happybrush Eco Vibe 3 ProSense im Test: starke Reinigung, aber Bedienschwächen
Der Markt für elektrische Zahnbürsten wird vor allem von etablierten Marken wie Oral-B und Philips geprägt. Daneben haben sich Herausforderermarken mit einer anderen Preis- und Produktpositionierung etabliert. happybrush aus München gehört zu den bekannteren und wurde 2017 durch einen Auftritt bei „Die Höhle der Löwen“ einem breiteren Publikum bekannt. Ob die Eco Vibe 3 ProSense im Alltag mit den etablierten Modellen mithalten kann, prüfen wir in diesem Test.
happybrush Eco Vibe 3 ProSense
Design und Verarbeitung
Die Verarbeitung überzeugt uns. Das Handstück ist hochwertig, nichts knarzt und nichts gibt unter Druck nach. Für eine Zahnbürste dieser Preisklasse ist das keineswegs selbstverständlich. Auch die Einzelteile sind sauber miteinander verbunden, sichtbare Spalte oder fühlbare Kanten finden wir nicht.
Mit 109 Gramm und Abmessungen von 3 × 22,5 × 2,6 Zentimetern (Breite x Höhe x Tiefe) inklusive aufgestecktem Bürstenkopf liegt die Zahnbürste angenehm ausgewogen in der Hand. Sie ist weder klobig noch kopflastig, und der Griff bietet spürbar Halt. Positiv fällt uns außerdem die große Standfläche auf: Die Bürste steht sicher auf dem Waschbeckenrand und kippt auch bei einem versehentlichen Anstoßen nicht sofort um.
Sehr gut gelöst ist die Verbindung zum Bürstenkopf. Der Kopf sitzt fest auf dem Handstück, ohne zu wackeln oder sich beim Putzen zu lösen, und der Wechsel gelingt trotzdem mühelos. Kompatibel sind die Bürstenköpfe Eco Vibe 3 und Eco Vibe 3+, im Test nutzen wir die 3+-Variante.
Ausstattung und Funktionen
Angetrieben wird die Eco Vibe 3 ProSense von einem Schallmotor, der laut Hersteller bis zu 45.000 Vibrationen pro Minute erzeugt. Beim Funktionsumfang liefert happybrush eine sehr gute Leistung in diesem Preissegment. Das größte Plus ist die Andruckkontrolle: Üben wir beim Putzen zu viel Druck aus, warnt uns die Zahnbürste mit einer deutlich spürbaren Vibration. Die Funktion hilft dabei, zu starken Putzdruck zu vermeiden.
Dazu kommen die 5 Putzmodi Normal, Sensitiv, Polieren, Intensiv und Massage, die verschiedene Bedürfnisse abdecken, vom empfindlichen Zahnfleisch bis zur gründlichen Reinigung. Ein 2-Minuten-Timer hilft dabei, die empfohlene Mindestputzdauer einzuhalten, ein Quadranten-Timer signalisiert alle 30 Sekunden den Wechsel in den nächsten Mundbereich. Ergänzt wird das durch eine Akkustandanzeige und eine Memory-Funktion, die sich den zuletzt genutzten Modus merkt. Die Borsten verfügen zudem über einen Wechselindikator, der auf einen fälligen Austausch des Bürstenkopfs hinweist. Eine App-Anbindung gibt es nicht.
Beigelegt sind lediglich das Handstück, die Ladestation und ein einziger Bürstenkopf. Damit fällt der Lieferumfang aus unserer Sicht knapp aus. Hinzu kommt das fehlende Netzteil: Das Kabel der Ladestation endet in einem USB-A-Stecker, ein passendes Netzteil liegt jedoch nicht bei. Wer keines besitzt, muss es separat kaufen. Gerade im Bad hätten wir uns ein eigenes Netzteil gewünscht, sodass nicht erst ein passender USB-A-Adapter aus einem anderen Raum geholt werden muss. Zumal gerade USB-A in Zeiten von USB-C nicht mehr unbedingt selbstverständlich ist.
Bedienung und Handhabung
Die Grundbedienung erschließt sich schnell. Eine einzige Taste schaltet die Modi der Reihe nach durch. Dank Memory-Funktion startet die Zahnbürste beim nächsten Einschalten wieder im zuletzt gewählten Programm. Wer dauerhaft denselben Modus nutzt, muss daher nicht jedes Mal neu umschalten. Ein Wermutstropfen bleibt die Beschriftung: Die Programme sind auf dem Handstück nur mit ihren Anfangsbuchstaben markiert, was sich beim ersten Gebrauch nicht von selbst erklärt. Da jeder Buchstabe eine eigene LED besitzt, ist zwar jederzeit erkennbar, welcher Modus gerade läuft, doch welcher Buchstabe für welches Programm steht, muss man sich erst einprägen. Praktisch ist hingegen, dass dieselbe Leiste auch als Akkustandanzeige dient und mit 5 Stufen eine erfreulich genaue Einschätzung der Restladung ermöglicht.
Beim Druckpunkt der Taste schwächelt die Zahnbürste. Ein klares haptisches Feedback beim Drücken bleibt aus, und die Taste reagiert nur zuverlässig, wenn wir sie mittig oder etwas darunter treffen. Am oberen Rand passiert häufig nichts, sodass wir mehrfach nachdrücken müssen. Zudem ist der Druckpunkt so fest, dass wir zunächst denken, dass die Taste nicht reagiert.
Im nassen Badezimmeralltag zeigt sich die Stärke des Griffs. Selbst mit tropfnassen Händen und Zahnpastaresten am Handstück rutscht uns die Bürste nicht weg, der Grip bleibt zuverlässig. Auch die Ergonomie gefällt uns sehr gut: Auch nach 2 Minuten liegt die Zahnbürste angenehm in der Hand, ohne dass Handgelenk oder Finger ermüden.
Betrieb und Ergebnisse
Nach dem Putzen fühlen sich die Zahnoberflächen glatt und sauber an. Zusätzlich prüfen wir die Reinigungsleistung mit einem Plaque-Test. Nach dem Einfärben mit einer Färbetablette putzen wir 2 Minuten lang im Standardmodus und prüfen anschließend, wie viel Färbung zurückbleibt. Das Wiederholen wir an mehreren Tagen. Das Ergebnis überzeugt: Der Belag verschwindet weitgehend, und nur wenige Reststellen bleiben übrig. Diese konzentrieren sich auf die Backenzähne, vor allem am Übergang zwischen Zahn und Zahnfleisch. Für die volle Wertung reicht das nicht ganz, insgesamt fällt das Reinigungsergebnis aber gut aus.
Das Betriebsgeräusch fällt im Test unauffällig aus. Die Zahnbürste ist nicht besonders leise, stört uns während des Putzens aber nicht. Auch im Mund empfinden wir den Klang als nicht aufdringlich.
Bei der Ausdauer spielt die Eco Vibe 3 ProSense ihre größte Stärke aus. Im Dauerbetrieb hält sie 200 Minuten durch, bevor der Akku leer ist. Bei zweimal 2 Minuten Putzen pro Tag entspricht das rechnerisch rund 50 Tagen, also etwa 7 Wochen. Da der Motor beim tatsächlichen Putzen unter Belastung mehr Energie benötigt als im Dauerlauf ohne reale Putzbelastung, halten wir im Alltag rund 6 Wochen für realistisch. Wer verreist, kann die Ladestation damit meist zu Hause lassen.
Weniger beeindruckend fällt die Ladezeit aus: Von 0 auf 100 Prozent vergehen 10 Stunden. Im Alltag relativiert sich das durch die lange Akkulaufzeit, denn geladen werden muss nur alle paar Wochen und kann problemlos über Nacht erfolgen.
Fazit
Die happybrush Eco Vibe 3 ProSense macht dort vieles richtig, wo es zählt. Der Plaque-Test fällt gut aus, die Zahnoberflächen fühlen sich nach dem Putzen glatt und sauber an, und mit realistisch rund 6 Wochen ist die Akkulaufzeit sehr lang. Dazu kommen eine saubere Verarbeitung, ein sicherer Griff auch mit nassen Händen und ein Betriebsgeräusch, das uns im Alltag nicht stört.
Auch die Ausstattung ist umfangreich und bietet mit Andruckkontrolle, mehreren Putzprogrammen, hilfreichen Timern und Memory-Funktion die wichtigsten Komfortfunktionen. Mit nur einem Bürstenkopf und ohne Netzteil ist der Lieferumfang knapp. Zudem ist die Bedienung nicht ganz intuitiv und die einzige Taste bietet zu wenig Rückmeldung und reagiert je nach Druckposition nicht immer zuverlässig. Alles in allem hat happybrush aber mit der Eco Vibe 3 ProSense ein überzeugendes Produkt im Portfolio.
So testen wir Elektrische Zahnbürsten
happybrush Eco Vibe 3 ProSense
- +Insgesamt gute Plaque-Entfernung
- +Glattes, sauberes Mundgefühl
- +Sehr lange Akkulaufzeit
- +Hochwertige Verarbeitung
- +Sicherer Griff bei Nässe
- +Sehr gute Ergonomie
- +Wirksame Andruckkontrolle
- +Fünf Putzmodi
- +Sicherer Stand
- –Nur ein Bürstenkopf
- –Modi wenig intuitiv beschriftet
- –Taste mit schwachem Feedback
- –Fester Tastendruck nötig
- –Lange Ladezeit