Graef IM706 im Test: Wie gut wird selbstgemachtes Eis?
Kompressor-Eismaschinen nehmen das Vorfrieren des Eisbehälters ab und machen die Zubereitung dadurch deutlich flexibler. Die Graef IM706 kombiniert dieses Prinzip mit Cream Control, automatischer Nachkühlung und einem separaten Joghurtprogramm. Im Praxistest prüfen wir, wie zuverlässig sie Vanilleeis und Sorbet zubereitet und wie Bedienung, Stromverbrauch, Lautstärke und Reinigung im Alltag ausfallen.
Graef IM706
Design und Verarbeitung
Der herausnehmbare Edelstahlbehälter ist für bis zu 2 Liter fertiges Eis oder Joghurt ausgelegt. Bei Eismasse darf er wegen der Volumenzunahme nur bis zur MAX-Markierung befüllt werden. Die IM706 arbeitet mit einem eingebauten Kompressor mit 180 Watt Leistung. Sie misst 36,5 × 27,2 × 31,5 Zentimeter (H × B × T) und wiegt knapp 13 Kilogramm. Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 449,99 Euro. Zum Lieferumfang gehören ein Eisportionierer, ein Messbecher und ein Rezeptheft. Für den Praxistest bereiten wir Vanilleeis auf Sahnebasis und ein Fruchtsorbet zu und messen dabei Temperatur, Zubereitungszeit, Stromverbrauch und Lautstärke.
Der Eisbehälter ist aus Edelstahl, das Gehäuse besteht laut Hersteller ebenfalls aus Edelstahl und Kunststoff. Material und Verarbeitung machen einen sehr hochwertigen Eindruck. Selbst der Rührer aus Kunststoff wirkt deutlich stabiler als bei vielen günstigeren Eismaschinen. Spaltmaße und Übergänge sind sauber, nichts wackelt oder klappert.
Das hohe Gewicht hat Vor- und Nachteile. Auf der Arbeitsfläche steht die Maschine sehr stabil und verrutscht auch nicht, wenn der Rührer gegen festes Eis arbeitet. Mit fast 13 Kilogramm ist sie aber kein Gerät, das man für eine Party einfach aus dem Schrank holt. Wer sie regelmäßig nutzen will, sollte einen festen Stellplatz einplanen.
Bedienung und Handhabung
Vor dem ersten Einsatz reinigen wir die abnehmbaren Teile. Nach dem Transport soll die Maschine außerdem mindestens 2 Stunden aufrecht am endgültigen Standort stehen, damit sich das Kühlmittel im Kompressor setzen kann. Danach ist der Zusammenbau einfach: Behälter einsetzen, Rührer aufstecken, Deckel schließen. Die Anleitung erklärt die Schritte verständlich, und auch im Alltag lässt sich die Maschine komfortabel bedienen.
Gesteuert wird sie über ein Touch-Bedienfeld mit LED-Display. Nach einer kurzen Eingewöhnung finden wir uns gut zurecht. Das Display informiert über Zeit und aktuelle Konsistenz. Im Timerbetrieb zählt es die Restzeit herunter, bei Cream Control die verstrichene Zeit hoch. Eine Temperaturanzeige fehlt dagegen. Wie kalt die Masse gerade ist, lässt sich am Gerät also nicht ablesen.
Beim Funktionsumfang bietet die IM706 viel. Im Joghurtprogramm erwärmt die Maschine die vorbereitete Joghurtmasse auf knapp unter 40 Grad Celsius und hält diese Temperatur für bis zu 24 Stunden konstant; der Rührquirl dreht sich dabei nicht. Kühlen und Rühren lassen sich auch separat starten. Mit dem Kühlmodus kann die Maschine beispielsweise den Behälter vorkühlen, während der Rührmodus ohne Kühlung arbeitet.
Über die Funktion Cream Control wählen wir eine von 3 Konsistenzstufen von weichem Softeis bis zu festem Eis. Die Maschine stoppt automatisch, sobald die Stufe erreicht ist. Danach kühlt sie das Eis bis zu 2 Stunden weiter. Mehr Automatik- oder Spezialprogramme gibt es nicht, zum Beispiel feste Rezepte für bestimmte Eissorten. Den Funktionsumfang ordnen wir deshalb als gut ein.
Kühlleistung und Eisqualität
Vor dem Start muss der Eisbehälter nicht ins Gefrierfach, der Kompressor kühlt ihn selbst herunter. Am Ende messen wir im Vanilleeis minus 12 Grad Celsius und im Sorbet minus 11 Grad Celsius. Auch das Nachkühlen arbeitet zuverlässig: Wenn das Eis eine Weile in der Maschine bleibt, behält es seine Konsistenz und schmilzt nicht an. Die Kühlleistung ist sehr gut.
Bei der Konsistenz unterscheiden sich die beiden Sorten. Das Sorbet ist fest und formbar und lässt sich mit dem Portionierer zu sauberen Kugeln formen. Störende Eiskristalle spüren wir nicht. Das Vanilleeis fällt dagegen etwas weicher aus. Die Konsistenz überzeugt uns aber auch hier. Wer es fester mag, stellt es nach dem Rühren noch eine Weile ins Gefrierfach. Insgesamt gefällt uns die Eisqualität der Graef IM706.
Für das Vanilleeis braucht die Maschine rund 40 Minuten, für das Sorbet knapp 50 Minuten. Bei Rezepten mit gekochter Eismasse sollte die Masse vorher vollständig abkühlen und idealerweise bereits am Vortag vorbereitet werden.
Sicherheit und Stromverbrauch
Wird die Masse zu fest, stoppt die Maschine den Rührmotor automatisch, um ihn vor Überlastung zu schützen. Im Eismodus übernimmt anschließend die automatische Kühlfunktion, damit das Eis nicht antaut. Zusammen mit dem sicheren Stand gibt es bei der Sicherheit nichts zu beanstanden. In einem separaten 35-minütigen Messlauf auf Konsistenzstufe 3 ermitteln wir einen Verbrauch von 0,08 Kilowattstunden. Damit bleibt der Energiebedarf niedrig.
Lautstärke
Im Betrieb messen wir rund 67 Dezibel. Die Maschine ist damit gut hörbar, eine Unterhaltung in der Küche ist aber weiterhin problemlos möglich. Zu Beginn hören wir zusätzlich ein leises Knistern und Surren, das mit der Zeit verschwindet, aber trotzdem etwas störend ist. Die Lautstärke bewerten wir daher mit insgesamt gut.
Reinigung
Edelstahlbehälter, Deckel und Rührer lassen sich herausnehmen und dürfen laut Hersteller in die Spülmaschine. Auch die Reinigung von Hand ist schnell erledigt, weil sich Eisreste vom glatten Edelstahl leicht lösen. Nur beim Abtrocknen stört eine Kleinigkeit: In den Kanten des Deckels sammelt sich Wasser, das wir mit dem Tuch nur mühsam herausbekommen. Die Reinigung ist trotzdem sehr unkompliziert.
Fazit
Die Graef IM706 überzeugt im Praxistest mit starker Kühlleistung, guter Eisqualität und komfortabler Bedienung. Besonders das Sorbet gelingt fest und ohne spürbare Eiskristalle, während das Vanilleeis in unserem Test etwas weich bleibt. Die Ausstattung stimmt ebenfalls, auch wenn für eine UVP von 449,99 Euro sicherlich noch etwas mehr gegangen wäre. Wir hätten uns zum Beispiel noch eine Temperaturanzeige gewünscht. Alles in allem können wir die Maschine aber allen empfehlen, die regelmäßig größere Mengen selbstgemachtes Eis herstellen wollen.
- +Sehr gute Kühlleistung
- +Überzeugende Ergebnisse
- +Hochwertige Verarbeitung
- +Standsicheres Gehäuse
- +Komfortable Bedienung
- +Drei Konsistenzstufen
- +Niedriger Stromverbrauch
- +Unkomplizierte Reinigung
- +Spülmaschinengeeignete Teile
- –Fast 13 Kilogramm Gewicht
- –Keine Temperaturanzeige
- –Vanilleeis etwas weich
- –Anfängliches Knistern und Surren im Betrieb zu hören
- –Keine speziellen Rezeptprogramme