Nothing Phone (4a) Pro im Test: Mittelklasse-Smartphone mit Charakter
Das Nothing Phone (4a) Pro setzt auf auffälliges Design, 144-Hertz-AMOLED, Snapdragon 7 Gen 4, Triple-Kamera und Nothing OS 4.1. Im Test überzeugt es vor allem bei Display, Verarbeitung und Alltagstempo.
Kann ein Smartphone der Mittelklasse allein durch Design und Persönlichkeit gegen die etablierte Konkurrenz bestehen? Nothing versucht mit dem Nothing Phone (4a) Pro genau das: ein Gerät, das sich optisch klar von der Masse abhebt und trotzdem im Alltag überzeugen soll. Wir prüfen, ob es seinem auffälligen Äußeren auch bei Leistung, Kamera und Akku gerecht wird.
Ausstattung und Lieferumfang
Das Nothing Phone (4a) Pro ist in 2 Speichervarianten erhältlich: mit 8 Gigabyte Arbeitsspeicher und 128 Gigabyte internem Speicher oder in unserer Testversion mit 12 Gigabyte Arbeitsspeicher und 256 Gigabyte Speicher. Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 549 Euro. Als Farben stehen Schwarz, Weiß, Silber und Rosa zur Auswahl. Ab Werk läuft das Smartphone mit Android 16 und Nothing OS 4.1, als Prozessor kommt der Qualcomm Snapdragon 7 Gen 4 zum Einsatz.
Nothing Phone(4a) Pro, 50MP Triple-Kamera mit 140x Ultra-Zoom, Metall-Unibody, 12GB+256GB, 144Hz AMOLED - Schwarz
Im Lieferumfang finden wir ein USB-C-Kabel, einen SIM-Fach-Auswerfer und eine Schutzhülle. Ein Netzteil legt Nothing nicht bei. Dafür ist bereits ab Werk ein Displayschutz aufgebracht, was im Alltag ein praktischer Pluspunkt ist.
Nothing Phone (4a) Pro
Design und Verarbeitung
Schon beim Auspacken hinterlässt das Nothing Phone (4a) Pro einen starken Eindruck. Das markante Design mit den LEDs auf der Rückseite fällt sofort ins Auge und hebt sich deutlich von anderen Smartphones in dieser Preisklasse ab. Das Gerät wirkt modern und wertig, das System reagiert schnell und aufgeräumt.
Das Gerät misst 163,7 × 76,6 × 8,0 Millimeter und bringt 210 Gramm auf die Waage. Die Front schützt Corning Gorilla Glass 7i, Rahmen und Rückseite bestehen aus Aluminium. Diese Kombination aus Glas und Metall verleiht dem Phone (4a) Pro eine spürbar wertige Anmutung. Nichts knarzt, nichts wirkt schwach oder instabil. Auch Spaltmaße verlaufen gleichmäßig, Tasten und Anschlüsse sitzen sauber und bündig.
Besonders auffällig ist die Glyph-Matrix auf der Rückseite. Die kleinen LEDs lassen sich für Benachrichtigungen, Ladeanimationen oder als optisches Highlight nutzen. Ob das eine echte Funktion oder eher eine Spielerei ist, bleibt Geschmackssache. In jedem Fall sorgt es für Aufmerksamkeit. Beim Schutz vor Staub und Wasser erreicht das Nothing Phone (4a) Pro IP65. Für Alltagssituationen reicht das meist aus, Untertauchen ist damit aber nicht abgedeckt.
Ergonomie
Das Nothing liegt gut und sicher in der Hand, die Gewichtsverteilung ist ausgewogen. Das haptische Feedback fällt angenehm präzise aus. Benachrichtigungen und Tastatureingaben fühlen sich dadurch wertig an. Die Displaygröße schränkt die Einhandbedienung je nach Handgröße etwas ein, doch Lautstärketasten, Power-Button und In-Display-Fingerabdrucksensor sind gut erreichbar. Der Fingerabdrucksensor reagiert im Test sehr schnell und zuverlässig.
Display
Das Nothing Phone (4a) Pro besitzt ein 6,83 Zoll großes AMOLED-Display mit 2.800 × 1.260 Pixeln, rund 450 Pixeln pro Zoll und bis zu 144 Hertz. Die Spitzenhelligkeit liegt laut Hersteller bei bis zu 5.000 Nits, zusätzlich unterstützt das Panel HDR10+.
In der Praxis überzeugt das Panel bei Auflösung und Schärfe. Texte, Icons und feine Details erscheinen gestochen scharf, eine Pixelstruktur erkennen wir nicht. Farben wirken kräftig und kontrastreich, das tiefe Schwarz der AMOLED-Technologie macht Videos und Serien sichtbar angenehmer. Die Helligkeit reicht im Alltag für eine sehr gute Ablesbarkeit bei Tageslicht, bei direkter Sonneneinstrahlung stören gelegentlich Spiegelungen. Die 144 Hertz sorgen für ein sehr flüssiges Scroll- und Bedienerlebnis.
Leistung
Für die Rechenleistung sorgt der Qualcomm Snapdragon 7 Gen 4 mit 8 Kernen. In Kombination mit 12 Gigabyte Arbeitsspeicher positioniert sich das Gerät klar in der gehobenen Mittelklasse. Im 3DMark Wild Life Extreme erreicht das Smartphone 210 Punkte, im PCMark Work 3.0 sind es 1.243 Punkte. Eine adaptive Touch-Abtastrate unterstützt zusätzlich ein reaktionsschnelles Ansprechverhalten beim Spielen.
Bei Spielen liefert der Prozessor eine überzeugende Leistung. Die meisten Titel laufen auch bei höheren Grafikeinstellungen flüssig, nur selten treten Frame-Drops auf. Die Wärmeentwicklung bleibt moderat und eine Drosselung ist kaum spürbar. Im Alltag zeigt sich ein ähnlich gutes Bild: Apps starten zügig, das Surfen im Browser läuft flüssig und Multitasking funktioniert ohne spürbare Wartezeiten. Für sehr anspruchsvolle Spielerinnen und Spieler ersetzt der Chip aber keinen echten Flaggschiff-Prozessor.
Betriebssystem und Bedienung
Nothing OS 4.1 präsentiert sich als schlanke, aufgeräumte Oberfläche, die sich nah an Android 16 orientiert. Das System bietet KI-Funktionen wie eine intelligente Suche, Werkzeuge zum schnellen Auffinden von Inhalten sowie anpassbare Widgets und Kurzbefehle. Die sogenannte Essential Space bündelt KI-gestützte Werkzeuge zum Erfassen und Analysieren von Screenshots, Bildschirmaufnahmen und Sprachnotizen.
Die Menüstruktur ist logisch aufgebaut, Einstellungen lassen sich intuitiv erreichen und die Konsistenz in Begriffen und Menüs ist hoch. Einen Wermutstropfen gibt es bei der vorinstallierten Software: Facebook, Instagram und je nach Region TikTok finden sich ab Werk auf dem Gerät. Die Apps lassen sich zwar deinstallieren oder deaktivieren, trüben den aufgeräumten Eindruck aber etwas. Nothing verspricht 3 große Android-Updates und 6 Jahre Sicherheitsupdates. Das ist solide, liegt aber hinter den Update-Zusagen großer Modelle von Samsung oder Google.
Kamera
Das Nothing Phone (4a) Pro setzt auf ein Triple-Kamerasystem. Die Hauptkamera nutzt einen 50-Megapixel-Sensor Sony Lytia 700C mit f/1,9-Blende und optischer Bildstabilisierung. Dazu kommen eine 50-Megapixel-Periskop-Telekamera mit 3,5-fachem optischen Zoom und bis zu 140-fachem Hybrid-Zoom sowie eine 8-Megapixel-Ultraweitwinkelkamera mit 119,5 Grad Sichtfeld. Die Frontkamera löst mit 32 Megapixeln auf.
Bei Tageslicht liefert die Hauptkamera ordentliche Ergebnisse. Fotos sind grundsätzlich scharf und die Farben stimmen in den meisten Situationen. Bei wechselnden Lichtbedingungen schwanken Belichtung und Detailgenauigkeit gelegentlich. Die Ultraweitwinkelkamera liefert bei gutem Licht brauchbare Ergebnisse, fällt bei Schärfe und Detailreichtum aber spürbar hinter die Hauptkamera zurück.
Die Telekamera mit Periskop-Optik ist das Highlight des Kamerapakets. Der 3,5-fache optische Zoom liefert bei Tageslicht scharfe und detailreiche Aufnahmen mit guter Farbwiedergabe. Auch bei 7-fachem Zoom bleiben die Ergebnisse noch überzeugend. Erst bei deutlich höheren Zoomstufen baut die Qualität erwartungsgemäß ab. Der beworbene 140-fache Hybrid-Zoom ist in der Praxis kaum sinnvoll nutzbar.
Bei schlechten Lichtverhältnissen schlägt sich das Nothing Phone (4a) Pro solide. Die Hauptkamera liefert Nachtaufnahmen mit ordentlichem Detailerhalt und kontrolliertem Rauschen. Der Nachtmodus verbessert die Helligkeit spürbar. Die 32-Megapixel-Frontkamera erzeugt scharfe Selfies mit natürlichen Hauttönen, der Porträt-Modus arbeitet weitgehend sauber. Die Videoqualität ist dagegen der schwächste Bereich. 4K mit 30 Bildern pro Sekunde ist möglich, doch beim Wechsel zwischen Zoomstufen schwankt die Belichtung sichtbar und bei wenig Licht lässt die Qualität nach.
Akku und Anschlüsse
Der Akku bietet 5.080 Milliamperestunden. In unserem standardisierten YouTube-Dauertest bei 50 Prozent Displayhelligkeit und aktivem WLAN erreicht das Gerät 15 Stunden. Das ist nur durchschnittlich. Im Alltag zeigt sich der Akku besser: Bei normaler Nutzung mit Surfen, sozialen Medien, Kamera und gelegentlichem Spielen hält das Smartphone zuverlässig einen vollen Tag durch und hat abends noch Reserven.
Geladen wird über USB-C mit bis zu 50 Watt. Von 0 auf 100 Prozent dauert eine vollständige Ladung im Test rund 70 Minuten. Das ist gut, aber nicht herausragend. Kabelloses Laden fehlt komplett. Zur Ausstattung gehören Dual-SIM inklusive eSIM, 5G, NFC, Wi-Fi 6, Bluetooth 5.4 und Stereo-Lautsprecher. Ein Kopfhöreranschluss und ein microSD-Kartenslot fehlen. Die Stereo-Lautsprecher klingen für die Gerätegröße ordentlich und die Sprachqualität beim Telefonieren überzeugt sowohl über den Hörer als auch über die Freisprechfunktion.
Fazit
Das Nothing Phone (4a) Pro beantwortet die Ausgangsfrage mit einem klaren Ja: Ein Mittelklasse-Smartphone kann sich durch Charakter und Eigenständigkeit abheben, wenn die Grunddisziplinen stimmen. Verarbeitung und Materialwahl überzeugen auf hohem Niveau, die Glyph-Matrix verleiht dem Gerät eine unverwechselbare Identität und das AMOLED-Display mit 144 Hertz gehört zu den stärksten Argumenten in diesem Preissegment.
Der Snapdragon 7 Gen 4 meistert Alltag und Spiele souverän, während Nothing OS schlank und übersichtlich bleibt. Im Kamerabereich überzeugt vor allem die Periskop-Telekamera, Haupt- und Ultraweitwinkelkamera sowie die Videoaufnahme haben aber Luft nach oben. Abzüge gibt es außerdem beim fehlenden kabellosen Laden, der nur durchschnittlichen Laufzeit im YouTube-Test und dem fehlenden Netzteil.
Für 549 Euro erhalten Käuferinnen und Käufer ein auffälliges, eigenständiges Smartphone mit solider Technik. Wer ein individuelles Gerät sucht, ohne in die Flaggschiff-Preisregion vorzudringen, findet im Nothing Phone (4a) Pro eine spannende Wahl. Wer höchste Ansprüche an Kamera oder Gaming-Leistung stellt, sollte dagegen in höheren Preisklassen suchen.
- +Eigenständiges Design
- +Wertige Verarbeitung
- +Scharfes AMOLED-Display
- +144-Hertz-Darstellung
- +Flüssige Performance
- +Starkes Nothing OS
- +Gute Telekamera
- +Solide Nachtaufnahmen
- +Schneller Fingerabdrucksensor
- +Gute Alltagsergonomie
- +IP65-Zertifizierung
- +Dual-SIM mit eSIM
- +Gute Telefoniequalität
- +Displayschutz ab Werk
- +Schutzhülle im Lieferumfang
- –Kein Netzteil
- –Kein kabelloses Laden
- –Keine Speichererweiterung
- –Kein Klinkenanschluss
- –Videos schwächer
- –Ultraweitwinkel nur solide
- –Spiegelungen bei Sonne
- –Rückseite empfindlich
- –Vorinstallierte Apps
- –Updates nicht führend
- –Gaming nicht Flaggschiff
- –Akkutest nur durchschnittlich