Testsieger.de

Nothing Phone (4b) im Test: Was bekommt man bei Nothing für 329 Euro?

Jenny
|
7. Juli 2026
|
7 Min. Lesezeit

Nothing hat sich mit auffälligem Transparenz-Design und cleanem Android einen Namen gemacht. Mit dem Phone (4b) startet die Marke nun ihre neue, besonders günstige b-Serie: ein Budget-Smartphone der unteren Mittelklasse für 329 Euro, das trotzdem nicht wie ein Sparmodell aussehen will. Kurz vor dem Marktstart haben wir geprüft, wo Nothing die Stärken setzt und wo für den Preis gespart wurde.

Nothing Phone (4b)

UVP329 Euro
Display6,77 Zoll AMOLED
Auflösung1080 × 2392 Pixel
Bildwiederholrate120 Hertz
ProzessorSnapdragon 6 Gen 4
Speicher8 GB RAM, 128 GB intern
Kameras50-Megapixel-Hauptkamera mit OIS, 8-Megapixel-Ultraweitwinkelkamera
Ladeleistung33 Watt
SchutzartIP64
Nothing Phone (4b): Rückseite auf dem Tisch
Nothing Phone (4b) (Foto: Testsieger.de)

Design und Verarbeitung

Schon beim Auspacken macht das Phone (4b) einen wertigen Eindruck. Das Unibody-Gehäuse wirkt stabil und sauber verarbeitet, nichts knarzt oder gibt nach, die Spaltmaße sind gleichmäßig, und Tasten und Anschlüsse sind sauber eingelassen. Dank der stark abgerundeten Kanten liegt das Gerät angenehm und sicher in der Hand, auch die Einhand-Bedienung gelingt für die Bildschirmgröße gut. Nothing bleibt sich beim Design treu und setzt auf den charakteristischen, teils durchscheinenden Look, ergänzt um die kompakte Glyph Bar auf der Rückseite: kleine LEDs, die Benachrichtigungen und den Ladefortschritt anzeigen oder einfach als optisches Highlight dienen. Ob man das als echte Funktion oder eher als Spielerei sieht, bleibt Geschmackssache. Für Aufmerksamkeit sorgt es in jedem Fall. Im Vergleich zu früheren Nothing-Modellen fällt die Lösung kompakter und etwas weniger spektakulär aus, ein echter Hingucker bleibt sie trotzdem.

Nothing Phone (4b): Rückseite mit Kameramodul
Die Rückseite zeigt den typischen Nothing-Look mit kompakter Glyph Bar und sauber eingelassenem Kameramodul. (Foto: Testsieger.de)

Nicht alles ist perfekt gelöst. Die Ränder um das Display könnten schmaler sein, was das ansonsten moderne Erscheinungsbild etwas bremst. Und beim Schutz vor Wasser bleibt es bei IP64: Gegen Staub und Spritzwasser aus allen Richtungen ist das Gehäuse geschützt, für ein Untertauchen ist es aber nicht ausgelegt. Für die typischen Alltagssituationen wie einen Regenschauer oder Spritzer am Waschbecken reicht das meist, an den besseren Schutz vieler teurerer Geräte mit IP67 oder IP68 kommt es aber nicht heran.

Nothing Phone (4b): Glyph Bar im Kameramodul
Auf der linken Seite sitzt die Essential-Key-Taste, über die wir zum Beispiel Screenshots aufnehmen können. (Foto: Testsieger.de)

Display

Beim Display zeigt das Phone (4b), wie viel Nothing fürs Geld bietet. Der 6,77 Zoll große AMOLED-Bildschirm löst mit 1080 × 2392 Bildpunkten auf und stellt Inhalte scharf dar; einzelne Pixel fallen im Alltag kaum auf. Für ein Gerät dieser Preisklasse ist das ein gutes Display. Die Bildwiederholrate von 120 Hertz sorgt für flüssiges Scrollen und ein angenehmes, direktes Reaktionsgefühl beim Tippen und Wischen, die Blickwinkelstabilität überzeugt: Selbst aus schrägen Winkeln bleiben Helligkeit und Farben weitgehend stabil.

Nothing Phone (4b): Vorderseite mit Startbildschirm
Das 6,77-Zoll-AMOLED-Display gefällt uns sehr gut, auch wenn die Displayränder etwas schmaler sein könnten. (Foto: Testsieger.de)

Auch Farben, Kontrast und Helligkeit stimmen. Die Darstellung wirkt satt und kontrastreich, Schwarz erscheint tief, und im Freien bleibt der Bildschirm gut ablesbar. Nur bei direkter Sonneneinstrahlung und bei der Farbabstimmung im Detail zeigt sich, dass es sich nicht um ein Flaggschiff handelt. Für Filme, Spiele und den täglichen Gebrauch ist das Display aber rundum gelungen und deutlich besser, als man es in dieser Preisklasse erwarten würde.

Nothing Phone (4b): Startbildschirm und Schnelleinstellungen
Die Nothing-Oberfläche ist aufgeräumt und reagiert im Test flüssig auf Eingaben. (Foto: Testsieger.de)

Leistung, Software und Bedienung

Angetrieben wird das Phone (4b) vom Snapdragon 6 Gen 4, kombiniert mit 8 Gigabyte Arbeitsspeicher und 128 Gigabyte internem Speicher. Im Alltag arbeitet das Gerät durchweg flüssig: Apps starten schnell, das Multitasking läuft ohne spürbare Wartezeiten, und die Oberfläche wirkt jederzeit geschmeidig, selbst wenn mehrere Anwendungen gleichzeitig offen sind. Auch bei längerer Nutzung bleibt die Leistung stabil, ohne dass das Gerät stark warm wird oder merklich drosselt.

Nothing Phone (4b): Vorderseite aus schräger Perspektive
Im Alltag arbeitet das Phone (4b) flüssig und bleibt auch bei längerer Nutzung angenehm stabil. (Foto: Testsieger.de)

Beim Gaming schlägt sich der Mittelklasse-Chip besser, als es der Preis vermuten lässt. Ältere, aber aufwendig inszenierte Titel wie Asphalt 8 laufen mit guter Detailqualität weitgehend flüssig, ohne störende Ruckler im normalen Spielverlauf. Wer gelegentlich anspruchsvolle Spiele zockt, muss also keine Abstriche fürchten und kann die Grafik durchaus höher stellen. Erst bei absoluten High-End-Titeln auf maximalen Einstellungen stößt der Chip an seine Grenzen. Für ein Gerät dieser Preisklasse ist die Gaming-Leistung aber durchaus gut. Im Alltags-Benchmark PCMark erreicht das Gerät solide 13.402 Punkte, was den flüssigen Praxiseindruck bestätigt.

Nothing Phone (4b): Seitentasten am Rahmen
Die seitlichen Tasten sitzen sauber im Rahmen und passen zum insgesamt wertigen Eindruck. (Foto: Testsieger.de)

Das Herzstück ist die Software. Nothing OS 4.1 auf Basis von Android 16 überzeugt mit einer klaren, aufgeräumten und konsistenten Oberfläche, in der sich Einstellungen und Funktionen schnell finden lassen. Ein paar vorinstallierte Apps wie Instagram oder Facebook sind vorhanden, halten sich aber in Grenzen und lassen sich bei Bedarf entfernen. Dazu kommen durchdachte KI-Funktionen, die über eine eigene Taste am Rahmen erreichbar sind: Essential Voice wandelt gesprochene Sprache in sendefertigen Text um, entfernt Füllwörter wie „ähm“, erkennt Korrekturen und kann gesprochene Inhalte direkt in andere Sprachen übertragen; Essential Space sammelt Screenshots, Notizen und Aufnahmen an einem Ort, fasst Inhalte zusammen, extrahiert wichtige Informationen und kann aus gespeicherten Inhalten relevante Informationen wie Termine oder Orte herausziehen. Das sind keine reinen Spielereien, sondern Funktionen mit echtem Alltagsnutzen. Der Fingerabdrucksensor sitzt im Display und arbeitet zuverlässig.

Nothing Phone (4b): Essential Space und Screenshot-Funktion
Die Essential-Key-Funktionen sammeln Screenshots und Notizen an einem Ort und bieten im Alltag echten Nutzen. (Foto: Testsieger.de)

Kamera

Die Kamera ist der Bereich, in dem Nothing für den Preis am deutlichsten spart. Auf der Rückseite sitzen eine 50-Megapixel-Hauptkamera mit optischer Bildstabilisierung und eine 8-Megapixel-Ultraweitwinkelkamera, vorne löst die Selfie-Kamera mit 16 Megapixeln auf. Ein Teleobjektiv fehlt. Hier wirkt die Ausstattung insgesamt etwas mager und man merkt die Preisklasse.

Nothing Phone (4b): Kameramodul im Detail
Bei Tageslicht liefert die 50-Megapixel-Hauptkamera gute Ergebnisse, während die Ausstattung insgesamt etwas knapp ausfällt. (Foto: Testsieger.de)

Bei Tageslicht liefert die Hauptkamera aber gute Ergebnisse: Die Fotos sind scharf und detailreich, die Farben überwiegend natürlich, der Dynamikumfang solide, und das HDR arbeitet zuverlässig. Auch die Ultraweitwinkelkamera macht bei gutem Licht eine ordentliche Figur, und Selfies gelingen mit natürlichen Hauttönen. Bei wenig Licht zeigt sich dann die Preisklasse deutlicher: Der Nachtmodus hellt die Szene zwar auf, doch Rauschen und Detailverlust nehmen sichtbar zu, und die Ergebnisse wirken weniger konstant. Wer überwiegend bei gutem Licht fotografiert, wird mit der Kamera zufrieden sein; für ambitionierte Nachtaufnahmen ist das Gerät weniger gemacht.

Akku und Anschlüsse

Der Akku ist das Highlight des Phone (4b). In unserem YouTube-Dauertest bei 50 Prozent Helligkeit und aktivem WLAN stehen nach 8 Stunden noch beeindruckende 68 Prozent auf der Anzeige. Das ist ein herausragender Wert, der das Gerät klar in die Spitzengruppe bei der Laufzeit hebt. Im Alltag hält das Phone (4b) damit locker über einen ganzen Tag durch, und bei leichter bis mittlerer Nutzung sind auch anderthalb bis zwei Tage realistisch, ohne häufig nachladen zu müssen. Wer viel unterwegs ist, profitiert deutlich von der langen Laufzeit. Geladen wird mit 33 Watt; im Test stieg der Akkustand beispielsweise in 10 Minuten von 52 auf 62 Prozent. Solide und alltagstauglich, aber kein Spitzenwert unter den Schnellladern. Praktisch: Über Reverse Charging gibt das Gerät per Kabel sogar Strom an andere Geräte wie Kopfhörer ab.

Nothing Phone (4b): USB-C-Anschluss an der Unterkante
Der USB-C-Anschluss lädt mit 33 Watt, erreicht beim Schnellladen aber keine Spitzenwerte. (Foto: Testsieger.de)

In puncto Ausstattung merkt man dem Smartphone den günstigen Preis an. Der USB-C-Anschluss arbeitet beispielsweise nur im langsamen 2.0-Tempo, was den Datentransfer per Kabel bremst. Ein Speicherkartenslot fehlt ebenso wie ein klassischer Kopfhöreranschluss.

Fazit

Das Nothing Phone (4b) ist ein überzeugendes Budget-Smartphone, das für 329 Euro erstaunlich viel bietet. Das scharfe, helle 120-Hertz-Display, der ausdauernde Akku, die überraschend gute Leistung sowie das saubere Nothing OS mit sinnvollen KI-Funktionen machen es zu einer klaren Empfehlung für preisbewusste Käuferinnen und Käufer. Dazu kommt das unverwechselbare Design mit der Glyph Bar, das sich wohltuend von der Masse abhebt.

Für den günstigen Preis muss man ein paar Kompromisse hinnehmen. Das merkt man zum Beispiel an der Kamera-Ausstattung. Trotzdem gefällt uns die Bildqualität insgesamt, schwächelt allerdings ein wenig bei schlechtem Licht. Zudem reicht der Wasserschutz nur für Spritzwasser, und ein Speicherkartenslot sowie ein Kopfhöreranschluss fehlen. Wer ein stylisches, ausdauerndes Alltagshandy mit sehr gutem Display, flüssiger Leistung und cleaner Software sucht, bekommt hier trotzdem ein starkes Gesamtpaket.

So testen wir Smartphones

Testergebnisse im Detail
Materialqualität und Stabilität
6 / 6
Verarbeitung (Passgenauigkeit, Spaltmaße)
6 / 6
Schutz vor Staub und Spritzwasser (IP-Zertifizierung)
1,8 / 3
Auflösung und Schärfe
6 / 6
Farbdarstellung und Kontrast
3,2 / 4
Helligkeit und Lesbarkeit im Sonnenlicht
4 / 5
Blickwinkelstabilität
3 / 3
Bildwiederholrate/Reaktionszeit
2 / 2
Prozessorleistung / Performance
8 / 10
Speicher (RAM, Interner Speicher)
5 / 5
Betriebssystem und Updatepolitik
4 / 5
Ergonomie/Haptik
3,2 / 4
Zusatzfunktionen (z. B. KI-Taste, App-Locker, Smart Drawer)
1,6 / 2
Benutzerfreundlichkeit / Oberfläche
3,2 / 4
Fotoqualität (Schärfe, Farbe, Dynamikumfang)
6,4 / 8
Low-Light-Leistung / Nachtmodus
2,4 / 4
Videoqualität / Bildstabilisierung
3,2 / 4
Frontkamera / Selfie-Ergebnisse
3,2 / 4
Akkulaufzeit
5 / 5
Ladegeschwindigkeit
2,4 / 3
Ausstattung (Anschlüsse, SIM-Slot, microSD, Lautsprecher)
2,4 / 4
Zusatzfunktionen (z. B. Reverse Charging)
1,8 / 3
Testsiegel Nothing Phone (4b)

Nothing Phone (4b)

Getestet: 07/2026
Bewertung nach Kategorie
Design und Verarbeitung
92%
Display
91%
Hardware, Betriebssystem und Bedienung
83%
Kamera
76%
Akku und Anschlüsse
77%
Pro
  • +Wertige Verarbeitung
  • +Gutes AMOLED-Display
  • +Flüssige Bedienung
  • +Starke Akkulaufzeit
  • +Gute Tageslichtfotos
  • +Sehr gute Alltagsleistung
  • +Auffälliges Design
Contra
  • Breite Displayränder
  • Kein Speicherkartenslot
  • Kein Kopfhöreranschluss
  • Kamera-Ausstattung knapp