GEEKOM A9 Max im Test: Mini-PC mit AMD Ryzen AI 9 HX 470
GEEKOM positioniert den A9 Max als leistungsstarken Premium-Mini-PC und packt eine auf dem Papier potente Hardware in ein erstaunlich kompaktes Gehäuse. Kann ein Mini-PC, der kaum mehr Platz beansprucht als ein dickes Taschenbuch, tatsächlich die Rechenleistung für anspruchsvolle Workloads liefern, oder zeigt die kompakte Bauform unter Last spürbar ihre Grenzen? Wir nehmen den A9 Max im Alltag, in Benchmarks und beim Gaming unter die Lupe.
GEEKOM AI Mini PC A9 MaxAMD Ryzen AI 9 HX 470, 32GB DDR5, 2TB SSD, Windows 11 Pro, 2.5G Dual-LAN, USB4, HDMI 2.1, Wi-Fi 7, BT 5.4
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Design und Verarbeitung
Der A9 Max bleibt der klassischen GEEKOM-Linie treu und kommt in einem schlichten, dezenten Gehäuse, das sich auf den meisten Schreibtischen gut einfügen dürfte. Mit Außenmaßen von 13,5 x 5 x 13,2 Zentimetern und einem Gewicht von 691 Gramm beansprucht der Mini-PC kaum mehr Stellfläche als ein dickes Taschenbuch und lässt sich dank der mitgelieferten VESA-Halterung auch hinter einem Monitor verstauen.
In Sachen Verarbeitung liefert der A9 Max eine sehr gute Leistung ab. Das Gehäuse ist hochwertig und stabil, die Spaltmaße fallen gleichmäßig aus, alle Bauteile sitzen präzise zusammen. Scharfe Kanten oder unsaubere Übergänge entdecken wir an keiner Stelle. Erfreulich: Auch das beigelegte Netzteil ist sauber verarbeitet und macht einen wertigen Eindruck, was bei vielen Mini-PCs gerne vernachlässigt wird. Einziger kleiner Kritikpunkt im Bereich Design: Der gewinkelte Stromstecker lässt sich auf ebenem Untergrund nicht nach unten drehen und steht dementsprechend immer seitlich vom Gerät weg. Im Alltag spielt das nur eine untergeordnete Rolle, in besonders engen Setups kann es aber stören.
Anschlüsse und Erweiterbarkeit
Der A9 Max glänzt bei der Anschlussvielfalt. An der Frontseite sitzen 4 USB-A-Anschlüsse nach dem 3.2 Gen 2-Standard, von denen einer als Always-On-Variante ausgelegt ist und Geräte auch im Standby weiter mit Strom versorgt. Daneben findet sich ein 3,5-Millimeter-Klinkenanschluss für Headsets oder Lautsprecher. Die Rückseite ergänzt das Portfolio um 2 USB-C-Ports nach dem USB4-Standard mit DisplayPort-Funktion, von denen einer per Power Delivery gleichzeitig die Stromversorgung übernimmt. Hinzu kommen 1 USB 3.2 Gen 2-Port, 1 USB 2.0-Port, 2 HDMI-2.1-Ausgänge sowie 2 RJ45-Anschlüsse mit jeweils 2,5 Gigabit Ethernet. Zusätzlich integriert GEEKOM einen SD-4.0-Kartenleser. Insgesamt stehen damit 6 USB-A-Ports, 2 USB-C-Ports und 2 HDMI-Ausgänge zur Verfügung. Für einen Mini-PC in dieser Größenklasse ist das ein außergewöhnlich starkes Angebot.
Bei der Aufteilung zwischen Front- und Rückseite hat GEEKOM mitgedacht. Häufig genutzte oder gewechselte Geräte wie USB-Sticks oder Kopfhörer lassen sich bequem an der Front anschließen, dauerhaft verbundene Geräte wie Monitore, LAN-Kabel und USB-Empfänger verschwinden ordentlich nach hinten. Über die beiden HDMI-Ausgänge und die USB-C-Ports lassen sich bis zu 4 Displays gleichzeitig betreiben, laut Hersteller mit einer Auflösung von bis zu 8K.
Netzwerkseitig bringt der A9 Max Wi-Fi 7 und Bluetooth 5.4 mit und ist damit auch bei der Funktechnik gut aufgestellt. Die beiden Ethernet-Anschlüsse mit jeweils 2,5 Gigabit eröffnen zudem die Möglichkeit, das Gerät als kleinen Server oder in Netzwerk-Setups mit hohen Anforderungen einzusetzen.
Auch beim Thema Aufrüstbarkeit zeigt sich der A9 Max sehr flexibel. Der Arbeitsspeicher lässt sich auf bis zu 128 Gigabyte DDR5 SO-DIMM erweitern, vorinstalliert sind 32 Gigabyte mit einer Geschwindigkeit von 5.600 Megatransfers pro Sekunde. Für den Massenspeicher stehen zwei M.2-Steckplätze nach dem PCIe-4.0-Standard zur Verfügung. Einer davon ist mit einer 2 Terabyte fassenden Kingston-NVMe-SSD bestückt, der zweite Slot ist frei und nimmt eine zusätzliche SSD mit bis zu 4 Terabyte auf. In der Summe sind so bis zu 8 Terabyte Gesamtspeicher möglich. Die Schrauben am Gehäuseboden sind unter den Gummifüßen versteckt, lassen sich aber gut entfernen und ohne sichtbare Spuren wieder anbringen. Das macht den A9 Max gut reparierbar und für Aufrüstungen problemlos zugänglich.
Leistung
Office und Multitasking
Im Office-Alltag spielt der A9 Max seine Stärken voll aus. Zahlreiche Browser-Tabs, parallele Office-Anwendungen und Videokonferenzen erledigt das Gerät vollkommen geschmeidig, ohne dass es zu spürbaren Wartezeiten kommt. Der PCMark-10-Essentials-Score von 8.875 sowie der Productivity-Score von 14.370 bestätigen diesen Eindruck. Für Homeoffice und allgemeine Büroarbeit ist der A9 Max deutlich überdimensioniert, was im Umkehrschluss heißt: Selbst bei langjähriger Nutzung dürften kaum Engpässe auftreten.
Anspruchsvolle Anwendungen
Auch bei rechenintensiven Workloads liefert der A9 Max ein überzeugendes Bild ab. Der Digital-Content-Creation-Score im PCMark 10 von 10.056 zeigt, dass der AMD Ryzen AI 9 HX 470 auch fordernde Aufgaben souverän bewältigt. In Grafikprogrammen arbeiten wir auch mit großen Dateien und vielen Elementen flüssig, ohne dass beim Anordnen oder Anpassen von Objekten Ruckler oder Ladezeiten auftreten. Wer den A9 Max als kompakte Workstation einsetzt, bekommt damit ein leistungsfähiges Werkzeug an die Hand.
Ein zusätzlicher Pluspunkt ist die Beschleunigung für Künstliche Intelligenz. GEEKOM gibt eine Leistung von bis zu 86 TOPS an, was den A9 Max für lokale KI-Anwendungen und Workloads mit neuronalen Netzen attraktiv macht. Für viele klassische Heimanwenderinnen und Heimanwender sind diese Reserven aber nicht entscheidungsrelevant. Für diese Zielgruppe rechtfertigt die KI-Ausstattung den hohen Aufpreis aber nur bedingt.
Gaming
Beim Gaming zeigt sich, dass die integrierte AMD Radeon 890M trotz aller Stärken des Prozessors nicht für jede Spielwelt gleichermaßen geeignet ist. Im 3DMark Time Spy bei 2.560 x 1.440 Pixel erreicht der Mini-PC 2.176 Punkte, im Fire-Strike-Test bei 1.920 x 1.080 Pixel sind es 5.043 Punkte. In der Praxis zeigt sich ein gemischtes Bild: Minecraft läuft bei 1.440p, voller Sichtweite und ohne Shader mit 150 bis 180 Bildern pro Sekunde absolut flüssig. Sobald wir den BSL-Shader aktivieren, fällt die Bildrate jedoch auf rund 25 Bilder pro Sekunde. Bei Elden Ring kommen wir mit mittleren Einstellungen in 1.440p auf circa 26 Bilder pro Sekunde, in 1.080p werden es etwa 30 Bilder pro Sekunde. Für anspruchslose und ältere Titel sowie Casual-Gaming reicht die integrierte Grafik gut aus, für aktuelle AAA-Titel mit hohen Qualitätsanforderungen ist sie erwartungsgemäß der Flaschenhals.
Speichergeschwindigkeit
Die verbaute Kingston-NVMe-SSD liefert solide Werte: Im AS-SSD-Benchmark messen wir ungefähr 4.700 Megabyte pro Sekunde beim sequenziellen Lesen und circa 5.115 Megabyte pro Sekunde beim Schreiben. Damit startet das System schnell, Anwendungen öffnen zügig und große Dateioperationen erledigt der A9 Max ohne spürbare Wartezeit. Für eine NVMe-SSD nach PCIe-4.0-Standard liegen die Werte im soliden Mittelfeld, an die absoluten Top-SSDs der Kategorie kommt das Modell nicht ganz heran.
Thermik und Lautstärke
Ein Mini-PC mit dieser Rechenleistung könnte thermisch schnell an seine Grenzen stoßen, der A9 Max bleibt aber bemerkenswert ruhig. Im Idle-Betrieb messen wir 26 Dezibel direkt neben dem Gerät, was an eine leise im Raum stehende Lüftung erinnert und in normalen Büroumgebungen kaum auffällt. Unter Volllast steigt der Wert auf 42 Dezibel, was deutlich hörbar, in der typischen Bürokulisse aber noch akzeptabel ist.
Bei den Temperaturen liefert der A9 Max einen sehr überzeugenden Eindruck ab. Die CPU bleibt nach mehr als 10 Minuten Volllast bei stabilen 66 Grad Celsius, der Spitzenwert liegt bei 76 Grad Celsius. Das Gehäuse erwärmt sich unter Volllast auf 43 Grad Celsius, was angesichts der kompakten Bauform sehr ordentlich ist. Throttling, also eine Leistungsdrosselung durch Überhitzung, tritt im Test nicht auf. Im Verhältnis zur gebotenen Rechenleistung gehört das thermische Verhalten zu den klaren Pluspunkten des A9 Max.
Fazit
Der A9 Max ist ein hervorragend verarbeiteter Mini-PC, der auf wenig Stellfläche eine bemerkenswerte Kombination aus Rechenleistung, Konnektivität und Aufrüstbarkeit versammelt. Besonders stark sind die Verarbeitungsqualität, die außergewöhnlich umfangreiche Anschlussausstattung und die hohe Prozessorleistung, die den A9 Max zu einer ernstzunehmenden kompakten Workstation macht. Auch die thermische Stabilität verdient ein Lob: Selbst unter Volllast bleibt der Mini-PC angenehm kühl und akzeptabel leise.
Bei der Grafikleistung gelangt die integrierte Radeon 890M allerdings erwartungsgemäß an ihre Grenzen. Aktuelle Blockbuster in hohen Einstellungen sind nicht das Terrain des A9 Max, dafür laufen weniger anspruchsvolle Titel und Casual-Games flüssig. Wer primär zocken möchte, schaut sich besser anderweitig um. Auch die SSD-Geschwindigkeiten liegen lediglich im Mittelfeld der Kategorie, was bei einem Gerät dieser Preisklasse einen kleinen Wermutstropfen darstellt.
Das größte Fragezeichen bleibt der Preis. Mit einem aktuellen Preis von 1.699 Euro positioniert sich der A9 Max klar im Premium-Segment der Mini-PC-Welt. Für klassische Heimanwenderinnen und Heimanwender, die hauptsächlich Office-Arbeit erledigen, surfen oder gelegentlich Bildbearbeitung betreiben, ist der A9 Max allerdings überdimensioniert. Deutlich günstigere Mini-PCs mit Ryzen 7 8845HS oder Ryzen 9 8945HS bieten im Alltag bereits mehr als genug Leistung, auch wenn sie bei KI- und Multicore-Workloads nicht ganz an den Ryzen AI 9 HX 470 heranreichen.
- +Hochwertige Verarbeitung
- +Sehr stabil
- +Viele Anschlüsse
- +Gute Port-Aufteilung
- +Wi-Fi 7
- +2,5-Gigabit-LAN
- +Stark aufrüstbar
- +Hohe Prozessorleistung
- +KI-Beschleunigung
- +Gute Thermik
- +Kein Throttling
- +VESA-Halterung beiliegend
- –Hoher Preis
- –iGPU limitiert
- –SSD nur Mittelfeld
- –Stromstecker steht seitlich
- –Last hörbar
- –AAA-Gaming schwach
- –Für Office überdimensioniert