Einhell TP-CS 18/136-C Li BL Handkreissäge im Test: Kompaktklasse mit Durchzug
Die TP-CS 18/136-C Li BL ist eine besonders kompakte Akku-Handkreissäge für mobile Zuschnitte in Plattenmaterial, Latten und Paneelen. Mit 136-Millimeter-Sägeblatt, bürstenlosem Motor und Power X-Change-Akku zielt sie auf Anwender, die eine handliche Alternative zu größeren Handkreissägen suchen. Doch kann eine Säge dieser Bauart auch dann noch mithalten, wenn das Material dicker und die Ansprüche an die Maßhaltigkeit höher werden?
Technische Daten und Einordnung
Die 18/136-C gehört zu den kompakten Handkreissägen in der Professional-Serie von Einhell und fällt damit deutlich kleiner aus als die verbreiteten Modelle mit 190 Millimeter großem Blatt. Einhell ruft für die Säge 139,95 Euro auf; in unserem Preisvergleich bewegt sich der Preis aktuell auf demselben Niveau. Ein bürstenloser Motor mit 4.000 Umdrehungen pro Minute treibt ein 136 Millimeter großes Hartmetallblatt mit 16 Zähnen an. Daraus ergeben sich maximale Schnitttiefen von 51 Millimetern bei 0 Grad und 35 Millimetern bei 45 Grad; der Neigungswinkel lässt sich bis 48 Grad einstellen.
Einhell TP-CS 18/136-C Li BL
Design und Verarbeitung
Unter leichtem Handdruck gibt das Gehäuse nicht nach, die Spaltmaße sind eng, scharfe Kanten oder lose Teile finden wir nirgends. Der bürstenlose Antrieb erlaubt eine schlanke Bauform, die über dem Blatt kaum Volumen aufbaut. Die Grundplatte aus Aluminium liegt plan auf und zeigt unter Belastung keine erkennbare Verformung.
Zurückhaltender fällt unser Urteil zum Spiel der Verstellmechanik aus. Wir stellen Schnitttiefe und Winkel mehrfach um, ziehen die Klemmungen normal fest und versuchen anschließend, Grundplatte und Mechanik mit leichtem Handdruck zu bewegen. Grundplatte und Scharniere geben dabei nicht nach, ein geringes Restspiel in der Mechanik lässt sich aber ertasten.
Ausstattung, Lieferumfang und Garantie
Einhell verkauft die Säge als Solo-Gerät. Im Karton liegen neben der Säge ein Hartmetall-Sägeblatt mit 16 Zähnen, ein Parallelanschlag, ein Absaugadapter, der Innensechskantschlüssel für den Blattwechsel und die Bedienungsanleitung. Akku und Ladegerät gehören ausdrücklich nicht dazu und müssen separat gekauft werden. Die entsprechenden Akkus wurden uns vom Hersteller für diesen Test zur Verfügung gestellt.
Zur Ausstattung gehören eine LED zur Ausleuchtung des Schnittbereichs, eine Schnittlinienanzeige und ein Absaugadapter für den Werkstattsauger. Schnitttiefe und Neigungswinkel lassen sich werkzeuglos verstellen, die Grundplatte passt auf die Führungsschienen von Einhell.
Kleine Lücken gibt es trotzdem: Ein Transportkoffer fehlt ebenso wie eine Führungsschiene, und wer noch kein Power X-Change System besitzt, muss die Energieversorgung mit einkalkulieren. Wer das Gerät innerhalb von 30 Tagen nach dem Kauf online registriert, bekommt dafür aber von Einhell 3 Jahre Produktgarantie und 10 Jahre Garantie auf den bürstenlosen Motor.
Inbetriebnahme und Handhabung
Bis zum ersten Probeschnitt vergehen keine 2 Minuten. Das 16-Zahn-Blatt ist zügig montiert, die Schnitttiefe stellen wir über den Schnellverschluss auf 21 Millimeter, damit der Zahnüberstand bei der 18 Millimeter starken OSB-Platte gering bleibt. Anschließend schieben wir den voll geladenen Akku ein, und die Säge ist einsatzbereit. Ein Blick in die Anleitung ist dafür nicht nötig.
Auf der Waage zeigt die betriebsbereite Säge 2,80 Kilogramm, gewogen mit montiertem Sägeblatt und dem 4,0-Amperestunden-Akku; für das Solo-Gerät nennt der Hersteller 2,31 Kilogramm. Im Test zählt allerdings weniger das Gewicht selbst als dessen Verteilung. Der Akku sitzt so weit hinten, dass er das Gewicht von Motor und Sägebereich vorn ausgleicht: Wir halten das ausgeschaltete Gerät jeweils rund 20 Sekunden waagerecht, senkrecht und nah am Körper, ohne dass es kippt oder die Handgelenke ermüden.
Auch bei längeren Schnittserien bleibt der Halt angenehm. Haupt- und Vordergriff liegen rutschfest in der Hand, die Einschaltsperre entriegeln wir blind mit dem Daumen, mit Arbeitshandschuhen genauso sicher wie ohne.
Einstellungen, Sicht und Führung
Für die Wiederholgenauigkeit stellen wir die Schnitttiefe nacheinander auf 20, 40 und wieder 20 Millimeter und anschließend die Winkel 0, 30 und 45 Grad ein. Die Klemmungen halten jeden Wert sicher, und das Zurückstellen auf exakt 20 Millimeter ist einfach. Weniger gut gefällt uns die Ablesbarkeit: Die Tiefenskala ist zwar präzise eingeprägt, aber farblich nicht abgesetzt und deshalb bei schnellem Hinsehen mühsam zu erfassen. Wer häufig zwischen 2 Tiefen wechselt, muss hier genauer hinsehen.
Deutlich besser gefällt uns die Sicht auf den Anriss. Weil das Sägeblatt links sitzt, blickt ein Rechtshänder direkt auf die Schnittlinie, ohne den Kopf über die Maschine beugen zu müssen. Die LED leuchtet den Bereich zusätzlich aus und macht sich in dämmrigen Werkstattecken bezahlt. Freihandschnitte entlang einer angezeichneten Linie gelingen dadurch ohne ständiges Nachsetzen.
Frei bleibt die Sicht allerdings nur, solange keine Späne auf dem Werkstück liegen. Mit angeschlossenem Werkstattsauger bleibt die Schnittlinie weitgehend spanfrei, sodass wir den Anriss gut im Blick behalten. Der mitgelieferte Adapter sitzt dafür fest genug am Stutzen.
Der mitgelieferte Parallelanschlag erfüllt im Test seinen Zweck, verlangt beim Einstellen aber Sorgfalt. Seine Skala ist filigran beschriftet, und beim schnellen Feststellen verzieht sich die schlanke Führungsstange minimal. Mit einer kurzen Kontrolle vor dem Schnitt liefert er dann jedoch verlässliche Ergebnisse.
Sägeleistung im Praxistest
Für den Standardschnitt markieren wir 3 Linien von je 50 Zentimetern auf der OSB-Platte und stoppen die Zeit ab dem ersten Materialkontakt. Die Säge trennt in 8,6, 8,4 und 8,5 Sekunden, im Mittel also in 8,5 Sekunden. Für ein Gerät dieser Baugröße ist das ein sehr zügiger Arbeitsfortschritt, zumal wir dafür keinen nennenswerten Druck aufbringen müssen und das Blatt ohne spürbaren Widerstand durch das Material gleitet.
Im dickeren Holz muss die Säge deutlich mehr leisten. Die 3 Schnitte über 20 Zentimeter in der 34 Millimeter starken Arbeitsplatte dauern 7,2, 7,5 und 7,3 Sekunden. Der bürstenlose Motor verliert dabei nur minimal an Drehzahl, blockiert an keiner Stelle und lässt sich mit zügigem Vorschub führen. Im beschriebenen Belastungsschnitt bleibt der Arbeitsfortschritt damit zügig.
Zum Abschluss folgen 5 weitere 50-Zentimeter-Schnitte in der OSB-Platte direkt hintereinander. Ein Leistungsabfall bleibt aus, und die Schnittqualität verändert sich vom ersten bis zum letzten Durchgang nicht. Sämtliche Klemmungen sitzen danach unverändert fest.
Unter Last bleibt die Säge sehr ruhig. Weder in der 18 Millimeter starken Platte noch im 34 Millimeter dicken Hartholz neigt sie zum seitlichen Wandern oder zu abruptem Stoppen, Gegenkraft brauchen wir kaum. Die Vibrationen am Griff halten sich in Grenzen.
Präzision und Schnittqualität
Für den Präzisionsschnitt zeichnen wir einen 50 Millimeter breiten Streifen über 50 Zentimeter Länge an und führen die Säge am Parallelanschlag. Am Anfang messen wir 50,5 Millimeter, in der Mitte 50,2 und am Ende exakt 50,0 Millimeter. Die größte Abweichung vom Zielmaß beträgt damit 0,5 Millimeter, was für eine handgeführte Säge ein sehr guter Geradlauf ist.
Ähnlich genau arbeitet die Winkelverstellung. Bei eingestellten 30 Grad misst unser Anschlagwinkel rund 30,2 Grad, bei 45 Grad sind es rund 45,4 Grad. Die Rückkehr in die Nullstellung rastet exakt und bündig ein, sodass wir nach einem Gehrungsschnitt nicht nachjustieren müssen. Auch die Tiefeneinstellung liegt nah am eingestellten Wert: Bei eingestellten 20 Millimetern steht das Blatt 20,5 Millimeter unter der Grundplatte hervor, bei 40 Millimetern sind es 40,2 Millimeter.
Weniger makellos fällt die Kantenqualität aus. Das grobe 16-Zahn-Blatt hinterlässt an der Oberseite der OSB-Platte feine Ausrisse von bis zu 2 Millimetern. Für den schnellen, rohen Zuschnitt ist die Bestückung damit passend gewählt, für sichtbare Kanten empfiehlt sich ein Blatt mit höherer Zähnezahl.
Sicherheit im Betrieb
Vor jedem Start rastet die mechanische Einschaltsperre zuverlässig ein und erzwingt eine klare Schaltfolge, ein versehentliches Auslösen ist damit kaum möglich. Der bürstenlose Motor läuft dank Softstart kontrolliert an, ohne die Maschine in der Hand zu verreißen. Nach dem Loslassen des Auslösers greift die elektronische Bremse sofort und bringt das Blatt nach 0,9 Sekunden zum Stillstand. Dieser kurze Nachlauf senkt das Risiko spürbar, die Säge nach dem Schnitt noch mit rotierendem Blatt abzulegen.
Die Pendelschutzhaube öffnen wir am integrierten Hebel 5-mal vorsichtig von Hand und lassen sie jedes Mal zurückschnappen. Sie läuft leichtgängig, schließt in allen 5 Durchgängen sofort per Federkraft und deckt das Blatt im Ruhezustand vollständig ab. Klemmen oder eine verzögerte Bewegung beobachten wir nicht.
Das Motorgehäuse wird nach den Schnittserien handwarm, ungewöhnlicher Geruch tritt nicht auf.
Als höchsten stabilen Pegel messen wir 86 Dezibel(A). Gehörschutz ist bei diesem Pegel empfehlenswert. Die Warnhinweise auf dem Typenschild und die bebilderte Anleitung sind übersichtlich und erklären insbesondere den Blattwechsel nachvollziehbar.
Akku und Ausdauer
Der 4,0-Amperestunden-Akku startet mit voller Anzeige in den Test. Nach den 3 Standardschnitten, den Belastungsschnitten im Hartholz und den 5 zusätzlichen Dauerschnitten leuchten immer noch 2 der 3 Ladestandsanzeigen, sodass noch eine deutliche Restladung angezeigt wird. Abschaltungen oder erzwungene Pausen treten während des gesamten Tests nicht auf.
Das für den Test verwendete Schnellladegerät benötigt bei niedrigem Akkustand 75 Minuten bis zur vollen Anzeige.
Blattwechsel, Reinigung und Wartung
Das Sägeblatt wechseln wir 3-mal hintereinander. Die Spindelarretierung lässt sich ohne Kraftaufwand tief drücken und rastet unmittelbar ein, die Schraube löst sich mit dem beiliegenden Innensechskantschlüssel mühelos. Am Flansch hakt nichts, das Blatt zentriert sich von allein auf der Welle und sitzt nach dem Festziehen ohne fühlbares Spiel. In allen 3 Durchgängen gelingt der Wechsel ohne Probleme, und Ersatzblätter im Format 136 Millimeter sind ebenso gut erhältlich wie Führungsschienen oder Absaugzubehör.
Auch die Reinigung geht schnell. Das Blatt ist in unter 1 Minute demontiert; lose Späne entfernen wir mit Pinsel und Druckluft in knapp 3 Minuten. Blattaufnahme, Absaugstutzen und Grundplatte sind danach weitgehend sauber. Harz finden wir am Blatt nicht. In der Pendelschutzhaube bleiben einige Späne zurück, die sich ohne Blattdemontage aber nur schwer entfernen lassen.
Fazit
Die Einhell TP-CS 18/136-C Li BL überzeugt uns im Test vor allem durch ihre Handlichkeit: Sie ist kompakt gebaut, sorgfältig verarbeitet und dank des als Gegengewicht wirkenden Akkus so ausbalanciert, dass sie sich auch senkrecht und über längere Schnittserien sicher führen lässt. Dazu kommt ein bürstenloser Motor, der im Plattenmaterial zügig durchzieht und selbst im dickeren Hartholz kaum an Drehzahl verliert. Die Motorbremse bringt das Blatt in unter 1 Sekunde zum Stillstand, am Parallelanschlag arbeitet die Säge maßhaltig, und das linksseitig montierte Blatt ermöglicht eine gute Sicht auf den Anriss.
Schwächen leistet sich die Säge bei der farblich nicht abgesetzten Tiefenskala, die im Alltag mühsam abzulesen ist, beim schlanken Parallelanschlag, der beim schnellen Feststellen zum minimalen Verziehen neigt, und bei den feinen Ausrissen, die das grobe 16-Zahn-Blatt an der Oberseite von Plattenmaterial hinterlässt. Auch die Späne in der Pendelschutzhaube lassen sich ohne Blattdemontage nur schwer erwischen. Gemessen am aufgerufenen Preis fällt unser Gesamturteil positiv aus, sofern das Power X-Change System schon vorhanden ist oder mit eingeplant wird. Wer eine mobile, wendige Säge für Plattenzuschnitte, Dachlatten und Paneele auf der Baustelle oder in der Heimwerkstatt sucht, findet hier eine passende Lösung. Für schweren Abbund und dicke Balken reicht die Schnitttiefe dagegen nicht aus.
So testen wir Akku-Handkreissägen
- +Kompakte, handliche Bauform
- +Sorgfältige Verarbeitung
- +Sehr gute Balance
- +Starker bürstenloser Motor
- +Hohe Maßhaltigkeit
- +Präzise Gehrungseinstellung
- +Gute Sicht auf Anriss
- +Schnelle Motorbremse
- +Zuverlässige Pendelschutzhaube
- +Schneller Sägeblattwechsel
- +Wirksame Staubabsaugung
- –Tiefenskala schwer ablesbar
- –Parallelanschlag verzieht sich minimal
- –Feine Ausrisse an Kanten
- –Kein Transportkoffer
- –Keine Führungsschiene enthalten
- –Begrenzte Schnitttiefe