myFirst Fone M1 im Test: Das kann eine Kinder-Smartwatch für unter 100 Euro?

Wann ist ein Kind alt genug für ein Smartphone, und wann ist eine Smartwatch die klügere Alternative? Diese Frage stellen sich Eltern regelmäßig, wenn ihre Kinder zum ersten Mal allein unterwegs sind. MyFirst verspricht mit der Fone M1 eine Uhr, die Kinder erreichbar hält, Eltern beruhigt und trotzdem nicht überfordert. Was das Gerät wirklich kann und wo es an Grenzen stößt, klärt unser Test.

myFirst Fone M1 (Foto: Testsieger.de)
myFirst Fone M1 (Foto: Testsieger.de)

Verarbeitung und Widerstandsfähigkeit

Das Gehäuse besteht komplett aus Kunststoff. Das geht für eine Kinder-Smartwatch mit einer UVP von knapp 100 Euro voll in Ordnung. Die Passgenauigkeit der einzelnen Bauteile ist zweckmäßig, hinterlässt jedoch keinen sehr hochwertigen Eindruck.

Beim Thema Robustheit übertrifft die Uhr die Erwartungen für ihre Preisklasse. Das Display bekommt im Test keine Kratzer. Das ist vor allem der beiliegenden Schutzfolie zu verdanken. Für den Kinderalltag mit seinen unvermeidlichen Stößen ist das Gerät also gut gewappnet.

Bedienung und Handhabung

Der Lieferumfang enthält neben der Uhr ein magnetisches Ladekabel, ein SIM-Werkzeug, eine Schutzfolie sowie eine Kurzanleitung.

Die Einrichtung läuft über die Begleit-App myFirst Circle. Diese ist kostenlos für iOS und Android verfügbar. Wir benötigen rund 30 Minuten, bis die Uhr vollständig einsatzbereit ist. Die Kurzanleitung liefert die grundlegenden Schritte, bleibt jedoch an einigen Stellen knapper als gewünscht. Besonders Eltern ohne Vorerfahrung mit Kinder-Smartwatches müssen an einzelnen Punkten vermutlich selbst experimentieren. Die Begleit-App selbst ist logisch strukturiert und nach kurzer Eingewöhnung kommen wir gut zurecht. Eltern verwalten dort Kontakte, richten Schutzzonen ein und rufen Standorte ab.

myFirst Circle App: Übersicht mit Benachrichtigungen, Standortkarte, Geofencing und Einstellungen
Die Begleit-App myFirst Circle ist logisch strukturiert und bietet Eltern alle wichtigen Funktionen von der Standortübersicht über SOS-Benachrichtigungen bis hin zu Geofencing Zonen und der Kontaktverwaltung an einem Ort. (Foto: Testsieger.de)

Im täglichen Gebrauch ist die Bedienung aber deutlich einfacher. Das Menü auf der Uhr beschränkt sich auf die wesentlichen Funktionen. Anrufe und Nachrichten stehen im Vordergrund, alles andere tritt zurück. So soll es bei einem Produkt für Kinder sein. Weniger Optionen bedeuten schließlich auch weniger Fehlbedienungen. Die Menüführung für Kinder überzeugt uns.

Das 1,6-Zoll-AMOLED-Display liefert kräftige Farben und ist im Alltag gut lesbar, reicht in der Auflösung aber nicht an Geräte im höheren Preissegment heran. Die Touch-Bedienung sowie die anderen Tasten am Gerät funktionieren zuverlässig, haben aber gelegentlich kleinere Verzögerungen.

AMOLED Display in der Frontalansicht Bildunterschrift:
Auch seitlich betrachtet überzeugt das AMOLED Display mit guter Lesbarkeit und lebendiger Farbdarstellung im Alltag. Es könnte jedoch deutlich schärfer sein.(Foto: Testsieger.de)

Das Silikonarmband sitzt angenehm am Handgelenk. Es drückt nicht und hält die Schließe zuverlässig geschlossen. Auch das Öffnen und Schließen funktioniert unkompliziert. Die Uhr ist zudem nach IP67-Standard geschützt und hält kurzes Untertauchen in 1 Meter Wassertiefe aus – ein klarer Alltagsvorteil für aktive Kinder. Zur Salzwasserbeständigkeit macht myFirst keine Angaben.

Kommunikation

Die Fone M1 verbindet sich über 4G, Bluetooth und WLAN und bietet für eine Kinder-Smartwatch ein breites Kommunikationsangebot: Anrufe, Textnachrichten, Sprachnachrichten, Emojis und Sticker, Fotos sowie Videoanrufe. Eine Kontakt-Whitelist stellt sicher, dass ausschließlich freigegebene Personen mit dem Kind in Kontakt treten können.

myFirst Circle App: Kontakt Whitelist zum Schutz vor Fremden
Die Kontakt-Whitelist stellt sicher, dass ausschließlich freigegebene Personen mit dem Kind in Kontakt treten können. (Foto: Testsieger.de)

Bei der Telefonie fällt das Ergebnis dagegen durchwachsen aus. Anrufe bauen stabil auf, die Verbindung hält zuverlässig. Die Audioqualität bleibt jedoch auf einfachem Niveau: Das Mikrofon stößt bei Hintergrundgeräuschen schnell an seine Grenzen. Die Sprachverständlichkeit reicht im Alltag aus, könnte aber deutlich besser sein.

Die Nachrichtenfunktionen schneiden deutlich besser ab. Textnachrichten kommen prompt an, die Bedienung ist für Kinder einfach, und die Zuverlässigkeit gibt keinen Anlass zur Kritik. Sprachnachrichten, Fotos und Emojis funktionieren grundlegend, bewegen sich aber auf einfachem Niveau.

Ortungs- und Sicherheitsfunktionen

myFirst Fone m1
UVP99,90 Euro
BesonderheitSOS-Funktion
Displaygröße1,6 Zoll
AkkulaufzeitKnapp 2 Tage
Das Herzstück vieler Kinder-Smartwatches ist die Ortung und hier zeigt die Fone M1 ihre Stärke. Die Uhr bestimmt die Position via GPS. Über die App richten Eltern Geofencing-Zonen ein: Verlässt das Kind eine definierte Zone, erhalten sie sofort eine Benachrichtigung.

Die Ortungsgenauigkeit im Außenbereich ist sehr gut. Die angezeigten Positionen sind präzise und plausibel, ohne erkennbare Abweichungen. Zuverlässigkeit und Aktualisierungsrate überzeugen ebenso: Standorte bleiben nicht hängen, und Updates kommen zeitnah in der App an.

Die SOS-Funktion erlaubt es, einen Notfallkontakt zu hinterlegen. Im Test löst der dedizierte SOS-Knopf die Funktion zuverlässig aus. Allerdings vergehen rund 45 Sekunden, bis der hinterlegte Kontakt die Benachrichtigung erhält. Das ist aus unserer Sicht für eine Notfallfunktion eine zu lange Verzögerung. Zudem ist uns unklar, wie Kinder einen versehentlich ausgelösten SOS-Alarm abbrechen.

Funktionen für Kinder

Die Fone M1 versteht sich als Kommunikationsgerät, nicht als Unterhaltungsplattform. Das zeigt sich im Funktionsumfang: Schrittzähler, Wecker, Stoppuhr und eine einfache Kamera stehen zur Verfügung. Dazu bietet die Uhr ein kleines soziales Netzwerk, über das Kinder Nachrichten und Sticker an ihre freigegebenen Kontakte senden können. Letzteres ist ein netter Zusatz, der die Interaktion spielerisch ergänzt.

Die integrierte Kamera erlaubt einfache Schnappschüsse – als spontanes Spaßfeature taugt sie, als ernsthaftes Fotogerät nicht. Daneben gibt es noch einen integrierten Wecker, eine Stoppuhr-App sowie einen Musikplayer zum Abspielen lokaler Dateien. Der interne Speicher von 8 Gigabyte reicht für Fotos und die Grundfunktionen problemlos aus.

myFirst Fone M1: Schrittzähler mit Tageszielen und Kalorienanzeige
Der Schrittzähler gehört zu den wenigen kinderspezifischen Funktionen auf der Uhr, denn Spiele, ein Stundenplan oder vergleichbare Erlebnisinhalte fehlen vollständig. (Foto: Testsieger.de)

Abseits der genannten Funktionen gibt es aber kaum weitere Apps. Spiele, ein Stundenplan oder vergleichbare Erlebnisinhalte fehlen vollständig. Wer dem Kind neben der Erreichbarkeit auch Unterhaltungswert bieten möchte, muss auf ein anderes Gerät zurückgreifen.

Akku und Laden

Die Uhr lädt über ein magnetisches Ladekabel, das sicher und zuverlässig haftet. Das Laden startet ohne Kontaktprobleme, und das Tempo ist alltagstauglich: Wir messen eine Ladezeit von 1 Stunde und 30 Minuten von 0 auf 100 Prozent.

Im Alltagsbetrieb mit gelegentlichen Anrufen, aktivem Wecker und gelegentlicher GPS-Standortabfrage hält der Akku knapp 2 Tage. Für den Schulalltag reicht das mehr als aus.

Fazit

Ist die myFirst Fone M1 die klügere Wahl gegenüber einem Smartphone für Kinder? In vielen Alltagssituationen: ja. Die Uhr erfüllt ihren Kernzweck – Kinder erreichbar halten, Eltern Sicherheit geben, Ablenkung minimieren – solide und zuverlässig.

GPS-Ortung und Geofencing arbeiten präzise, Nachrichten laufen stabil, der Schulmodus greift zuverlässig, und das Armband sitzt bequem auch an kleinen Handgelenken. Der Akku reicht bei regulärer Nutzung für knapp 2 Tage, und der Ladevorgang ist denkbar unkompliziert.

Die Einrichtung verlangt dagegen Geduld und die Audioqualität beim Telefonieren ist begrenzt. Wer dem Kind auch Unterhaltung oder Schulorganisation bieten möchte, stößt an die Grenzen des Konzepts.

Für Familien, die ein fokussiertes, zuverlässiges Kommunikationsgerät unter 100 Euro suchen, ist die myFirst Fone M1 eine klare Empfehlung.

So testen wir Kinder-Smartwatches

Testergebnisse im Detail

Verarbeitung & Widerstandsfähigkeit (5,45 / 6,25)

Material/Anmutung & Passungen
 
1,2 / 2
Robustheit im Alltag
 
3 / 3
Tragekomfort/Abmessungen & Armbandqualität
 
1,25 / 1,25

Bedienung & Handhabung (13,60 / 18,75)

Anleitung/Onboarding
 
1,8 / 3
Einrichtung
 
3,0 / 5
Menüführung & Logik
 
5 / 5
Display & Touch
 
2,4 / 4
Physische Bedienung
 
1,4 / 1,75

Kommunikation (22,75 / 31,25)

Telefonie
 
7,2 / 12
Nachrichten
 
10 / 10
Sprachnachrichten/Fotos/Emojis
 
3,15 / 5,25
Videoanrufe
 
2,4 / 4

Ortungs- & Sicherheitsfunktionen (23 / 25)

Ortungsgenauigkeit
 
12 / 12
Zuverlässigkeit Ortung
 
7 / 7
SOS-Funktion
 
2,4 / 4
Sicherheitsfeatures
 
1,6 / 2

Funktionen für Kinder (7,6 / 12,5)

Kamera (Fotoqualität/Nutzen)
 
1,8 / 3
Spiele/Lern-Apps/App-Store
 
1,4 / 3,5
Alltagsfunktionen
 
2,4 / 4
Schulmodus/Nicht-Stören & Elternkontrollen
 
2 / 2

Akku & Laden (5 / 6,25)

Akkulaufzeit im Alltag
 
3,2 / 4
Ladezeit & Ladezuverlässigkeit
 
1,8 / 2,25

Wertung

: myFirst Fone M1

myFirst Fone M1
  1. Verarbeitung & Widerstandsfähigkeit
    1,7
    • Bedienung & Handhabung
      2,4
      • Kommunikation
        2,4
        • Ortungs- & Sicherheitsfunktionen
          1,4
          • Funktionen für Kinder
            3,0
            • Akku & Laden
              2,0

              Pros

              • Präzise GPS Ortung
              • Zuverlässiges Geofencing
              • Kindgerechte Menüführung
              • Bequemes Silikonarmband
              • IP67 Wasserschutz
              • Alltagstaugliche Akkulaufzeit
              • Magnetisches Laden ohne Kontaktprobleme
              • Kontakt Whitelist schützt Kinder

              Cons

              • Einrichtung erfordert Geduld
              • Begrenzte Audioqualität beim Telefonieren
              • SOS-Benachrichtigung zu langsam
              • Keine Spiele oder Stundenplan
              • Kein Abbruch versehentlicher SOS Alarme

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