Roborock Qrevo S Pro Saugroboter im Test: Stark beim Saugen, schwach beim Wischen
Mit dem Qrevo S Pro bringt Roborock einen Saug- und Wischroboter der gehobenen Mittelklasse auf den Markt. Auf dem Papier lassen 18.500 Pascal Saugkraft, 2 rotierende Wischmopps und eine All-in-One-Station mit Heißwasserwäsche für eine unverbindliche Preisempfehlung von 589 Euro aufhorchen. Doch wie schlägt sich der Sauger im Praxiseinsatz? Wir prüfen es im ausführlichen Test.
Roborock Qrevo S Pro
Design und Verarbeitung
Beim Design bleibt Roborock dem klassischen Layout treu. Der Qrevo S Pro setzt auf ein rundes Gehäuse mit aufgesetztem LiDAR-Turm. Der Roboter ist dabei in den Farben Schwarz oder Weiß erhältlich. Bei den Abmessungen von 35 x 9,65 x 35 Zentimetern (Breite x Höhe x Tiefe) fällt vor allem die Höhe positiv auf. Damit kommt der Roboter unter viele Sofas und Kommoden, sofern diese nicht extrem flach gebaut sind. Die zugehörige Multi-Reinigungsstation misst 34 x 48,7 x 51,9 Zentimeter und beansprucht damit etwas Stellfläche.
Bei der Verarbeitung liefert der Qrevo S Pro eine sehr gute Leistung ab. Die Spaltmaße fallen gleichmäßig aus, alle Bauteile sitzen fest zusammen und scharfe Kanten entdecken wir an keiner Stelle.
Einrichtung und App
Die Einrichtung über die kostenlose Roborock-App ist angenehm unkompliziert. Um einen Login kommen wir zwar nicht herum, das geht auf Wunsch aber auch per Einmal-Code. Dann müssen wir nur noch eine WLAN-Verbindung herstellen, die Karte erfassen lassen und erste Reinigungspläne anlegen. Insgesamt dauert das in unserer 40 Quadratmeter großen Testwohnung gerade einmal 10 Minuten.
Im Alltag macht die App ebenfalls eine sehr gute Figur. Die Oberfläche ist übersichtlich gestaltet, die wichtigsten Funktionen finden sich in der Karte direkt auf der Startseite. Roborock bietet hier ein umfangreiches Funktionsangebot: No-Go-Zonen lassen sich für einzelne Bereiche frei festlegen, für jeden Raum kann separat ausgewählt werden, ob nur gesaugt, nur gewischt oder beides gleichzeitig erledigt wird, und feste Reinigungspläne sorgen dafür, dass der Roboter ohne Zutun seinen Job macht. Besonders praktisch ist die Memory-Funktion: Geht dem Roboter zwischendurch der Saft aus, kehrt er selbstständig zur Station zurück, lädt auf und setzt die Reinigung anschließend exakt dort fort, wo er aufgehört hat. Eine Matter-Anbindung soll laut Hersteller per späterem Software-Update folgen, was die Integration in bestehende Smart-Home-Umgebungen weiter vereinfacht.
Kartierung und Navigation
Für die Orientierung setzt Roborock auf einen LiDAR-Sensor auf der Oberseite des Roboters, der die Räumlichkeiten in 360 Grad scannt. Die Erstkartierung erledigt der Qrevo S Pro wie bereits erwähnt recht zügig: Wir messen 6 Minuten für 40 Quadratmeter. Die Räume erkennt der Roboter im Test überwiegend zuverlässig, wir müssen nur noch kleinere Anpassungen vornehmen.
Die Reinigung selbst dauert teilweise etwas länger. Für 21 Quadratmeter benötigt der Qrevo S Pro im Saug- und Wischmodus fast eine halbe Stunde, was unter anderem an 2 Moppwäschen mit jeweils rund 2,5 Minuten liegt. Teilweise könnte der Roboter aus unserer Sicht aber auch etwas gezielter navigieren.
Die Hinderniserkennung arbeitet im Alltag solide. Größere Gegenstände umfährt der Roboter gut, flachere Objekte wie Kabel können aber zum Problem werden. Auch das Reinigen entlang von Kanten funktioniert ordentlich, an Stuhlbeinen oder Sockelleisten kommt der Roboter relativ nah heran.
Saugleistung
Bei der Saugleistung profitiert der Qrevo S Pro spürbar von seinen 18.500 Pascal Saugkraft. Auf glatten Hartböden liefert er ein sehr gutes Ergebnis ab. In unserem Test landet der Großteil unseres Schmutzgemisches direkt im Behälter, der Boden sieht nach der Reinigung sichtbar sauberer aus. Lediglich vereinzelte Reiskörner und etwas Salz in den Fliesenfugen bleiben zurück.
Auf kurzflorigem Teppich fällt die Bilanz nicht ganz so gut aus. Groben Schmutz nimmt der Qrevo S Pro zuverlässig auf, auch dank der Teppich-Boost-Funktion, die die Saugleistung automatisch erhöht. Im Test funktioniert die Teppicherkennung sehr zuverlässig. Bei feinerem Schmutz wie Salz wird es jedoch schwierig. Selbst nach 2 Durchläufen bleiben Rückstände in den Fasern zurück.
Bei der Ecken- und Kantenreinigung schlägt sich der Qrevo S Pro ordentlich. Von den platzierten Reiskörnern in der Ecke bleiben am Ende 2 zurück, bei der Kantenreinigung nimmt er alle 5 auf.
Wischleistung
Bei der Wischleistung hat der Roborock noch Luft nach oben. Das Wischmuster fällt dabei aber schön gleichmäßig aus und der Roboter zieht eine saubere Bahn hinter sich her.
Bei hartnäckigen Verschmutzungen kommt der Roboter aber an seine Grenzen. Eingetrocknete Flecken entfernt der Roboter nur oberflächlich, ohne sie wirklich zu lösen. Vorsicht ist bei Kaffee- oder Saftflecken geboten: Statt diese vollständig zu entfernen, verteilt der Qrevo S Pro die Flüssigkeit etwas und verdreckt damit Teile des umliegenden Bodens. Für die Auffrischung zwischen den manuellen Reinigungsrunden ist die Wischfunktion aber gut geeignet.
Reinigungsstation
Die Multifunktionsstation gehört zu den Stärken des Qrevo S Pro. Nach jeder Reinigungsfahrt entleert sie automatisch den kleinen Staubbehälter des Roboters in den 2,7-Liter-Beutel, sodass Käuferinnen und Käufer für mehrere Wochen keinen Gedanken an die Staubentleerung verschwenden müssen. Auch das Reinigen der Wischmopps übernimmt die Station selbstständig.
Besonders überzeugt die Moppwäsche mit bis zu 75 Grad Celsius heißem Wasser, denn sie sorgt im Test für sichtbar saubere Mopps. Nach einer Reinigungsfahrt mit anschließender Wäsche sehen die Pads aus wie frisch ausgepackt, was im Vergleich zu Kaltwasser-Lösungen ein deutlicher Schritt nach vorne ist. Die Warmlufttrocknung mit 45 Grad Celsius beugt unangenehmen Gerüchen und Schimmelbildung vor. Im Test können wir weder am Roboter noch in der Station unangenehme Düfte feststellen.
Lautstärke und Hygiene
In Sachen Lautstärke liegt der Roborock Qrevo S Pro im üblichen Rahmen seiner Klasse. Im Standard-Saugmodus messen wir 55 Dezibel, was im Hintergrund präsent, aber nicht störend ist. Auf der Maximalstufe steigt der Wert auf 75 Dezibel und ist damit hörbar lauter. Beim Absaugen in der Station messen wir ebenfalls rund 75 Dezibel, der Vorgang ist aber innerhalb weniger Sekunden abgeschlossen.
Bei der Hygiene zeigt sich der Qrevo S Pro solide, ohne in allen Punkten zu glänzen. Der Staubbeutel in der Station ist sauber gekapselt, bei der Entnahme kommen wir nicht mit dem Inhalt in Kontakt. Der kleine Staubbehälter im Roboter verschließt sich beim Herausnehmen jedoch nicht automatisch, was bei manuellem Eingriff zumindest theoretisch zu kleinen Schmutzpartikeln auf der Hand führen kann.
Fazit
Der Roborock Qrevo S Pro ist ein gelungener Saug- und Wischroboter der gehobenen Mittelklasse, der vor allem mit seiner starken Saugleistung, der hervorragend ausgestatteten Multifunktionsstation und der sehr guten App überzeugt. Die Heißwasserwäsche bei 75 Grad Celsius und die anschließende Warmlufttrocknung der Mopps gehören zu den Highlights und sorgen für saubere Pads.
Schwächer fällt die Bilanz beim Wischen aus. Bei leichten Verschmutzungen funktioniert der Qrevo S Pro gut, bei hartnäckigen oder klebrigen Flecken bleibt das Ergebnis allerdings deutlich hinter den Erwartungen zurück. Wer eine echte Tiefenreinigung sucht, muss zu einem teureren Gerät greifen. Auch auf Teppich kann der Roboter bei feinem Schmutz wie Salz nicht ganz mithalten.
Für eine unverbindliche Preisempfehlung von 589 Euro bekommen Käuferinnen und Käufer trotzdem ein sehr stimmiges Paket. Der Qrevo S Pro eignet sich vor allem für Haushalte, die einen verlässlichen Saugroboter mit guter Auffrischungs-Wischfunktion suchen und Wert auf eine wartungsarme Station legen.
So testen wir Staubsauger-Roboter
- +Starke Saugleistung
- +Sehr gute App
- +Einfache Einrichtung
- +Zuverlässige Kartierung
- +Sehr gute Verarbeitung
- +Starke Hartbodenreinigung
- +Station hat viele Funktionen
- +Solide Hinderniserkennung
- +Gute Kantenreinigung
- +Memory-Funktion
- –Wischen nur mittelmäßig
- –Hartnäckige Flecken bleiben teils zurück
- –Feinschmutz wird auf Teppich nicht vollständig entfernt
- –Navigation etwas langsam