Motorola DOT411 im Test: Wie gut ist das DECT-Telefon mit Anrufbeantworter?
Das Motorola DOT411 setzt auf klassische Festnetztelefonie statt auf Smartphone-Anbindung oder auffälliges Design. Das schnurlose Telefon bietet unter anderem Freisprechen, Anrufbeantworter, Sperrliste und ECO-Modus. Wie gut sich das schlicht gehaltene Modell einrichten und bedienen lässt, wie es bei Sprachqualität und Reichweite abschneidet und wie lange der Akku durchhält, klärt unser Praxistest.
Motorola Dot411 schnurloses Digitaltelefon mit Anrufbeantworter4,06-cm-Display, 100 Min. Aufnahme, 200 Kontakte, bis 20 Std. Gesprächszeit
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Design und Verarbeitung
Das DOT411 macht aus seiner Schlichtheit kein Geheimnis. Das weiße Gehäuse kommt ohne Farbakzente und ohne auffällige Kanten aus und fügt sich damit in nahezu jede Einrichtung ein. Gestalterisch stört uns im Test lediglich die komplett weiße Farbgebung. Bei Material und Verarbeitung leistet sich das DOT411 dagegen keine erkennbare Schwäche, und im Alltag wirkt das Telefon robust genug für den täglichen Einsatz.
Auf der Waage bringt das Mobilteil 133 Gramm mit eingelegten Akkus. Damit liegt es angenehm leicht und ausgewogen in der Hand. Form, Gewichtsverteilung und Handlage passen im Test sehr gut zusammen. Auch die Tastatur gefällt uns: Die Tasten sind groß, klar beschriftet, deutlich voneinander abgesetzt und beleuchtet, der Druckpunkt ist eindeutig spürbar. Basis und Ladeschale bleiben etwas unauffälliger: Standfestigkeit und Kabelführung erfüllen ihren Zweck, heben sich aber nicht vom Üblichen ab. Zum Testzeitpunkt nennt Motorola 59,99 Euro für das DOT411.
Einrichtung und Lieferumfang
Bis zum ersten erfolgreichen Anruf vergehen bei uns 5 Minuten. Diese Zeit umfasst das Auspacken, das Einlegen der mitgelieferten Akkus, den Anschluss von Basis und Netzteil sowie die Inbetriebnahme des Mobilteils. Ein längeres Durchklicken durch Grundeinstellungen verlangt das Telefon dafür nicht. Wer ein altes Gerät ersetzt, ist damit binnen weniger Minuten wieder telefonierfähig.
Im Karton liegen neben Mobilteil und Basis eine Ladeschale, das Netzteil und 2 Akkus vom Typ Nickel-Metallhydrid mit je 750 Milliamperestunden. Damit ist das Set vollständig, ein Zukauf entfällt. Die Inbetriebnahme des Mobilteils und der Anschluss am vorhandenen Telefonanschluss gelingen im Test ohne Zwischenfall. Kompatibilitätsprobleme treten nicht auf. Die Erstinbetriebnahme ist damit in wenigen Minuten erledigt.
Bedienung und Display
Die häufigsten Funktionen lassen sich zügig bedienen. Die Lautstärke ändern wir in 2 Sekunden, ebenso schnell aktivieren wir Wahlwiederholung und Stummschaltung. Ein Rückruf aus der Anrufliste gelingt in 10 Sekunden. Die Suche im Telefonbuch benötigt 20 Sekunden. Die Tastensperre reagiert beim ersten Versuch nicht sofort; bis zur erfolgreichen Aktivierung vergehen dadurch ebenfalls 20 Sekunden. Am längsten dauert das Anlegen eines neuen Kontakts mit 35 Sekunden, was vor allem an der Eingabe des Namens über die Zifferntastatur liegt.
Die langsameren Abläufe zeigen sich damit vor allem beim Telefonbuch. Der 20-Sekunden-Wert bei der Tastensperre entsteht im Test, weil die Aktivierung nicht auf Anhieb funktioniert. Die Navigation selbst reagiert prompt und folgt einer nachvollziehbaren Logik, sodass wir uns ohne Anleitung zurechtfinden. Das Display misst 1,6 Zoll, arbeitet in Schwarz-Weiß und ist hintergrundbeleuchtet. Schrift, Kontrast und Anruferanzeige lesen wir im Test durchweg gut ab. Ein Farbdisplay fehlt, für die Ablesbarkeit erweist sich das im Alltag aber nicht als Nachteil.
Ausstattung und Vernetzung
Das DOT411 funkt per DECT. Zur Ausstattung gehören Freisprechen, Rufnummernanzeige, Stummschaltung, eine Sperrliste für unerwünschte Anrufer und ein Anrufbeantworter. Das Telefonbuch fasst 200 Einträge, die Anrufliste 50, und für häufig gewählte Nummern stehen 9 Kurzwahlen bereit. Eine Anbindung ans Smartphone, wie Motorola sie bei teureren Modellen anbietet, gibt es hier nicht.
Dazu kommt ein ECO-Modus, der die Sendeleistung senkt. Um zusätzliche Mobilteile lässt sich die Basis erweitern, sodass bei Bedarf ein zweites Gerät etwa in Küche oder Schlafzimmer ergänzt werden kann.
Anrufschutz und Anrufbeantworter
Die Sperrliste nimmt laut Hersteller bis zu 1000 Nummern auf, zusätzlich lassen sich ganze Anruftypen blockieren. Damit bietet das DOT411 umfangreiche Möglichkeiten, unerwünschte Anrufe zu begrenzen.
Der Anrufbeantworter zeichnet bis zu 100 Minuten auf und lässt sich aus der Ferne abhören. Im Test lassen sich Sperrliste und Anrufbeantworter ohne Probleme nutzen.
Sprachqualität, Freisprechen und Lautstärke
In den 3 kurzen Testgesprächen klingt Sprache am Hörer natürlich und gut verständlich. In allen Gesprächen kommt auch unsere eigene Stimme bei der Gegenstelle klar an, ohne dass wir das Mikrofon suchen oder besonders nah sprechen müssen. Für die getesteten kurzen Gespräche ist das ein gutes Ergebnis. Herausragend ist die Sprachwiedergabe aber nicht.
Beim Freisprechen zeigt sich in den kurzen Gesprächen ein ähnlich gutes Bild. Das Gegenüber verstehen wir auch bei schnellem Sprecherwechsel, ein störendes Echo tritt nicht auf, und aus 2 Metern Entfernung folgen wir dem Gespräch noch problemlos. Damit eignet sich das Telefon auch für eine kurze Rücksprache im Raum. Für Klingelton und Freisprecher messen wir 60 Dezibel (A) in 1 Meter Entfernung. Die Klingellautstärke lässt sich in 5 Stufen regeln.
Reichweite und Verbindungsstabilität
Die nutzbare Reichweite liegt bei 30 Metern. In unserer Testumgebung reicht die Verbindung problemlos über mehrere Räume und ein Stockwerk.
Bei der Verbindungsstabilität zeigt das DOT411 ein gutes Ergebnis. Über mehrere Räume, durch Wände und über ein Stockwerk hält die Verbindung im Gespräch, ohne dass Aussetzer oder Knacken auftreten. Auch im Grenzbereich verhält sich das Gerät berechenbar: Das Telefon warnt rechtzeitig, bricht nicht unvermittelt ab und verbindet sich von selbst wieder mit der Basis, sobald wir zurück in Reichweite sind. Auch beim Wechsel zwischen mehreren Räumen bleibt das Gespräch stabil.
Akku und Laden
Bei der Laufzeit liefert das DOT411 ein starkes Ergebnis. Im Dauergespräch am Hörer, bei niedriger Lautstärke und aktiviertem ECO-Modus hält das Mobilteil bis zur Abschaltung 30,2 Stunden durch. Motorola gibt bis zu 20 Stunden Gesprächszeit an; unser Testwert liegt unter diesen Testbedingungen damit mehr als 10 Stunden darüber. Für den Alltag bietet die gemessene Laufzeit viel Reserve. Für den Bereitschaftsbetrieb nennt der Hersteller bis zu 295 Stunden, diesen Wert haben wir nicht überprüft.
Bis zur vollen Ladung vergehen 7 Stunden. Der Ladekontakt greift im Test zuverlässig. Der Akkuwechsel gelingt werkzeuglos, und das Akkufach ist gut zugänglich.
Fazit
Das Motorola DOT411 überzeugt mit sauberer Verarbeitung, einfacher Einrichtung, stabiler Verbindung und sehr langer Gesprächslaufzeit. Die Tastensperre reagiert im Test nicht auf Anhieb, das Telefonbuch bedient sich vergleichsweise langsam und das Laden dauert 7 Stunden. Der ECO-Modus arbeitet im Test gut. Insgesamt bietet das DOT411 klassische Festnetzfunktionen solide und zuverlässig.
So testen wir Festnetztelefone
- +Sehr lange Gesprächslaufzeit
- +Einfache Einrichtung
- +Stabile Verbindung über mehrere Räume
- +Gut lesbares Display
- +Große beleuchtete Tasten
- +Anrufbeantworter und Sperrliste funktionieren gut
- +Gut verständliches Freisprechen
- +Werkzeugloser Akkuwechsel
- –Tastensperre reagiert verzögert
- –Telefonbuch bedient sich langsam