Sylvox Frameless Pro im Test: Outdoor-Fernseher für die volle Sonne
Sylvox ist ein in Europa noch relativ unbekannter Hersteller. Er ist auf Bildschirme für ungewöhnliche Einsatzorte wie Wohnmobil und Garten spezialisiert und beansprucht mit seiner auf der Technikmesse CES 2026 vorgestellten Frameless-Serie die ersten rahmenlosen Outdoor-Modelle für sich. Wir haben den Sylvox Frameless Pro in 55 Zoll ausführlich getestet und verraten euch, ob sich der Fernseher in der Praxis beweisen kann.
SYLVOX Frameless Pro 55 Zoll Outdoor-TV – wasserdichter 4K UHD Smart-TV
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Design und Verarbeitung
Die UVP der getesteten 55-Zoll-Version liegt bei 3.699 Euro. Neben dieser Ausführung mit rund 140 Zentimetern Bilddiagonale führt Sylvox den Frameless Pro auch in 43, 65 und 75 Zoll.
Der Hersteller verspricht einen nahezu randlosen Auftritt und beziffert den Bildanteil an der Front auf rund 95 Prozent. Das Gehäuse besteht rundum aus Metall und misst 122,5 × 71,6 × 8,7 Zentimeter. Durch das verbaute Metall ist der Sylvox mit über 21 Kilogramm aber auch sehr schwer. Auf uns wirkt das Gerät dennoch modern und hinterlässt einen guten Eindruck.
Die Verarbeitung kann mit dem Design jedoch nicht ganz mithalten. Am Rahmen sitzt eine Silikonfuge, die aufgrund ihrer brüchigen Struktur minderwertig wirkt und unseren ersten Eindruck deutlich trübt.
Wetterschutz und Betrieb
Für den Einsatz im Freien erfüllt der Fernseher laut Hersteller die Schutzart IP56, ist also staubgeschützt und gegen starkes Strahlwasser gesichert. Die Anschlüsse sitzen samt Kabeln in einem Fach, das in die Rückwand eingelassen ist und sich fest verschrauben lässt, sodass die Leitungen geschützt und ordentlich verlaufen. Die mitgelieferte Sprachfernbedienung ist nach Schutzart IP66 sogar staubdicht.
Sylvox gibt einen Temperaturbereich von minus 30 bis plus 50 Grad Celsius und eine typische Leistungsaufnahme von unter 285 Watt an. Leise ist der Fernseher im Betrieb nicht. Sobald sich das Gehäuse erwärmt, hören wir die Lüfterkühlung deutlich, und wer beim Fernsehen seine Ruhe haben möchte, empfindet das als echten Nachteil.
Aufbau und Einrichtung
Einen Standfuß oder Standbeine bringt der Frameless Pro nicht mit, er gehört an eine Wand, unter die Decke oder auf einen separaten Ständer. Entsprechend knapp fällt der Lieferumfang aus: Im Karton liegen neben dem Fernseher nur die Sprachfernbedienung, das Netzkabel, ein Satz Montageschrauben, die Bedienungsanleitung und die Karte zur 2-jährigen Herstellergarantie. Wer eine passende Aufhängung oder einen Ständer sucht, kann diese beim Hersteller direkt mitbestellen. Bei Bedarf nimmt die Rückseite aber auch Halterungen anderer Anbieter nach VESA-Norm mit 400 × 200 Millimetern Lochabstand auf.
Die Montage dauert bei uns rund 40 Minuten, vor allem weil wir das Gerät nicht einfach mit einem Standfuß hinstellen können, sondern fest an Wand oder Ständer schrauben müssen. Einmal befestigt, sitzt es sehr stabil.
Wesentlich schneller geht die Ersteinrichtung von der Hand. Der Sylvox erklärt auf dem Bildschirm verständlich, welche Schritte anstehen. Wir binden dafür ein Smartphone ein, eine gedruckte Anleitung brauchen wir nicht. Mit einem Android-Gerät sind Kopplung und Konfiguration in wenigen Minuten erledigt. Mit einem iPhone scheitert die Kopplung dagegen zunächst mehrfach. Erst nach mehreren Anläufen klappt es auch unter iOS.
Bedienung und Smart-TV
Als Betriebssystem setzt Sylvox auf Google TV, und das macht die Bedienung leicht. Auf der übersichtlich gegliederten Startseite erreichen wir Bildmodus, Eingangswahl und Apps auf kurzem Weg. Über den Play Store steht eine große App-Auswahl bereit, darunter YouTube, die gängigen Streamingdienste und Mediatheken. Videos laufen störungsfrei, und die Menüs reagieren prompt. Etwas Geduld verlangt nur der Start einer App, bis zur Wiedergabe vergehen dann 5 bis 7 Sekunden.
Die Sprachfernbedienung liegt gut in der Hand, ihre Tasten sind sinnvoll belegt. Sie reagiert zuverlässig, Sprachbefehle setzt das System aber nicht immer zuverlässig um. Hier macht sich bemerkbar, dass der Fernseher noch den alten Google Assistant nutzt und noch kein Google Gemini an Bord hat.
Per Smartphone steuern wir den Fernseher genauso flott. Unkompliziert ist auch die Senderverwaltung. Programme sortieren wir mühelos um, eine Favoritenliste legen wir in kurzer Zeit an.
Anschlüsse und Gaming
Im Anschlussfach finden wir 3 HDMI-Eingänge, 2 USB-Ports, eine LAN-Buchse, einen optischen Digitalausgang, einen Kopfhörerausgang und einen CI+-Schacht für Entschlüsselungsmodule. Damit ist für den Alltag alles an Bord, und jede Buchse ist bequem erreichbar. Beim technischen Stand macht Sylvox allerdings Abstriche: Die USB-Ports arbeiten nur nach dem älteren Standard USB 2.0, und eine HDMI-Version nennt der Hersteller nicht.
Für Spielkonsolen bietet der Frameless Pro nur das Nötigste. Die HDMI-Eingänge nehmen 4K-Signale mit höchstens 60 Hertz an, 120 Hertz verarbeiten sie nicht. Immerhin beherrscht ein Eingang eARC (Enhanced Audio Return Channel), über den sich eine Soundbar oder ein AV-Receiver per HDMI anbinden lässt. Hier besteht angesichts eines Preises von über 3000 Euro noch Nachholbedarf.
TV-Empfang und Vernetzung
Den klassischen Fernsehempfang deckt das Gerät mit Tunern für Antenne (DVB-T2 HD), Kabel (DVB-C) und Satellit (DVB-S2) ordentlich ab.
Kabellos verbindet sich der Frameless Pro per WLAN, Inhalte vom Smartphone nimmt er über Google Cast entgegen. AirPlay für iPhone und Mac finden wir an unserem Testgerät nicht, Bluetooth ist laut Hersteller vorhanden.
Bildqualität
Das LCD-Panel mit LED-Hintergrundbeleuchtung löst in 4K mit 3.840 × 2.160 Pixeln auf. Getestet haben wir den Sylvox im Büro und im Freien, jeweils im Bildmodus Standard. Als Testbilder nutzen wir den EIZO-Monitortest in nativer Auflösung, den Lagom-Schwarzwerttest und die Bewegungstests von TestUFO.
Seine größte Stärke spielt der Frameless Pro draußen aus. Sylvox nennt eine Spitzenhelligkeit von 2.000 Nits, also 2.000 Candela pro Quadratmeter. Nachgemessen haben wir diesen Wert nicht, unser Eindruck ist aber eindeutig: Selbst in direkter Sonne bleibt das Bild hell und gut ablesbar, und die matte Oberfläche hält Spiegelungen weitgehend fern. Im EIZO-Blickwinkeltest verändert sich das Bild bei seitlicher Betrachtung kaum.
Farben bringt der Sylvox kräftig auf den Schirm, ohne ins Künstliche zu kippen, und Hauttöne wirken natürlich. Auch die Schärfe überzeugt. Im EIZO-Testbild zeichnet er feine Linien und Muster klar und ohne Doppelkonturen.
Schwächer schneidet der Frameless Pro bei Kontrast und Schwarzwert ab. In abgedunkelter Umgebung könnte das Schwarz tiefer sein, zudem verschluckt das Gerät sehr dunkle Abstufungen. Der Lagom-Test zeigt dafür nummerierte, fast schwarze Felder, von denen möglichst viele erkennbar sein sollten. Beim Sylvox bleiben die Felder 1 bis 5 verborgen. Besser gelingt die Ausleuchtung. Im EIZO-Homogenitätstest erscheinen Graustufen von 50 und 75 Prozent als sehr ebenmäßige Fläche, erst bei 25 Prozent werden Unterschiede offensichtlich.
HDR (High Dynamic Range, ein erweiterter Kontrastumfang) beherrscht der Fernseher nur im Format HDR10, Dolby Vision und HDR10+ fehlen. Trotzdem kann sich die HDR-Darstellung sehen lassen. Spitzlichter setzt der Sylvox wirkungsvoll in Szene, die Übergänge wirken überwiegend sauber.
Bewegungen gibt der Frameless Pro flüssig wieder, TestUFO bestätigt aber nur eine Bildwiederholrate von 60 Hertz. Eine 120-Hertz-Darstellung unterstützt der Fernseher nicht, und gerade bei Sportübertragungen wünschen wir uns eine höhere Bildwiederholrate.
Tonqualität
Den Ton liefern 2 Lautsprecher mit je 12 Watt, außerdem wirbt Sylvox mit Dolby Atmos. Stimmen hören wir klar und verständlich. Auch bei gehobener Lautstärke scheppert nichts, auffällige Verzerrungen bleiben aus. Bass und Volumen kommen dagegen zu kurz, das Klangbild wirkt mittenbetont und dünn. Räumlichkeit entsteht kaum, die Stereobühne ist schmal. Filmabende auf der Terrasse profitieren daher von einer Soundbar am eARC-Eingang.
Fazit
Der Sylvox Frameless Pro bleibt bei seinen Kernaufgaben stark. Er überzeugt als Outdoor-Fernseher selbst in direkter Sonne. Angesichts der hohen UVP und der Schwächen beim Schwarzwert, dem dünnen Klang, den hörbaren Lüftern und den Problemen bei der Verarbeitung können wir den Fernseher jedoch nicht empfehlen. Bessert der Hersteller beikommenden Generationen jedoch nach, ist aus unserer Sicht eine noch deutlich bessere Note drin.
- +Sehr hell in direkter Sonne
- +Kräftige, natürliche Farbdarstellung
- +Google TV läuft flüssig
- +Stabiles Metallgehäuse
- +Gute Anschlussauswahl
- –Schwacher Schwarzwert
- –Dünner Klang
- –Hörbare Lüfter
- –Mangelhafte Silikonfuge
- –Nur 60 Hertz