Valerion VisionMaster Pro2 im Test: heller Triple-Laser-Beamer für Filme, Sport und Gaming
Der Valerion VisionMaster Pro2 ist kein kleiner Beamer für gelegentliche Filmabende. Er steht sichtbar im Raum, bringt spürbar Gewicht mit und will mit Triple-Laser, 4K-Bild, Google TV und Gaming-Funktionen das Wohnzimmer zur großen Leinwand machen. Genau das macht ihn spannend: Er verspricht viel Komfort, ohne dass gleich ein fest installiertes Heimkino entstehen muss. Im Test prüfen wir, wie gut dieses Konzept im Alltag funktioniert und ob der Pro2 seinen hohen Anspruch einlöst.
Valerion VisionMaster Pro2
Design und Verarbeitung
Der Valerion VisionMaster Pro2 fällt auf. Die gerippten, metallisch wirkenden Seiten sehen aus wie Kühlrippen und geben dem Gerät einen klaren Technik-Look. Die Würfelform lässt ihn auch nicht gerade zurückhaltend erscheinen. Mit etwa 25,7 Zentimetern Breite, 18,7 Zentimetern Höhe und 25 Zentimetern Tiefe braucht der Beamer Platz. Er ist kompakt genug fürs Sideboard, aber kein Gerät, das man ständig von Raum zu Raum trägt.
Die Verarbeitung gefällt uns dabei sehr gut. Das Gehäuse sitzt fest, nichts knarzt, nichts wackelt. Die Materialien wirken wertig. Auch das Gewicht trägt zu diesem Eindruck bei: Mit rund 7 Kilogramm steht der Pro2 sehr sicher.
Aufstellung und Einrichtung
Der Abstand von der Linse zur Projektionsfläche liegt in unserem Testszenario bei 184 Zentimetern. Damit schafft der Projektor eine beachtliche Bilddiagonale von etwa 235 Zentimetern. Das Aufstellen klappt im Test sehr einfach. Auf der Unterseite sitzt ein kleiner ausklappbarer Standfuß. Damit lässt sich der Projektor leicht anheben. Für mehr Höhe braucht es aber eine Unterlage. Wir nutzen dafür im Test das robuste mitgelieferte Transport-Case. Wer noch flexibler sein will, kann zusätzlich zur separat erhältlichen Gimbal-Halterung greifen.
Die automatischen Bildfunktionen nehmen viel Arbeit ab. Autofokus, automatische Trapezkorrektur, Bildschirmanpassung und Hinderniserkennung funktionieren im Test zuverlässig. Wir müssen kaum nachjustieren. Das ist ein großer Vorteil, wenn der Beamer nicht fest montiert wird oder regelmäßig anders steht.
Der Pro2 hat jedoch keinen vertikalen Lens Shift. Wer die Bildhöhe verändern will, muss den Beamer also passend platzieren oder mit Korrekturen arbeiten. Das funktioniert im Alltag gut, ersetzt aber nicht die Flexibilität eines Modells mit Lens Shift.
Die Ersteinrichtung dauert bei uns rund 8 Minuten. Über die Google Home-App können wir unsere Daten direkt an den Beamer übertragen. Wir benötigen nur das WLAN-Passwort. Wer die App nicht nutzen möchte, kann die Einrichtung auch direkt über den Beamer erledigen. Das dauert allerdings etwas länger, klappt aber auch problemlos.
Bedienung und Fernbedienung
Direkt am Gerät geizt Valerion mit Tasten. Auf der Rückseite sitzt die Ein- und Aus-Taste. Auf der Oberseite gibt es den Schalter für die Far-Field-Sprachsteuerung, daneben Mikrofon und LED-Anzeige. Navigationstasten fehlen. Das stört nicht, solange die Fernbedienung griffbereit ist. Nutzerinnen und Nutzer sollten sie aber tunlichst nicht verlegen.
Die Fernbedienung macht vieles wieder gut. Sie liegt hochwertig in der Hand, bietet viele direkte Tasten und wirkt durch das Metallgehäuse deutlich edler als einfache Kunststofffernbedienungen. Neben Steuerkreuz, Home-, Zurück-, Eingabe- und Einstellungstaste gibt es Direkttasten für Netflix, YouTube, Prime Video und Disney+. Auch Fokus, Eingangsquelle, Sprachsteuerung und Lautstärke sind schnell erreichbar.
Nicht alle Tasten sind beleuchtet. Das fällt vielleicht in einem dunklen Heimkino-Raum auf, ist aber aus unserer Sicht kein großer Schwachpunkt. Die Fernbedienung ist insgesamt schön übersichtlich und reagiert im Test zuverlässig.
Smart-TV, Anschlüsse und Streaming
Als Betriebssystem kommt Google TV zum Einsatz. Damit stehen im Alltag alle wichtigen Apps bereit. Netflix, YouTube, Prime Video, Disney+, Apple TV+, Paramount+, DAZN und weitere Dienste lassen sich über den Play Store nutzen. Ein zusätzlicher Streaming-Stick ist aus unserer Sicht nicht nötig.
Auch drahtlos ist der Pro2 breit aufgestellt. AirPlay 2, Chromecast, Miracast, Wi-Fi 6E und Bluetooth 5.2 decken die wichtigsten Alltagsszenarien ab. Fotos, Videos oder Präsentationen lassen sich damit schnell zuspielen. Für stabile Heimkino-Nutzung bleibt LAN per RJ45 die sicherere Lösung.
Die kabelgebundenen Anschlüsse passen zur Preisklasse. Es gibt 2 HDMI-2.1-Eingänge, einen HDMI-2.0-Anschluss mit eARC, USB 3.0, USB 2.0, einen optischen S/PDIF-Ausgang und einen analogen Audioanschluss. Für Konsolen, AV-Receiver, Soundbars und externe Zuspieler ist das gut gelöst. Besonders eARC ist wichtig, wenn der Ton an eine Soundbar oder einen AV-Receiver gehen soll.
Unter der Oberfläche arbeitet der AI-SoC MT9618 mit 4 GB RAM und 128 GB internem Speicher. Das ist für ein integriertes Smart-TV-System üppig und lässt genügend Platz für Apps und lokale Daten.
Bildqualität
In dunkler Umgebung spielt der VisionMaster Pro2 stark auf. Das Bild wirkt hell, farbintensiv und kontrastreich. Die RGB-Triple-Laser-Lichtquelle sorgt für kräftige Farben. Der Hersteller nennt 3.000 ISO-Lumen, einen Kontrast von 15.000:1 und 110 Prozent Rec.2020. Im Praxiseindruck passt das Bild zu diesen hohen Ansprüchen: Es wirkt auch auf großer Diagonale lebendig und nicht kraftlos.
Auch bei Restlicht bleibt das Bild gut nutzbar. Wir testen mit großen Fenstern hinter dem Beamer und mit teilweise abgedunkeltem Raum. Natürlich gewinnt jeder Projektor im Dunkeln. Der Pro2 bricht bei normalem Restlicht aber nicht sofort ein. Das macht ihn alltagstauglicher als viele Beamer, die nur im komplett dunklen Raum überzeugen.
Bei Schärfe und Details zeigt sich ein differenziertes Bild. Menüs, Untertitel, App-Oberflächen und größere Schrift sind sauber lesbar. In Filmen kommen Haut, Stoffe, Haare, Architektur und Landschaften klar heraus. Bei sehr kleinen PC-Schriften oder Testmustern erkennt man aber, dass hier kein nativer 4K-Chip arbeitet. Der 0,47-Zoll-DLP-Chip gibt 4K UHD mit 3840 × 2160 Pixeln per XPR-Pixel-Shift aus. Das sieht im Filmalltag sehr gut aus, erreicht bei feinsten Strukturen aber nicht ganz die Ruhe eines nativen 4K-Projektors oder eines sehr guten 4K-Fernsehers.
Kontrast und Schwarzwert gefallen im Test ebenfalls. Dunkle Szenen haben Tiefe. Ganz perfekt ist Schwarz aber nicht. In schwierigen Szenen kann es leicht ins Graue kippen. Das ist Kritik auf hohem Niveau, bleibt bei einem Projektor dieser Preisklasse aber nicht aus.
Der Pro2 unterstützt Dolby Vision, HDR10+, HDR10, HLG, IMAX Enhanced, Filmmaker Mode und Active 3D. Das macht ihn für viele Quellen flexibel. Wichtig bleibt trotzdem: Die beste Bildqualität liefert er mit gutem Material, sauberer Ausrichtung und möglichst kontrolliertem Licht im Raum.
Bewegung, Gaming und Ton
Sport und schnelle Bewegungen meistert der Valerion insgesamt gut. Kameraschwenks wirken meist ruhig. Beim Fußball fällt an Kanten und Einblendungen gelegentlich ein leichter Nachzieh- oder Wischeffekt auf.
Für Gaming bringt der Pro2 starke Voraussetzungen mit. Der Hersteller nennt 4 Millisekunden bei 1080p mit 240 Hertz, 8 Millisekunden bei 1080p mit 120 Hertz und 15 Millisekunden bei 4K mit 60 Hertz. Dazu kommen HDMI 2.1 und ALLM. Im Test nutzen wir vor allem eine PlayStation 5. Für große Einzelspielerwelten, Rennspiele oder Sportspiele passt das sehr gut. Wer kompetitiv spielt und jede Millisekunde zählt, wird trotzdem eher zu einem schnellen Gaming-Monitor greifen.
Die integrierten Lautsprecher leisten mehr, als wir von vielen Beamern erwarten. Die 2 × 12 Watt klingen klar, werden auf Wunsch laut und bringen sogar etwas Bass mit. Für einen Filmabend ohne externe Anlage reicht das gut. Wer echtes Heimkino mit breiter Bühne und spürbarem Tiefbass will, sollte den eARC-Anschluss nutzen und eine Soundbar oder einen AV-Receiver anschließen.
Lautstärke, Wärme und Verbrauch
Im Betrieb messen wir etwa 30 Dezibel direkt am Gerät. Der Lüfter ist hörbar, vor allem in ruhigen Filmszenen. Meist verschwindet er aber hinter dem Ton. Wer sehr empfindlich auf Lüftergeräusche reagiert und leise Filme mit geringer Lautstärke schaut, sollte das trotzdem bedenken.
Auch nach längerer Laufzeit bleibt die Wärmeentwicklung unkritisch. Der Beamer gibt die Wärme vor allem nach links ab. Das Gehäuse erwärmt sich, wirkt aber nicht problematisch. Wichtig ist nur, dem Gerät genug Luft zu lassen. Eingezwängt in ein enges Regal gehört er nicht. Beim Stromverbrauch messen wir bei hellen Bildern rund 135 Watt. Das liegt für einen hellen Laserprojektor im erwartbaren Bereich.
Fazit
Der Valerion VisionMaster Pro2 überzeugt im Test als heller und komfortabler Heimkino-Beamer für das Wohnzimmer. Das Bild ist kräftig, farbstark und auch bei Restlicht noch gut nutzbar. Die automatische Einrichtung nimmt viel Arbeit ab, Google TV macht externe Streaming-Hardware oft überflüssig, und die Anschlussausstattung passt zu Konsole, Soundbar und AV-Receiver.
Seine Grenzen liegen beim Gewicht, beim Preis, beim fehlenden Lens Shift und bei der nicht ganz perfekten 4K-Schärfe feinster Details. Auch der Schwarzwert erreicht nicht die absolute Referenz. Trotzdem bleibt der Gesamteindruck stark. Wer einen hochwertigen All-in-One-Projektor für Filme, Streaming, Sport und Gaming sucht, bekommt hier ein sehr rundes Paket.
- +Helles, farbstarkes Bild
- +Gute Restlichtnutzung
- +Zuverlässige Bildautomatik
- +Viele Anschlüsse
- +Starke Gaming-Werte
- +Hochwertige Fernbedienung
- +Guter integrierter Ton
- +Wertige Verarbeitung
- +Schnelle Einrichtung
- –Hohes Gewicht
- –Kein Lens Shift
- –Schwarz nicht ganz perfekt
- –Lüfter hörbar
- –Wenige Gerätetasten
- –Nicht alle Tasten der Fernbedienung sind beleuchtet