Test: Bea-fon MX1 Outdoor-Smartphone

Das Bea-fon MX1 soll die optimale Smartphone-Lösung für alle Outdoor-Fans sein. Mit der Wahl zwischen hauseigener Benutzeroberfläche oder klassischem Android-Design möchte der Hersteller auch Smartphone-Einsteiger an die Hand nehmen. Wir klären, ob das Konzept in der Praxis aufgeht und das MX1 wirklich gut für den Einsatz in freier Wildbahn geeignet ist

Design und Verarbeitung

Dass das MX1 für den Outdoor-Einsatz konzipiert ist, fällt sofort beim Öffnen der Packung auf. Während klassische Smartphones immer mehr auf eine filigrane, dünne Bauweise setzen, kommt das Bea-fon mit einem massiven, leicht gummierten Kunststoffgehäuse. Vor allem die Kanten sind extra verstärkt und daher besonders wuchtig. Dementsprechend groß fallen auch die Abmessungen mit 7,7 Zentimetern in der Breite, 15,2 Zentimetern in der Höhe und 1,4 Zentimetern in der Tiefe aus. Dafür fällt das Smartphone mit einem Gewicht von 207 Gramm allerdings recht leicht aus. Die Verarbeitungsqualität hinterlässt keinen Anlass zur Kritik. Das Gehäuse besteht zu einem Großteil aus einem Guss, dementsprechend muss sich der Nutzer auch nicht über zu große Spaltmaße ärgern. Die Tasten sind gut integriert und wackeln nicht, alle Schnittstellen befinden sich unter Schutzabdeckungen, um die IP68-Zertifizierung zu gewährleisten. Damit ist das Gerät vor Staub geschützt und überlebt auch ein 30-minütiges Untertauchen bis zu einer Tiefe von 1,5 Metern. Damit sind auch spontan eintretende Platzregengüsse kein Problem. Insgesamt ist das Gehäuse schön stabil und lässt sich auch unter großem Druck auf Front- und Rückseite nicht verbiegen. Zudem übersteht es unsere Falltests aus 1,5 bis 2 Metern auf Holz und Stein unbeschadet.

Die Frontkamera sitzt in einer Wassertropfen-Notch an der oberen Kante. Trotzdem muss der Nutzer teilweise mit recht großen Rändern um den Bildschirm leben. An der Unterseite misst der Rahmen knapp einen Zentimeter und ist damit am ausgeprägtesten. An den Rändern reduziert sich der Wert auf circa 0,5 Zentimeter, was durchaus annehmbar ist. Den Titel FullView-Display sichert sich das Bea-fon MX1 aber natürlich trotzdem nicht, was bei einem Outdoor-Smartphone aber auch nicht nötig ist. Schön: Im Lieferumfang befindet sich direkt eine Displayschutzfolie. Wer häufig im freien Gelände unterwegs ist, sollte auf diese nicht verzichten.

Bildschirm

Bea-fon MX1
Das Display mit einer Pixeldichte von 295 ppi ist für den Einsteiger-Bereich absolut in Ordnung.

Das Bea-fon MX1 verfügt über ein 19:9-Display mit einer Diagonale von 5,71 Zoll. Zudem löst der IPS-Bildschirm mit 1.520 x 720 Pixeln in HD-ready-Qualität auf. Das ergibt eine Pixeldichte von 295 ppi, was gerade im Einsteigerbereich absolut in Ordnung ist. Aus normaler Entfernung stellt das Smartphone Inhalte scharf dar, einzelne Pixel muss der Nutzer im wahrsten Sinne des Wortes mit der Lupe suchen. Einzig aus sehr naher Betrachtung stellen wir eine leichte Treppchenbildung fest, was jedoch in der Praxis zu vernachlässigen ist.  

Die Maximalhelligkeit liegt in einem guten Bereich, könnte aus unserer Sicht aber noch einen Tick höher sein. Trotzdem lässt sich der Bildschirm auch bei sehr hellen Lichtverhältnissen noch gut ablesen. Die Ausleuchtung ist dabei recht gleichmäßig, Lichthöfe an den Rändern entdecken wir nicht. Farben stellt das Bea-fon MX1 schön kräftig dar. Einzig komplett schwarze Flächen gehen leicht ins Gräuliche über. Aus sehr schräger Betrachtung nimmt die Helligkeit etwas ab, davon abgesehen punktet das Smartphone durch eine sehr gute Blickwinkelstabilität.

Hardware

Bea-fon MX1
Die Hardware könnte auch für den Einsteiger-Bereich etwas leistungsfähiger sein.

Das Herzstück der Hardware stellt ein Vierkern-Prozessor mit einer maximalen Taktfrequenz von 1,80 Gigaherzt dar. Die CPU wird von 4 Gigabyte Arbeitsspeicher unterstützt. Damit bietet das Bea-fon MX1 auf dem Papier gute Einsteigerkost. Trotzdem ist das Smartphone natürlich kein Leistungswunder, was sich auch in der Praxis bemerkbar macht. Teilweise brauchen Apps etwas bis sie starten und beim Scrollen durch die Menüs stellen wir hin und wieder leichte Ruckler fest. Alles in allem meistert das Smartphone alltägliche Aufgaben wie Messaging oder das Surfen im Netz ordentlich. YouTube-Videos in 720p laufen meist flüssig, allerdings kommt es auch hier hin und wieder zu Rucklern. Im Work-2.0-Performance-Test von PC Mark for Android erhält das Handy 4.511 Punkte und liegt damit im erwartbaren Bereich.

Auch wenn das Bea-fon MX1 als Einsteiger- und Familien-Smartphone nicht unbedingt dafür gedacht ist, testen wir natürlich auch die Gaming-Performance. Der 3D-Mark-Benchmark Sling Shot Extrem bescheinigt dem Smartphone zwar keine gute Wertung von 233, in der Praxis kann der Nutzer aber durchaus das ein oder andere Game anwerfen. Selbst der Leistungsfresser Asphalt 9 Legends läuft eingeschränkt mit deutlich heruntergeschraubter Grafikpracht und gelegentlich auftretenden Rucklern. Kleine Spiele wie Angry Birds meistert das Smartphone problemlos.

Der interne Speicher fällt mit 128 Gigabyte angenehm groß aus. Damit können Nutzer viele ihrer Outdoor-Erlebnisse in Video- oder Bildform auf dem Smartphone speichern. Wer noch mehr benötigt, kann den Speicher über MicroSD-Karten um weitere 128 Gigabyte erweitern. Da es sich um einen Hybridschacht handelt, ist der zweite Nano-SIM-Slot dann jedoch belegt.   

Betriebssystem und Bedienung

Bea-fon MX1
Bea-fon spendiert dem MX1 eine Push-to-Talk-Taste. Darüber bietet das Smartphone eine Walkie-Talkie-Funktion.

Auf der rechten Seite befinden sich der Standby-Knopf und die Laut- und Leise-Tasten. So weit, so klassisch: Allerdings bietet das MX1 auf der gegenüberliegenden Seite ein Bedienelement, das sich nicht so häufig bis gar nicht bei anderen Smartphones findet – die Push-to-Talk-Taste. In Kombination mit der vorinstallierten Zello-App verwandelt sich das Handy so in ein Walkie Talkie. Durch Tastendruck nimmt der Nutzer Sprachnachrichten auf, die in Echtzeit an einen oder mehrere Gesprächsteilnehmer übermittelt werden. Alle Tasten lassen sich auch mit kleinen Händen gut mit einer Hand erreichen. Allerdings haben sie unserer Meinung nach einen zu festen Druckpunkt. Das verhindert zwar Fehleingaben, ist aber im alltäglichen Betrieb nicht sehr angenehm. Einen Fingerabdrucksensor spart sich Bea-fon, was im Einsteiger-Outdoor-Bereich aber auch nicht üblich ist.

Als Betriebssystem verwendet Bea-fon Android 10 von Google. Die aktuelle Version 11 liegt also noch nicht vor, zu unserem Testzeitpunkt ist auch noch kein Update vorhanden. Nach der bekannten Einrichtung samt zwingend nötigem Gmail-Account landet der Nutzer jedoch nicht auf der bekannten Android-Oberfläche, sondern wird direkt zum Bea-fon-Desktop weitergeleitet. Dabei handelt es sich um ein stark angepasstes UI, dass sich durch die großen Tasten und die übersichtliche Gestaltung vor allem an weniger Smartphone-affine Zielgruppen richtet. Wer sich also von den zahllosen Möglichkeiten eines modernen Smartphones erschlagen fühlt, wird hier eventuell fündig. Allerdings muss sich der Nutzer nicht zwischen beiden Varianten entscheiden. Über die Home-Screen-Taste, die sich durch eine Wischgeste vom unteren Rand des Displays einblenden lässt, wechselt er schnell zwischen ihnen hin und her.

Bea-fon MX1
Der Bea-fon-Desktop punktet durch eine aufgeräumte Struktur. WhatsApp ist bereits vorinstalliert.

Der Bea-fon-Desktop punktet vor allem durch deutlich größere Symbole und Schaltflächen. Auf der Startseite finden sich beispielsweise vier davon. Praktischerweise lassen sich aber auch mehrere Anwendungen zu einem Ordner zusammenfassen. Auf dem Home Screen ist zudem genügend Platz für Statusmeldungen. Durch einen Druck auf die große, gelb umrandete Taste um die Notch klappt das angepasste Bea-fon-Schnellwahlmenü aus. Hier aktiviert der Nutzer im Handumdrehen GPS, WLAN, die Vibrationsfunktion oder Bluetooth. Allerdings ist es gar nicht so einfach, die Taste richtig zu treffen. Durch eine Wischgeste vom oberen Rand öffnet sich das klassische Android-Menü. Der Nutzer kann also auch tiefer in die Einstellungen ohne den Bea-fon-Launcher beenden zu müssen – praktisch.

Durch einen Wisch vom Startbildschirm nach rechts gelangt er zu den weiteren Programmen. Pro Seite sind acht vorhanden. Nach der Installation weiterer Anwendungen über den Google Play Store erstellt der Bea-fon-Desktop automatisch weitere Seiten. Praktisch: Der beliebteste Messenger WhatsApp ist bereits vorinstalliert. Eine Wischgeste nach links führt ihn zu den Fotokontakten. Jeder angelegte Kontakt lässt sich auf Wunsch mit einem Foto versehen, dass dann auf der Schaltfläche für eine einfachere Auffindbarkeit angezeigt wird. Insgesamt ist die Bedienung über weite Strecken recht intuitiv. Im Zweifel hilft die sehr ausführliche Anleitung weiter. Diese beschreibt den Bea-fon-Desktop und seine verschiedenen Möglichkeiten en Detail. Allerdings hätten wir uns noch eine Beschreibung des Einrichtungsprozesses gewünscht. Hier könnte gerade ein Teil der älteren Zielgruppe auf Probleme stoßen.  

Bea-fon MX1
Die Notruf-Funktion ist eine praktische und hilfreiche Beigabe.

Bei der Tastatur und den Wahltasten verwendet der Hersteller die herkömmliche Android-Variante. Die Buttons könnten etwas größer sein, insgesamt klappt die Texteingabe darüber aber wunderbar, was vor allem am hervorragenden Vibrationsfeedback liegt. Natürlich ist auch der Sprachassistent Google Assistant integriert und lässt sich auch direkt über einen Button auf dem Bea-fon-Desktop aktivieren. Die Stimmerkennung klappt wunderbar, damit ist die Methode beim Schreiben eine echte Alternative.

Zwei vor allem für Senioren interessante Funktionen stellen der Bea-fon-SOS-Notruf und die Sicherheitszone dar. Bei letztere Funktion wählt der Nutzer per GPS einen Ausgangspunkt und wählt einen Radius, der darum führt. Sobald der gewählte Bereich verlassen wird, sendet das Smartphone automatisch eine SMS an die hinterlegten Sicherheitszonen-Kontakte. In der Nachricht sind zudem die GPS-Daten für Google Maps enthalten, um schnell den Standort der Person zu bestimmen. Das gleiche gilt für die SOS-Funktion. Hier lassen sich ebenfalls mehrere Kontakte speichern, die per Tastendruck hintereinander angerufen werden und eine Nachricht mit dem Standort erhalten. Die Funktion lässt sich über die entsprechende Schaltfläche auf dem Touchscreen aktivieren. Das ist jedoch gerade im Ernstfall nicht sonderlich praktikabel. Deutlich sinnvoller ist die Verwendung der Push-to-Talk-Taste. Allerdings könnte hier der feste Druckpunkt zum Hindernis entwickelt. Zumal ein längerer Druck nötig ist, bis die SOS-Anwendung startet.

Bea-fon MX1
Die Kamera ist für Schnappschüsse gut geeignet.

Kamera

Die Hauptkamera des Bea-fon MX1 löst mit 13 Megapixeln auf. Bei guten Lichtverhältnissen sind die Aufnahmen durchaus für einen schnellen Schnappschuss gut. Die Detailwiedergabe ist für den Einsteigerbereich überzeugend, auch wenn die Kamera nicht jede Feinheit perfekt herausarbeitet. Außerdem punktet das Smartphone durch eine natürliche Farbwiedergabe, auch wenn die Bilder unserer Meinung nach leicht verwaschen sind. Der Dynamikumfang und der Kontrast könnten etwas besser sein. Licht strahlt teilweise stark in die anderen Bereiche hinein. Wie nicht anders zu erwarten, nimmt die Bildqualität bei ungünstigen Lichtverhältnissen ab und es tritt deutliches Bildrauschen auf. Auch die Detailzeichnung bewegt sich auf einem deutlich niedrigeren Niveau. Die Frontkamera verfügt über eine Auflösung von 5 Megapixeln. Für ein schnelles Selfie ist die Linse absolut ausreichend.

Akku und Anschlüsse

Bea-fon MX1
Bildschirmdiagonale5,71 Zoll (14,5 cm)
Displayauflösung1.520 x 720 Pixel
BetriebssystemAndroid 10
Interner Speicher 128 GB
Bea-fon verwendet einen Lithium-Ionen-Akku mit einer Kapazität von 4.000 mAh und gibt die Sprechzeit mit 30 Stunden sowie die Standby-Zeit mit 240 Stunden an. Gerade bei einem Outdoor-Smartphone ist die Akkulaufzeit besonders wichtig, schließlich hat der Nutzer in freier Wildbahn nicht ständig Zugriff auf eine Steckdose. Der PC Mark for Android Akku-Test zeigt mit 9,15 Stunden ein sehr ordentliches Ergebnis. Bea-fon verwendet den aktuellen USB-C-Standard, eine Schnellladefunktion ist jedoch nicht integriert. Das Gleiche gilt für einen 3,5-Millimeter-Klinkenstecker-Anschluss. Wer Kopfhörer koppeln will, muss einen USB-C-Adapter verwenden oder auf Bluetooth zurückgreifen. NFC zum drahtlosen Bezahlen beispielsweise ist ebenfalls nicht vorhanden

Fazit

Wer ein Einsteiger-Outdoor-Smartphone sucht, macht mit dem Bea-fon MX1 sicherlich nichts falsch. Die Verarbeitung ist sehr gut und das Handy übersteht auch Stürze aus größerer Höhe problemlos. Außerdem kann ihm Wasser und Staub nichts anhaben. Das Display hinterlässt ebenfalls einen guten Gesamteindruck, die Performance bei alltäglichen Anwendungen könnte jedoch gerne etwas höher sein. Ein großer Pluspunkt ist die hauseigene Bea-fon-Nutzeroberfläche. Diese ist schön aufgeräumt und überzeugt dank der eingängigen Bedienung. Wer möchte, kann aber auch auf das klassische Android wechseln. Die Kamera ist bei guten Lichtbedingungen für einen Schnappschuss geeignet, die Akkulaufzeit liegt in einem guten Bereich.

Wertung

: Bea-fon MX1

Bea-fon MX1
  1. Verarbeitung und Design
    1,3
    • Bildschirm
      1,5
      • Hardware, Betriebssystem und Bedienung
        2,0
        • Kamera
          2,0
          • Akku und Anschlüsse
            2,0

            Pros

            • Gute Verarbeitung
            • Sehr robust
            • IP68-Zertifizierung
            • Gutes Display
            • Aufgeräumter Bea-fon-Desktop
            • Gute Akkulaufzeit
            • SOS-Funktionen
            • Großer interner Speicher

            Cons

            • Leistung könnte höher sein
            • Fotoqualität bei schlechtem Licht
            • Anleitung erklärt Android-Einrichtung nicht