Panasonic Slimline NN-CT57RMEPG im Test: Mikrowelle mit Ofen-Ambitionen
Die Slimline NN-CT57RMEPG will Mikrowelle, Grill, Umluftbackofen und Heißluftfritteuse in einem schlanken Gehäuse vereinen. Ob das Kombigerät in jeder Disziplin mithält oder irgendwo Kompromisse eingeht, zeigt unser Praxistest im Küchenalltag.
Panasonic NN-CT57RMEPG Mikrowelle Silber1000W, Grillfunktion, Heißluft-Funktion, digitaler Timer, LCD-Display, 34-cm-Drehteller
Panasonic Slimline NN-CT57RMEPG
Design und Verarbeitung
Die freistehende Kombi-Mikrowelle hat ein silberfarbenes Gehäuse und einen Garraum aus Edelstahl. Sie misst 52 × 31 × 39,1 Zentimeter (Breite × Höhe × Tiefe) und wiegt 16,3 Kilogramm. An der Verarbeitung haben wir nichts auszusetzen: Gehäuse und Materialien wirken robust und hochwertig, Tür, Spaltmaße und Bedienelemente sind präzise gefertigt, und an Kanten oder berührbaren Bauteilen finden wir keine scharfen oder unsauberen Stellen.
Laut Panasonic ist das Gerät schlanker als klassische Kombigeräte, weil der Heißluftventilator oben statt an der Rückwand sitzt. Auf der Arbeitsfläche wirkt die Mikrowelle trotzdem relativ groß, mit gut einem halben Meter Breite beansprucht sie spürbar Stellfläche. Das Verhältnis aus Platzbedarf, Gewicht und nutzbarem Garraum ordnen wir deshalb als durchschnittlich ein.
Ausstattung
Kern des Geräts ist eine Inverter-Mikrowelle mit 1000 Watt und 7 Leistungsstufen. Während klassische Mikrowellen niedrigere Stufen erreichen, indem sie die volle Leistung im Wechsel ein- und ausschalten, hält die Invertertechnik die gewählte Leistung laut Panasonic konstant. Dazu kommen ein Quarzgrill mit 1300 Watt und 3 Stufen, eine Heißluftfunktion von 30 bis 220 Grad Celsius und ein Air-Fry-Modus mit 180 bis 220 Grad Celsius. Mit 8 Kombiprogrammen lassen sich mehrere Heizarten gleichzeitig nutzen, 19 Automatikprogramme übernehmen die Einstellungen für typische Gerichte wie Fisch, Pommes frites oder Tiefkühlpizza.
Der Garraum ist mit 27 Liter sehr groß, der Drehteller misst 34 Zentimeter im Durchmesser; genaue Innenmaße nennt Panasonic nicht. Zum Lieferumfang gehören außerdem ein Grillrost, ein emailliertes Backblech und ein 31,6 Zentimeter breiter Air-Fry-Korb, der laut Hersteller bis zu 800 Gramm Pommes frites aufnimmt. Korb und Backblech dürfen in die Spülmaschine, wobei Panasonic für eine längere Lebensdauer des Korbs die Handwäsche empfiehlt.
Sicherheit
Bei den von uns geprüften Sicherheitsaspekten finden wir nichts zu beanstanden. Die Türverriegelung arbeitet in allen drei Prüfdurchläufen zuverlässig: Solange die Tür offen ist, lässt sich die Mikrowelle nicht starten. Beim Öffnen, Schließen und Bedienen steht das Gerät fest an seinem Platz, ohne zu verrutschen.
Auch nach unseren Testläufen lässt sich die Mikrowelle von außen noch gut anfassen; die üblichen Berührflächen fühlen sich höchstens mäßig warm an. Einen exakten Temperaturwert haben wir dabei allerdings nicht gemessen.
Bedienung und Handhabung
Die Bedienungsanleitung ist ausführlich und klar gegliedert, sodass wir Programme, Sicherheitshinweise und Pflege schnell verstehen. Auch das Bedienfeld erschließt sich rasch und ist gut ablesbar, einen Kritikpunkt haben wir aber: Die Tasten sind teilweise nur auf Englisch beschriftet, hier hätten wir uns eine deutsche Beschriftung gewünscht. Das Display zeigt die Automatikprogramme zudem nur als Nummern an. Eine mitgelieferte Klebefolie, die alle Programme samt Nummer auflistet, ist aber hilfreich.
Beladen und Entnehmen gehen im Testalltag leicht von der Hand, und auch Programmwahl sowie Zeit- und Leistungseinstellung erledigen wir zügig. Die Garraumbeleuchtung ist hell, durch die Tür behalten wir den Garfortschritt jederzeit gut im Blick.
Mikrowellenleistung
Für den Wassertest haben wir 500 Milliliter Wasser bei maximaler Leistung exakt 2 Minuten lang erhitzt, anschließend umgerührt und sofort die Temperatur gemessen. Im ersten Durchlauf steigt sie von 20,2 auf 66,5 Grad Celsius. Das entspricht einem Plus von 46,3 Grad Celsius und ist ein sehr starkes Ergebnis.
Bei der direkten Wiederholung mit einer frischen Wasserprobe fällt das Ergebnis jedoch merklich ab: Ausgehend von 21,2 Grad Celsius erreicht das Wasser nur noch 58 Grad Celsius, der Anstieg liegt also bei 36,8 Grad Celsius. Damit fällt der Temperaturanstieg im zweiten Durchgang um 9,5 Grad Celsius beziehungsweise rund 21 Prozent geringer aus als im ersten. Die beiden Messungen weichen deutlich voneinander ab, was Zweifel an der Reproduzierbarkeit weckt. Woran der Rückgang liegt, lässt sich aus zwei Messungen nicht sicher ableiten. Insgesamt dennoch eine gute Leistung.
Garen, Auftauen und Aufwärmen
Für den Gemüsetest haben wir 300 Gramm frischen Brokkoli mit 30 Millilitern Wasser in einem locker abgedeckten Gefäß gegart und danach eine Minute ruhen lassen. Das Ergebnis überzeugt: Die Röschen sind einheitlich weich und saftig, Stiele und Röschen weisen eine ähnlich weiche Konsistenz auf.
Auch beim Auftauen macht die Mikrowelle eine sehr gute Figur: Gefrorenes Toastbrot taut sie schonend und ohne kalte oder ausgetrocknete Stellen auf. Der gekühlte Kürbiseintopf wirkt nach dem Erwärmen ebenfalls gleichmäßig heiß; eine Mehrpunktmessung haben wir bei diesem Durchgang jedoch nicht durchgeführt.
Zusatzfunktionen und Automatikprogramme
Mit ihren Zusatzfunktionen wirkt die Panasonic fast wie ein kleiner Backofen. Der Lachs ist nach dem Grillen vollständig durchgegart und bleibt saftig, der Kuchen gelingt mit Heißluft gleichmäßig. Im Air-Fry-Modus garen die Pommes frites einheitlich, könnten aber knuspriger sein.
Separat testen wir die Automatikprogramme für Fisch und Pommes frites. Beide liefern sehr gute Ergebnisse. Die vorgegebenen Garzeiten fallen für unseren Geschmack teilweise etwas knapp aus.
Lautstärke
Im Mikrowellenbetrieb messen wir mit dem Smartphone aus 1 Meter Abstand rund 53 Dezibel. Der Wert ist deshalb nur als Näherung zu verstehen, die Geräuschkulisse empfinden wir aber als moderat. Weniger gefällt uns, dass sich die Signaltöne nicht abschalten lassen. Nach Programmende läuft zudem der Lüfter noch rund eine Minute nach.
Reinigung
Nach unseren Praxistests ist die Mikrowelle in höchstens 10 Minuten wieder sauber. Den Edelstahl-Garraum wischen wir mit einem Lappen und etwas Spülmittel aus, Zubehör wie das Backblech reinigen wir in der Spüle. Glatte, gut erreichbare Flächen machen die Pflege insgesamt sehr einfach.
Fazit
Die Panasonic Slimline NN-CT57RMEPG punktet mit vielseitigen Funktionen, hochwertiger Verarbeitung und überwiegend überzeugenden Garergebnissen. Brokkoli, Auftauen, Grill und Heißluft gelingen gut. Abstriche gibt es bei der schwankenden Leistung im wiederholten Wassertest, dem Platzbedarf, den teils englischen Tasten und dem Air-Fry-Ergebnis. Insgesamt überzeugt sie als vielseitiges Kombigerät, das wir empfehlen können.
- +Vielseitige Garfunktionen
- +Hochwertige Verarbeitung
- +Gute Grill- und Heißluftergebnisse
- +Zuverlässiges Auftauen
- +Einfache Reinigung
- –Schwankende Mikrowellenleistung im Wassertest
- –Großer Platzbedarf
- –Teilweise englische Tasten
- –Pommes könnten knuspriger sein
- –Signaltöne nicht abschaltbar