Nothing Headphone (a) im Test: Auffälliger ANC-Kopfhörer mit Ausdauer-Ansage
Nothing hat sich mit auffälligem Design und transparenten Gehäusen einen eigenen Platz im Audio- und Smartphone-Markt erarbeitet. Mit den Headphone (a) bringt der Hersteller nun einen Over-Ear-Kopfhörer in die Mittelklasse, der nicht nur gut aussehen, sondern auch im Alltag überzeugen soll. Auf dem Datenblatt stehen starke Akkulaufzeiten, aktive Geräuschunterdrückung, LDAC und ein Bedienkonzept mit echten Tasten statt Touchflächen. Ob daraus ein ernstzunehmender Konkurrent für etablierte Modelle wird oder am Ende vor allem der Look hängen bleibt, zeigt unser Test.
Nothing Headphone (a)
Design und Tragekomfort
Beim Design bleibt Nothing der eigenen Linie treu. Die teiltransparenten Akzente an den Ohrmuscheln, die schon die In-Ear-Modelle der Marke geprägt haben, ziehen sich konsequent durch den Over-Ear-Auftritt der Headphone (a). Das Ergebnis ist ein eigenständiger Look, der sich klar von der Konkurrenz absetzt. Nothing bietet das Modell in Schwarz, Weiß, Pink und Gelb an; die gelbe Variante wird teils als limitierte Edition geführt.
Mit einem Gewicht von 310 Gramm liegen die Headphone (a) etwas über dem Schnitt vergleichbarer Modelle. Im Alltag fällt das zunächst kaum auf, bei längeren Hörsessions bemerken wir es aber ein wenig. Davon abgesehen überzeugt der Tragekomfort. Die Ohrmuscheln sitzen stabil auf den Ohren, verrutschen bei normalen Bewegungen nicht und der Anpressdruck bleibt angenehm. Besonders erfreulich: Brillenträgerinnen und Brillenträger dürften mit der Passform gut zurechtkommen, auch wenn der Sitz wie immer von der Kopfform abhängt. Die Polster legen sich in unserem Fall sauber um die Brillenbügel, ohne unangenehme Druckstellen zu hinterlassen, auch nach mehr als 30 Minuten Tragezeit. Mit Außenmaßen von 18 x 7,5 x 19 Zentimetern bewegen sich die Kopfhörer im üblichen Rahmen.
Verarbeitung und Ausstattung
Bei den verwendeten Materialien setzt Nothing hauptsächlich auf Kunststoff, ergänzt durch kleine Metallbügel an den entscheidenden Stellen. Insgesamt überzeugen die Headphone (a) mit einer sehr guten Verarbeitungsqualität. Knarzen oder Nachgeben unter Druck stellen wir nirgendwo fest, die Spaltmaße fallen gleichmäßig aus, alle Bauteile sitzen präzise zusammen. Auch scharfe Kanten oder Grate kommen bei unserem Testgerät nicht vor.
Der Lieferumfang fällt schlank, aber funktional aus. Im Karton finden sich ein USB-C-auf-USB-C-Ladekabel sowie ein 3,5-Millimeter-Audiokabel für den kabelgebundenen Betrieb. Zusätzlich liegt ein Schutzbeutel aus einem Tyvek-ähnlichen Material bei, der die Kopfhörer im Rucksack vor Kratzern bewahrt. Der Beutel misst 26 x 22 x 0,4 Zentimeter, lässt sich problemlos verstauen, schützt aber nicht annähernd so gut wie ein Hardcase.
Bedienung und App
In Sachen Bedienung setzt Nothing auf physische Bedienelemente und verzichtet vollständig auf Touchflächen. Auf der rechten Ohrmuschel sitzen ein dedizierter An- und Ausschalter, ein Kippschalter sowie eine Taste, die sich gleichzeitig wie ein Mausrad rollen lässt. Die Aufteilung ist aus unserer Sicht sehr gelungen. Über den Kippschalter wechseln Nutzerinnen und Nutzer zwischen den Liedern und nehmen Anrufe an oder weisen sie ab. Die rollbare Taste regelt durch Drehen die Lautstärke, ein Druck startet oder pausiert die Wiedergabe und ein langes Drücken aktiviert oder deaktiviert die Geräuschunterdrückung. Im Praxisalltag macht das Bedienkonzept viel Spaß. Eingaben sitzen sofort, Fehlbedienungen treten praktisch nicht auf und das haptische Feedback der Tasten überzeugt auf ganzer Linie.
Auch die Begleit-App liefert ein überzeugendes Bild. Über die Software passen Käuferinnen und Käufer die Geräuschunterdrückung an, treffen detaillierte Klangeinstellungen und entdecken zahlreiche Komfortfunktionen. Eine Erklärung der Tastenbelegung findet sich ebenso wie weiterführende Geräteeinstellungen.
Bluetooth und Geräuschunterdrückung
Die kabellose Verbindung läuft über Bluetooth in der Version 5.4. Dank Multipoint-Unterstützung lassen sich zwei Geräte gleichzeitig koppeln, beispielsweise das Smartphone und der Laptop. Der Wechsel zwischen den Quellen klappt im Test zuverlässig. Die Reichweite genügt für den Alltag mehr als aus, einzelne Wände durchdringt das Signal ohne Probleme. Erst auf größerer Distanz mit mehreren Hindernissen geraten die Headphone (a) an ihre Grenzen. Verbindungsabbrüche oder Stottern kommen im Testzeitraum nicht vor, das Signal bleibt stabil.
Beim drahtlosen Audioformat geht Nothing über den Standard hinaus. Die Headphone (a) unterstützen den LDAC-Codec für hochauflösendes Streaming mit bis zu 24 Bit und 96 Kilohertz. Wer entsprechendes Material nutzt und ein kompatibles Gerät besitzt, kann das Klangpotenzial der Kopfhörer besser ausschöpfen. Zusätzlich verfügen die Headphone (a) über einen USB-C-Anschluss sowie eine 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse für den kabelgebundenen Betrieb.
Bei der aktiven Geräuschunterdrückung setzt Nothing auf ein System aus Feedforward- und Feedback-Mikrofonen, das laut Hersteller durch KI unterstützt wird. Insgesamt stehen drei Stufen sowie ein Transparenzmodus zur Verfügung. In der Praxis filtert die Geräuschunterdrückung gleichmäßige Hintergrundgeräusche wie das Rauschen einer Klimaanlage oder Motorgeräusche im Bus sehr effektiv heraus. Hier liefern die Headphone (a) ein sehr gutes Ergebnis in ihrer Preisklasse. Der Transparenzmodus klingt zudem natürlich genug, damit man sich im Straßenverkehr sicher orientieren kann.
Klangqualität
Verantwortlich für die Klangwiedergabe sind 40-Millimeter-Treiber mit titanbeschichteter Membran. Der Grundcharakter der Headphone (a) lässt sich treffend mit drei Worten beschreiben: warm, rund, entspannt. Statt klinischer Analytik liefern die Kopfhörer einen vollen, angenehm zugänglichen Sound, der vor allem über lange Hörsessions hinweg sehr gut funktioniert und nicht ermüdet.
Besonders positiv überrascht der Bassbereich. Die Headphone (a) liefern eine sehr kontrollierte, konturierte Tieftonwiedergabe, die selbst bei hohen Lautstärken weder ins Matschen noch ins Dröhnen abrutscht. Das macht die Kopfhörer vor allem für Fans elektronischer Klänge und von Hip-Hop zu einer überzeugenden Wahl. Bei „Ruff Ryders Anthem“ von DMX kommen die Kicks knackig und mit dem nötigen Druck, ohne die Kontur zu verlieren. Auch elektronische Tracks profitieren von dem druckvollen, sauberen Tieftonfundament.
Im Pop-Bereich gelingt den Headphone (a) eine klare Stimmwiedergabe und eine ordentliche Trennung der einzelnen Klangebenen. Die Mitten kommen präsent, ohne aufdringlich zu wirken. Im Rock-Bereich macht sich der grundsätzlich warme Charakter dagegen leicht bemerkbar. Die elektrischen Gitarren der Foo Fighters klingen voll, könnten unserer Meinung nach aber etwas mehr Biss vertragen.
Im Hochtonbereich stößt der warme Klangcharakter an Grenzen. Sibilanten und feine Hochtondetails geben die Kopfhörer klar, aber nicht maximal aufgelöst wieder.Im Orchester-Test fügen sich die einzelnen Instrumentengruppen gut zusammen und die Headphone (a) zeigen eine ordentliche dynamische Bandbreite. Die akustische Bühne fällt allerdings etwas kompakter aus als bei Spezialisten der Klasse, die Tiefenstaffelung könnte für audiophile Ohren den entscheidenden Tick weitläufiger ausfallen. Für die Wiedergabe gesprochener Inhalte wie Podcasts oder Hörbücher eignen sich die Headphone (a) sehr gut, die Sprachverständlichkeit fällt klar und nuanciert aus.
Akku und Telefonie
Beim Thema Akkulaufzeit setzt Nothing eine echte Hausnummer. Der Hersteller gibt eine Spielzeit von bis zu 135 Stunden ohne aktive Geräuschunterdrückung an, was zu den absoluten Top-Werten am Markt zählt. Mit aktivierter Geräuschunterdrückung reduziert sich der Wert branchentypisch, ein Marathonläufer bleiben die Headphone (a) trotzdem. Die Herstellerangaben können wir in der Praxis in etwa bestätigen. Damit überzeugen die Kopfhörer durch eine beachtliche Laufzeit. Eine Schnellladefunktion liefert nach 5 Minuten am Strom bis zu 5 Stunden Wiedergabezeit mit ANC zurück, das Aufladen erfolgt über das mitgelieferte USB-C-auf-USB-C-Kabel.
Für die Telefonie kommen drei Mikrofone zum Einsatz, deren Signal Nothing mit einem KI-gestützten Algorithmus verarbeitet, um Umgebungsgeräusche herauszufiltern. In ruhiger Umgebung gelingt die Sprachübertragung sehr gut, die eigene Stimme klingt klar. Auch unter etwas lauteren Bedingungen liefert das Mikrofonsystem ordentliche Werte und reduziert spürbar Hintergrundgeräusche, ohne die Stimme zu stark zu komprimieren.
Fazit
Die Nothing Headphone (a) liefern in der Mittelklasse ein stimmiges Gesamtpaket. Besonders die hervorragende Verarbeitung, die durchdachte Bedienung über physische Tasten und die sehr wirksame Geräuschunterdrückung stechen heraus. Auch die App mit ihren detaillierten Einstellungsmöglichkeiten und die lange Akkulaufzeit zählen zu den klaren Pluspunkten. Klanglich überzeugen die Headphone (a) durch einen warmen, entspannten Charakter mit kontrolliertem Bass, der vor allem Fans elektronischer Musik und Hip-Hop begeistert.
Wer hingegen eine analytische Wiedergabe mit maximal aufgelöstem Hochtonbereich sucht, sollte sich eventuell für ein anderes Modell entscheiden. Beim Tragekomfort halten sich Vor- und Nachteile die Waage: Die Passform ist auch für Brillenträger angenehm, allerdings macht sich das Gewicht von 310 Gramm bei langen Hörsessions bemerkbar. Für 159 Euro erhalten Käuferinnen und Käufer aber einen insgesamt überzeugenden Over-Ear-Kopfhörer.
So testen wir Bluetooth-Kopfhörer
- +Eigenständiger Look
- +Sehr gute Verarbeitung
- +Angenehmer Tragekomfort
- +Brillenfreundliche Passform
- +Physische Tasten
- +Starkes Tastenfeedback
- +Überzeugende App
- +Stabile Bluetooth-Verbindung
- +Multipoint-Unterstützung
- +LDAC-Unterstützung
- +USB-C und Klinke
- +Sehr wirksames ANC
- +Natürlicher Transparenzmodus
- +Kontrollierter Bass
- +Klare Sprachwiedergabe
- +Lange Akkulaufzeit
- +Gute Telefonie
- –Gewicht spürbar
- –Kein Hardcase
- –Eher kompakte Klangbühne
- –Hochtöne könnten detaillierter sein
- –Gitarren etwas zurückhaltend