Plankpad PRO im Test: Wenn der Unterarmstütz zum Videospiel wird
Das Plankpad Pro ist ein kippbares Balance- und Fitnessbrett aus Holz, das für Planks, Liegestütze, Balanceübungen und weitere Workouts gedacht ist. Gemeinsam mit der Smartphone-App wird es zugleich zum Spiele-Controller: Durch Gewichtsverlagerungen steuern wir Figuren und Bewegungen auf dem Display. Ob das Konzept in der Praxis funktioniert und tatsächlich zum Dranbleiben motiviert, klärt unser Test.
Plankpad PRO
Plankpad Pro
Design und Verarbeitung
Das Plankpad Pro besteht aus FSC-zertifiziertem Ahornholz, die Unterseite trägt ein Walnuss-Furnier. Mit 50 × 36 Zentimetern Grundfläche und 9 Zentimetern Höhe fällt das Brett kompakt aus, das Gewicht liegt bei rund 3 Kilogramm. Auf der Oberseite liegt eine weiche Schaumstoffpolsterung, die bei Unterarm- und Ellenbogenübungen als Auflage dient. Die Unterseite trägt 2 hölzerne Halbkreise, die ein Steg verbindet. Diese Kufenkonstruktion erzeugt die Kippbewegung, um die sich das gesamte Training dreht.
Die Verarbeitung ist insgesamt gut. Kanten und Ecken sind durchgehend abgerundet, Splitter oder Grate entdecken wir an keiner Stelle. Der Verbindungssteg hat eine Ausbuchtung, die als Tragegriff dient; auch dort sind die Kanten gebrochen. Bauteile und Übergänge sitzen präzise. Unter Belastung bleibt das Plankpad Pro verwindungsfrei und arbeitet nicht hörbar; bei kontrollierten Übungen fühlen wir uns dadurch durchweg sicher.
Lieferumfang und Zubehör
Im Karton liegen neben dem Brett eine Gummimatte, ein Übungsposter und eine Gebrauchsanweisung. Die Matte ist als Bodenschutz und rutschhemmende Unterlage gedacht. Das Poster bündelt die Grundübungen und eine 30-Tage-Plank-Challenge auf einen Blick, sodass ein Training auch ohne Smartphone möglich bleibt.
Der Lieferumfang deckt damit alles ab, was für den Start nötig ist. Batterien oder ein Netzteil gehören nicht dazu und braucht das Brett auch nicht, weil es rein mechanisch arbeitet. Eine Verbindung zwischen Brett und Smartphone ist ebenfalls nicht nötig: Die App nutzt die Bewegungssensoren des Smartphones, um die Neigung des Plankpads zu erfassen.
Ausstattung
Den Funktionsumfang bestimmt vor allem die kostenlose App. Sie läuft auf Smartphone und Tablet und lässt sich per Screen Mirroring auf einen Smart-TV spiegeln. In der Gratisversion stehen 5 Workouts mit zusammen 45 Übungen, 11 Spiele und die 30-Tage-Challenge bereit. Die Workouts setzen sich aus Videos von je 1 Minute zusammen und laufen einzeln oder am Stück als 7 bis 15 Minuten lange Einheit.
Weitere Inhalte kosten extra: Die Challenge-Stufen Advanced und Pro sowie zusätzliche Workouts und Spiele schaltet der Hersteller nur über ein Abonnement frei, das monatlich über die App-Stores abgerechnet wird. Den Abo-Preis nennt Plankpad weder auf der Produktseite noch in der Anleitung, er erschließt sich erst im jeweiligen App-Store. Am Brett selbst gibt es keine verstellbaren Teile. Der Schwierigkeitsgrad ergibt sich aus der gewählten Übung und in den Spielen aus der eingestellten Stufe.
Anleitung und Einstieg
Ein Zusammenbau entfällt: Das Brett kommt einsatzfertig aus dem Karton, die Halbkreise auf der Unterseite sind fest montiert. Die beiliegende Gebrauchsanweisung enthält keine vollständigen Workouts, sondern bereitet auf das Training vor. Sie erklärt die korrekte Plank-Haltung samt Selbstkontrolle und warnt ausdrücklich davor, dass eine Fehlhaltung den Rücken schädigen kann. Dazu kommen Hinweise zu Untergrund und Platzbedarf, zu Sicherheitsabständen zu Wänden und Trainingsgeräten, zum nötigen Freiraum für einen Abstieg im Notfall, zur Positionierung des Smartphones auf dem Brett sowie Aufwärm- und Dehnübungen. Der Aufbau ist klar gegliedert, die Sicherheitshinweise decken die wesentlichen Punkte ab. Für ein Gerät, bei dem Haltung und Untergrund für ein sicheres Training entscheidend sind, ist das passend aufgebaut.
Den eigentlichen Übungsteil übernimmt die App. Die Videos zeigen jeden Ablauf detailliert, verzichten aber auf Ton; unter jedem Video steht die Übung zusätzlich schriftlich erklärt. Diese Kombination funktioniert gut: Auch ohne Vorerfahrung können wir jede Übung direkt nachmachen, ohne zwischendurch nach einer Erklärung suchen zu müssen.
Die App im Test
Die Einrichtung ist schnell erledigt. Der QR-Code aus der Anleitung führt direkt zum Download, die App startet anschließend ohne Verzögerung und läuft im Test zuverlässig. Abbrüche oder Wartezeiten treten nicht auf.
Wie gut das Zusammenspiel von Brett und Software funktioniert, prüfen wir am Spiel „Snow Cruisin“. Darin weicht die Spielfigur allein durch Gewichtsverlagerung Hindernissen aus, eine Kollision quittiert die App mit einem kurzen Signal. Die Steuerung sitzt: Auch auf plötzliche Verlagerungen reagiert die Darstellung sofort, ohne Ruckeln oder Nachlauf, und zwar auf allen wählbaren Schwierigkeitsstufen. Das Smartphone bleibt dabei auch bei schnellen Gewichtsverlagerungen sicher auf dem Brett liegen und verrutscht in unserem Test nicht. In den Workouts arbeiten wir uns durch Rückentraining, Wachmacher, Cardio & Kraft und Care to the Core. Für den Einstieg reicht dieses Pensum aus, ohne dass wir das Abo vermissen.
Ebenso gelungen ist die 30-Tage-Challenge. Die Videos arbeiten mit Countdown und Ruhepausen-Timer, einzelne Tage lassen sich nicht überspringen, und nach jeder Einheit erscheint eine kurze Erfolgsmeldung. Zusammen mit den Spielen motiviert uns die spielerische Umsetzung im Test spürbar stärker zu den Übungen als ein Training ohne App.
Rutschfestigkeit und Grip
Auf der Schaumoberfläche ist der Grip sehr gut. Barfuß, mit normalen Socken und mit Noppensocken registrieren wir über 60 Sekunden und 10 langsame Gewichtsverlagerungen jeweils 0 Rutscher auf der Standfläche. Auch bei Planks und Liegestützen liegen Hände und Unterarme sicher auf, ohne dass die Oberfläche rau oder klebrig wirkt.
Der Grip zwischen Füßen und Schaumauflage bleibt auch mit normalen Socken sehr gut; hier registrieren wir keine Rutscher. Davon zu unterscheiden ist die Stabilität des gesamten Boards auf dem Boden: Auf blankem Laminat oder Parkett fühlen wir uns mit normalen Socken weniger sicher, während die untergelegte Matte das Training deutlich stabilisiert. Wer in Socken trainiert, sollte die Matte deshalb verwenden. Barfuß und mit Noppensocken tritt dieses Problem im Test nicht auf.
Mit leicht angefeuchteten Händen und Füßen lässt der Grip ebenfalls nach: Hier zählen wir jeweils 2 Korrekturen, das Training bleibt aber kontrollierbar. Die mitgelieferte Matte sorgt auf glattem Hartboden zuverlässig für Halt: Nach 60 Sekunden Nutzung verschiebt sich das Brett um 0 Zentimeter.
Training in der Praxis
Im freien Stand bleibt das Plankpad über unsere 60-sekündige Prüfzeit gut kontrollierbar. Unvermittelte Kippbewegungen treten nicht auf. Dynamische Bewegungen fordern deutlich mehr Balance: Bei langsamen Kniebeugen wird die Kontrolle mit zunehmender Dauer spürbar anspruchsvoller. Auch beim ersten Training braucht es etwas Übung: Die ersten Versuche wackeln, nach wenigen Einheiten gelingen die Grundübungen zuverlässig.
Seine Stärke zeigt das Plankpad Pro bei den bodennahen Übungen, für die es gebaut ist. Unterarme und Hände ruhen auf der Schaumstoffpolsterung angenehm auf, die weder zu hart noch zu weich ausfällt; störende Druckstellen bleiben auch nach mehreren Sätzen aus. Die Auflagefläche bietet genug Platz, um die Position stabil zu halten, und die Kippbewegung bleibt dabei jederzeit berechenbar. Über Übungsvarianten und die Schwierigkeitsstufen der Spiele lässt sich der Anspruch deutlich steigern. Damit bietet das Brett auch nach dem Einstieg noch genügend Reserven.
Transport und Aufbewahrung
Dank seiner kompakten Bauweise verschwindet das Plankpad Pro unter dem Sofa oder hinter der Kommode. Der Tragegriff im Steg macht das Umsetzen zur Nebensache: Das Brett liegt ohne Druckstellen in der Hand, und dank des geringen Gewichts tragen wir es einhändig durch die Wohnung. Wer zu Hause wenig Platz hat, muss für das Training also keine Ecke dauerhaft freihalten.
Eine Aufbewahrungstasche liegt allerdings nicht bei. Wer das Brett längere Zeit wegräumt oder mit auf Reisen nimmt, transportiert Board, Matte und Poster lose. Bei einem Gerät, das seinen Platz- und Gewichtsvorteil so deutlich ausspielt, ist das eine unnötige Lücke.
Alltag und Pflege
Beim Training bleibt das Plankpad Pro unauffällig: Im Test erzeugt das Board keine nennenswerten Trainingsgeräusche; Klappern oder Schleifen hören wir nicht. Spuren auf Parkett oder Laminat hinterlässt es dank Bodenschutzmatte ebenfalls keine. In Mietwohnungen und Obergeschossen ist das ein handfestes Argument.
Die Pflege beschränkt sich auf ein feuchtes Tuch. Oberfläche und Matte lassen sich mit etwas Spülwasser abwischen, bei leichtem Schmutz genügt klares Wasser; kurz trockenreiben, fertig. Auch nach mehreren Einheiten bleibt die Schaumauflage unempfindlich und nimmt keine sichtbaren Spuren an.
Fazit
Das Plankpad Pro überzeugt mit sehr guter Verarbeitung, sicherem Grip auf der Schaumauflage und einer reaktionsschnellen, motivierenden App. Besonders bei Planks und Liegestützen trainieren wir angenehm und kontrolliert. Abzüge gibt es für das Abo-Modell, die anspruchsvolleren dynamischen Übungen und die fehlende Aufbewahrungstasche. Auf glatten Böden gehört die Matte dazu.
- +Sehr gute Verarbeitung
- +Sicherer Grip auf Schaumauflage
- +Reaktionsschnelle, motivierende App
- +Angenehm bei Planks, Liegestützen
- +Kompakt und leicht transportierbar
- –Zusatzinhalte nur per Abo
- –Keine Aufbewahrungstasche
- –Matte auf glatten Böden nötig
- –Grip schwächer bei Feuchtigkeit