Nothing Ear (3a) im Test: Was können die 99-Euro-Ohrhörer im Transparenz-Look?
Nothing hat sich einen Namen mit auffälligem Transparenz-Design und einem starken Preis-Leistungs-Verhältnis gemacht. Mit den Ear (3a) bringt Nothing nun neue In-Ear-Kopfhörer auf den Markt: In-Ear-Kopfhörer mit dem typischen durchsichtigen Look, Hi-Res-Codec und aktiver Geräuschunterdrückung — für 99 Euro. Wir haben geprüft, was die günstigen Ohrhörer im Alltag leisten und wo Nothing für den Preis sparen musste.
Nothing Ear (3a)
Design und Verarbeitung
Optisch sind die Ear (3a) sofort als Nothing erkennbar. Die Stege schimmern durchsichtig im markentypischen Transparenz-Look, der aus der Masse heraussticht. Der verwendete Kunststoff fühlt sich wertig an, das Gehäuse wirkt stabil, und scharfe Kanten gibt es keine. Bei genauem Hinsehen erkennt man einzelne Nahtstellen, an denen die Komponenten nicht ganz wie aus einem Guss wirken. Im Alltag fällt das aber nicht ins Gewicht. Wir testen die weiße Variante; erhältlich sind die Ohrhörer außerdem in Pink, Gelb und Schwarz.
Mit nur 4,5 Gramm pro Ohrhörer sind die Buds angenehm leicht. Das mitgelieferte Ladecase wiegt rund 40 Gramm, misst kompakte 6,5 × 4,9 × 2,3 Zentimeter und trägt einen durchsichtigen Deckel sowie eine LED, die den Kopplungsmodus und den Akkustand anzeigt. Ein durchdachtes Detail sind die rote und schwarze Markierung an den Ohrhörern: So sieht man auf einen Blick, welcher Bud in welche Seite des Cases gehört. Eine IP54-Zertifizierung schützt die Ohrhörer zudem vor Staub und Spritzwasser.
Tragekomfort und Ausstattung
Beim Tragekomfort überzeugen die Ear (3a) rundum. Sie sitzen angenehm im Gehörgang, ohne zu drücken, und ihr geringes Gewicht macht sie auch für lange Hörsessions bequem. Selbst nach einer Stunde stellen wir kein unangenehmes Druckgefühl fest. Der Halt ist dabei sehr sicher: Selbst beim ruppigen Headbang-Test sitzt kein Ohrhörer auch nur ansatzweise locker. Wer die Ohrhörer beim Sport nutzen will, kann sich also auf festen Sitz verlassen.
Bei der Ausstattung gibt es Licht und Schatten. Im Lieferumfang liegen vier Paar wechselbare Ohrpolster, mit denen sich die Passform an unterschiedliche Ohrformen anpassen lässt. Ein Ladekabel fehlt allerdings. Ein USB-C-Kabel haben zwar viele bereits zu Hause, ein beiliegendes Kabel hätten wir uns aber trotzdem gewünscht. Dafür ist die technische Ausstattung stark: Die Ohrhörer unterstützen den hochauflösenden LDAC-Codec und sind Hi-Res-Audio-zertifiziert, koppeln per Multipoint zwei Geräte gleichzeitig und bieten einen Modus mit geringer Latenz für Videos und Spiele. Sogar eine Audio-Snapshot-Funktion ist an Bord, mit der sich per Steuerung am Ohrhörer bis zu eine Minute lang Audio aufnehmen lässt.
Bedienung und App
Gesteuert werden die Ear (3a) über eine Pinch-Steuerung: Wir drücken die druckempfindlichen Flächen am Steg zusammen, um eine Aktion auszulösen. Ein Druck spielt ab oder pausiert, ein Doppeldruck springt vorwärts, ein dreifacher zurück; Halten schaltet die Geräuschunterdrückung um. Das funktioniert grundsätzlich gut, verlangt aber etwas Eingewöhnung — an das Zusammendrücken an beiden Seiten muss man sich erst gewöhnen. Im Test werden unsere Eingaben meist zuverlässig erkannt. Die Geste für Wiedergabe/Pause bleibt fest belegt; alle anderen Gesten lassen sich in der App anpassen.
Die Nothing-X-App gehört zu den Höhepunkten. Sie bietet einen 8-Band-Equalizer samt Teilen-Funktion, mit dem sich der Klang fein justieren lässt, dazu die Anpassung der Gesten, einen statischen Spatial-Audio-Modus, eine „Find My Earbuds“-Funktion zum Wiederfinden, die Steuerung der Doppelverbindung sowie Firmware-Updates. Auch ANC und Transparenzmodus regeln wir hier. Für ein Gerät dieser Preisklasse ist der Funktionsumfang der App bemerkenswert.
Klang
Klanglich setzen die Ear (3a) auf eine warme, angenehme Abstimmung. Die Stereoortung gerät im Test messerscharf, links und rechts sitzen punktgenau, und die Mitte bleibt stabil. Besonders stark schlagen sich die Ohrhörer bei Zischlauten, die natürlich und ohne Schärfe klingen, sowie bei Stimmen: Pop, Rock und Sprache geben sie klar, sauber und nie anstrengend wieder — für Podcasts sind sie damit bestens geeignet. Auch die akustische Bühne wirkt angenehm breit, und orchestrale Musik bleibt selbst in dichten Passagen überwiegend sauber gestaffelt. Wer den hochauflösenden LDAC-Codec und eine passende Quelle nutzt, holt zusätzliche Details heraus.
Beim Bass zeigt sich die deutlichste klangliche Einschränkung. In der Standardabstimmung fällt der Tieftonbereich eher zurückhaltend aus und könnte für unseren Geschmack knackiger kommen. Über den Equalizer lässt sich das anheben, doch das hat einen Haken: Heben wir den Bass für Hip-Hop deutlich an, leidet die Stimmwiedergabe, und die Höhen klingen minimal dumpfer. Für basslastige Genres ist also ein Kompromiss nötig. Bei Pop, Rock und Klassik dagegen spielt die Standardabstimmung ihre Stärken aus.
ANC, Verbindung und Akku
Die aktive Geräuschunterdrückung dämpft gleichmäßige Umgebungsgeräusche hörbar, gehört aber nicht zur Spitze: Es kommt weiterhin einiges durch, auch der Wechsel der Ohrpolster ändert daran wenig. Für eine ruhigere Geräuschkulisse im Alltag reicht es, wer starke Isolation etwa im Zug oder Flugzeug sucht, sollte die Erwartung aber dämpfen. Der Transparenzmodus arbeitet dagegen angenehm natürlich und reicht die Umgebung klar durch.
Die Funkverbindung überzeugt vollständig. Über das moderne Bluetooth 6.0 hält das Signal stabil, reicht weit und zeigt im Test weder Aussetzer noch Stottern. Bei der Akkulaufzeit fällt das Urteil gemischter aus: Nothing gibt bis zu 6 Stunden ohne und 4,5 Stunden mit aktiver Geräuschunterdrückung an. Diese Werte erscheinen nach unserer Messung plausibel: Nach zwei Stunden mit ANC stehen noch 55 Prozent Akku zur Verfügung. Das ist keine überragende Ausdauer, reicht aber für den Alltag. Das Case lädt die Ohrhörer rund viermal nach und ist selbst in 60 bis 70 Minuten wieder voll.
Fazit
Die Nothing Ear (3a) sind stylische, sehr bequeme In-Ear-Kopfhörer, die für 99 Euro viel richtig machen. Ihr transparentes Design fällt auf, der Sitz ist sicher, und die warme Abstimmung liefert klaren, angenehmen Klang für Pop, Rock, Klassik und Podcasts. Dazu kommen eine sehr umfangreiche App, hochauflösendes LDAC und eine stabile Bluetooth-Verbindung.
Das ANC ist dagegen nur durchschnittlich, die Akkulaufzeit mit rund 4,5 Stunden knapp, und die Pinch-Bedienung braucht etwas Eingewöhnung. Der Bass hält sich ab Werk zurück und lässt sich nur mit einem Kompromiss bei der Stimme anheben. Auch ein Ladekabel fehlt. Wer aber ein günstiges, gut klingendes und ausstattungsstarkes Paar mit unverwechselbarem Look sucht und auf eine Geräuschunterdrückung auf Spitzenniveau verzichten kann, trifft mit den Ear (3a) eine gute Wahl.
So testen wir Bluetooth-Kopfhörer
- +Auffälliges Transparenz-Design
- +Sehr bequemer Sitz
- +Sehr sicherer Halt
- +Umfangreiche Nothing-X-App
- +Stabile Bluetooth-Verbindung
- +Klare Stimmenwiedergabe
- +Insgesamt gute Klangqualität
- –Nur durchschnittliches ANC
- –Akkulaufzeit könnte länger sein
- –Bass matscht auf Standardeinstellungen etwas
- –Kein Ladekabel im Lieferumfang