Test: Denon AH-GC30

Ist die Welt zu laut, setzt der geneigte Musikhörer auf aktive Geräuschunterdrückung (ANC). Wir haben uns davon überzeugt, wieviel Ruhe Denons neues ANC-Over-Ear-Modell AH-GC30 schaffen kann – und natürlich, wie er klanglich performt.

Design, Verarbeitung und Ausstattung

Schlicht statt prunkvoll: Denon setzt auf klare Linien und einfarbige Flächen und schafft so ein stilvolles, unaufgeregtes Design. Die gummierten Kunststoffteile wirken optisch wie haptisch hochwertig und sind sauber verarbeitet. Einziger Makel der mattschwarzen Oberfläche: Berührungen hinterlassen sofort sichtbare Fingerabdrücke.

Die Bedienelemente liegen an der Gehäuseunterseite und sind am einfachsten mit dem Daumen erreichbar. Aufgrund von Abstand, Höhe und Oberfläche ist schnell erlernt, welche Taste welche Funktion hat, auch das Bedienschema (zweimal Play = nächster Track, dreimal = vorheriger) ist simpel.

Die meisten Bedienelemente befinden sich an der Kante der rechten Ohrenschale.

Herausragend ist die Möglichkeit, den Kopfhörer sowohl per Bluetooth, Miniklinke als auch USB zu verbinden. Der USB-Anschluss dient nicht nur zum Aufladen des Gerätes, sondern am PC auch zur Musikwiedergabe. Windows erkennt den AH-GC30 sofort und ohne zusätzliche Treiber. Tipp: In den Geräteeigenschaften „Lautsprecher konfigurieren“ auswählen und als Vollbereichslautsprecher definieren, damit Windows nicht den Bassbereich abschwächt. Einziger Wermutstropfen: Per USB unterstützt der Kopfhörer maximal 48 Kilohertz Samplingfrequenz bei 16 Bit. High-Res-Audio ist also nur per Miniklinke möglich.

Die Bluetooth-Verbindung setzt auf Version 5.0 des Standards und unterstützt AAC, aptX und aptX HD. Die initiale Kopplung und das Wiederverbinden klappt in unserem Test problemlos. Beim Filmschauen und Spielen ist die Latenz nahezu unspürbar. Wer hier penibel ist, kann durch den Wechsel von aptX HD auf das „gewöhnliche“ aptX aber die Latenz von 150 auf 32 Millisekunden verringern.

Tragekomfort

Die Bezüge des Kopfbügels und der Ohrenschalen sind aus Kunstleder. Die Ohrpolster aus Memory Foam passen sich der Kopfform des Trägers an. Die Ohrenschalen drehen sich entlang zweier Achsen, was den Sitz umso individueller anpasst. Bei mittellangem Tragen bemerken wir keine Unannehmlichkeiten, erst bei langen Hörsessions machen sich der Bügel und eine leichte Druckstelle an der Vorderseite bemerkbar – insgesamt ein sehr gutes Ergebnis. Beim Ausziehen des Kopfbügels helfen durchnummerierte Stufen, die Symmetrie zu bewahren. Dabei passt der AH-GC30 auf jeden Kopf: Im komplett ausgefahrenen Zustand ist er extrem groß.

Klangqualität & Noise Cancelling

Denon AH-GC30
Bauformdynamisch, ohrumschließend, geschlossen
SignalübertragungBluetooth 5.0, Miniklinke, USB
Akkulaufzeit20 Stunden (ANC + BT), 25 Stunden (ANC)
Frequenzgang5 – 50.000 Hertz
Die Klangabstimmung des AH-GC30 ist typisch für Denon. Bei Bässen agiert er trocken und direkt, spielt aber nicht zu stark auf. Eine Klangfärbung fällt im Bereich der unteren Mitten auf – allerdings je nach Titel. Sie bewirkt im schlimmsten Fall, dass zum Beispiel einige Bass-Drums einen Teil ihres Drucks verlieren und leicht „pappig“ klingen. Je nach konkretem Frequenzbereich fällt das mehr oder weniger ins Gewicht – bei vielen synthetischen Bässen auch gar nicht. In elektronischen Gefilden fühlt sich der AH-GC30 deshalb stets pudelwohl. Auch bei schwierigen, basslastigen Songs behält er stets die Kontrolle, „dröhnig“ wird’s nie.

Ansonsten zeichnet sich der Kopfhörer durch eine klare, aber nicht überzeichnete Höhenwiedergabe aus und einen unaufgeregten Mittenbereich mit leicht warmem Charakter. In Sachen Detailreichtum und Dynamik schlägt sich der AH-GC30 sehr gut und muss nur kleine Abstriche gegenüber unserer Testreferenz machen. So ist etwa Chris Jones‘ Stimme etwas weniger rau als erwartet. Kleine Abstriche gibt es bei der Räumlichkeit – hier und da wirkt die akustische Bühne etwas gedrungen. Die Durchhörbarkeit leidet darunter aber kaum.

Metallkern und Nummerierung: Beim AH-GC30 stimmen alle Details.

Die aktive Geräuschunterdrückung ist sehr effektiv. Eine Frauenstimme sagt beim Umschalten an, welcher Modus (Flugzeug, Büro, Stadt) aktiv ist. Tiefes Brummen und Rauschen blendet der Kopfhörer hervorragend aus. Schade: Bei drei verschiedenen Modi hätte einer auch Stimmen komplett ausblenden können – sie sind jedoch in jedem Preset relativ schwach gedämpft. Eine Unterhaltung der Kollegen im Büro verliert so kaum an Ablenkungspotenzial.

Unerwartet funktioniert die Aktivierung des Umgebungsmonitors. Um ihn einzuschalten, muss der Benutzer bei aktiver Geräuschunterdrückung zweimal in die Mitte der rechten Ohrenschale tippen, also ungefähr auf das Denon-Logo – das klappt im Test jedoch nicht immer auf Anhieb. Im Bereich um ein Kilohertz wird der Kopfhörer dann geringfügig durchlässiger, um Stimmen deutlicher hörbar zu machen. Der Unterschied ist jedoch subtil.

Fazit

Denon punktet beim AH-GC30 mit tollem Design, ordentlichem Klang, Anschlussfreudigkeit und einer hervorragenden Geräuschunterdrückung. Einzig die generell eher schwache Unterdrückung von Stimmen und die unsaubere Bedienung des Umgebungsmonitors fallen negativ auf.

Wertung

: Denon AH-GC30

Denon AH-GC30
  1. Verarbeitung und Design
    1,1
    • Ausstattung
      1,4
      • Tragekomfort
        1,7
        • Klang
          1,6
          • Geräuschunterdrückung
            1,7

            Pros

            • Guter Klang
            • Starke Geräuschunterdrückung (Brummen und Rauschen)
            • Drei Anschlussmöglichkeiten
            • Hochwertige Verarbeitung

            Cons

            • Unterdrückt Stimmen nur schwach
            • Aktivierung vom Umgebungsmonitor unsauber