OPPO Pad 5 im Test: großes Display, langer Atem, gebremste Hardware
Mit dem OPPO Pad 5 5G bringt Oppo ein großes Mittelklasse-Tablet mit 12,1-Zoll-Display, großem Akku und mobilem 5G-Zugang auf den Markt. Im Test prüfen wir, wie gut sich das Tablet im Alltag schlägt und wo Oppo Kompromisse eingeht.
OPPO Pad 5 5G
Design und Verarbeitung
Der erste Eindruck nach dem Auspacken fällt gut aus. Für unseren Praxistest tritt die 5G-Version des OPPO Pad 5 in Starlight Black an. Besonders der Aluminiumrahmen gefällt uns: Er verleiht dem Pad 5 eine hochwertige Optik und zusätzliche Stabilität. Die Kunststoffrückseite fällt dagegen nicht negativ auf, sie wirkt ordentlich verarbeitet und keineswegs billig. Verwindungssteif ist das Gehäuse ebenfalls: Nichts knarzt und nichts gibt spürbar nach. Die Spaltmaße sind gleichmäßig, Übergänge liegen bündig, und Tasten wie Anschlüsse sitzen sauber im Rahmen. Einzig die Displayränder hätten für unseren Geschmack etwas schmaler ausfallen dürfen.
Mit Abmessungen von 266 × 192,8 × 6,83 Millimetern zählt das Pad 5 zu den angenehm dünnen Tablets. Das 5G-Modell bringt 599 Gramm auf die Waage: kein Leichtgewicht, angesichts der Bildschirmdiagonale von 12,1 Zoll aber nachvollziehbar. Zum deutschen Marktstart liegt die unverbindliche Preisempfehlung bei 459 Euro für die WLAN-Version und 529 Euro für die 5G-Variante.
Deutlich schwächer schneidet der Schutz vor Staub und Spritzwasser ab. Oppo gibt für das Tablet die Schutzart IP40 an. Damit ist es gegen feste Fremdkörper ab einem Millimeter Größe geschützt, einen Schutz gegen Wasser gibt es jedoch nicht. Ein Regenschauer auf dem Balkon oder die Flüssigkeit aus einem umgekippten Glas können dem Gerät damit gefährlich werden.
Display
Der Bildschirm ist die klare Stärke des Pad 5. Der 12,1 Zoll große IPS-Bildschirm löst mit 2800 × 1980 Pixeln auf, was einer Pixeldichte von 284 Pixeln pro Zoll entspricht. In der Praxis erkennen wir weder eine Pixelstruktur noch ausgefranste Kanten, selbst kleine Schrift bleibt sauber lesbar.
Farben stellt das Panel kräftig dar, ohne in einen unnatürlichen Farbstich zu kippen, und auch der Kontrast kann sich für einen IPS-Bildschirm sehen lassen. Oppo gibt 600 Nits im normalen Betrieb und 900 Nits im Hochhelligkeitsmodus an. In der Praxis reicht die Helligkeit aus, damit Inhalte draußen bei Tageslicht problemlos erkennbar bleiben. Auch aus schrägen Blickwinkeln bleibt das Bild stabil, Helligkeitsabfall oder Milchigkeit stellen wir nicht fest.
Weniger rund läuft es beim Reaktionsgefühl. Die Bildwiederholrate von bis zu 120 Hertz sorgt grundsätzlich für flüssige Animationen beim Scrollen und Navigieren. Im Test treten dennoch immer wieder kleine Ruckler auf, die den sonst hochwertigen Eindruck des Bildschirms schmälern.
Hardware, Betriebssystem und Bedienung
Im Inneren arbeitet ein MediaTek Dimensity 7300-Ultra, dem 8 Gigabyte LPDDR5X-Arbeitsspeicher und 128 Gigabyte UFS-3.1-Speicher zur Seite stehen.
Im Gaming-Benchmark 3DMark Wild Life Extreme erreicht das Pad 5 einen Wert von 865 Punkten, im Alltags-Benchmark PCMark Work 3.0 sind es 8.458 Punkte. Für anspruchsvolle Spiele reicht das nur eingeschränkt: Genügsame Titel wie Call of Duty: Mobile laufen ordentlich, bei höheren Grafikeinstellungen und längeren Sessions stößt die Hardware jedoch an ihre Grenzen. Die Gaming-Leistung fällt damit durchschnittlich aus.
Im Alltag macht das Tablet die bessere Figur. Apps starten zügig, Multitasking mit mehreren Anwendungen funktioniert zuverlässig, und beim Wechsel zurück zu zuvor geöffneten Apps kommt es nur selten zu Neuladevorgängen. Die bereits erwähnten Mikroruckler tauchen allerdings auch hier immer wieder auf und trüben den insgesamt guten Eindruck.
Die Oberfläche ColorOS 16.0 auf Basis von Android 16 gefällt uns sehr gut. Menüs sind logisch aufgebaut, Einstellungen schnell auffindbar, und die Bedienung fühlt sich von Anfang an intuitiv an. Vorinstalliert sind unter anderem Netflix und LinkedIn. Die zusätzlichen Drittanbieter-Apps müssten aus unserer Sicht nicht sein, halten sich aber in Grenzen.
An Zusatzfunktionen mangelt es nicht. Mehrere Apps lassen sich im Split-Screen nebeneinander legen oder als schwebende Fenster öffnen, dazu kommen KI-Werkzeuge zum Zusammenfassen und Überarbeiten von Texten, Übersetzungen, Transkriptionen und Bildbearbeitung. Google Gemini und Circle to Search erweitern das Angebot, ebenso praktische Notiz- und Übertragungsfunktionen für den Austausch mit anderen Geräten. Der Mehrwert ist da, auch wenn längst nicht jede KI-Funktion für alle Nutzenden im Alltag relevant sein dürfte.
Die Bedienung gefällt uns ebenfalls. Die Standby-Taste sitzt an der Oberseite, die Lautstärkewippe an der rechten Seite. Sie sind sauber in den Rahmen eingelassen und reagieren präzise auf Druck. Einen Fingerabdrucksensor hat das Tablet nicht. Die Gesichtserkennung arbeitet zwar zuverlässig, eine zweite biometrische Option vermissen wir trotzdem. Positiv fällt bei der getesteten 5G-Version der SIM-Slot auf, über den sich das Tablet auch unterwegs ohne WLAN mobil mit dem Internet verbinden lässt.
Gemischt fällt unser Urteil zur Updatepolitik aus. Das Pad 5 startet mit Android 16 und ColorOS 16; Android 17 ist inzwischen bereits erschienen. Unklar bleibt, wie viele große Android-Versionsupdates Oppo für das deutsche Modell vorsieht. Eine konkrete Zahl nennt der Hersteller dafür nicht. Für Käuferinnen und Käufer in der EU greift jedoch ein gesetzlicher Mindeststandard: Betriebssystem-Upgrades müssen für entsprechend erfasste Geräte mindestens fünf Jahre ab dem Ende des Inverkehrbringens des letzten Geräts eines Modells verfügbar sein.
Kamera
Die Kameras erfüllen ihren Zweck, mehr aber auch nicht. Hinten wie vorn sitzt jeweils ein Sensor mit 8 Megapixeln. Videos nehmen beide Kameras mit maximal 1080p bei 30 Bildern pro Sekunde auf. Bei gutem Licht entstehen brauchbare Aufnahmen mit ordentlicher Schärfe und stimmigen Farben, konstant sind die Ergebnisse jedoch nicht: Die Belichtung schwankt, und gelegentlich zeigen sich Artefakte.
Deutlich schwächer wird es, sobald das Licht nachlässt. Rauschen wird sichtbar, Details verschwinden, und die Schärfe bricht spürbar ein. Für Schnappschüsse und das Abfotografieren von Dokumenten reicht die Qualität aus, als Ersatz für eine Kamera oder ein aktuelles Smartphone eignet sich das Pad 5 nicht.
Die Frontkamera liefert bei Tageslicht solide Ergebnisse für Videochats mit passenden Hauttönen. Auch die Videoaufnahme bewegt sich auf durchschnittlichem Niveau: Bei ruhiger Hand fallen Videoaufnahmen noch ordentlich aus, in Bewegung wird das Wackeln jedoch deutlich sichtbar.
Akku und Anschlüsse
Die Ausdauer ist das zweite große Plus dieses Tablets. Im standardisierten Laufzeittest mit WLAN, 50 Prozent Helligkeit und einem dauerhaft laufenden Video in 1080p hält das Pad 5 21 Stunden durch, bevor es sich abschaltet. Möglich macht das ein Akku mit 10.050 Milliamperestunden, was 38,8 Wattstunden entspricht. Im Alltag bestätigt sich der Eindruck: 1,5 bis 2 Tage sind je nach Nutzung realistisch, und selbst nach intensiven Tagen bleibt abends noch eine solide Reserve. Das ist ein sehr gutes Ergebnis.
Umso ärgerlicher fällt der Gegenpol aus. Von 0 auf 100 Prozent benötigt das Tablet mehr als 2 Stunden, obwohl Oppo eine Ladeleistung von 33 Watt per SUPERVOOC angibt. Kurze Ladepausen bringen bei diesem Tempo wenig, wer das Gerät leer fährt, plant besser einen halben Abend ein. Die enorme Akkukapazität erklärt die Dauer zwar teilweise, im Alltag bleibt sie trotzdem unpraktisch, und dieser Punkt fällt in unserer Bewertung deutlich ab.
Bei der Ausstattung gibt es wenig zu bemängeln. Vier Lautsprecher sorgen für Stereoklang. Für drahtlose Verbindungen stehen Wi-Fi 6 und Bluetooth 5.4 bereit; zum Laden und für kabelgebundene Verbindungen dient USB-C. Der interne Speicher lässt sich per microSD erweitern. Bei der 5G-Version teilen sich Nano-SIM und Speicherkarte einen gemeinsamen Kartenschacht.
Fazit
Das OPPO Pad 5 ist ein Tablet mit klaren Stärken und genauso klaren Schwächen. Das große, scharfe und helle Display gehört zu den besten Argumenten in dieser Preisklasse, und die Laufzeit von 21 Stunden im Videotest lässt viele Konkurrenten hinter sich. Dazu kommen ein stabiler Aluminiumrahmen, eine saubere Fertigung und eine Oberfläche, die uns im Alltag durchweg überzeugt.
Auf der anderen Seite steht eine nur durchschnittliche Rechen- und Gaming-Leistung. Zudem ziehen sich kleinere Mikroruckler durch die Bedienung, und die Ladezeit von über 2 Stunden passt nicht zu einem Gerät dieses Baujahrs. Der fehlende Fingerabdrucksensor, die niedrige Schutzart IP40 und die unklare Zusage zu großen Android-Updates sind weitere Punkte, die vor dem Kauf bedacht werden wollen. Insgesamt handelt es sich aber um ein „gutes“ Tablet.
- +Großes, scharfes Display
- +Hohe Displayhelligkeit
- +Stabile Blickwinkel
- +Sehr lange Akkulaufzeit
- +Hochwertiger Aluminiumrahmen
- +Saubere Verarbeitung
- +Intuitive ColorOS-Bedienung
- +Zuverlässiges Multitasking
- +Praktische KI-Funktionen
- +5G mit SIM-Slot
- +Speicher per microSD erweiterbar
- –Durchschnittliche Gaming-Leistung
- –Wiederkehrende Mikroruckler
- –Sehr lange Ladezeit
- –Kein Fingerabdrucksensor
- –Nur IP40-Schutz
- –Kameras nur durchschnittlich
- –Etwas breite Displayränder