Roborock RockMow S115 im Test: starker Schnitt, schwacher Rand
Ein Mähroboter ohne Begrenzungskabel spart Arbeit, wenn die Technik mitspielt. Der Roborock RockMow S115 setzt auf RTK, VSLAM, Mähzonen und eine eigene Kantentechnik. Im Praxistest klären wir, ob er den Rasen zuverlässig übernimmt oder ob Einrichtung, Navigation und Randstreifen den Komfort bremsen.
Roborock RockMow S115Mähroboter mit RTK, VSLAM und PreciEdge, innovativer Kantenschnitt und intelligente Hinderniserkennung
Roborock RockMow S115
Verarbeitung, Design und Wetterschutz
Der Roborock RockMow S115 ist kein Leichtgewicht. Unser Testgerät wiegt 12,48 Kilogramm, lässt sich zum Platzieren und Reinigen aber noch gut tragen. Die Verarbeitung ist solide. Die Bauteile sitzen fest, die Übergänge sind sauber, und beim Handling klappert nichts. Billig wirkt der RockMow S115 nicht. Einzelne Kunststoffflächen geben aber leicht nach.
Beim Wetterschutz punktet der Roboter. Dank IPX6 ist er gut gegen Regen, nassen Rasen und eine Reinigung mit Wasser gewappnet. Wer den Mäher dauerhaft draußen stehen lässt, sollte hier kaum Probleme bekommen.
Lieferumfang und Vorbereitung
In der Packung liegen Mähroboter, Ladestation, Erdnägel, RTK-Antenne, Ladekabel und zwei Messersätze. Ein Satz ist bereits montiert. Damit kann die Einrichtung sofort beginnen. Ein Begrenzungskabel braucht der RockMow S115 nicht.
Ganz ohne Vorbereitung startet er trotzdem nicht. Die externe RTK-Antenne gehört zum System und muss passend platziert werden. Das spart zwar das Verlegen eines Kabels, ersetzt es aber durch ein Antennen-Setup. Wer einen Mäher sucht, der nach dem Auspacken fast von selbst loslegt, sollte das einplanen.
Einrichtung, Bedienung und App
Die Ersteinrichtung gehört zu den Schwachpunkten des Roborock. Vor allem die App erklärt den Start nicht klar genug. Bei der RTK-Antenne und am Roboter müssen wir mehrere Schritte wiederholen. Am gewählten Standort klappt die RTK-Installation erst nach mehreren Versuchen und einem Neustart der App.
Auch die Kartierung geht zulasten des Komforts. Der RockMow S115 erfasst die Rasenfläche teils manuell, teils automatisch. Die Grenzen erkennt er meist zuverlässig. Ganz fertig wirkt der erste Kartenaufbau aber noch nicht. Dass die automatische Kartierung zum Testzeitpunkt noch als Beta läuft, merkt man.
Ist die Einrichtung abgeschlossen, punktet die App mit hohem Funktionsumfang. Sie bietet eine Live-Karte, verschiedene Mähzonen, Sperrzonen, Zeitpläne, Fernsteuerung, Schnitthöhen, Mähgeschwindigkeit, Mähmuster, Wetterautomatik, Wildtierschutz, Diebstahlschutz, Push-Nachrichten, OTA-Updates, Wartungshinweise und ein Aufgabenprotokoll.
Für Mobilfunk braucht der Roboter ein separates Roborock-RockMow-4G-Modul. Es kostet 99,99 Euro. Dazu können Kosten für eine SIM-Karte kommen. Im WLAN-Betrieb spielt das keine Rolle. Wer den Roboter auch außerhalb des heimischen Netzes erreichen will, muss die Zusatzkosten aber zwingend einrechnen.
Besonders gut umgesetzt sind aus unserer Sicht die Mähplanung und Zonenverwaltung. Flächen lassen sich sauber trennen, die Mährichtung lässt sich anpassen, der Ablauf bleibt flexibel. Die Verbindung zwischen App und Roboter bleibt im Test stabil. Befehle kommen schnell an. Auch die Tasten am Gerät reichen für die wichtigsten Aufgaben: Start, Stopp und Heimfahrt.
Navigation und Sicherheit
Beim Mähen fährt der Roboter überwiegend sicher. Hindernisse erkennt er zuverlässig und umfährt sie sauber. Auch im Igelschutztest überzeugt er: Die Attrappe wird erkannt und nicht angefahren. Zusätzlich lässt sich ein Zeitfenster sperren, damit der Roboter nicht in der Dämmerung oder nachts mäht. Für tierfreundliches Mähen ist das wichtig.
Zur Ladestation findet der RockMow S115 zuverlässig zurück. Nach dem Mähen oder bei niedrigem Akku fährt er ohne Hilfe heim. Ganz sorgenfrei arbeitet er dennoch nicht. Gelegentlich fährt er sich fest. Das passiert selten, verhindert aber den Eindruck eines Systems, das man völlig allein lassen kann.
Bei der Sicherheit ist der Roboter gut ausgestattet. Hebe- und Kippsensoren stoppen die Klingen. Eine Stopp-Taste sitzt ebenfalls am Gerät. Dazu kommen PIN-Schutz, Alarm, Regenstopp, Kindersicherung beziehungsweise Tastensperre und Kollisionssensorik.
Mähleistung und Rasenbild
Der RockMow S115 ist laut Hersteller für Rasenflächen bis 1.500 Quadratmeter ausgelegt. Er mäht mit einer Schnittbreite von 22 Zentimetern und kann die Schnitthöhe von 20 bis 60 Millimetern variieren. Laut Hersteller schafft er Steigungen bis 45 Prozent.
Das Schnittbild ist sauber und gleichmäßig. Im Test bleiben keine auffälligen Streifen und keine dauerhaft ausgelassenen Stellen zurück. Der Roboter arbeitet die Fläche zuverlässig ab.
Die Schnitthöhe lässt sich einfach einstellen und wird gleichmäßig eingehalten. Auch Mährichtung und Muster lassen sich flexibel wählen. Wer nicht mit zufälligen Fahrspuren leben will, bekommt hier mehr Kontrolle als bei einfachen Mährobotern.
Schwach ist der Kantenschnitt. Roborock wirbt mit PreciEdge-Kantentechnik, automatischem Kantenfahren und einem eigenen Kantenschnitt-Modus. Trotzdem bleibt im Test ein deutlicher Randstreifen stehen. An Beeten, Kanten und Hindernissen muss man nacharbeiten. Gerade weil Roborock hier eine besondere Technik verspricht, fällt das auf.
Dafür arbeitet der Roborock rasenschonend. Tiefe Reifenspuren fallen im Test nicht auf. Bei intensiver Nutzung können leichte Spuren entstehen, doch der Rasen leidet nicht sichtbar.
Mit vollgeladenem Akku mäht der RockMow S115 244,4 Minuten und bearbeitet 611,1 Quadratmeter. Für kleine bis mittlere Gärten reicht das gut. Auch die vom Hersteller angegebenen 1.500 Quadratmeter sind an einem Tag machbar. Dann ist der S115 aber an seiner Leistungsgrenze.
Reinigung und Wartung
Die Reinigung ist leicht. Das Mähwerk ist gut zugänglich, Grasreste und Schmutz lassen sich ohne Mühe entfernen. Auch Gehäuse und Ladestation bieten kaum Schmutzfallen.
Der Messerwechsel ist einfach, aber nicht werkzeuglos. Ein Schraubendreher ist nötig. Das kostet wenig Zeit, bleibt aber ein Handgriff mehr. Zwölf Ersatzklingen von Roborock kosten 19,99 Euro. Die laufenden Kosten bleiben damit überschaubar.
Auch das Einwintern ist verständlich beschrieben. Die Anleitung hilft bei saisonalen Arbeiten, Fehlermeldungen in der App und am Gerät geben brauchbare Hinweise. Beim Akku bleibt ein Vorbehalt: Der Wechsel ist mit Schraubendreher möglich, ein Ersatzakku war zum Testzeitpunkt online aber noch nicht erhältlich. Wer den Roboter lange nutzen und selbst warten will, sollte das beachten.
Lautstärke
Beim Mähen bleibt der RockMow S115 angenehm leise. Aus einem Meter Abstand messen wir 59 Dezibel. Das passt zum Eindruck im Garten: Der Roboter ist hörbar, drängt sich aber nicht auf.
Auch der Klang stört kaum. Der Roboter läuft ruhig, ohne Rattern, Quietschen oder starke Vibrationen. So lässt er sich auch in Wohnnähe einsetzen. Die Zeitpläne helfen zusätzlich, den Betrieb an Alltag, Nachbarn und Ruhezeiten anzupassen.
Fazit
Der Roborock RockMow S115 bringt viel Technik mit: kabellose RTK-/VSLAM-Navigation, eine umfangreiche App, viele Sicherheitsfunktionen, flexible Mähplanung und eine starke Mähleistung. Wer seinen Garten in Zonen aufteilen und Mähmuster sowie Zeitpläne flexibel festlegen will, bekommt ein mächtiges Paket.
Ein reiner Komfort-Tipp ist er trotzdem nicht. Die Einrichtung kostet Geduld. Die externe RTK-Antenne ist Pflicht. Die automatische Kartierung wirkt noch unfertig. Und am Rand bleibt Arbeit übrig.
Am besten passt der RockMow S115 zu mittleren Gärten bis etwa 1.000 Quadratmeter. Die Fläche sollte nicht zu verwinkelt sein. Nutzerinnen und Nutzer sollten außerdem bereit sein, sich mit App und Einrichtung zu beschäftigen. Wer ein System ohne Antenne, ohne Kantennacharbeit und ohne gelegentliche Eingriffe sucht, findet bessere Alternativen.
- +Starke Mähleistung
- +Umfangreiche App
- +Zuverlässige Hinderniserkennung
- +Flexible Mähplanung
- +Leiser Betrieb
- +Guter Wetterschutz
- –Schwacher Kantenschnitt
- –Einrichtung braucht Geduld
- –RTK-Antenne Pflicht
- –Automatische Kartierungsfunktion nicht zuverlässig
- –Gelegentliches Festfahren