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Ulike Air 10 Pro im Test: sanfte IPL-Haarentfernung

Eva
|
18. August 2026
|
8 Min. Lesezeit

Der Markt für Lichtimpuls-Geräte im eigenen Bad wächst seit Jahren kräftig, und mit ihm die Erwartung, dass eine langfristige Reduktion des Haarwuchses ohne Salontermin und möglichst schmerzarm funktioniert. Ulike gehört zu den Marken, die dieses Versprechen besonders offensiv vertreten und zuletzt gezielt in Deutschland Fuß gefasst haben. Mit dem Air 10 Pro schickt der Hersteller ein technisch umfangreich ausgestattetes Premiummodell ins Rennen und positioniert es mit 499,99 Euro im hochpreisigen Bereich. Wir haben es im Alltag getestet.

Ulike Air 10 Pro

UVP499,99 Euro
Produkttypnetzbetriebenes IPL-Gerät
LichtsystemDual-Lichtsystem mit 2 Lichtquellen
LeistungsmodiFast, Normal, Max und USHR
USHR-Gesamtenergie26 Joule laut Hersteller
AutoGlideLichtimpulse im Abstand von 0,25 Sekunden laut Hersteller
Saphir-EiskühlungHautkontakttemperatur unter 15,6 Grad Celsius laut Hersteller
Maße Handteilrund 20 × 6,5 × 5 Zentimeter
Gewicht Handteil400 Gramm
Kabellänge2,6 Meter
Ulike Air 10 Pro: Handgerät und Lieferumfang
Neben dem Handgerät befinden sich eine faltbare Schutzbrille, ein Rasierer, ein Stoffbeutel und 2 Anleitungen im Karton. (Foto: Testsieger.de)

Ausstattung und Testaufbau

Das Air 10 Pro ist ein netzbetriebenes IPL-Gerät, das mit einem Dual-Lichtsystem aus 2 Lichtquellen arbeitet. Das Handteil misst rund 20 × 6,5 × 5 Zentimeter. Auf der Waage zeigt es 400 Gramm. Mit dem Netzteil steigt das Gesamtgewicht auf 760 Gramm, denn einen Akku gibt es nicht. Das Gerät wird über das 2,6-Meter-Kabel mit Energie versorgt. Im Karton liegen außerdem eine faltbare Schutzbrille, ein Rasierer, ein Stoffbeutel sowie 2 Anleitungen.

Ulike Air 10 Pro: Dual-Lichtfenster in Nahaufnahme
Das breite Dual-Lichtfenster deckt größere Hautpartien nach kurzer Eingewöhnung gleichmäßig ab. (Foto: Testsieger.de)

Technisch setzt Ulike auf ein Dual-Lichtsystem mit vergleichsweise breitem Behandlungsfenster und 4 Leistungsmodi: Fast, Normal, Max und USHR. Hinter USHR, ausgeschrieben Ulike Super Hair Removal, steckt eine Folge von 4 Einzelimpulsen, die laut Hersteller eine Gesamtenergie von 26 Joule erreicht und für hartnäckige Haare vorgesehen ist.

Für den AutoGlide-Modus wirbt Ulike mit Lichtimpulsen im Abstand von 0,25 Sekunden, während die Saphir-Eiskühlung die Hautkontakttemperatur laut Hersteller unter 15,6 Grad Celsius hält. Ein Hautsensor misst den Hautton und regelt die Energie automatisch nach. Freigegeben ist das Gerät für Beine, Arme, Achseln, Bikinizone und Gesichtsbereiche unterhalb der Wangenknochen; die Augenpartie ist ausgenommen.

Für den Test haben wir das Air 10 Pro über mehrere Wochen hinweg 3-mal wöchentlich eingesetzt, jeweils direkt nach dem Duschen und Rasieren und zu wechselnden Tageszeiten. Im Mittelpunkt standen die Beine, dazu kamen Achseln und Bikinizone. Die Testperson hat helle bis beige Haut, braunes bis dunkelbraunes Haar und eine mittlere Haardichte – eine Kombination, für die IPL-Technik grundsätzlich gut geeignet ist.

Für sehr dunkle Hauttöne ist IPL laut Ulike nicht geeignet; bei dunkleren Hauttönen muss die Kompatibilität anhand der Hauttontabelle geprüft werden. Ebenso wenig eignet sich die Technik für hellblondes, rotes, graues oder weißes Haar, bei dem IPL aufgrund des geringen Melaningehalts kaum oder nicht wirksam ist. Tätowierte Hautstellen müssen bei der Anwendung ausgespart werden; bei großflächigen Tattoos schränkt das die nutzbare Behandlungsfläche entsprechend ein. Der Rücken lässt sich allein nur schwer vollständig und gleichmäßig erreichen; je nach Beweglichkeit kann dafür eine zweite Person hilfreich sein.

Haarentfernung und Hautschonung

Nach 4 Wochen mit 3 Anwendungen pro Woche zeigt sich an den Beinen ein klar erkennbarer Fortschritt. Wir finden mehrere Partien, an denen deutlich weniger oder gar keine Haare mehr nachwachsen, und auch dort, wo weiterhin Haare nachwachsen, wirkt der Nachwuchs feiner. Erschwerend kommt hinzu, dass die für IPL nötige regelmäßige Rasur den Blick auf Zwischenergebnisse verstellt; erst als wir uns gegen Ende 2 Tage lang nicht rasieren, wird der Effekt deutlich sichtbar. Für den 4-wöchigen Testzeitraum fällt die sichtbare Haarreduktion überzeugend aus, auch wenn die Herstellerangabe von sichtbar glatterer Haut nach 2 Wochen nach unserer Erfahrung eher optimistisch ausfällt.

Die Flächenabdeckung überzeugt, sobald der Rhythmus sitzt. Das breite Dual-Lichtfenster und der AutoGlide-Modus arbeiten sauber und decken auch größere Partien wie die Oberschenkel zügig ab. In den ersten Sitzungen schieben wir das Gerät zwischen 2 Impulsen etwas zu großzügig weiter, was zu kleineren Lücken führt – eine Frage des Tempos, die sich nach kurzer Eingewöhnung von selbst erledigt. Danach gleitet das Handteil gleichmäßig über die Haut und liefert ein sauberes, flächiges Ergebnis. Die Blitzfolge im Gleitmodus wirkt dabei etwas langsamer, als die Herstellerangabe vermuten lässt.

Ulike Air 10 Pro: Anwendung am Bein
Am Bein liegt die gekühlte Glasplatte angenehm auf der Haut, sodass wir die Lichtimpulse praktisch nicht wahrnehmen. (Foto: Testsieger.de)

Bei unserer Testperson erweist sich die Hautverträglichkeit als klare Stärke des Air 10 Pro. Trotz der Erwartung, dass Lichtimpulse spürbar unangenehm ausfallen, nehmen wir die Blitze praktisch nicht wahr: Die gekühlte Glasplatte liegt angenehm auf, wir nehmen weder Wärme noch ein Ziehen wahr. Auch nach mehreren Anwendungen bleiben Rötungen, Pickelchen und Spannungsgefühle vollständig aus, nachgecremt haben wir die behandelten Stellen ohnehin. Nur einmal weichen wir vom Ablauf ab und behandeln nicht gründlich genug rasierte Beine. Der Geruch verbrannter Haare bestätigt umgehend, warum die Anleitung an dieser Stelle so deutlich wird. Das ist kein Mangel des Geräts, sondern ein Hinweis darauf, wie eng die Vorbereitung zum Ergebnis gehört.

Ebenso überzeugend fällt die Sicherheitslogik aus. Das Gerät löst nur aus, wenn die Glasplatte ausreichend auf der Haut aufliegt, und eine Anzeige am Gehäuse signalisiert zuverlässig, wenn der Kontakt nicht stimmt. Die anfängliche Sorge, versehentlich einen Impuls auszulösen, verfliegt dadurch schnell. Der Hautsensor passt die Energie selbstständig an den erkannten Hautton an. Der Kontaktsensor verhindert wiederum, dass Impulse ohne ausreichenden Hautkontakt ausgelöst werden. Die Anleitung verlangt das Tragen der Schutzbrille und warnt davor, direkt in das Saphir-Lichtfenster zu blicken. Die Behandlungsfläche bleibt dabei sichtbar, sodass wir das Gerät auch an den Beinen kontrolliert führen können. Bereiche rund um die Augen sind von der Behandlung grundsätzlich ausgenommen.

Ulike Air 10 Pro: aktives Lichtfenster
Beim Betrieb sehen wir das helle Lichtfenster, während die Anleitung das Tragen der Schutzbrille und den Verzicht auf direkten Blick in das Fenster verlangt. (Foto: Testsieger.de)

Handhabung

Die Inbetriebnahme gelingt sehr einfach. Nach Rasur und kurzer Vorbereitung ist das Air 10 Pro ohne Umwege einsatzbereit. Nach dem Anschließen genügt ein Tastendruck zum Einschalten; Modi und Lichtimpulse werden über separate Bedienelemente gesteuert. Der Quick-Start-Guide, eine gefaltete Broschüre mit 8 Seiten, fasst alles Wichtige knapp zusammen, liegt aber ausschließlich auf Englisch bei. Die ausführliche Anleitung deckt 6 Sprachen mit je 13 Seiten ab und erklärt gründlich, was zu tun ist und vor allem, wann das Gerät nicht benutzt werden darf – dafür fehlt ihr der schnelle Einstieg.

Ulike Air 10 Pro: Bedientasten an der Seite
Die seitlichen Tasten liegen im Griffbereich gut erreichbar, sodass wir Modi und Lichtimpulse ohne Umwege steuern können. (Foto: Testsieger.de)

Im Betrieb überzeugen Tasten und Anzeigen. Die Bedienelemente liegen im Griffbereich gut erreichbar, die Modus- und Kontaktanzeigen sind eindeutig und ohne Nachschlagen verständlich. Auch die Ergonomie geht in Ordnung: Trotz der Länge von 20 Zentimetern und 400 Gramm Gewicht liegt das Handteil ausgewogen in der Hand und lässt sich kontrolliert führen. Bei größeren Flächen wie den Beinen wird das Format allerdings zum Thema, denn dort muss das Handteil rund um das Bein geführt werden, und das gerät mit einem so voluminösen Gehäuse spürbar umständlicher als mit einem schlanken Handgriff.

Ulike Air 10 Pro: Handgerät mit angeschlossenem Kabel
Trotz 400 Gramm Gewicht liegt das Handteil ausgewogen in unserer Hand, bei großen Flächen empfinden wir das voluminöse Gehäuse jedoch als umständlicher. (Foto: Testsieger.de)

Eine Lücke bleibt bei der digitalen Begleitung: App, Erinnerungsfunktion oder ein digitaler Behandlungsplan fehlen komplett. Gerade im ersten Monat müssen 3 Anwendungen pro Woche, die Rasur vor der Sitzung sowie die anschließenden Pflege- und Sonnenschutzhinweise regelmäßig eingehalten werden. In unserem Test hätte eine Erinnerungsfunktion dabei geholfen, den eng getakteten Behandlungsplan zuverlässig einzuhalten. Ulike löst das analog über eine Abhak-Übersicht für 4 Wochen, die als Hilfsmittel funktioniert, aber hinter dem zurückbleibt, was Wettbewerber in dieser Preisklasse digital anbieten.

Ulike Air 10 Pro: Modus- und Kontaktanzeigen
Die Modus- und Kontaktanzeigen sind für uns eindeutig und ohne Nachschlagen verständlich, eine digitale Begleitung per App fehlt jedoch komplett. (Foto: Testsieger.de)

Verarbeitung

Beim Materialeindruck gibt es nichts zu bemängeln. Das Gehäuse wirkt durchgehend hochwertig, die Oberflächen sind sauber gearbeitet und wir finden weder störende Übergänge noch auffällige Spaltmaße. Lichtfenster und Auflagefläche machen einen ebenso wertigen Eindruck, sitzen präzise und liegen mit einer sinnvoll gewählten Größe auf der Haut auf. Für ein Gerät, das über Monate hinweg regelmäßig zum Einsatz kommt, ist das die richtige Grundlage.

Weniger rund fällt die Peripherie aus. Das Netzteil ist klassisch dimensioniert und entsprechend klobig, vor allem aber stört uns die Steifigkeit des Kabels: Wer ein Bein einmal komplett umrunden will, wünscht sich eine deutlich flexiblere Leitung. Die Länge von etwa 2,6 Metern gleicht das teilweise aus und schafft im Bad ausreichend Bewegungsfreiheit, den fehlenden Akkubetrieb ersetzt sie jedoch nicht. Kritik verdient außerdem die mitgelieferte Schutzbrille: Sie lässt sich zwar sehr klein zusammenfalten, die Faltstellen wirken jedoch potenziell empfindlich. Wie haltbar sie langfristig sind, lässt sich nach 4 Wochen nicht beurteilen. Die Materialqualität des Geräts selbst schmälert das nicht, beim Zubehör bleibt aber etwas Luft nach oben.

Ulike Air 10 Pro: Kabelanschluss und Lüftung
Das etwa 2,6 Meter lange Kabel schafft uns ausreichend Bewegungsfreiheit, seine Steifigkeit stört jedoch beim Führen rund um das Bein. (Foto: Testsieger.de)

Lautstärke

Bei unserer Lautstärkemessung kommen wir je nach Betriebszustand auf Werte zwischen 56 und 76 Dezibel. Lüfter und Lichtimpulse sind damit deutlich hörbar, aber weder laut noch unangenehm. Für ein Gerät mit aktivem Kühllüfter und hörbaren Lichtimpulsen ein angemessenes Niveau. Im Nahbereich ist das Impulsgeräusch anfangs ungewohnt, verliert diesen Effekt jedoch nach wenigen Sitzungen. Über Lüfter und Impulse hinaus gibt das Air 10 Pro keine unklaren Nebengeräusche von sich, es klappert nichts und störende Vibrationen bleiben aus.

Reinigung und Pflege

Das Lichtfenster lässt sich sehr einfach säubern, ein kurzes Abwischen genügt und die Fläche ist frei zugänglich. Beim restlichen Gehäuse ist etwas mehr Sorgfalt gefragt, vor allem an den Luftein- und -auslässen: Dort dürfte sich über die Monate Staub sammeln, der später schwer zu entfernen ist. Die Pflegehinweise in der Anleitung sind zahlreich, aber nachvollziehbar formuliert und lassen keine Fragen offen.

Ulike Air 10 Pro: Lüftungsöffnungen auf der Unterseite
An den Luftein- und -auslässen erwarten wir über längere Zeit mehr Reinigungsaufwand, weil sich dort Staub sammeln kann. (Foto: Testsieger.de)

Schwächer gelöst ist die Aufbewahrung. Mitgeliefert wird ein Stoffbeutel, in den Gerät, Netzteil und Brille zwar gemeinsam hineinpassen, sich dabei aber ungeschützt berühren. Eine passgenaue Hülle mit Fächern würde die empfindliche Schutzbrille und das Lichtfenster spürbar besser schützen und wäre dem Preisniveau aus unserer Sicht angemessener.

Fazit

Das Ulike Air 10 Pro überzeugt vor allem bei Hautgefühl und Sicherheit. In unserem Test bleibt die Behandlung dank der Saphirkühlung praktisch schmerzfrei; bei unserer Testperson treten auch nach mehreren Wochen keine Hautreizungen auf. Hautsensor sowie Kontaktauslösung nehmen Einsteiger und Einsteigerinnen die Unsicherheit. Verarbeitung und Bedienlogik liegen auf einem sehr guten Niveau, Reinigung und Inbetriebnahme kosten kaum Aufwand. Die Haarreduktion fällt an den Beinen bereits nach 4 Wochen gut aus, und auch die Abdeckung größerer Flächen gelingt gleichmäßig, sobald das Führungstempo sitzt.

Die Schwächen liegen im Drumherum. Größe und Gewicht machen große Flächen mühsam, das steife Kabel und der reine Netzbetrieb schränken die Bewegungsfreiheit ein, Schutzbrille und Stoffbeutel wirken qualitativ deutlich einfacher als das Handgerät. Dass eine App oder wenigstens eine Erinnerungsfunktion fehlt, fällt gerade in der entscheidenden ersten Anwendungsphase auf. Wen das nicht stört, der bekommt ein überzeugendes Produkt.

So testen wir Licht-Haarentferner

Testergebnisse im Detail
Sichtbare Haarreduktion nach mehreren Anwendungen
20 / 25
Gleichmäßigkeit der Ergebnisse / Flächenabdeckung
8 / 10
Hautschonung / Reizfreiheit nach der Anwendung
15 / 15
Hauttyp-Anpassung / Sicherheitsmechanismen
10 / 10
Verständlichkeit der Anleitung
3,2 / 4
Erste Einrichtung / Inbetriebnahme
3 / 3
Ergonomie / Griff / Gewicht
4 / 5
Bedienung / Tasten / Display
4 / 4
App / Erinnerungen / Behandlungsplan
1,6 / 4
Materialqualität / Robustheit
1 / 1
Saubere Verarbeitung / Spaltmaße
1 / 1
Lichtfenster / Aufsatzqualität
1 / 1
Abmessungen und Gewicht
0,8 / 1
Kabel / Netzteil / Verbindungsqualität
0,8 / 1
Betriebslautstärke Lüfter / Impulsabgabe
2,4 / 3
Störfaktor im Nahbereich
0,8 / 1
Betriebsgeräusche / Vibrationen
1 / 1
Reinigung des Lichtfensters
4 / 4
Reinigung von Aufsätzen / Gehäuse
2,4 / 3
Pflegehinweise / hygienische Aufbewahrung
1,8 / 3
Testsiegel Ulike Air 10 Pro

Ulike Air 10 Pro

Getestet: 08/2026
zum Preisvergleich
Bewertung nach Kategorie
Haarentfernung und Hautschonung
88%
Handhabung
79%
Verarbeitung
92%
Lautstärke
84%
Reinigung
82%
Pro
  • +Praktisch schmerzfreie Behandlung
  • +Keine Hautreizungen im Test
  • +Gleichmäßige Flächenabdeckung
  • +Zuverlässiger Hautsensor
  • +Sichere Kontaktauslösung
  • +Sehr einfache Inbetriebnahme
  • +Hochwertige Verarbeitung
  • +Eindeutige Tasten und Anzeigen
  • +Lichtfenster leicht zu reinigen
Contra
  • Nur Netzbetrieb
  • Steifes Kabel
  • Keine App
  • Keine Erinnerungsfunktion
  • Zubehör qualitativ nicht so hochwertig
  • Stoffbeutel schützt nur mäßig