VZMORE iX9 MAX im Test: Wie gut kühlt der leistungsstarke Mini-PC?
Der Tower unter dem Schreibtisch hat Konkurrenz bekommen. Mini-PCs übernehmen inzwischen Büroarbeit, Bildbearbeitung und gelegentlich auch Spiele, obwohl sie kaum mehr Platz brauchen als ein Taschenbuch. Das alte Problem bleibt allerdings: Mehr Leistung erzeugt mehr Wärme, und die muss aus einem winzigen Gehäuse irgendwie heraus. VZMORE ist neu auf dem Markt und rückt beim iX9 MAX ausgerechnet die Kühlung in den Mittelpunkt seiner Werbung. Wir haben nachgemessen.
VZMORE iX9 MAX: Produktdetails
Ausstattung und Lieferumfang
Im iX9 MAX arbeitet der Intel Core Ultra 9 185H mit 16 Kernen und 22 Threads, der im Turbomodus bis zu 5,1 Gigahertz erreicht. Die Grafik übernimmt die integrierte Intel-Arc-Einheit. Unser Testgerät hat 24 Gigabyte LPDDR5-Arbeitsspeicher, eine SSD mit 1 Terabyte und ein vorinstalliertes Windows 11 Pro. VZMORE sieht 3 Leistungsprofile vor: Silent mit 20 Watt, Balanced mit 40 Watt und Performance mit 65 Watt.
Mitgeliefert werden ein Netzteil mit 120 Watt und ein HDMI-Kabel. Außerdem liegt eine VESA-Halterung mit Schrauben bei, über die wir den Mini-PC bei einem kompatiblen Monitor platzsparend auf dessen Rückseite montieren können. Der Hersteller gibt 3 Jahre Garantie. Im deutschen VZMORE-Onlineshop kostet der iX9 MAX zum Redaktionsschluss 999 Euro.
Design und Verarbeitung
Das Gehäuse ist ein Unibody aus Aluminium. Nur die Unterseite besteht aus Verbundwerkstoff und ist mit Lüftungsöffnungen versehen. Hier saugt das Kühlsystem Frischluft an. Eine großflächige Vapor Chamber verteilt die Wärme des Prozessors, bevor der Lüfter sie aus dem Gehäuse befördert. Mit rund 13,5 × 13,2 × 5,8 Zentimetern benötigt der Rechner nur wenig Stellfläche. Unsere Waage zeigt 777,5 Gramm.
An der Verarbeitung finden wir nichts auszusetzen. Das Aluminium lässt sich nicht eindrücken, auch bei festem Griff knarzt nichts. Die Spaltmaße an den Übergängen sind gleichmäßig, alle Bauteile sitzen fest, und scharfe Kanten ertasten wir nirgends. Der iX9 MAX ist insgesamt sehr solide und hochwertig.
Anschlüsse und Erweiterbarkeit
Bei den Anschlüssen spart VZMORE nicht. Hinten sitzen 2 USB4-Buchsen im Typ-C-Format mit jeweils 40 Gigabit pro Sekunde, die über DisplayPort 2.0 auch Bildsignale ausgeben. Über eine davon lässt sich der Rechner mit bis zu 100 Watt versorgen, beide geben 15 Watt an angeschlossene Geräte ab. Daneben gibt es 2 HDMI-2.0-Ausgänge, 2 LAN-Buchsen mit jeweils 2,5 Gigabit pro Sekunde, 1 USB-A-Port nach USB 3.2 Gen 2, 1 USB-2.0-Port und den Stromanschluss. Vorne finden wir 4 weitere USB-A-Schnittstellen mit 10 Gigabit pro Sekunde, eine davon lädt Geräte auch bei ausgeschaltetem PC. Dazu kommen eine 3,5-Millimeter-Klinke für Headsets und der Einschalter. Der SD-4.0-Kartenleser sitzt an der Seite. Kabellos funkt der Mini-PC mit Wi-Fi 7 und Bluetooth 5.4.
Für einen Rechner dieser Größe ist das eine außergewöhnlich üppige Ausstattung. Auch die Netzwerkoptionen sind sehr gut: Mit 2 schnellen LAN-Ports und dem aktuellen WLAN-Standard bleiben kaum Wünsche offen. Für externe Grafikkarten wäre ein zusätzlicher OCuLink-Anschluss interessant gewesen. Über diese Schnittstelle lassen sich Grafikkarten mit einer schnellen PCIe-Verbindung anbinden, was die Gaming-Leistung deutlich steigern könnte. Auch die vorhandenen USB4-Ports können aber grundsätzlich externe Grafikkarten unterstützen. Bei der Anordnung der Anschlüsse gibt es noch ein klein wenig Luft nach oben. Die USB-A-Ports an der Front erreichen wir bequem. USB-C gibt es aber nur hinten, für einen Typ-C-Stick oder das Smartphone müssen wir jedes Mal hinter das Gehäuse greifen.
Laut VZMORE lassen sich über HDMI und USB4 bis zu 4 Monitore anschließen. Der Hersteller wirbt sogar mit 4K-Auflösung und 120 Hertz auf allen 4 Bildschirmen. Die beiden HDMI-2.0-Anschlüsse schaffen bei voller Farbauflösung jedoch nur 4K mit 60 Hertz; höhere Bildwiederholraten sind allenfalls mit Einschränkungen bei der Farbdarstellung möglich. Ob die beworbene Vier-Monitor-Konfiguration tatsächlich funktioniert, haben wir nicht überprüft. Für Büroarbeit reichen 60 Hertz problemlos aus.
Beim Aufrüsten bietet der Rechner gemischte Möglichkeiten. Es gibt 2 M.2-Steckplätze, eine zweite SSD lässt sich also nachrüsten, ohne die Systemplatte auszubauen. Laut Hersteller nimmt der freie Platz eine kurze SSD im Format 2242 mit bis zu 1 Terabyte auf, der Hauptsteckplatz verkraftet bis zu 4 Terabyte. Der Arbeitsspeicher ist dagegen fest verlötet, mehr als 24 Gigabyte gehen nicht. Das grenzt die Aufrüstbarkeit ein.
Hardware und Leistung
Die Prozessorleistung messen wir mit Geekbench 7. Der iX9 MAX erreicht 2.189 Punkte im Single-Core- und 14.753 Punkte im Multi-Core-Test. Auch in der Praxis hinterlässt der Mini-PC einen sehr guten Eindruck: Office-Anwendungen laufen flüssig, und selbst mit zahlreichen geöffneten Chrome-Tabs und mehreren parallel genutzten Programmen bemerken wir keine störenden Verzögerungen. Auch bei Foto- und Videobearbeitung leistet er für seine Größe einen guten Job.
Für eine integrierte Grafik spielt der Mini-PC ordentlich mit. In 3DMark Time Spy messen wir 4.010 Gesamtpunkte, in Fire Strike 7.943 Gesamtpunkte. In der Praxis sieht das so aus: Bei Full-HD-Auflösung läuft das ältere Control mit hohen Einstellungen flüssig. Das 2026 erschienene Pragmata ruckelt dagegen bei Full-HD bereits auf mittleren Einstellungen. Weniger anspruchsvolle Spiele sind also kein Problem, für aktuelle grafisch aufwendige Titel fehlt der Arc-Grafik dagegen die Kraft.
Die SSD überzeugt im Benchmark AS SSD mit 4.815 Megabyte pro Sekunde beim Lesen und 4.401 Megabyte pro Sekunde beim Schreiben. Beide Werte sind sehr gut.
Thermik und Lautstärke
Bei leichter Last zeigt unser Schallpegel-Messgerät unmittelbar neben dem Rechner rund 30 Dezibel an. Der Lüfter ist zu hören, im Büroalltag stört er aber nicht. Unter Volllast schwanken die angezeigten Werte zwischen 45 und 50 Dezibel. Damit wird der iX9 MAX deutlich laut und liegt weit über der Herstellerangabe von weniger als 38 Dezibel.
Auffällig ist außerdem die Art des Geräuschs. Statt des typischen Rauschens hören wir einen leisen, singenden Ton, der an eine Oboe erinnert. Zuerst vermuten wir die Quelle draußen vor dem Fenster, erst später ordnen wir ihn dem Mini-PC zu. Wer empfindlich auf solche Töne reagiert, merkt das bei längeren Lastphasen.
Die Temperaturen hat der Rechner gut im Griff. Kurzzeitig steigt der Prozessor auf 101 Grad Celsius, nach mehr als 10 Minuten unter Last lesen wir 50 Grad Celsius ab. Das Gehäuse fühlt sich selbst nach längerer Belastung nicht unangenehm warm an. Insgesamt läuft der iX9 MAX thermisch stabil.
Fazit
Der VZMORE iX9 MAX überzeugt mit seiner hochwertigen Verarbeitung, einer sehr schnellen SSD und einer außergewöhnlich umfangreichen Anschlussausstattung. Im Büroalltag arbeitet der Mini-PC auch mit mehreren geöffneten Anwendungen flüssig und zuverlässig. Die hohe Prozessorleistung bietet zudem Reserven für die gelegentliche Foto- und Videobearbeitung. Bei anspruchsvollen aktuellen Spielen stößt die integrierte Grafik dagegen an ihre Grenzen.
Schwächen zeigen sich vor allem bei hoher Auslastung: Der Lüfter wird deutlich hörbar und erzeugt einen ungewöhnlichen, singenden Ton. Auch der fest verlötete Arbeitsspeicher und die fehlenden USB-C-Anschlüsse an der Front schränken die Flexibilität ein. Für leistungsorientierte Büroarbeitsplätze ist der iX9 MAX dennoch eine gute Wahl.
VZMORE iX9 MAX
- +Sehr robuste Verarbeitung
- +Kompakte Abmessungen
- +Hohe Prozessorleistung
- +Sehr schnelle SSD
- +Viele Anschlüsse
- +Seitlicher SD-Kartenleser
- +VESA-Halterung im Lieferumfang
- –Unter Volllast deutlich laut
- –Störender singender Lüfterton
- –Arbeitsspeicher nicht erweiterbar
- –Kein USB-C-Anschluss vorne
- –Aktuelle Spiele teils ruckelig