Graef G50 Sliced Kitchen im Test: Das kann der kompakte Allesschneider von Graef
Der Graef G50 Sliced Kitchen ist ein kompakter Allesschneider für Brot, Aufschnitt, Käse und Gemüse. Das Metall-Standgerät arbeitet mit einem 170-Millimeter-Wellenschliffmesser und Schnittstärken von 0 bis 20 Millimetern. Zum Testzeitpunkt kostet es rund 95 Euro. Wir prüfen Schnittqualität, Bedienung, Sicherheit, Reinigung und Lautstärke.
Graef G50 Sliced Kitchen Allesschneider170W, Metall, 170 mm Wellenschliffmesser, Messerabdeckplatte aus Kunststoff, grau
Graef G50 Sliced Kitchen Allesschneider
Verarbeitung und Standfestigkeit
Unser graues Testgerät wiegt rund 2,3 Kilogramm und misst betriebsbereit etwa 33 × 23 × 24 Zentimeter. Das Wellenschliffmesser aus Edelstahl trägt die Gravur „RSG Solingen“. Die Verarbeitung hinterlässt einen hochwertigen Eindruck: Das Gehäuse zeigt saubere Spaltmaße und keine scharfen Kanten. Anschlagplatte und Schlitten bleiben unter moderatem Seitendruck stabil und weisen nur geringes Spiel auf.
Auch beim Schneiden fester Lebensmittel steht der G50 sicher. Selbst bei Kohlrabi wandert oder kippt er nicht relevant. Bei unserem Testgerät sitzt der Schlitten zunächst jedoch nicht korrekt: Beim ersten Einsatz berührt die Klinge die Kunststoffkante des Schlittens und erzeugt Späne im Schneidbereich. Nach dem korrekten Aufsetzen kommt es in weiteren Versuchen zu keinem erneuten Kontakt. Ob die Fehlstellung bei der Montage oder während des Transports entstand und ob weitere Geräte betroffen sein können, lässt sich anhand unseres einzelnen Testgeräts nicht beurteilen.
Ausstattung und Handhabung
Zum Lieferumfang gehören ein Restehalter und eine Bedienungsanleitung, eine Auffangschale liegt nicht bei. Für den G50 ist zusätzlich ein glattes Edelstahlmesser erhältlich, das separat gekauft werden muss. Eine Klappfunktion besitzt das kompakte Standgerät nicht. Das Netzkabel lässt sich in einem Kabelfach verstauen.
Die Schnittstärke stellen wir leichtgängig ein. Laut Hersteller reicht der Bereich von 0 bis 20 Millimetern; im Test verwenden wir unter anderem 1, 2, 5 und 12 Millimeter. Der Schlitten lässt sich auch unter Last leicht bewegen. Das geringe seitliche Spiel beeinträchtigt die Führung nicht merklich.
Bei den getesteten, rund 10 bis 11 Zentimeter langen Endstücken führt der Restehalter das Schneidgut sicher, bis etwa 3 bis 4 Zentimeter Restlänge verbleiben. Unregelmäßig geformte Stücke wie Käsekeile oder Tomaten hält er dagegen nicht zuverlässig fest; die Lebensmittel können sich mitdrehen. Der Kippschalter besitzt nur eine Dauerfunktion, ein Momentbetrieb fehlt. Nach höchstens fünf Minuten Betrieb muss das Gerät laut Anleitung abkühlen.
Brot- und Wurstscheiben fallen überwiegend sauber in den vorgesehenen Auffangbereich. Die Auflagefläche reicht für haushaltsübliche Brote. Graef gibt eine Schnittlänge von 22,5 Zentimetern an; bei größeren Laiben kann je nach Ausrichtung ein Vorzerteilen nötig sein. Die Anleitung ist klar strukturiert, die Abschnitte zu Aufbau, Sicherheit und Reinigung finden wir schnell.
Schnittqualität und Präzision
Das getestete Dinkel-Sauerteigbrot schneiden wir bei einer eingestellten Schnittstärke von 5 Millimetern gleichmäßig und nahezu bröselfrei. Die Scheiben zeigen keine Ausbrüche. Auch weiches Gebäck gelingt gut: Bei einer eingestellten Schnittstärke von 12 Millimetern wird der Brioche-Zopf beim Schneiden nicht sichtbar zusammengedrückt, die Schnittkante bleibt sauber.
Bei dünnen Wurst- und Fleischwaren zeigt das Messer seine Stärke. Schwarzwälder Schinken schneiden wir bei einer eingestellten Schnittstärke von 1 Millimeter sauber auf; das Ergebnis erinnert an die Frischetheke. Auch harte Salami lässt sich dünn und mit sauberer Pelle schneiden.
Bei einer Skalenstellung von 1 Millimeter messen wir über fünf aufeinanderfolgende Salami-Scheiben jedoch zwischen 1,65 und 2,09 Millimeter.
Sie sind damit nicht nur dicker als eingestellt, sondern unterscheiden sich untereinander um bis zu 0,44 Millimeter.
Bei Käse zeigt sich ein gemischtes Bild. Jungen Gouda als Keilstück schneiden wir bei einer eingestellten Schnittstärke von 2 Millimetern nicht sauber in ganze Scheiben, weil sich das Stück trotz Restehalter mitdreht. Legen wir denselben Keil mit der großen Fläche auf den Schlitten und schneiden Streifen, gelingt das gut. Parmesan schneiden wir bis zur Rinde sauber, die Rinde selbst lässt sich jedoch nicht durchtrennen; hier stößt der Antrieb an seine Grenze. Insgesamt bleibt der Motor bei Hartkäse und festem Gemüse spürbar belastet, ohne zu blockieren oder deutlich an Drehzahl zu verlieren. Bei Tomate, Gurke und Kohlrabi liefert der G50 wieder durchweg saubere Ergebnisse.
Sicherheit
Schalter und Griff halten die Hand beim Einschalten in sicherem Abstand zur Klinge. Der Münzschlitz-Drehverschluss erleichtert den Ausbau des Messers. Vor dem Messerwechsel ziehen wir den Netzstecker; beim Umgang mit der scharfen Klinge bleibt Vorsicht erforderlich. Wie bereits erwähnt, steht das Gerät auch beim Schneiden festen Kohlrabis stabil.
Bei vollständig geschlossener Anschlagplatte lässt sich der Schlitten vor dem Messer arretieren. Dadurch wird der Zugang zur Schneide erschwert, was vor allem in Haushalten mit Kindern hilfreich ist. Eine separate Sperre gegen unbeabsichtigtes Einschalten gibt es dagegen nicht. Wer den Kippschalter betätigt, startet den Motor unmittelbar.
Wie bereits im Kapitel Verarbeitung beschrieben, lässt sich unser Testgerät auch mit falsch sitzendem Schlitten einschalten; dieser Fehlzustand verhindert den Motorstart nicht. Nach korrektem Aufsetzen kommt es in weiteren Versuchen zu keinem erneuten Kontakt. Eine Fehlmontage unter anderen Umständen können wir damit jedoch nicht ausschließen. Die mechanische Schlittensperre ersetzt keine Einschaltsicherung.
Beim Schneiden bleibt der Fingerschutz durchschnittlich: Restehalter und Daumenschutz führen reguläre Reststücke sicher, stoßen bei unregelmäßig geformtem Schneidgut aber an dieselben Grenzen wie in der Handhabung beschrieben. Kabel, Gehäusekanten und Abdeckungen zeigen sich unauffällig.
Reinigung und Pflege
Das Zerlegen gelingt zügig: In rund 22 Sekunden nehmen wir Messer, Schlitten und Restehalter ab, alle Bereiche sind danach gut erreichbar. Fettfilm auf Schlitten und Auflage lässt sich leicht entfernen, nur der schmale Spalt hinter dem Messer verlangt mehr Sorgfalt. Die komplette Reinigung inklusive Abtrocknen dauert rund 8 bis 10 Minuten.
Messer und Schlitten dürfen laut Anleitung nicht in die Spülmaschine. Den Gerätekörper reinigen wir von Hand. Nach salzigen oder feuchten Lebensmitteln empfiehlt Graef eine unmittelbare Reinigung des Messers. Wir trocknen die Klinge anschließend gründlich ab. Der Wiederzusammenbau gelingt dank der Schienenführung mit Arretierung ohne Fehlversuch.
Geräusch und Betriebsverhalten
Beim Geräusch zeigt der G50 seine deutlichste Schwäche. Bei einer orientierenden Messung aus 30 Zentimetern Abstand ermitteln wir im Leerlauf über drei Durchgänge 78 bis 80 Dezibel, im Mittel rund 79 Dezibel. Beim Schneiden von Brot, Wurst und Käse liegen die Werte ähnlich. Subjektiv empfinden wir den G50 damit als laut; für geräuschempfindliche Personen oder offene Wohnküchen bleibt das ein Thema.
Der Motor bricht unter Last nicht spürbar in der Drehzahl ein, nur der Klang verändert sich hörbar. Vibrationen registrieren wir nicht; der Motor klingt gleichmäßig, kreischende oder ratternde Geräusche hören wir nicht. Während unserer fünfminütigen Laufprobe erwärmen sich die berührbaren Gehäuseflächen nur leicht. Geruchsbildung oder Aussetzer stellen wir nicht fest.
Fazit
Der Graef G50 Sliced Kitchen liefert bei Brot, Wurst und Gemüse überwiegend saubere Schnittflächen und lässt sich unkompliziert bedienen. Messer, Schlitten und Restehalter sind in rund 22 Sekunden abgenommen, die Reinigung dauert etwa 8 bis 10 Minuten. Bei dünner Salami weichen die Scheibendicken allerdings deutlich von der Einstellung ab und fallen nicht vollständig gleichmäßig aus. Bei Käse hängt das Ergebnis stärker von Form und Härte ab; den getesteten Gouda-Keil schneiden wir nicht zuverlässig in vollständige Scheiben.
Abstriche gibt es außerdem bei der hohen Lautstärke um 79 Dezibel, beim Restehalter für unregelmäßig geformtes Schneidgut und bei der fehlenden Einschaltsicherung. Kritisch ist, dass sich unser angeliefertes Testgerät trotz falsch sitzendem Schlitten starten lässt. Wer vor allem Brot, Wurst und Gemüse schneidet, erhält dennoch einen kompakten und pflegeleichten Allesschneider. Für sehr harten Käse mit Rinde, unregelmäßiges Schneidgut oder geräuschempfindliche Haushalte bleiben Einschränkungen.
- +Saubere Schnitte bei Brot
- +Starke Ergebnisse bei Wurst
- +Gute Ergebnisse bei Gemüse
- +Schnell zerlegt und gereinigt
- +Stabiler Stand
- –Hohe Lautstärke
- –Ungenaue dünne Schnittstärken
- –Restehalter bei Keilstücken schwach
- –Keine Einschaltsicherung
- –Parmesanrinde nicht schneidbar