Geekom IT13 Max im Test: Kompaktes Kraftpaket mit Grenzen unter Dauerlast
Der Geekom IT13 Max bringt laut Hersteller die Technik eines leistungsstarken Oberklasse-Notebooks in einem handflächengroßen Gehäuse unter. Ob dieses Konzept im Alltag überzeugt oder der Mini-PC unter hoher Dauerlast an seine Grenzen stößt, klärt unser Praxistest.
GEEKOM AI Mini PC IT13 Max mit Intel Core Ultra 9 185H24 GB RAM, 500 GB SSD, Wi-Fi 7 & USB4
GEEKOM AI Mini PC IT13 Max
Design und Verarbeitung
Der IT13 Max steckt in einem lackierten Vollmetallgehäuse aus Aluminium und misst gerade einmal 13,6 × 13,2 × 5 Zentimeter. Auf unserer Waage zeigt er 830 Gramm. Zum Testzeitpunkt kostet die von uns getestete Konfiguration mit Intel Core Ultra 9 185H, 24 Gigabyte Arbeitsspeicher und 500-Gigabyte-SSD bei Amazon 799 Euro.
Die Verarbeitung überzeugt uns: Nichts knarzt oder gibt bei Druck nach, die Spaltmaße fallen gleichmäßig aus und sämtliche Kanten sind sauber entgratet. An der Unterseite verläuft zwar ein sichtbarer Spalt, angesichts des stabilen Gehäuses werten wir ihn jedoch nicht als Nachteil. Wer den Mini-PC ganz vom Schreibtisch verbannen will, kann ihn laut Geekom per VESA-Halterung hinter dem Monitor befestigen.
Anschlüsse und Konnektivität
Vorn sitzen 4 USB-3.2-Gen-2-Buchsen vom Typ A, von denen eine angeschlossene Geräte auch im ausgeschalteten Zustand mit Strom versorgt. Daneben befindet sich ein 3,5-Millimeter-Headset-Anschluss. Die Rückseite bietet 2 USB4-Ports vom Typ C mit DisplayPort-Funktion; einer davon nimmt zusätzlich Strom per Power Delivery entgegen. Hinzu kommen 2 HDMI-2.0-Ausgänge, 2 × 2,5-Gigabit-LAN, je einmal USB 3.2 Gen 2 und USB 2.0 vom Typ A sowie der Stromeingang. Ein SD-4.0-Kartenleser, Wi-Fi 7 und Bluetooth 5.4 runden die moderne Ausstattung ab. Laut Datenblatt treibt der Mini-PC bis zu 4 Bildschirme in 4K oder ein 8K-Display an.
Die Aufteilung erweist sich im Testalltag als durchdacht: Dauerkabel verschwinden nach hinten, USB-Sticks und Headset finden vorn Platz, und die Abstände lassen auch breiten Steckern genug Raum. Einen klassischen DisplayPort sowie USB-C an der Front vermissen wir zwar, über die beiden USB4-Buchsen lassen sich bei Bedarf aber zusätzliche Bildschirm-, Netzwerk- und USB-Anschlüsse ergänzen.
Erweiterbarkeit
Das Gehäuse lässt sich mit gängigem Werkzeug öffnen. Beim Massenspeicher zeigt sich der IT13 Max flexibel: Die NVMe-SSD steckt in einem M.2-2280-Steckplatz mit PCIe Gen 4, ein zweiter M.2-2242-Slot nimmt laut Hersteller eine zusätzliche SATA-SSD mit bis zu 2 Terabyte auf. Anders sieht es beim Arbeitsspeicher aus: Die 24 Gigabyte LPDDR5 sind fest verlötet und lassen sich nicht aufrüsten. Wer künftig mehr Arbeitsspeicher benötigt, greift besser zur parallel angebotenen DDR5-Variante, deren Steckmodule sich laut Geekom auf bis zu 96 Gigabyte erweitern lassen.
Leistung in Office und Kreativanwendungen
Im Inneren arbeitet Intels Core Ultra 9 185H mit 16 Kernen, bis zu 5,1 Gigahertz und integrierter Arc-Grafik. Im PCMark 10 erreicht der Kompaktrechner starke 8.152 Punkte im Bereich Essentials, 14.954 Punkte bei Productivity und 10.256 Punkte bei Digital Content Creation. Der gute Eindruck bestätigt sich auch in der Praxis. Der PC arbeitet mit geöffnetem Browser mit vielen Tabs, Office-Programmen und Videokonferenzen im Test durchgehend flüssig. Auch Bildbearbeitung und einfacher Videoschnitt gelingen souverän. Für ein Gerät dieser Größe ist das eine starke Leistung.
Gaming-Leistung
Im 3DMark erzielt der IT13 Max 3.970 Punkte im Time-Spy-Test (Grafikwert 3.571) und 7.994 Punkte im Fire-Strike-Durchlauf (Grafikwert 8.565). Damit rangiert er im oberen Feld der integrierten Grafiklösungen. Weniger anspruchsvolle Titel profitieren davon: League of Legends läuft in Full HD mit 110 bis 200 Bildern pro Sekunde.
Anspruchsvollere Spiele fordern Kompromisse: Palworld erreicht mit niedrigen Details 30 bis 40 Bilder pro Sekunde, der 1%-Low-Wert fällt jedoch auf 10 Bilder pro Sekunde. Cyberpunk 2077 schafft in den ersten 10 Minuten mit niedrigen Einstellungen rund 35 Bilder pro Sekunde, mit Einbrüchen auf 20. Danach macht sich die hohe Temperatur bemerkbar und die dauerhaft abrufbare Leistung sinkt.
SSD-Geschwindigkeit
Die 500 Gigabyte fassende NVMe-SSD liefert im AS-SSD-Benchmark sequenziell 4.142 Megabyte pro Sekunde beim Lesen und 3.092 Megabyte pro Sekunde beim Schreiben. Damit bewegt sich das Laufwerk auf dem Niveau moderner PCIe-Gen-4-Modelle der Mittelklasse. Für zügige Systemstarts, Programminstallationen und große Projektdateien reicht die Leistung problemlos aus; schnellere PCIe-4.0-SSDs erzielen jedoch deutlich höhere Transferraten.
Thermik und Lautstärke
In unserem Messaufbau bleibt der IT13 Max im normalen Office-Betrieb unter 30 Dezibel und damit praktisch unhörbar. Selbst unter Volllast messen wir lediglich bis zu 33 Dezibel. Der Mini-PC arbeitet damit ausgesprochen leise und stört auch im Wohnzimmer nicht.
Core Temp zeigt nach längerer Lastphase bei mehreren Kernen Temperaturen von bis zu 102 Grad Celsius, während andere bei 82 Grad bleiben. Gleichzeitig sinken Takt und Leistung spürbar. Der Mini-PC stößt damit bei längerer Dauerlast klar an thermische Grenzen. Zwar messen wir unter hochsommerlichen Bedingungen, doch das erklärt den Befund nur zum Teil: Die leise abgestimmte Kühlung besitzt im Spitzenbetrieb nur geringe Reserven.
Stromversorgung und Stabilität unter Last
Ein Blick auf die Eckdaten zeigt, wie eng die Leistungsreserven ausfallen können: Intel gibt für den Core Ultra 9 185H eine maximale Turbo-Leistungsaufnahme von bis zu 115 Watt an, während Geekom das Kühlsystem mit bis zu 65 Watt bewirbt. Das mitgelieferte Netzteil liefert 120 Watt. Wie hoch die Leistungsaufnahme in unserem Testgerät tatsächlich ausfällt, haben wir nicht separat gemessen. Einen eindeutigen Zusammenhang zur Stromversorgung können wir daraus nicht ableiten. Auffällig bleibt jedoch, dass unser per USB angeschlossener WLAN-Adapter beim Spielen wiederholt die Verbindung verliert: Windows meldet das Gerät ab und erkennt es kurz darauf neu. Zu einem Absturz des gesamten Systems kommt es dabei nicht.
Ob ein leistungsstärkeres Netzteil mit Power Delivery am USB4-Port zusätzliche Reserven schaffen und die Aussetzer verhindern kann, müsste in einem separaten Test geprüft werden. Undervolting, also das gezielte Absenken der CPU-Spannung für weniger Abwärme, wäre ebenfalls ein möglicher Ansatz, doch das BIOS lässt diesen Eingriff nicht zu.
Fazit
Der Geekom IT13 Max punktet im Test mit seinem stabilen Vollmetallgehäuse und seiner umfangreichen Anschlussausstattung. USB4, doppeltes 2,5-Gigabit-LAN und Wi-Fi 7 sind in dieser Größenklasse außergewöhnlich üppig. Die Leistung reicht von flüssiger Büroarbeit über Bild- und Videobearbeitung bis zu weniger anspruchsvollen Spielen – bei einer Laufruhe, die den Rechner im Alltag nahezu unhörbar macht.
Diese Stille hat ihren Preis: Bei längerer Dauerlast stößt der Mini-PC thermisch an Grenzen und drosselt. Zudem fällt in unserem Test ein per USB angeschlossener WLAN-Adapter unter Gaming-Last mehrfach kurz aus; ob die Stromversorgung dafür verantwortlich ist, bleibt offen. Der verlötete Arbeitsspeicher schränkt außerdem die spätere Aufrüstbarkeit ein. Gemessen an Verarbeitung und Ausstattung geht der aufgerufene Preis dennoch in Ordnung. Für Büro, Homeoffice oder wechselnde Arbeitsplätze ist der IT13 Max gut geeignet. Wer die Leistung des Prozessors dauerhaft ausreizen will, etwa für lange Gaming-Abende oder Renderjobs, sollte sich dagegen nach einem Gerät mit stärkerer Kühlung umsehen.
- +Stabiles Vollmetallgehäuse
- +Sehr umfangreiche Anschlüsse
- +Starke Office-Leistung
- +Gute Kreativleistung
- +Sehr leiser Betrieb
- –Thermisches Drosseln unter Dauerlast
- –Arbeitsspeicher nicht aufrüstbar
- –USB-WLAN-Aussetzer unter Last
- –Kein klassischer DisplayPort
- –Kein frontseitiges USB-C