FLORI.PLUS.25 im Test: Wie gut schützt der Rauch- und CO-Kombimelder?
Brandrauch ist meist sichtbar und riechbar, wird insbesondere im Schlaf aber häufig nicht rechtzeitig wahrgenommen. Kohlenmonoxid ist dagegen farb-, geruch- und geschmacklos und entsteht bei unvollständiger Verbrennung in Kaminen, Gasthermen oder Öfen. Der FLORI.PLUS.25 will beide Gefahren mit einem einzigen Gerät abdecken – doch wie gut funktioniert dieser Doppelschutz in der Praxis?
FLORI.PLUS Kombi Rauchmelder & CO-Melder FLORI.PLUS.2585 dB Alarm, 10 Jahre Lebensdauer, einfache Deckenmontage, geprüft & sicher
FLORI.PLUS.25
Zwei Sensoren in einem Gerät
Das Grundprinzip ist so einfach wie sinnvoll: Statt einen Rauchmelder und einen CO-Melder getrennt zu kaufen und zu montieren, steckt beides in einem Gehäuse. Im Inneren arbeiten zwei separate Sensortypen – ein optischer Rauchsensor, der auf Rauchpartikel in der Luft reagiert, und ein elektrochemischer CO-Sensor, der die Raumluft dauerhaft auf Kohlenmonoxid überwacht. Für die beiden Warnfunktionen gelten unterschiedliche Produktnormen.
Das ist wichtig, denn ein normaler Rauchmelder erkennt kein Kohlenmonoxid, und ein reiner CO-Melder schlägt bei Rauch nicht an. Der FLORI.PLUS.25 ist nach EN 14604 für die Rauchwarnfunktion und nach EN 50291-1 für die CO-Warnfunktion zertifiziert. Die EN 14604 legt Anforderungen an Rauchwarnmelder fest, die EN 50291-1 an CO-Warnmelder in Wohnräumen. Hinzu kommen die CE-Kennzeichnung sowie eine ANPI/BOSEC-Zertifizierung. Damit erfüllt er die Anforderungen für Wohnräume und ist besonders für geeignete Wohn- und Schlafräume in Haushalten mit Kamin, Kachelofen oder Gastherme interessant. Die vorgeschriebenen Abstände und Montagehinweise des Herstellers müssen dabei eingehalten werden; direkt neben einer Feuerstätte soll der Melder nicht angebracht werden. Das Gerät misst rund 12 Zentimeter im Durchmesser. Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 49,90 Euro.
Verarbeitung und Design
Bei der Verarbeitung überzeugt der Melder rundum. Das Gehäuse wirkt sauber gefertigt, der Kunststoff robust und druckfest, nichts klappert oder wirkt spröde. Scharfe Kanten oder Grate finden wir keine, und das flache, runde Design fügt sich unauffällig in den Wohnraum ein. Für ein Gerät, das dauerhaft an der Decke sitzt, ist das ein guter Eindruck.
An der Oberseite sitzt eine einzige Taste. Sie ist durchsichtig gestaltet, sodass die darunterliegende Status-LED gut sichtbar bleibt, und übernimmt gleich zwei Aufgaben: den Funktionstest und die Stummschaltung. Das Konzept ist bewusst schlicht gehalten, funktioniert im Alltag aber zuverlässig.
Montage
Bei der Montage zeigt sich die deutlichste Schwäche des Melders. Grundsätzlich ist der Ablauf einfach: Der Sockel wird mit den beiliegenden Schrauben und Dübeln an die Decke geschraubt, anschließend setzt man den Melder auf und verriegelt ihn per Drehbewegung. Werkzeug liegt allerdings nicht bei. Schrauben und Dübel dagegen schon.
Das eigentliche Problem ist das Eindrehen selbst. Der Melder muss so weit in den Sockel gedreht werden, bis der Sockel den rückseitigen Schalter betätigt und das Gerät damit aktiviert. Genau das ist gerade zu Beginn extrem schwergängig und erfordert viel Kraft. An der Decke über Kopf ist es zeitweise kaum zu schaffen. Im Test bekommen wir den Melder anfangs nur halb eingedreht, sodass der Aktivierungsschalter nicht betätigt wird und das Gerät inaktiv bleibt. Das ist nicht nur unbequem, sondern sicherheitsrelevant: Wer den Melder nicht vollständig eindreht, hat unter Umständen ein Gerät an der Decke, das möglicherweise noch nicht aktiviert und damit nicht betriebsbereit ist. Mit der Zeit und etwas Übung wird das Eindrehen leichter, ein klarer Kritikpunkt bleibt es dennoch. Auch das spätere Abnehmen ist wegen des sehr festen Sitzes mühsam.
Bedienung und Ausstattung
Im Betrieb bleibt die Bedienung dank der Ein-Tasten-Lösung übersichtlich. Ein Druck löst den Funktionstest aus, bei dem der Melder nacheinander das Rauch- und das CO-Alarmmuster durchspielt. Die Alarme sind klar getrennt: Bei Rauch blinkt die LED dreimal rot und es ertönen drei Signaltöne, bei Kohlenmonoxid blinkt sie viermal rot mit vier Tönen. Erkennt das Gerät Rauch und CO gleichzeitig, verwendet es laut Bedienungsanleitung das Rauchalarmmuster. Im Normalbetrieb blinkt die LED lediglich alle 50 Sekunden einmal grün, ohne Ton. Verschiedene gelbe Blink- und Piepmuster signalisieren eine notwendige Reinigung, eine schwache Batterie, Sensorfehler oder das Ende der Lebensdauer.
Die Taste kann sowohl einen ausgelösten Rauch- oder CO-Alarm vorübergehend stummschalten als auch Wartungs- beziehungsweise Fehlermeldungen für etwa eine Stunde unterdrücken. Ein Rauchalarm lässt sich für rund 8 Minuten unterbrechen, ein CO-Alarm für etwa 4 Minuten. Bleibt die CO-Konzentration über 300 ppm, greift die Stummschaltung laut Hersteller nicht beziehungsweise der Alarm wird erneut aktiviert. Beim Funktionsumfang bleibt der Melder ansonsten auf das Wesentliche beschränkt. Es gibt nur eine Taste und eine einzelne mehrfarbige Status-LED, aber keine Sprachansage, kein Display und keine Anzeige des gemessenen CO-Wertes in ppm. Die Anleitung ist grundsätzlich verständlich. Der für die Aktivierung entscheidende rückseitige Schalter und die dafür notwendige vollständige Verriegelung könnten jedoch deutlicher erläutert werden.
Alarm und Reaktion im Test
Bei seiner Kernaufgabe, der zuverlässigen Alarmierung, überzeugt der Melder im Praxistest. Für den Rauchtest sprühen wir aus einem Meter Entfernung ein dafür vorgesehenes Rauchmelder-Prüfaerosol auf die Oberseite. In fünf wiederholten Versuchen löst der Melder jeweils nach etwa 20 Sekunden aus. In unserem Versuchsaufbau reagiert er damit schnell und wiederholbar. Ebenso wichtig ist die Lautstärke: In drei Metern Abstand messen wir unter unseren Raumbedingungen einen Schallpegel von rund 85 dB(A). Wegen der Raumakustik und der begrenzten Messgenauigkeit ist dieser Wert als Praxiswert und nicht als Normprüfung zu verstehen. Der Alarm ist sehr laut und sollte auch Schlafende wecken.
Den CO-Sensor prüfen wir in einer verschlossenen Box, in der wir zusätzlich ein Referenzmessgerät mit ppm-Anzeige platzieren. Damit sehen wir nicht nur, ob der Melder anschlägt, sondern auch bei welcher Konzentration. Das Ergebnis überzeugt: Bei einer vom Referenzgerät angezeigten Konzentration von rund 300 ppm lösen beide Geräte nahezu gleichzeitig Alarm aus, und der FLORI.PLUS.25 meldet dabei eindeutig Kohlenmonoxid mit vier kurzen Piepstönen. Er erkennt die Gefahr also nicht nur, sondern ordnet sie auch dem richtigen Kanal zu – ein Rauchalarm wäre hier die falsche Meldung gewesen.
Der Wert ist deshalb aussagekräftig, weil 300 ppm die höchste der in der Normprüfung vorgesehenen Konzentrationen sind und mit der kürzesten zulässigen Reaktionszeit verbunden sind. Nach EN 50291-1 muss der Melder bei 300 ppm spätestens innerhalb von drei Minuten Alarm auslösen. Ein wissenschaftlicher Nachweis ist unser Aufbau dennoch nicht. Dafür bräuchte es kalibriertes Prüfgas in einer kontrollierten Atmosphäre, definierte Temperatur- und Feuchtewerte und einen reproduzierbaren Konzentrationsanstieg – Bedingungen, die ein Praxistest nicht herstellen kann. Der Versuch bestätigt, dass die CO-Warnfunktion in unserem Aufbau bei einem vom Referenzgerät angezeigten Wert von rund 300 ppm arbeitet. Ob sämtliche Anforderungen der EN 50291-1 eingehalten werden, lässt sich damit nicht prüfen; hierfür ist die dokumentierte Produktprüfung maßgeblich.
Erfreulich ist auch, dass sich die beiden Alarmarten unterscheiden lassen. Die vier CO-Töne folgen deutlich schneller aufeinander als die drei Töne des Rauchalarms – hat man beides einmal gehört, erkennt man den Unterschied gut. Wissen und einprägen muss man sich das allerdings vorher. Wer im Ernstfall zum ersten Mal einen Alarm hört, wird kaum Tonabstände zählen.
Batterie und Lebensdauer
Der Melder arbeitet mit zwei fest eingebauten Lithium-Batterien, die auf eine Lebensdauer von 10 Jahren ausgelegt sind. Das hat einen praktischen Vorteil: Man muss nie eine Batterie wechseln, und ein leeres Batteriefach oder eine entfernte Batterie kann es nicht geben. Die Kehrseite ist, dass sich die Batterie nicht austauschen lässt. Man verlässt sich damit vollständig auf das Herstellerversprechen der zehn Jahre, und nach Ablauf muss das komplette Gerät ersetzt werden. Das Konzept hat Vor- und Nachteile: Die Batterie kann weder vergessen noch entfernt werden, ist aber auch nicht separat austauschbar. Bei einem vorzeitigen Batterieproblem muss daher der gesamte Melder ersetzt werden.
Das Ende der Produktlebensdauer meldet der Melder durch ein eigenes Blink- und Piepmuster. Danach muss das komplette Gerät ersetzt werden. Zur Wartung empfiehlt der Hersteller einen wöchentlichen Funktionstest über die Taste sowie eine monatliche Reinigung der Gehäuseöffnungen mit dem Staubsauger. Wichtig zur Einordnung: Wir prüfen ausschließlich das Verhalten im Praxistest. Wie sich der Melder über Jahre und in echten Gefahrensituationen bewährt, lässt sich in einem solchen Test naturgemäß nicht beurteilen.
Fazit
Der FLORI.PLUS.25 ist ein in unserem Praxistest zuverlässig auslösender Kombimelder, der Brandrauch und Kohlenmonoxid mit einem Gerät abdeckt. Er ist hochwertig verarbeitet, reagiert im Rauchtest schnell und alarmiert mit rund 85 Dezibel sehr laut. Zusammen mit den Zertifizierungen nach EN 14604 und EN 50291-1 ergibt das bei einer unverbindlichen Preisempfehlung von 49,90 Euro und einer vom Hersteller angegebenen Lebensdauer von zehn Jahren ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, gerade für Haushalte mit Kamin, Ofen oder Gastherme.
Zwei Punkte trüben das Bild. Das Eindrehen in den Sockel ist sehr schwergängig und an der Decke anfangs kaum zu bewältigen. Hier muss man aufpassen, dass der Melder auch wirklich vollständig sitzt und aktiviert ist. Und die Ausstattung bleibt einfach: nur eine Taste, eine einzelne mehrfarbige Status-LED, kein Display und keine austauschbare Batterie. Wer damit leben kann, erhält ein überzeugendes Produkt.
So testen wir Rauch- und CO-Kombimelder
- +Kombinierte Rauch- und CO-Erkennung
- +Gute Raucherkennung in unserem Praxistest
- +Lauter Alarm
- +Unterscheidbare Alarmmuster
- +Hochwertige Verarbeitung
- +Robustes Gehäuse
- +Einfache Ein-Tasten-Bedienung
- +Zehn Jahre Lebensdauer laut Hersteller
- –Melder lässt sich sehr schwer in Sockel eindrehen
- –Aktivierung nicht intuitiv
- –Kein Display
- –Nur eine Status-LED
- –Werkzeug nicht enthalten