JBL Go 5 im Test: Kräftiger Klang im Taschenformat
Kleine Bluetooth-Lautsprecher sollen überall Platz finden und dennoch genug Lautstärke für die Küche, den Balkon oder einen Ausflug liefern. Der JBL Go 5 ergänzt dieses Konzept um App-Steuerung, Lichteffekte und verschiedene Kopplungsfunktionen. Wir testen den kompakten Lautsprecher drinnen und draußen und klären, wie viel Klang und Alltagstauglichkeit tatsächlich in dem kleinen Gehäuse stecken.
JBL Go 5
Verarbeitung, Design und Lieferumfang
Der JBL Go 5 misst 10,1 × 7,74 × 4,3 Zentimeter. Bei unserem Testgerät zeigt die Waage 239 Gramm an. Damit passt der Lautsprecher problemlos in eine Handtasche oder einen gefüllten Rucksack und fällt auch bei längeren Ausflügen kaum ins Gewicht. Zum Testzeitpunkt liegt der Verkaufspreis bei 47,99 Euro, die unverbindliche Preisempfehlung beträgt 49,99 Euro.
Das rosafarbene Testgerät hinterlässt einen sauberen und stabilen Eindruck. Die Stoffbespannung sitzt ordentlich und schließt ohne auffällige Spaltmaße an die Kunststoffelemente an. Auch die Tasten wirken fest integriert. Beim Drücken knarzt nichts, und während des Testzeitraums zeigen sich keine losen Teile oder andere Verarbeitungsmängel.
Optisch bleibt der Go 5 der bekannten JBL-Formensprache treu, wirkt durch seine Randbeleuchtung aber moderner als ein einfacher Mini-Lautsprecher. Die Beleuchtung dient nicht nur der Atmosphäre, sondern signalisiert unter anderem den Verbindungs- und Akkustatus. Verschiedene Lichtthemen lassen sich über die App auswählen.
An der Seite sitzt eine fest integrierte Stoffschlaufe. Damit lässt sich der Lautsprecher leicht greifen oder mit einem geeigneten Karabiner an einer Tasche befestigen. Das ist beim Weg zum Strand oder in den Park praktischer, als ihn lose im Rucksack verstauen zu müssen.
Der Lieferumfang fällt knapp aus. Neben dem Lautsprecher liegen lediglich die üblichen Unterlagen in der Verpackung. Ein USB-C-Kabel ist nicht enthalten. Wer kein passendes Kabel besitzt, muss eines separat kaufen.
Ausstattung und App
Direkt am Lautsprecher stehen Tasten für Ein- und Ausschalten, Bluetooth-Kopplung, Lautstärke sowie Wiedergabesteuerung bereit. Über die Auracast-Taste lassen sich weitere Auracast-fähige JBL-Lautsprecher verbinden. Die Symbole sind gut erkennbar und so angeordnet, dass wir die wichtigsten Funktionen nach kurzer Zeit auch ohne Blick in die Anleitung nutzen.
Mehr Möglichkeiten bietet die JBL Portable-App. Die Verbindung zwischen App und Lautsprecher funktioniert in unserem Test problemlos. Dort stehen Software-Updates, Einstellungen für die Beleuchtung und ein Equalizer zur Verfügung. Der Equalizer bringt einen echten Mehrwert, da sich das Klangbild an die jeweilige Musikrichtung und persönliche Vorlieben anpassen lässt. Der Bass kann beispielsweise etwas zurückgenommen werden, wenn Stimmen stärker in den Vordergrund rücken sollen.
Auch Playtime Boost lässt sich über die App aktivieren. JBL nennt eine reguläre Wiedergabezeit von bis zu 8 Stunden. Mit aktiviertem Playtime Boost sollen bis zu 2 zusätzliche Stunden möglich sein. Da es sich um einen angepassten EQ-Modus handelt, kann sich dabei auch das Klangbild verändern. Zusätzlich unterstützt der JBL Go 5 verlustfreies Audio mit bis zu 24 Bit und 96 Kilohertz über USB-C. Für die kabelgebundene Wiedergabe werden ein datenfähiges USB-C-Kabel, ein kompatibles Zuspielgerät und entsprechend hochwertiges Audiomaterial benötigt.
Zur weiteren Ausstattung gehört neben dem bereits genannten Auracast auch AirTouch. Darüber lassen sich 2 Lautsprecher durch kurzes Aneinandertippen zu einem Stereopaar verbinden.
Einrichtung, Bedienung und Transport
Die Erstinbetriebnahme ist innerhalb weniger Augenblicke erledigt. Nach dem Einschalten erscheint der JBL Go 5 direkt in der Bluetooth-Liste unseres Smartphones. Das Pairing klappt beim ersten Versuch und dauert nur wenige Sekunden.
Die einzelnen Tasten funktionieren zuverlässig. Der Lautsprecher reagiert ohne auffällige Verzögerung auf Wiedergabe- und Pausenbefehle. Auch der Titelwechsel klappt problemlos. Durch die klaren Symbole bleibt die Bedienung selbst dann verständlich, wenn die App nicht geöffnet ist.
Die kompakten Abmessungen gehören im Alltag zu den größten Stärken. Wir verwenden den Go 5 in einem etwa 37 Quadratmeter großen Innenraum, auf einer Wiese und am Strand. Der Lautsprecher lässt sich schnell umstellen und benötigt weder auf einem Regal noch auf einem kleinen Tisch viel Platz. Auch in Küche oder Bad findet sich problemlos eine geeignete Stellfläche. Auf festen, ebenen Flächen steht der Lautsprecher problemlos. Seine kleine Grundfläche setzt der Stabilität auf weichen oder unebenen Untergründen allerdings Grenzen.
In unserem Testaufbau fällt bei einzelnen Social-Media-Videos eine geringe Verzögerung zwischen Bild und Ton auf. Da die Latenz auch vom verwendeten Smartphone und der jeweiligen App abhängt, lässt sich diese Beobachtung nicht ausschließlich dem Lautsprecher zuschreiben.
Klangqualität im Praxistest
Unseren Hörtest starten wir mit Afrobeat und Amapiano. Die bassbetonten und rhythmischen Titel zeigen schnell, ob der kleine Lautsprecher tiefere Frequenzen nur andeutet oder tatsächlich etwas Druck erzeugt. Der Bass ist wahrnehmbar und verleiht rhythmischen Titeln tatsächlich etwas Fundament. Den Tiefgang größerer Lautsprecher erreicht der Go 5 erwartungsgemäß nicht.
Die Mitten überzeugen. Gesang, Sprache und Podcast-Inhalte bleiben gut verständlich. Stimmen klingen präsent und werden bei den meisten Titeln nicht vom Bass verschluckt. Dadurch eignet sich der Lautsprecher nicht nur für Musik, sondern ebenso für Videos, Hörbücher und gesprochene Inhalte.
Die Höhen wirken überwiegend sauber, könnten allerdings etwas detaillierter sein. Bei längerer Wiedergabe mit mittlerer Lautstärke empfinden wir das Klangbild nicht als unangenehm scharf. Erst bei sehr hohem Pegel verliert die Wiedergabe etwas an Ruhe. Details treten dann weniger klar hervor, und der Klang wirkt stellenweise komprimierter.
Für einen Lautsprecher dieser Größe erreicht der Go 5 eine gute Lautstärke. In kleineren Räumen und für eine kleinere Gruppe im Freien bietet der Go 5 genügend Lautstärkereserven. Selbst bei hohen Pegeln bleibt die Wiedergabe grundsätzlich brauchbar. Erst nahe der Maximallautstärke nehmen Klangqualität und Basskontrolle leicht ab. Starke Verzerrungen oder ein vollständig überfordertes Klangbild treten im Test nicht auf.
Akku und Bluetooth-Verbindung
Während unseres Praxistests läuft der JBL Go 5 rund 7 Stunden bei etwa 50 Prozent Lautstärke durch. Damit ist die Akkulaufzeit solide, reißt aber auch keine Bäume aus. Für eine vollständige Ladung benötigt der Lautsprecher knapp 3 Stunden.
Die Bluetooth-Verbindung bleibt ebenfalls stabil. In unserem Testszenario mit rund 7 Metern Abstand und einer Wand können wir keine Abbrüche feststellen. Auch beim Bewegen innerhalb der Wohnung treten weder Knacken noch Verbindungsabbrüche auf.
Für den typischen Einsatz in einem Zimmer, auf dem Balkon oder in einem kleinen Garten reicht die getestete Reichweite gut aus. Wer sich deutlich weiter vom Zuspielgerät entfernt oder mehrere massive Wände überbrücken möchte, muss wie bei anderen kompakten Bluetooth-Lautsprechern mit ungünstigeren Bedingungen rechnen.
Robustheit und Outdoor-Einsatz
Das Gehäuse ist widerstandsfähig genug für den mobilen Alltag. Gummierte Bereiche schützen die Kanten, und an der Verarbeitung zeigen sich im Test keine Schwachstellen. Der Lautsprecher lässt sich bedenkenlos im Rucksack transportieren, ohne besonders vorsichtig behandelt werden zu müssen.
JBL gibt für den Go 5 die Schutzart IP68 an. Damit ist das Modell gegen Staub und Wasser geschützt. Für Strand, Garten oder Badezimmer ist die Schutzart grundsätzlich ein relevantes Ausstattungsmerkmal. Sie bedeutet jedoch nicht, dass Salzwasser, starke Stürze oder eine dauerhaft unsachgemäße Behandlung folgenlos bleiben. Nach Kontakt mit Feuchtigkeit sollte insbesondere der USB-C-Anschluss vollständig trocknen, bevor der Lautsprecher geladen wird.
Fazit
Der JBL Go 5 zeigt im Test eine insgesamt gute Leistung. Er klingt ausgewogen, liefert für seine Größe sogar etwas Bass und erreicht genug Lautstärke für kleinere Räume, Balkon, Park oder Strand. Dazu kommen eine unkomplizierte Bedienung, eine übersichtliche App und eine stabile Verbindung.
Grenzen zeigen sich bei sehr hoher Lautstärke und der Akkulaufzeit. Ein Ladekabel fehlt ebenfalls. Für große Feiern und weitläufige Räume ist der Go 5 nicht gedacht. Wer dagegen einen handlichen Lautsprecher für Musik, Podcasts und Ausflüge sucht, erhält ein überzeugendes Gesamtpaket.
So testen wir Bluetooth-Lautsprecher
- +Ausgewogener Klang
- +Wahrnehmbarer Bass
- +Klare Mitten und Stimmen
- +Übersichtliche App
- +Praktischer Equalizer in der App
- +Stabile Bluetooth-Verbindung
- +Kompakt und leicht
- +Saubere Verarbeitung
- +Wasser- und staubfest
- +Intuitive Bedienung
- +Praktische Stoffschlaufe
- +Auracast und AirTouch unterstützt
- –Schwächen bei Maximallautstärke
- –Nur solide Akkulaufzeit
- –Kein USB-C-Kabel im Lieferumfang
- –Begrenzter Tiefgang
- –Höhen wenig detailliert