Saugen, wischen, selbst reinigen, Wasser nachfüllen, Schmutzwasser entsorgen, trocknen – der Eufy C28 verspricht, das Putzen so weit wie möglich aus dem Alltag zu drängen. Seine 5-in-1-Station klingt nach dem vollautomatischen Rundumpaket, und die 15.000 Pascal Saugkraft lassen keinen Zweifel daran, dass Eufy hier Stärke demonstrieren will. Wir prüfen, ob der C28 wirklich aufräumt oder selbst nur neue Baustellen schafft.

Inhalt
Design und Verarbeitung
Der Eufy C28 fällt schon optisch auf: Statt der klassischen Kreisform wählt Eufy ein nahezu rechteckiges Gehäuse – mit dem erklärten Ziel, besser in Ecken zu kommen. Die Abmessungen des Roboters betragen 33 × 11 × 32,7 Zentimeter, die zugehörige Station misst 35 × 45 × 40 Zentimeter und braucht damit einen festen, gut erreichbaren Stellplatz.
Die Verarbeitung hinterlässt insgesamt einen guten Eindruck. Das Material wirkt robust und hochwertig, nichts klappert, die Bauteile sitzen fest. Auch die Spaltmaße fallen überwiegend gleichmäßig aus, nur an einzelnen Stellen zeigen sich minimale Abweichungen. Insgesamt wirkt der C28 solide gebaut – das merkt man direkt beim ersten Anfassen.

Einrichtung und App
| Eufy C28 | |
|---|---|
| Saugkraft | 15.000 Pascal |
| Station | 5-in-1-Station mit Selbstreinigung, Wasser-Nachfüllung, Schmutzwasser-Entsorgung und Trocknung |
| Bürstensystem | DuoSpiral-Bürste plus 2 rotierende Seitenbürsten |
| Maße Roboter | 33 × 11 × 32,7 cm |
| Maße Station | 35 × 45 × 40 cm |
| UVP | 599 Euro |
Funktional bringt die App einiges mit. No-Go-Zonen lassen sich frei einzeichnen, für jeden Raum kann individuell gewählt werden, ob gesaugt, gewischt oder beides erledigt werden soll. Reinigungspläne legen fest, wann und wie häufig der Roboter aktiv wird, und eine Memory-Funktion sorgt dafür, dass er nach dem Aufladen dort weitermacht, wo er aufgehört hat. Dazu kommt ein KI-Assistent, der auf Basis von Raumtyp und Bodenbelag passende Einstellungen vorschlägt – das wirkt durchdacht.
Was fehlt, fällt umso stärker auf: Eine Anbindung an gängige Smart-Home-Systeme wie Matter, HomeKit oder Home Assistant bietet der C28 nicht. Wer das Zuhause vernetzt organisiert, muss den Roboter damit als Insellösung einplanen – und das ist in diesem Preisbereich ein spürbares Manko.

Hier zeigt der C28 seine größte Schwäche – und das ziemlich deutlich. Die Kartierung einer 50-Quadratmeter-Wohnung dauert rund 7 Minuten. Das klingt zunächst ordentlich, das Ergebnis überzeugt aber nicht. Die Karte braucht viel manuelle Nacharbeit, weil mehrere Fehler auftauchen. Ein eigentlich zusammenhängender Bereich unter einem Bett wird als separater Raum erfasst und lässt sich in der App nicht manuell zusammenführen, weil dies nur bei Räumen möglich ist, die sich in der Karte berühren.
Mehrere Kartierungsversuche werden nötig, weil der Roboter sich wiederholt festfährt und nicht eigenständig zur Station zurückfindet. Auch die Hinderniserkennung enttäuscht im Test. Bei 6 ausgelegten Alltagsgegenständen auf 20 Quadratmetern – Schuh, PET-Flasche, Waage, Ladekabel, Actionfigur und Socke – erkennt der C28 Hindernisse nur sporadisch und ausschließlich dann, wenn sie direkt vor ihm liegen. Schräg angewinkelte Objekte erfasst er kaum. Die iPath-2.0-Navigation, die laut Hersteller auch bei schwachem Licht präzise ausweichen soll, liefert in der Praxis häufige Kollisionen.

Besonders problematisch: Der Roboter fährt im Test gegen eine auf dem Boden liegende Babypuppe, ohne es zu erkennen. Das ist kein kleiner Ausreißer, sondern ein klarer Kritikpunkt für Haushalte mit Kleinkindern. Auch an Wänden arbeitet der C28 unsauber. Statt kontrolliert entlangzufahren, tastet er sich durch wiederholte Berührungen vor. Möbel, unter die er nicht passt, erkennt er ebenfalls nicht zuverlässig und fährt mit seinem Laser wiederholt dagegen.
Auch das Einparken in die Station gelingt nicht immer sauber. Häufig fährt der Roboter zunächst geradeaus gegen die Station und setzt erst im zweiten Anlauf korrekt ein. Insgesamt ist das der Bereich, der den C28 im Test am stärksten ausbremst.
Hinzu kommt, dass die Klappe am Roboter sich ohne Griff oder Aussparung nur schwer öffnen lässt. Die Bürstenaufsätze auf der Unterseite lassen sich zwar herausschieben, der Vorgang ist aber etwas hakelig, und die Hauptbürsten lassen sich nicht vollständig herausnehmen. Dazu kommt die Station: Um an den Staubbeutel zu gelangen, müssen zuerst beide Wassertanks entfernt werden, weil der Beutel darunter sitzt. Das ist machbar, aber unnötig umständlich.

Saugleistung
Auf Hartboden nimmt der C28 im standardisierten Test 40 Gramm des ausgelegten Schmutzgemischs auf – der Behälter steigt von 181 Gramm auf 221 Gramm. Das ist gerade noch ein gutes Ergebnis. Ein praktisches Problem zeigt sich dabei sehr deutlich: Die 2 rotierenden Seitenbürsten an der Front verteilen Schmutz großflächig auf bereits gereinigte Flächen. Genau das kostet Effizienz.
Auf Teppich fällt das Ergebnis schwächer aus. Der Behälter wächst von 181 auf 200 Gramm, der Roboter nimmt also 19 Gramm Schmutz auf. Positiv ist, dass der C28 Teppich erkennt und automatisch eine höhere Saugkraft aktiviert. Die versprochenen 15.000 Pascal helfen aber nicht dabei, das Ergebnis in einen wirklich überzeugenden Bereich zu heben.

Bei Ecken und Kanten zeigt sich das nahezu rechteckige Design dagegen von seiner besseren Seite. 3 Reiskörner und 5 Haferflocken nimmt der C28 in den jeweiligen Tests auf. Eine ausfahrbare Seitenbürste gibt es nicht, die Gehäuseform gleicht das aber zumindest teilweise aus. Auch die Kanten des Geräts sind überwiegend glatt, nur selten minimal rau – im Alltag fällt das nicht negativ auf.

Wischleistung und Haare
Die HydroJet-Wischrolle reinigt sich während der Fahrt automatisch und soll laut Hersteller für streifenfreie Ergebnisse sorgen. Im Test zeigt das Wischen ein differenziertes Bild. Kaffee- und Teeflecken entfernt der C28 weitgehend, nur gelegentlich bleiben minimale Schlieren zurück. Hier liefert er ein gutes Ergebnis.
Ketchup ist die deutlich härtere Aufgabe. Das Ergebnis bleibt ordentlich, aber leichte Reste und Schlieren sind sichtbar. Dazu zieht der Roboter beim Ketchup-Test eine Spur bis zur Ladestation mit und hinterlässt damit eine zusätzliche Verschmutzung auf dem Boden. Ebenfalls wichtig im Alltag: Einen separaten Behälter für Reinigungsmittel gibt es nicht. Das Mittel muss direkt in den Frischwassertank gegeben werden, und laut Eufy darf dabei nur zertifiziertes Reinigungsmittel zum Einsatz kommen – sonst erlischt die Garantie. Das schränkt die Flexibilität unnötig ein.
Bei Haaren spielt die DuoSpiral-Bürste ihre Stärke aus. Die Hauptbürsten bleiben im Test frei von Haarverwicklungen. Einzelne Haare landen zwar in den runden Seitenbürsten vorne und müssen dort gelegentlich manuell entfernt werden, insgesamt schneidet der C28 in diesem Punkt aber gut ab.

Geräusch und Hygiene
Im Saugbetrieb misst der C28 auf Standardstufe rund 55 Dezibel, auf Maximalstufe rund 61 Dezibel. Eine normale Unterhaltung bleibt möglich, ganz unauffällig arbeitet der Roboter aber nicht. Dazu kommt ein unangenehmes Brummen während der Fahrt. Es ist nicht extrem laut, im gleichen Raum aber klar wahrnehmbar.
Die Station fällt akustisch noch stärker auf. Bei der automatischen Absaugung und bei der Moppreinigung wird sie deutlich lauter, dazu kommt teilweise ein sehr unangenehmes Fiepen. Wer die Station in einem Wohnraum aufstellt, sollte das unbedingt einplanen.
Bei der Hygiene macht der C28 wieder Boden gut. Der Staubbehälter schließt bei der Entnahme automatisch, der Schmutz bleibt also im Behälter. Der Schmutzwassertank verschließt ebenfalls zuverlässig, sodass im Raum keine unangenehmen Gerüche entstehen. Weniger überzeugend ist der Filter: Eufy spricht von einem Hochleistungsfilter, konkrete Angaben dazu fehlen aber. Gerade für Allergikerinnen und Allergiker ist das ein relevanter Punkt.
Fazit
Der Eufy C28 ist ein Saugroboter mit klaren Stärken und ebenso klaren Grenzen. Die 5-in-1-Station funktioniert im Alltag: Die Wischrolle wird gereinigt, der Mop getrocknet, Wasser automatisch nachgefüllt und Schmutzwasser entsorgt. Das Wischen überzeugt bei typischen Alltagsflecken, die Haarbehandlung gelingt gut, und auch die App bringt sinnvolle Steuerungsoptionen mit.
Sein größtes Problem bleibt die Navigation. Häufige Kollisionen, eine fehlerhafte Karte, unsicheres Einparken und die schwache Objekterkennung sind echte Kritikpunkte. In Haushalten mit Kleinkindern ist das mehr als nur ärgerlich. Dazu kommen die laute Station, das fehlende Reinigungsmittelfach und die schwache Teppichleistung.
Für den Preis bleibt der C28 trotzdem interessant. Wer in einem Haushalt ohne Kleinkinder oder auf dem Boden lebende Haustiere wohnt, ordentliche Böden hat und die Stärken beim Wischen sowie bei der automatischen Stationspflege schätzt, bekommt ein funktionales Gesamtpaket. Wer dagegen auf zuverlässige Navigation oder eine Einbindung ins Smart Home angewiesen ist, sollte sich besser nach Alternativen umsehen.
So testen wir Staubsauger-Roboter
Testergebnisse im Detail
Verarbeitungsqualität (8,5 / 10)
| Robustheit Material | 2,5 / 2,5 | |
| Spaltmaße | 2 / 2,5 | |
| Bauteile sauber miteinander verbunden | 2 / 2,5 | |
| Keine scharfen Kanten | 2 / 2,5 |
Handhabung und Navigation (17 / 30)
| Einrichtung | 3,2 / 4 | |
| App | 3,2 / 4 | |
| Reinigungsstation | 4,2 / 7 | |
| Tempo bei Navigation | 1,2 / 2 | |
| Kartierung und Navigation | 2 / 5 | |
| Hinderniserkennung | 2,4 / 6 | |
| Wie nah wird an Hindernisse herangefahren | 0,8 / 2 |
Reinigungsleistung (33,2 / 50)
| Saugleistung Teppich | 4 / 10 | |
| Saugleistung Hartboden | 8 / 10 | |
| Eckenreinigung | 3,6 / 6 | |
| Kantenreinigung | 2 / 2 | |
| Saugleistung Haare | 1,6 / 2 | |
| Wischleistung leichte Verschmutzungen | 8 / 10 | |
| Wischleistung hartnäckige Verschmutzungen | 6 / 10 |
Geräusch- und Geruchsentwicklung (4,2 / 5)
| Lautstärke im Normal-Modus | 1,6 / 2 | |
| Lautstärke im Maximal-Modus | 1,6 / 2 | |
| Gerüche | 1 / 1 |
Hygiene (2,5 / 5)
| Beim Entnehmen des Staubbeutels kein Kontakt mit Staub | 2,5 / 2,5 | |
| HEPA-Filter inklusive | 0 / 2,5 |
Wertung
: Eufy C28
Pros
- Gute Wischleistung
- Starke Haaraufnahme
- 5-in-1-Station
- Sinnvolle App-Funktionen
- Gute Eckenreinigung
- Solide Verarbeitung
- Automatische Teppicherkennung
Cons
- Schwache Navigation
- Fehlerhafte Kartierung
- Schwache Hinderniserkennung
- Schwache Teppichleistung
- Laute Station
- Umständlicher Staubbeutelzugang
- Seitenbürsten verteilen Schmutz

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