Ninja CRISPi PRO XL im Test: Das große Upgrade für den Glas-Airfryer
Das Grundkonzept der Ninja CRISPi hat uns im Praxistest überzeugt: transparente Glasbehälter statt Metallschublade, sichtbares Garen, Servieren und Aufbewahren im selben Gefäß. Was fehlte, war Flexibilität. Mit der CRISPi PRO XL legt Ninja jetzt nach: freie Temperaturwahl, 7 Programme, ein Max-Crisp-Modus mit bis zu 240 Grad Celsius und eine deutlich größere Kapazität. Ob das Upgrade im Alltag wirklich hilft, haben wir ausführlich getestet.
Ninja AS090EUWH Crispi Pro Heißluftfritteuse XL5,7L Glasbehälter, 5 Kochfunktionen, PFAS-frei, spülmaschinengeeignet
Ninja CRISPi PRO XL
Design und Verarbeitung
Unser Testgerät kommt in der Farbe Cyber Space, einem dunklen Blaugrau, das modern und zurückhaltend wirkt. Wer möchte, kann aber auch zwischen drei weiteren Farbvarianten wählen, zum Beispiel ein deutlich auffälligeres Pink. Der größte Unterschied zum Vorgänger ist sofort sichtbar: Das Heizelement steckt bei der PRO XL fest in der Standfußeinheit und lässt sich nicht herausnehmen. Das portable PowerPod-Konzept der Vorgängerin, bei dem die Heizkopfeinheit flexibel auf beide Behälter gesetzt werden konnte, entfällt. Damit ist die PRO XL im Vergleich zur CRISPi ein eher stationäres Modell.
Mit 31 × 28 × 30 Zentimetern (Breite × Höhe × Tiefe) benötigt das Gerät etwas Platz auf der Arbeitsfläche. Die Abmessungen sind für ein XL-Gerät aber vertretbar. Wer die CRISPi nach jeder Nutzung verstauen möchte, sollte das trotzdem im Hinterkopf behalten. Die Verarbeitung ist sehr sauber. Keine scharfen Kanten, keine wackelnden Teile, alle Komponenten fügen sich ordentlich zusammen. Die Glasbehälter machen einen hochwertigen Eindruck: Das Glas ist dick, stabil und klar. Auch die Übergänge zwischen Kunststoff und Glas sind sauber.
Die 2 Behälter sind unterschiedlich groß und fassen 5,7 Liter und 2,3 Liter. Gegenüber dem Vorgängermodell (3,8 L und 1,4 L) ist das ein deutliches Kapazitätsplus. Eine Einschränkung lässt sich aber nicht verstecken: Der große Behälter ist zwar hoch, bietet aber eine verhältnismäßig kleine Bodenfläche. Lebensmittel, die sich beim Garen nicht stapeln lassen, sind damit faktisch auf 1 bis 2 Portionen begrenzt. Als XL-Gerät für 4 Personen enttäuscht das etwas.
Bedienung und Ausstattung
Zum Lieferumfang gehören passende Aufbewahrungsdeckel für beide Behälter, zwei Crisper-Gittereinsätze für die Luftzirkulation und ein Rezeptheft. Damit ist das Zubehör vollständig und durchdacht. Das Bedienfeld sitzt oben an der fest verbauten Heizeinheit. Physische Tasten wählen das Programm, ein Drehrad stellt Zeit und Temperatur ein. Das ist direkt, zuverlässig und nach kurzer Eingewöhnung selbsterklärend. Die Anleitung ist klar aufgebaut und hilft beim Einstieg. Das Tastenfeedback ist sehr gut.
Dieses Mal stehen 7 Programme bereit, ein echter Fortschritt gegenüber der Vorgängerin mit ihren 4 Funktionen. Zur Auswahl stehen Air Fry (Heißluftfrittieren), Roast (Braten), Bake (Backen), Prove (Teig gehen lassen), Recrisp (Aufknuspern), die Dörrfunktion sowie der Max-Crisp-Modus mit bis zu 240 Grad Celsius. Letzterer ist das auffälligste neue Feature: Mit dieser Temperatur arbeitet die CRISPi PRO XL deutlich heißer als viele klassische Heißluftfritteusen.
Was beim Vorgänger ebenfalls noch gefehlt hat und jetzt da ist: die freie Temperatureinstellung. Statt auf voreingestellte Programme angewiesen zu sein, lässt sich die Temperatur per Drehrad frei wählen. Das gibt mehr Kontrolle und Flexibilität, besonders bei Lebensmitteln, für die kein Standardprogramm passt.
Wichtig für den Einsatz: Die Glasbehälter dürfen laut Bedienungsanleitung ausschließlich mit dem CRISPi PRO Hauptgerät oder in der Mikrowelle verwendet werden. Andere Wärmequellen sind explizit ausgeschlossen.
Praxisergebnisse
Wir verwenden zunächst Tiefkühlpommes und wählen das Max-Crisp-Programm bei 240 Grad Celsius. Die Garzeit beträgt 7 Minuten, ohne dass wir verlängern müssen. Das Ergebnis ist außen gleichmäßig knusprig, innen vollständig gar und einwandfrei gebräunt. Das ist deutlich schneller als beim Vorgängermodell, das für TK-Pommes 15 bis 20 Minuten brauchte, und qualitativ rundum überzeugend. Wer viel mit TK-Produkten arbeitet, wird dieses Programm lieben.
Bei frischen Pommes zeigt sich dagegen ein anderes Bild. Im Air-Fry-Modus bei 200 Grad Celsius und 20 Minuten garen die Pommes innen ordentlich durch. Außen bleibt die Knusprigkeit aber aus und die Bräunung könnte gleichmäßiger sein. Frische, dünn geschnittene Chicken Nuggets gelingen dagegen wieder sehr gut. 200 Grad Celsius, 10 Minuten, kein Nachbessern nötig: Die Nuggets kommen gleichmäßig gebräunt, knusprig und vollständig gegart auf den Teller. Für TK-Nuggets empfehlen wir auf Basis des Tests das Max-Crisp-Programm, analog zur TK-Pommes-Zubereitung.
Unser Toasttest für eine gleichmäßige Wärmeverteilung zeigt: Dafür ist die CRISPi PRO XL nicht gemacht. In den Behältern finden jeweils nur eine Scheibe Platz, und das Ergebnis fällt etwas ungleichmäßig gebräunt aus.
Lautstärke
Wir messen im Betrieb rund 54 Dezibel, ein sehr ruhiger Wert. Das Betriebsgeräusch ist sehr gleichmäßig und klingt wie ein ruhiger Lüfter, kein Vergleich zu manchen lauteren Konkurrenzmodellen. Im Alltag fällt das Gerät klanglich praktisch nicht auf.
Ein kleiner Kritikpunkt: Die Signaltöne beim Programmstart und -ende sind sehr laut. Eine Möglichkeit, sie leiser zu stellen oder abzuschalten, gibt es nicht. Im Alltag, besonders spätabends oder in Haushalten mit kleinen Kindern, ist das störend.
Sicherheit und Reinigung
Die von uns geprüften Außenteile des stationären Gehäuses blieben im Betrieb vergleichsweise kühl. Die Glasbehälter selbst werden jedoch sehr heiß und sollten nur an den Griffen und mit Ofenhandschuhen bewegt werden. In Haushalten mit kleinen Kindern sollte das bei der Aufstellung berücksichtigt werden: Kinder sollten keinen Zugang zur Aufstellfläche während des Betriebs haben.
Bei der Reinigung gibt es Licht und Schatten. Glasbehälter, Gittereinsätze und Deckel sind spülmaschinenfest, das reduziert den Alltagsaufwand erheblich. Auch von Hand reinigen sich die glatten Glasoberflächen unkompliziert, Angebranntes lässt sich gut lösen.
Das Problem steckt im Detail: Zwischen den fest am Glasbehälter angebrachten Hitzeschutz- bzw. Standfuß-Elementen und dem Glas bleibt ein enger Spalt, in dem nach dem Spülen leicht Wasser zurückbleibt. Mit der Zeit entstehen dort Kalkspuren. Das war beim Vorgängermodell in dieser Form kein Problem, weil das modulare System des PowerPods mehr Reinigungsfreiraum lässt.
Fazit
Die Ninja CRISPi PRO XL ist ein klares Upgrade gegenüber dem Vorgängermodell. Die freie Temperatureinstellung, die 3 zusätzlichen Programme und der Max-Crisp-Modus mit 240 Grad Celsius sind echte Verbesserungen. Bei TK-Produkten liefert das Gerät hervorragende Ergebnisse in rekordverdächtig kurzer Zeit. Das Glasbehälter-Konzept überzeugt weiterhin: PFAS-freies Material, spülmaschinenfeste Teile, mitgelieferte Deckel und die Möglichkeit, im selben Behälter zu garen, zu servieren und aufzubewahren, bieten echten Alltagsnutzen.
Bei frischen Pommes ist aus unserer Sicht dagegen noch etwas Luft nach oben, und die Signaltöne dürften gerne etwas leiser sein. Wer für 4 Personen kocht, sollte die effektiv nutzbare Bodenfläche des großen Behälters realistisch einschätzen: Das XL im Namen bezieht sich vor allem auf das Volumen, nicht zwingend auf die Portionsgröße. Alles in allem verbessert Ninja das ohnehin schon gute Konzept aber sinnvoll weiter. Von uns gibt es daher eine Kaufempfehlung.
So testen wir Heißluftfritteusen
- +Sehr schnelle TK-Pommes
- +Knusprige TK-Ergebnisse
- +Starke Nuggets
- +Freie Temperatureinstellung
- +Sieben Programme
- +Max-Crisp bis 240 Grad
- +Leiser Betrieb
- +Gute Verarbeitung
- +PFAS-freie Glasbehälter
- +Spülmaschinenfeste Teile
- +Praktische Aufbewahrungsdeckel
- +Sehr gutes Tastenfeedback
- –Frische Pommes weniger knusprig
- –Laute Signaltöne
- –Begrenzte Bodenfläche
- –Glasbehälter werden heiß
- –Toast ungleichmäßig gebräunt
- –Für vier Personen begrenzt