VEVOR Vakuumiergerät VS5164 im Test
Der VEVOR VS5164 soll trockene, feuchte und empfindliche Lebensmittel vakuumieren und verschweißen. Neben Automatik-, Impuls- und Schweißmodus bringt er ein Rollenfach mit Cutter sowie verschiedene Einstellungen für unterschiedliche Lebensmittel mit. Im Praxistest prüfen wir Verarbeitung, Bedienung, Vakuumierergebnis, Schweißnähte, Tempo und Reinigung.
VEVOR VS5164 Vakuumiergerät 130W
Design und Verarbeitung
Der VS5164 ist ein Balkenvakuumierer. Anders als bei einem Kammergerät liegt nur das offene Ende des Beutels unter dem Deckel in der Vakuumkammer. Dort saugt das Gerät die Luft ab, anschließend verschließt eine beheizte Schweißleiste die Folie. Der Vakuumierer misst 40,6 × 20 × 15,6 Zentimeter, wiegt 3,2 Kilogramm und kombiniert im Gehäuse Edelstahl mit Kunststoff.
An der Verarbeitung gibt es nichts auszusetzen. Wir prüfen das kalte, ausgeschaltete Gerät rundum und finden weder scharfe Kanten noch lose Teile. Die Spaltmaße sind unauffällig, Deckel, Tasten, Dichtungen und Schweißleiste sitzen passgenau. Optisch wirkt der VEVOR ebenfalls sehr hochwertig.
Bei der Arbeit steht der VS5164 stabil: Während des Vakuumierens rutscht und kippelt nichts, der Beutel bleibt fest in Position. Für den Test öffnen, schließen und verriegeln wir den Deckel 5-mal hintereinander. Jedes Mal rastet er eindeutig ein, und der Einhandgriff arbeitet leichtgängig und zuverlässig.
Ausstattung und Lieferumfang
Technisch setzt VEVOR auf 2 Vakuumpumpen, die einen Unterdruck von 90 Kilopascal erzeugen sollen, und auf eine doppelte Schweißnaht. Die Leistung liegt bei 130 Watt. Verschweißen lassen sich Beutel bis 30 Zentimeter Breite, die Nahtbreite gibt der Hersteller mit 2,5 Millimetern an.
Neben dem automatischen Vakuumieren und Verschweißen bietet das Bedienfeld einen reinen Schweißmodus und eine Impulsfunktion, mit der sich das Vakuum von Hand dosieren lässt. Für trockenes, feuchtes und nasses Füllgut stehen 3 Schweißzeiten zur Wahl, für normale und empfindliche Ware 2 Vakuumstufen. Laut Hersteller lassen sich über den mitgelieferten Schlauch außerdem separat erhältliche Behälter vakuumieren; eine eigene Taste ist für das Marinieren vorgesehen. Die Programme sind klar voneinander abgegrenzt und decken die gängigen Aufgaben im Haushalt ab.
Zum Lieferumfang gehören 10 Vakuumbeutel im Format 28 × 40 Zentimeter, 2 Folienrollen mit 22 und 28 Zentimetern Breite und jeweils 3 Metern Länge, der Schlauch samt Anschlussstück sowie eine Ersatzdichtung aus Schaumstoff und Hochtemperatur-Klebeband. Für das Vakuumieren mit Beuteln ist damit alles Nötige enthalten. Für den Nachkauf schreibt die Anleitung Vakuumbeutel mit Luftkanälen vor und verweist dabei auf VEVOR-eigenes Material. Beutel anderer Hersteller probieren wir im Test nicht aus.
Bedienung und Handhabung
Der erste Durchgang gelingt nicht auf Anhieb, und das liegt vor allem an der unübersichtlichen Bedienungsanleitung. Sie enthält weder eine Aufstellung des Lieferumfangs noch Hinweise zur Inbetriebnahme, und die Abbildungen zum Einlegen des Beutels sind so klein, dass sie kaum weiterhelfen. Zur Beutelpositionierung verlangt die Anleitung lediglich ausreichend Freiraum zwischen Lebensmittel und Öffnung. Im ersten Durchgang baut das Gerät kein Vakuum auf. Nach kurzem Ausprobieren mit Länge und Position des Beutels klappt das Einlegen anschließend problemlos.
Die Bedienung selbst erschließt sich dagegen fast von allein. Die Tasten sind eindeutig beschriftet, der gewählte Modus ist jederzeit klar zu erkennen, und eine Ziffernanzeige meldet verständlich den Fortschritt des Vorgangs. Auch mehrere Beutel hintereinander vakuumieren wir problemlos, weil der Deckel vom Verriegeln bis zum Öffnen nicht klemmt und sich die Beutel leicht entnehmen lassen. Unnötige Zwischenschritte fallen dabei nicht an.
Folienrolle und Cutter
Die Folienrolle steckt in einem Fach im Gerät, ein Sichtfenster zeigt den verbleibenden Vorrat. Ein integrierter Cutter schneidet die Folie auf Länge. Beutel in passender Größe bereiten wir damit schnell und präzise vor: Wir ziehen das gewünschte Stück aus dem Fach, trennen es sauber ab und verschließen eine Seite im Schweißmodus. Die Nähte sitzen dabei jedes Mal gerade und glatt. Rollenfach und Cutter erleichtern die Vorbereitung im Test, und auch das mitgelieferte Folienmaterial lässt sich sauber schneiden und verschweißen.
Vakuum, Schweißnaht und Dichtigkeit
Für alle Prüfungen verwenden wir das mitgelieferte Beutelmaterial. In den ersten Beutel füllen wir 300 Gramm trockenen Naturreis und lassen oben mindestens 5 Zentimeter Rand frei. Das Vakuumierergebnis fällt gleichmäßig aus: Nach dem automatischen Zyklus liegt die Folie rundum eng am Reis an, Restluft ist kaum zu erkennen.
Ebenso überzeugend gerät die Schweißnaht. Sie verläuft ohne offene Stellen, Falten oder verbrannte Bereiche über die gesamte Breite, und auch wenn wir den Beutel leicht auseinanderziehen, gibt sie an keiner Stelle nach.
Dass die Schweißnaht auch Flüssigkeit zuverlässig im Beutel hält, zeigt der Eiswürfeltest. Dafür vakuumieren wir 3 bis 4 Eiswürfel und lassen den Beutel ohne zusätzliches Gewicht vollständig auftauen. Der fertig verschlossene Beutel bleibt dicht: Es tritt kein Wasser aus, und auch Luft dringt nicht ein.
Feuchte Lebensmittel
Weniger kontrolliert arbeitet der Vakuumierer, wenn das Füllgut Feuchtigkeit mitbringt. Rund 150 Gramm festen Tofu tupfen wir oberflächlich ab und vakuumieren ihn im Feucht-Modus. Dabei saugt das Gerät deutlich Flüssigkeit an, die nach dem Durchgang sichtbar in der Vakuumkammer steht. Die Naht bleibt trotzdem dicht. Auch beim Eiswürfelbeutel gelangt während des Tests Wasser in die Kammer; der fertig verschlossene Beutel bleibt nach dem Auftauen dennoch dicht. Solche Lebensmittel verschließt der VS5164 also sicher, im Gerät bleibt danach aber Nässe zurück.
Tempo und Serienbetrieb
Die ersten 3 Durchgänge mit Reis stoppen wir vom Programmstart bis zu dem Moment, in dem sich der Beutel entnehmen lässt. Die Stoppuhr zeigt 33, 31 und 31 Sekunden. Mit gut einer halben Minute pro Beutel arbeitet der Vakuumierer sehr zügig, und die Zeiten liegen höchstens 2 Sekunden auseinander.
In einem Belastungstest mit 5 direkt aufeinanderfolgenden Zyklen lässt die Leistung nicht nach. Dafür öffnen wir den Reisbeutel jeweils oberhalb der Naht und vakuumieren denselben Reis erneut. Vakuumierergebnis und Nahtbild bleiben bis zum Schluss konstant. Im regulären Betrieb empfiehlt die Anleitung allerdings, zwischen 2 Beuteln 1 Minute Abkühlzeit einzuplanen.
Lautstärke und Betriebssicherheit
Die Produktbeschreibung verspricht einen leisen Lauf, subjektiv empfinden wir den VS5164 im Test jedoch als relativ laut. VEVOR selbst beziffert den Geräuschpegel auf 76 Dezibel. Eine auffällige Erwärmung bemerken wir auch nach der Serie von 5 Zyklen nicht. Laut Hersteller überwachen 2 Temperaturfühler und ein Thermostat die Wärmeentwicklung.
Reinigung und Wartung
Nach allen Vakuumiertests trennen wir das Gerät vom Strom, lassen den Schweißbereich abkühlen und reinigen Vakuumkammer, Dichtungen, Schweißleiste und Gehäuse. Alle Stellen sind gut zugänglich, die Flüssigkeit aus dem Tofu-Test wischen wir nahezu restlos heraus. Nach rund 1 Minute ist der Vakuumierer wieder sauber und bereit zum Verstauen.
Auch die regelmäßige Kontrolle macht wenig Arbeit. Dichtungen und Schweißleiste lassen sich am gereinigten Gerät gut prüfen, für einen späteren Austausch liegen Ersatzdichtung und Klebeband bereits bei. Kabel und Zubehör verstauen wir anschließend ohne Mühe. Laut Anleitung bleibt der Deckel bei der Lagerung entriegelt, damit sich die Schaumstoffdichtungen nicht verformen.
Fazit
Der VEVOR VS5164 liefert bei Trockenware ein gutes Vakuumierergebnis, verschweißt sauber und arbeitet mit 31 bis 33 Sekunden pro Zyklus schnell. Rollenfach und Cutter erleichtern die Handhabung.
Schwächen zeigen sich bei feuchten Lebensmitteln, bei denen Flüssigkeit in die Kammer gelangt, sowie bei der knappen Bedienungsanleitung und der hohen Lautstärke.
- +Hochwertige Verarbeitung
- +Kräftiges Vakuum bei Trockenware
- +Saubere und dichte Schweißnähte
- +Schnelle, konstante Vakuumierzyklen
- +Rollenfach mit integriertem Cutter
- –Flüssigkeit gelangt in die Vakuumkammer
- –Unübersichtliche Bedienungsanleitung
- –Hohe Lautstärke