verschieben. Princess gibt den maximalen Pumpendruck mit 20 Bar an. Oben befindet sich eine Tassenablage, die sich während des Betriebs leicht mit erwärmt. Zum Testzeitpunkt kostet das Gerät im Handel rund 70 bis 75 Euro.
Beim Anfassen überzeugen vor allem Siebträger und Siebeinsätze: Sie wirken stabil, sitzen präzise und geben unter Druck nicht nach. Das Gehäuse ist sauber verarbeitet, Kanten und Spaltmaße geben keinen Anlass zur Kritik, und die kompakte Form wirkt stimmig statt zusammengespart. Zwei Punkte fallen negativ auf: Der mitgelieferte Tamper besteht aus einfachem Hartplastik und passt nicht zur Anmutung des übrigen Zubehörs, und der Aufsatz für Espressotassen steht weniger fest, als uns lieb ist.
Aufbau und erste Inbetriebnahme
Vom Öffnen des Kartons bis zum Ende des ersten Spülgangs vergehen 16 Minuten. Die Anleitung schreibt einen zweiten Spülgang vor, der weitere 2 Minuten in Anspruch nimmt. Weil der Lieferumfang übersichtlich bleibt, ist das Zubehör schnell zugeordnet; Reinigen und Befüllen des Tanks kosten etwa 5 Minuten. Eine Einstellung der Wasserhärte sieht die Maschine nicht vor, was den Ablauf zusätzlich verkürzt.
Die Anleitung führt klar durch die Schritte, die Erstspülung ist verständlich erklärt. Ein Detail bleibt allerdings unklar: Am Tankablauf sitzt eine rote Verschlusskappe, die vor dem ersten Befüllen entfernt werden muss. Die Anleitung fordert zwar allgemein zum Entfernen von Schutzabdeckungen auf, erwähnt diese Kappe jedoch nicht ausdrücklich.
Für die Espressozubereitung reicht der Lieferumfang aus. Mitgeliefert werden Siebträger, Einzel- und Doppelsieb, ein Sieb für ESE-Pads, ein Dosierlöffel mit integriertem Kunststofftamper, ein Reinigungswerkzeug und der Espressotassen-Aufsatz. Wer Milch aufschäumen möchte, benötigt zusätzlich ein geeignetes Kännchen; auch der einfache Kunststofftamper dürfte ambitionierte Nutzer zum Nachkauf bewegen.
Ausstattung und Bedienung
Das Bedienfeld ist bewusst schlicht gehalten: je eine Taste für 1 und 2 Tassen, eine Taste für den längeren Bezug, den Princess als amerikanischen Stil bezeichnet, sowie eine Dampftaste. Beschriftung und Druckpunkt sind eindeutig, wir bedienen die Grundfunktionen vom ersten Moment an ohne Anleitung und finden auch mit feuchten Händen sicher die richtige Taste. Versteckte Menüs gibt es nicht. Für das Programmieren und Zurücksetzen der Kaffeemengen sowie für den Entkalkungsmodus nutzt die Maschine jedoch langes Drücken beziehungsweise Tastenkombinationen.
Diese Schlichtheit hat ihren Preis. Brühtemperatur und Ablauf der Vorbrühung lassen sich nicht verändern, ein Manometer fehlt. Die Ausgabemenge kann dagegen für alle 3 Kaffeetasten innerhalb vorgegebener Zeitfenster programmiert und gespeichert werden. Die maschinenseitige Feinabstimmung bleibt damit begrenzt; zusätzlich können Nutzer Mahlgrad, Dosis und Tampdruck verändern. Die passiv erwärmte Tassenablage zeigt im Alltag nur eine begrenzte Wirkung und ersetzt das Vorwärmen mit heißem Wasser nicht.
Weitere Funktionen erschließen sich erst über die Anleitung. Innerhalb von 3 Sekunden nach dem Bezug lässt sich derselbe Modus per langem Tastendruck um 5 Sekunden verlängern. Über die Dampfdüse gibt die Maschine außerdem heißes Wasser aus, ein eigener Modus unterstützt beim Entkalken, und nach 30 Minuten ohne Eingabe schaltet sich das Gerät automatisch ab.
Der Siebträger rastet spürbar ein und hält zuverlässig. Weil die Maschine mit 3,1 Kilogramm wenig Eigengewicht mitbringt, halten wir sie beim Einspannen mit der zweiten Hand fest - sonst rutscht sie über die Arbeitsplatte. Das Ausklopfen des Pucks gelingt sauber, Kaffeereste am Rand halten sich in Grenzen.
Espresso im Test
Für die Bewertung ziehen wir 3 Espressi mit unveränderter Einstellung: 13 Gramm, 12,7 Gramm und 13,1 Gramm Kaffee ergeben jeweils 80 Milliliter in 27,1, 26,6 und 27,2 Sekunden. Das liegt fast punktgenau im Zielfenster von 25 bis 30 Sekunden und ist über alle 3 Bezüge hinweg bemerkenswert konstant. Aus dem kalten Zustand ist die Maschine im Schnitt nach 2 Minuten bereit.
Geschmacklich bleibt etwas Luft nach oben. Alle 3 Espressi fallen leicht bitter aus, ohne dass sich zwischen ihnen ein Unterschied zeigt. Die Crema bedeckt die Oberfläche geschlossen und hält sich rund 5 Minuten, wirkt dabei aber grobporiger, als es ein ausgereifter Bezug erwarten lässt. Reproduzierbar arbeitet die 249421 also, an der Feinabstimmung des Ergebnisses fehlt es jedoch. Temperatur und Ablauf der Vorbrühung bleiben fest vorgegeben; über Mahlgrad, Dosis, Tampdruck und die programmierbare Ausgabemenge lässt sich das Ergebnis dennoch beeinflussen.
Die Serviertemperatur fällt hoch und weitgehend konstant aus: 68, 69 und 72 Grad Celsius messen wir in der vorgewärmten Tasse, im Mittel also knapp 70 Grad. Damit erreicht die Maschine in unserem Test über die 3 Bezüge eine weitgehend konstante Serviertemperatur.
Milchschaum und Dampflanze
Den Standardtest führen wir mit 150 Millilitern Vollmilch bei 6,5 Grad Celsius durch. Nach 63 Sekunden erreicht sie 64 Grad Celsius, im Glas messen wir anschließend 61 Grad. Der Schaum fällt feinporig aus und beginnt sich erst nach 3 Minuten sichtbar zu trennen - für einen Cappuccino reicht das ohne Einschränkung.
Die Bedienung der Lanze ist der schwächste Punkt der Maschine. Der Dampf lässt sich nur grob dosieren, und die Lanze ist so kurz, dass ein ausreichend hohes und schmales Milchkännchen nötig wird. Fehlt es, verteilt sich die Milch großflächig auf der Arbeitsplatte. Ein passendes Kännchen liegt nicht bei, muss also mitgekauft werden. Milchreste trocknen an der Lanze rasch an und lassen sich später nur mühsam entfernen. Deshalb müssen wir sie unmittelbar nach dem Aufschäumen abwischen und die Düse kurz ausblasen.
Reinigung, Pflege und Lautstärke
Nach 3 Espressobezügen und einem Milchbezug führen wir alle im Alltag erforderlichen Reinigungsschritte durch. Der Ablauf selbst ist unkompliziert: Siebträger und Abtropfschale lassen sich ohne Werkzeug abnehmen, der Brühkopf ist für die Reinigung gut zugänglich. Versteckte Ritzen oder ein zerlegbares Milchsystem, das Extraarbeit verursacht, gibt es nicht.
Angenehm überrascht die Geräuschkulisse. Beim Bezug messen wir aus 1 Meter Abstand 53 Dezibel (A-bewertet). Damit bleibt die Pumpe leiser als ein normales Gespräch. Ihr Laufgeräusch bleibt gleichmäßig, ohne Rattern oder wanderndes Geschirr auf dem Abtropfgitter. Nur beim Dampfbezug steigt der Pegel auf 71 Dezibel - laut, aber kurz.
Fazit
Die Princess 249421 ist ein kompakter Siebträger, der genau das gut macht, wofür er gebaut wurde. Gehäuse, Siebträger und Siebe sind sauber verarbeitet, und die kompakte Maschine findet auch auf kleinen Arbeitsflächen Platz. Die vollständige Inbetriebnahme einschließlich des zweiten Spülgangs ist in rund 18 Minuten erledigt. Die Bedienung mit 4 Tasten versteht sich von selbst. Die Kaffeemenge lässt sich programmieren, weitergehende Einstellungen für Temperatur oder Vorbrühung fehlen jedoch. Die 3 Testbezüge laufen konstant in gut 27 Sekunden durch und landen mit knapp 70 Grad Celsius passend temperiert in der Tasse, geschmacklich bleibt jedoch eine leichte Bitterkeit, und die Crema ist eher grob als samtig.
Der Milchschaum gerät im Test feinporig und stabil, die kurze Dampflanze verlangt jedoch nach einem hohen, schmalen Kännchen, das nicht beiliegt. Die Maschine arbeitet leise, die Reinigung ist insgesamt unkompliziert. Wer unkomplizierte Bezüge sucht, bekommt eine leicht bedienbare Alltagsmaschine. Wer frisch gemahlenen Kaffee fein abstimmen oder regelmäßig Milchgetränke zubereiten möchte, sollte den einfachen Kunststofftamper, die begrenzten Einstellmöglichkeiten und die kurze Dampflanze einkalkulieren.
So testen wir Siebträgermaschinen
- +Kompakte Bauweise
- +Saubere Verarbeitung
- +Intuitive Grundbedienung
- +Konstante Bezugszeiten
- +Feinporiger stabiler Milchschaum
- +Leiser Brühvorgang
- –Kurze Dampflanze
- –Dampf nur grob dosierbar
- –Milchkännchen fehlt
- –Begrenzte Einstellmöglichkeiten
- –Einfacher Kunststofftamper