Narwal Freo 20 im Test: Viel Reinigungsleistung mit Wischwalze
Nach dem Freo bringt Narwal mit dem Freo 20 einen vielversprechenden Nachfolger auf den Markt. Er soll mit einer selbstreinigenden Wischwalze überzeugen und im echten Alltag viel Arbeit abnehmen. Ob das gelingt, klärt unser Praxistest.
Narwal Freo 20
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Design und Verarbeitung
Der Freo 20 ist 35,1 Zentimeter breit, 36,4 Zentimeter tief und mit 9,5 Zentimetern Höhe ausgesprochen flach. Auf der Waage bringt der Roboter 4,9 Kilogramm mit, die Station kommt auf 9,9 Kilogramm. Der erste Blick auf das weiße Gespann verspricht ein hochwertiges Gerät, beim genaueren Hinsehen relativiert sich der Eindruck: Narwal bewirbt die Station mit runder Formgebung und gewebter Oberfläche, im Test wirkt das Material trotzdem durchgehend nach Kunststoff. Die Verarbeitung selbst gibt kaum Anlass zur Kritik. Die Spaltmaße laufen gleichmäßig, nichts sitzt schief, und scharfe Kanten oder Grate finden wir am ganzen Gerät nicht.
Bei der Stabilität müssen wir kleine Abstriche machen. Das Material wirkt fest und belastbar, an einzelnen Details spüren wir jedoch leichte Schwächen, sobald wir Druck ausüben. Klappern oder deutliches Spiel stellen wir im Betrieb nicht fest, nur an wenigen Stellen lässt sich minimal etwas bewegen.
Einrichtung und App-Bedienung
Die Einrichtung gehört zu den angenehmsten Erfahrungen im Test. Der Freo 20 ist in wenigen Minuten eingebunden, die Schritte in der App erklären sich von selbst, und Fehlermeldungen oder Abbrüche erleben wir keine. Wer schon einmal einen Saugroboter eingerichtet hat, braucht die Anleitung kaum.
Auch im Alltag überzeugt die App. Die Menüs sind logisch aufgebaut, wichtige Funktionen liegen dort, wo wir sie vermuten, und langes Suchen erübrigt sich. Reinigungsart, Zeitpläne und Karteneinstellungen erreichen wir jeweils mit wenigen Fingertipps, ohne uns durch Untermenüs zu graben. Zudem gibt es von individueller Raumreinigung bis Sperrzonen alle wichtigen Features, die wir von einem Saugroboter erwarten.
Ausstattung
Laut Hersteller kommt der Freo 20 mit 31.000 Pascal, was ein sehr hoher Wert ist. Den Schmutz löst eine schwimmend gelagerte Walzenbürste, die zusammen mit der Seitenbürste das DualFlow-Anti-Tangle-System bildet. So sollen sich Haare nicht mehr im Roboter verheddern.
Gewischt wird nicht mit rotierenden Pads, sondern mit einem 266 × 55 Millimeter großen Track-Wischmopp, der mit 12 Newton auf den Boden drückt. Das Wasser erwärmt der Freo 20 dabei auf 60 Grad Celsius, und der Mopp reinigt sich während der Fahrt laufend mit Frischwasser. Für Teppich hebt sich die Wischeinheit um 12 Millimeter an. Der Mopp fährt zusätzlich aus dem Gehäuse heraus, um näher an Kanten und in Ecken zu gelangen.
Die Station wäscht die Walze mit Wasser von bis zu 100 Grad Celsius, trocknet sie anschließend mit 60 Grad Celsius warmer Luft, füllt den Frischwassertank selbstständig nach, und saugt den Schmutz in einen Staubbeutel mit 2,4 Litern ab, der laut Hersteller bis zu 120 Tage reicht. Der Basisfilter lässt sich abnehmen. Für Strom sorgt ein Akku mit 6.400 Milliamperestunden samt Schnellladefunktion. Im Karton liegen neben Netzkabel und Staubbeutel eine Ersatz-Seitenbürste, ein Staubbehälterfilter, ein Austauschfilter für die Station sowie Reinigungslösung. Für die Orientierung sitzen 2 RGB-Kameras und ein seitliches Strukturlicht am Gehäuse.
Kartierung und Navigation
Die Karte steht schnell. Für 75 Quadratmeter benötigt der Freo 20 rund 15 Minuten, und das Ergebnis stimmt weitgehend: Räume und Flächen sitzen richtig, wir müssen nur an wenigen Stellen nachbessern. Praktisch finden wir, dass der Roboter Kabel, Schuhe und Teppiche direkt erkennt und in der Karte markiert.
Im Hindernisparcours weicht er den 6 Objekten überwiegend sauber aus. Die beiden Kameras des TwinAI-Dodge-Systems sortieren Ladekabel und Socke zuverlässig genug aus, dass er nichts verschluckt und sich an keiner Stelle festfährt. Kommt es doch zu Kontakt, fällt der leicht aus. Auch an Stuhlbeinen und Wänden reinigt er nah und kontrolliert, ohne zu rammen, sodass kaum Schmutzränder übrig sind.
Schwächer fällt das Tempo aus. Der Freo 20 fährt zwar planvoll, legt aber immer wieder Umwege ein und schiebt kurze Denkpausen dazwischen, bevor er weiterarbeitet. Für das Reinigungsergebnis ist das folgenlos, es zieht den Lauf aber unnötig in die Länge.
Saugleistung auf Hartboden und Teppich
Auf Hartboden gelingt dem Freo 20 ein gutes Ergebnis. Der Roboter holt also 44 von 50 Gramm Schmutz vom Boden. Sichtbares findet sich danach nur noch vereinzelt. An die vom Hersteller genannte Partikelentfernung von mindestens 99 Prozent reicht das allerdings nicht heran.
Auf Teppich fällt die Ausbeute leicht ab: Hier kommen wir auf 41 von 50 Gramm aufgenommenem Schmutz. Das ergibt ein ordentliches Bild, doch bei stark eingetretenem Feinschmutz stößt der Roboter trotz der ausgewiesenen 31.000 Pascal an eine Grenze. Er braucht dann deutlich länger und verteilt den Schmutz eher im Flor, statt ihn herauszuziehen. Wer viel Teppichfläche reinigen lässt, kommt um gelegentliches Nacharbeiten nicht herum.
Ecken, Kanten und Haare
In der Zimmerecke sammelt der Freo 20 5 Reiskörner ein obwohl die Seitenbürste nicht ausfahrbar ist. An der Fußleiste nimmt er 4 Haferflocken auf. Eine weitere Flocke erwischt er nicht, sondern schiebt sie durch den Raum. Der Wischmopp und die Seitenbürste bringen ihn dicht an Ecke und Leiste heran, ganz vollständig räumt er die Kante trotzdem nicht.
Bei Haaren auf dem Boden gefällt uns das Ergebnis, ganz so absolut wie auf dem Datenblatt fällt es aber nicht aus. Versprochen sind 0 Prozent Haarverhedderung, im Test verfangen sich vereinzelt trotzdem Haare in den Bürsten unter dem Roboter. Ein Verheddern im großen Stil erleben wir nicht. Gelegentlich schiebt er einzelne Haare allerdings eher vor sich her, statt sie einzusaugen.
Wischleistung
Beim Wischen zeigt der Freo 20 seine stärkste Seite. Kaffee- und Teeflecken verschwinden vollständig, Schlieren entdecken wir keine, und wir müssen nirgends mit dem Tuch nacharbeiten. Auch in die Ecken kommt der breite Track-Mopp gut hinein.
Bei Ketchup wird es anspruchsvoller. Die Flecken sind nach dem Lauf weitgehend weg, an einzelnen Stellen zeichnet sich aber ein minimaler Schleier ab, den eine zweite Runde beseitigt. Für klebrige, angetrocknete Verschmutzung ist das ein starkes Resultat.
Reinigungsstation im Alltag
Die Station leistet sich im Test keinen Fehltritt. Das Einparken klappt bei jeder Rückkehr auf Anhieb, die Absaugung springt zuverlässig an, und die Moppreinigung startet selbstständig. Neustarts oder manuelles Nachhelfen sind zu keinem Zeitpunkt nötig.
Die Wischpads kommen sauber aus der Station. Nach der Wäsche bei 100 Grad Celsius und der anschließenden Trocknung bei 60 Grad Celsius riechen sie kaum, nur vereinzelt sitzen noch Schmutzreste im Gewebe. Wie frisch gewaschen sind sie damit nicht, den muffigen Geruch feuchter Mopps ersparen sie uns aber.
Lautstärke und Gerüche
Im Standardmodus messen wir 59,5 Dezibel. Der Roboter ist damit im selben Raum klar hörbar, ein Gespräch oder der Fernseher leiden darunter jedoch nicht. Auf der Maximalstufe steigt der Pegel auf 71,2 Dezibel, und dann macht sich der Freo 20 deutlich bemerkbar. Insgesamt läuft er leiser, als wir vor dem Test erwartet haben.
Beim Geruch gibt es nichts zu bemängeln. Weder am Roboter noch an der Station, am Wischtuch oder am Wasser nehmen wir über den gesamten Testzeitraum etwas Unangenehmes wahr.
Hygiene und Wartung
Bei der Hygiene bleibt Luft nach oben. Der Staubbehälter verschließt sich beim Herausnehmen nicht automatisch, der Inhalt liegt also offen. In Kontakt mit Staub kommen wir beim Entleeren dennoch nicht.
Fazit
Der Narwal Freo 20 überzeugt uns im Test vor allem als Wischroboter: Leichte Flecken entfernt er restlos, der breite Track-Mopp kommt sauber bis in die Ecken, und die Station gibt die Pads gewaschen und geruchsfrei wieder heraus. Dazu kommt eine Einrichtung, die in Minuten erledigt ist, und eine App, die ohne Einarbeitung auskommt. Der ganze Ablauf funktioniert über den Testzeitraum fehlerfrei. Beim Saugen holt er auf Hartboden wie auf Teppich den Großteil des Schmutzgemischs heraus, und Kabel, Schuhe oder Socken umfährt er zuverlässig.
Schwächen leistet er sich beim feinen Schmutz, den er auf stark verschmutztem Teppich eher verteilt als aufnimmt, beim gemächlichen Navigationstempo mit Umwegen und Denkpausen. Die 31.000 Pascal und die versprochenen 0 Prozent Haarverhedderung lösen sich im Alltag nicht ganz so absolut ein, wie das Datenblatt sie ankündigt. Wer eine Wohnung mit viel Hartboden hat, Platz für die Station findet und den Wischpart weitgehend abgeben will, bekommt einen verlässlichen Helfer.
So testen wir Staubsauger-Roboter
- +Sehr starke Wischleistung
- +Einfache Einrichtung
- +Übersichtliche App
- +Zuverlässige Reinigungsstation
- +Gute Hinderniserkennung
- –Reinigung auf Teppich
- –Langsames Navigationstempo
- –Vereinzelt Haarverhedderung
- –Große Station benötigt Platz
- –Staubbehälter bleibt offen