OPPO Reno16 Pro 5G im Test: kompakter Dauerläufer zum Oberklasse-Preis
Auf 6,32 Zoll bringt Oppo einen 6.000-mAh-Akku unter und kombiniert ihn mit einer 200-Megapixel-Hauptkamera, zwei weiteren 50-Megapixel-Kameras sowie 512 Gigabyte Speicher. Das klingt nach ungewöhnlich viel Ausstattung für ein vergleichsweise handliches Gehäuse. Allerdings verlangt OPPO dafür mit 1.099 Euro auch einen Preis, bei dem das Reno16 Pro direkt mit etablierten Oberklasse-Smartphones konkurriert. Ob großer Akku und starke Kameraausstattung reichen, um sich in diesem Umfeld zu behaupten, klärt unser Praxistest.
OPPO Reno16 Pro5G, 200MP Kamera, 6,32" AMOLED 144Hz, 6000mAh, 12GB RAM, 512GB Speicher, Pop White
Reno16
Design und Verarbeitung
Mit 151,2 × 72,4 × 8,4 Millimetern und 191 Gramm ist das Reno16 Pro angenehm handlich. Die UVP liegt bei 1.099 Euro, zum Testzeitpunkt kostet das Gerät im Handel 899 Euro. Wir testen die weiße Variante Pop White, daneben gibt es Starlight Black. Der Rahmen besteht aus gebürstetem Aluminium, das Kameramodul sitzt als Quadrat oben links auf der Rückseite. Diese Kombination lässt uns unweigerlich an Apple denken, und der Eindruck verstärkt sich im weiteren Test noch. Wer eigenständiges Design sucht, wird hier nicht fündig.
Handwerklich gibt es dagegen nichts zu bemängeln. Nichts knarzt, nichts wackelt, nichts fühlt sich billig an. Die Spaltmaße sind gleichmäßig, Tasten und Anschlüsse sind sauber in das Gehäuse integriert, und auch unter Druck lässt sich das Gehäuse nicht merklich verwinden. Der erste Eindruck direkt nach dem Auspacken ist entsprechend sehr gut. Beim Schutz gegen Staub und Wasser ist das Reno16 Pro nach IP68 und IP69K zertifiziert und damit unter den jeweiligen Prüfbedingungen gegen Hochdruck-Wasserstrahlen sowie ein Untertauchen bis 1,5 Meter für 30 Minuten geschützt.
Display
Das AMOLED-Panel misst 6,32 Zoll, löst mit 2640 × 1216 Pixeln auf und kommt damit auf 460 Pixel pro Zoll. In der Praxis heißt das: Selbst kleine Schrift wirkt gestochen scharf, Icon-Kanten sind glatt, eine Pixelstruktur erkennen wir auch aus kurzem Abstand nicht. Farben zeigt der Bildschirm satt, aber nie grell, und das für AMOLED typische tiefe Schwarz sorgt für hohe Kontraste. Auch aus schrägen Blickwinkeln bleibt die Darstellung stabil, einen Helligkeitsabfall oder Farbstich bemerken wir nicht.
Die Bildwiederholrate geht bis 144 Hertz hinauf und regelt in Stufen über 120, 90 und 60 Hertz herunter. Beim Scrollen und in Spielen läuft das Bild durchgehend flüssig; Ruckler oder ein Flackern des Bildschirms beobachten wir über den gesamten Testzeitraum nicht. Einzig draußen stößt das Display an seine Grenze: OPPO gibt bis zu 1.800 Nits an, bei direkter Sonne sind Inhalte damit zwar lesbar, ganz mühelos gelingt das aber nicht. Etwas mehr Reserve wäre hier wünschenswert.
Ausstattung
Angetrieben wird das Reno16 Pro von MediaTeks Dimensity 8550 Super, einem Chip mit 8 Kernen in 4-Nanometer-Fertigung und bis zu 3,4 Gigahertz Taktrate. Unsere Testvariante kombiniert ihn mit 12 Gigabyte Arbeitsspeicher und 512 Gigabyte internem Speicher, der sich nicht erweitern lässt. Auf der Rückseite sitzen 3 Kameras: eine Hauptkamera mit 200 Megapixeln, Blende f/1,8 und optischem Bildstabilisator, ein Ultraweitwinkel mit 50 Megapixeln und Blende f/2,0 sowie ein Teleobjektiv mit ebenfalls 50 Megapixeln, Blende f/2,8, 3,5-fachem optischem Zoom und eigener Stabilisierung. Die Frontkamera löst mit 50 Megapixeln auf und besitzt einen Autofokus.
Bei der Funkausstattung setzt OPPO auf Wi-Fi 6 statt des neueren Wi-Fi 7, dazu kommen Bluetooth 5.4 und Nahfeldkommunikation (NFC) für mobiles Bezahlen. Der USB-C-Anschluss arbeitet nach dem 2.0-Standard und ist damit auf geringe Übertragungsraten begrenzt. Eine eSIM lässt sich parallel zur physischen SIM-Karte betreiben, entsperrt wird per optischem Fingerabdrucksensor unter dem Display oder per Gesichtserkennung. Der Akku fasst in der europäischen Ausführung 6.000 Milliamperestunden. Nicht Teil unseres Testprogramms war die Klangqualität der Lautsprecher; dazu liegen uns keine Beobachtungen vor.
Leistung
Im Grafik-Benchmark 3DMark Wild Life Extreme erzielt das Reno16 Pro 4.332 Punkte, im Alltags-Benchmark PCMark Work 3.0 sind es 18.411 Punkte. Damit bietet das Gerät genügend Leistung für den Alltag. Anspruchsvolle Spiele laufen auch mit höheren Grafikeinstellungen überwiegend ruckelfrei, Bildrateneinbrüche treten nur vereinzelt auf. Das Gehäuse erwärmt sich dabei merklich, wird jedoch nie unangenehm heiß; eine nennenswerte Drosselung stellen wir auch nach längeren Spielsitzungen nicht fest.
Im Alltag fällt der Chip überhaupt nicht auf, und das meinen wir als Lob. Apps starten zügig, beim Scrollen durch Feeds oder Webseiten reagiert die Oberfläche nahezu verzögerungsfrei. Wer zwischen mehreren geöffneten Anwendungen hin und her springt, muss auch nicht auf neu ladende Apps warten. Vereinzelte kleine Ruckler kommen vor, stören den Betrieb aber nicht. Selbst wenn Navigation, Kamera und Musikwiedergabe parallel laufen, gibt die Leistung nicht nach.
Handhabung und Tasten
Das kompakte Gehäuse liegt sicher in der Hand, die Balance stimmt, und die Einhandbedienung klappt in den meisten Situationen. Trotz des großen Kameramoduls wirkt das Reno16 Pro dabei nicht kopflastig. Auch der Fingerabdrucksensor sitzt dort, wo ihn der Daumen ohne Umgreifen erreicht.
An der Tastenanordnung stört uns dagegen etwas: Power-Taste und Lautstärkewippe sitzen beide auf der rechten Seite. Für einen Screenshot müssen wir dadurch zwei eng benachbarte Tasten gleichzeitig treffen; uns gelingt die Tastenkombination dadurch weniger zuverlässig als bei Geräten mit Tasten auf unterschiedlichen Gehäuseseiten. Dazu kommt der Snap Key, ein frei belegbarer Zusatzknopf, ähnlich dem Action Buttons aktueller iPhones.
Software und Zusatzfunktionen
Auf dem Reno16 Pro läuft Android 16 unter OPPOs Oberfläche ColorOS 16, die uns stark an iOS erinnert. Eine Dynamic Island blendet laufende Vorgänge ein und quittiert etwa das Anstecken des Ladekabels mit einer Animation. Mit OPPO AI stehen außerdem KI-Funktionen bereit, die unter anderem Texte erstellen, überarbeiten und strukturieren sowie Inhalte zusammenfassen und übersetzen. Beides nutzen wir im Testalltag regelmäßig.
Getrübt wird unser Eindruck von der Menge an vorinstallierter Software: TikTok, Temu und Amazon Music sind nur die prominentesten Beispiele. Die Oberfläche selbst ist grundsätzlich verständlich aufgebaut, das Ausmisten nach der Einrichtung kostet aber spürbar Zeit.
Update-Versorgung
OPPO verspricht 5 große Android-Upgrades und 6 Jahre Sicherheitsupdates zu. Rechnerisch versorgt der Hersteller das Smartphone damit bis 2032 mit Patches. Zur Spitze fehlt aber ein Stück: Google und Samsung versorgen inzwischen ihre Oberklasse 7 Jahre lang mit Sicherheitsupdates, Google garantiert für aktuelle Pixel zudem 7 Jahre Betriebssystemupdates. OPPO bleibt mit 6 Jahren Sicherheitsupdates und 5 großen Android-Upgrades darunter. Und eine Zusage ist zunächst ein Versprechen. Ob OPPO die Updates über die gesamte Laufzeit zeitnah ausliefert, wissen wir nicht.
Kamera
Bei Tageslicht liefert die 200-Megapixel-Hauptkamera viele Details, Farben trifft sie natürlich statt aufdringlich, und der Dynamikumfang hält helle Himmel und dunkle Schattenpartien im selben Bild zusammen. Ultraweitwinkel und Teleobjektiv geben sich bei der Schärfe und Farbabstimmung kaum eine Blöße gegenüber der Hauptkamera, sodass sich ein Brennweitenwechsel in der fertigen Aufnahme kaum bemerkbar macht. Selbst aus größerer Entfernung zeichnet die Kamera Motive scharf, ohne sie überzeichnet oder blass wirken zu lassen.
Die Frontkamera hält dieses Niveau: Selfies sind detailreich, Hauttöne wirken natürlich. Auch im Porträtmodus trennt die Freistellung Haarkanten präzise. Bei wenig Licht lässt die Bildqualität allerdings sichtbar nach. Der Nachtmodus hellt zuverlässig auf und hält das Rauschen im Griff, an die Tageslicht-Ergebnisse kommt er jedoch nicht heran. Das deutlichste Gefälle zeigt sich beim Video: Die Stabilisierung arbeitet ordentlich und bügelt Schritte beim Gehen weg, doch Dynamik, Farbsättigung und vor allem Schärfe halten mit den Fotos nicht mit.
Akku und Laden
Für die Laufzeitmessung haben wir das Gerät bei vollem Akku, aktiviertem WLAN und fest auf 50 Prozent eingestellter Helligkeit ein Video in 1080p im Vollbild als Dauerschleife abspielen lassen, bis es sich selbst abschaltet. Nach 30 Stunden geht das Reno16 Pro aus, ein Spitzenwert. Auch im Alltag hält der große Akku ungewöhnlich lange durch: 2 Tage sind ohne Sparmaßnahmen drin, und selbst mit viel Bildschirmzeit, Kamera und Navigation steht abends noch eine solide Reserve zur Verfügung. Ein täglicher Ladezyklus ist im normalen Alltag damit nicht nötig.
OPPO bewirbt die Ladegeschwindigkeit mit 80 Watt über Kabel, in unserem Test dauert der Weg von 0 auf 100 Prozent 70 Minuten. Angesichts der großen Akkukapazität von 6.000 Milliamperestunden ist das ein guter Wert. Kabelloses Laden fehlt allerdings komplett.
Fazit
Die größte Stärke des OPPO Reno16 Pro 5G ist seine Ausdauer: 30 Stunden im Videodauerlauf und 2 Tage im normalen Alltag sind in dieser Gehäusegröße bemerkenswert. Dazu kommen ein sehr scharfes und farbstarkes AMOLED-Display mit 144 Hertz, ein Kamerasystem, das über alle 3 Brennweiten hinweg weitgehend gleichbleibend gute Fotos liefert, sowie eine hochwertige Verarbeitung ohne erkennbare Schwachstelle. Auch die zugesagten 5 großen Android-Upgrades und 6 Jahre Sicherheitspatches sprechen für eine lange Nutzungsdauer.
Schwächen leistet sich das Gerät beim fehlenden kabellosen Laden, bei der Menge an vorinstallierten Partner-Apps sowie bei Wi-Fi 6 und einem USB-C-Anschluss nach dem 2.0-Standard. Gerade in dieser Preisklasse dürfte die Ausstattung an diesen Stellen moderner ausfallen. Der eigentliche Knackpunkt bleibt jedoch der Preis: Mit einer UVP von 1.099 Euro bewegt sich das Reno16 Pro auf Flaggschiff-Niveau, kann beim Gesamtpaket mit den stärksten Modellen dieser Preisklasse aber nicht vollständig mithalten. Auch die 899 Euro des Straßenpreises sind für das Gebotene noch ambitioniert.
Wer ein handliches Smartphone mit außergewöhnlicher Akkulaufzeit, starkem Display und vielseitigem Kamerasystem sucht, bekommt mit dem Reno16 Pro 5G ein durchdachtes Gesamtpaket. Die stark an iOS erinnernde Optik muss einem allerdings gefallen. Wer dagegen möglichst viel Ausstattung und Leistung für sein Geld sucht, findet in dieser Preisklasse stärkere Alternativen.
- +Außergewöhnlich lange Akkulaufzeit
- +Sehr scharfes 144-Hz-AMOLED
- +Starke Fotoqualität
- +Hochwertige Verarbeitung
- +Lange Update-Versorgung
- –Kein kabelloses Laden
- –Viel vorinstallierte Software
- –Nur Wi-Fi 6
- –Nur USB-C 2.0
- –Sehr hoher Preis