Einhell TP-CD 18/50-C Li-i BL im Test: kompakter Schlagbohrschrauber mit Profi-Anspruch
Einhell positioniert den TP-CD 18/50-C Li-i BL als kompakten Akku-Schlagbohrschrauber der Professional-Serie für anspruchsvolle Schraub-, Bohr- und Schlagbohrarbeiten. Dafür kombiniert das Gerät einen bürstenlosen 18-Volt-Motor mit bis zu 50 Newtonmetern Drehmoment, ein Zweiganggetriebe und ein Metall-Schnellspannbohrfutter. Im Praxistest prüfen wir, wie gut sich dieser Anspruch bei Montage-, Holz-, Metall- und Mauerwerksarbeiten einlösen lässt.
Einhell Akku-Schlagbohrschrauber TP-CD 18/50-C Li-i BL
Design und Verarbeitung
In der Hand macht das Gehäuse einen durchweg soliden Eindruck. Die Spaltmaße sind klein und gleichmäßig, der gummierte Griff gibt unter Druck nicht nach, und der Akku rastet ohne Spiel in seiner Aufnahme ein.
Besonders positiv fällt uns das Metall-Schnellspannbohrfutter auf: Es wirkt wertig, läuft rund und hält Bohrer wie Bithalter über alle Testaufgaben hinweg sicher. Zu keinem Zeitpunkt haben wir das Gefühl, dass ein Werkzeug herausrutscht oder sich verkeilt. Auch Gangwahl, Drehrichtungsumschalter und Stellringe hinterlassen einen wertigen Eindruck; sie rasten klar definiert und ohne spürbares Spiel.
Ausstattung
Der TP-CD 18/50-C Li-i BL gehört zur Professional-Serie von Einhell. Für den Antrieb sorgt ein bürstenloser 18-Volt-Motor aus dem Power-X-Change-System, der laut Hersteller bis zu 50 Newtonmeter Drehmoment liefert.
Das Zweiganggetriebe arbeitet mit 0 bis 500 sowie 0 bis 2.000 Umdrehungen pro Minute. Im Schlagbetrieb kommen 0 bis 7.500 beziehungsweise 0 bis 30.000 Schläge pro Minute hinzu. Das Gerät bietet 20 Drehmomentstufen sowie je eine Einstellung für Bohren und Schlagbohren. Das 13-Millimeter-Metall-Schnellspannbohrfutter spannt Schäfte von 1,5 bis 13 Millimetern. Über den Auslöser lässt sich die Drehzahl stufenlos regeln.
Ein LED-Arbeitslicht beleuchtet den Arbeitsbereich, ein Gürtelclip erlaubt das Einhängen an der Hose, und eine Drehmomentrutschkupplung verhindert beim Schrauben ein Überdrehen. Zur Ausstattung gehören außerdem eine Anti-Kickback-Funktion und eine Quick-Stop-Funktion, die das Bohrfutter nach dem Loslassen des Auslösers rasch zum Stillstand bringt. Auf den bürstenlosen Motor gewährt Einhell nach Registrierung zehn Jahre Garantie.
Preis, Lieferumfang und Zubehör
Als Solo-Variante ohne Akku kostet das Gerät zum Testzeitpunkt 109,95 Euro. Zum Serienumfang gehören das Gerät, der Gürtelclip und die Anleitung; Akku und Ladegerät sind nicht enthalten. Für den Test stellte Einhell zusätzlich ein Starter-Kit mit 4,0-Amperestunden-Akku (72 Wattstunden) und Schnellladegerät bereit. Dieses lag zum Testzeitpunkt im Preisvergleich bei etwa 30 Euro, sodass die getestete Konfiguration rechnerisch auf rund 140 Euro kommt.
Wir hätten uns darüber hinaus einen Transportkoffer, einen Zusatzgriff sowie ein kleines Basis-Set aus Bits und Bohrern gewünscht. Die Zubehörversorgung ist allerdings gut: Akkus und Ladegeräte sind im Power-X-Change-System breit verfügbar, passende Bits und Bohrer gibt es als Standardzubehör. So lässt sich das Solo-Gerät unkompliziert für den jeweiligen Einsatz ergänzen.
Inbetriebnahme und Bedienung
Bis zur ersten Bohrung sind nur wenige Handgriffe nötig. Akku einsetzen, 8-Millimeter-Holzbohrer einspannen, Gang 1 und Bohrmodus wählen: Nach 15 Sekunden ist das Gerät startklar, ohne dass wir die Anleitung aufschlagen müssen. Die Bedienlogik erschließt sich von selbst, weil alle Stellringe eindeutig beschriftet und auch in normaler Arbeitshaltung ohne Verrenkung abzulesen sind. Verwechseln lässt sich hier wenig.
Auch die Werkzeugwechsel gehen schnell von der Hand. Das Schnellspannfutter öffnet sich leicht, Bit und Bohrer lassen sich einsetzen und wieder sicher festspannen; ein Nachziehen ist in keinem Fall nötig. Sowohl der schlanke 5-Millimeter-Metallbohrer als auch der 12-Millimeter-Holzbohrer sitzen nach dem Spannen fest, ein Ziehen und Drehen von Hand fördert kein Spiel zutage. Das LED-Arbeitslicht leuchtet den markierten Bohrpunkt zuverlässig aus, und das Bohrfutter verdeckt die Ansatzstelle dabei nicht.
Ergonomie und Handhabung
Einhell gibt das Produktgewicht ohne Akku mit 0,99 Kilogramm an. Betriebsbereit mit dem 4,0-Amperestunden-Akku, Bithalter und T20-Bit zeigt unsere Waage 1,72 Kilogramm. In waagerechter, senkrechter und körpernaher Haltung ist der Schlagbohrschrauber ausgewogen, weil der Akku das Gewicht nach hinten verlagert und die kurze Bauform die Hebelwirkung am Handgelenk reduziert. Der gummierte Griff liegt satt in der Hand und lässt den Auslöser ohne Umgreifen erreichen. Über den gesamten Auslöserweg steigt die Drehzahl fein und vorhersehbar an, was besonders beim Ansetzen kleiner Schrauben hilft.
Das ändert sich erst mit zunehmender Arbeitsdauer. Bei längerer Arbeit macht sich das Gewicht mit eingesetztem Akku bemerkbar, und abstützen lässt sich das Gerät dann nur am Gehäuse, denn einen Zusatzgriff gibt es an diesem Modell nicht. Für die Montage- und Renovierungsaufgaben, für die der Schlagbohrschrauber gedacht ist, bleibt das aber noch in Ordnung.
Schraubleistung im Praxistest
Beim Eindrehen kleiner bis mittlerer Schrauben spielt das Gerät seine Stärke aus. Zunächst tasten wir uns von einer niedrigen Kupplungsstufe an die passende Einstellung heran. Im anschließenden Dreierdurchgang sitzen auf Drehmomentstufe 12 alle drei Schraubenköpfe exakt bündig mit der Holzoberfläche. Keine Schraube wird überdreht, kein Bit rutscht ab, und im Holz bleiben keine Abdrücke zurück.
Kräftige Holzschrauben mit 30 Millimeter tiefer Vorbohrung zieht der Motor in durchschnittlich sechs Sekunden bündig ein. Die sechs Sekunden sind in unserem Aufbau ein praxisgerechter Wert. Unter Last fällt die Drehzahl hörbar ab, ohne dass das Gerät ins Stocken gerät. Auch beim Ausdrehen bleibt der Antrieb unauffällig; alle Schrauben kommen gleichmäßig und ohne Hakeln wieder heraus. Für Möbelbau und Montagearbeiten reicht die Kraft damit klar aus.
Bohren in Holz und Metall
In Gang 2 und im Bohrmodus setzen wir drei Löcher mit 12 Millimetern Durchmesser. Für die 55 Millimeter tiefen Bohrungen benötigt das Gerät im Mittel 3,4 Sekunden. Das ist in unserem Aufbau ein zügiges Ergebnis. Das Bohrbild fällt sauber aus: Die Löcher sind rund, der Bohrer läuft ruhig, und die Ausrisse an den Eintritten bleiben gering. Verkanten beobachten wir nicht, solange wir den Bohrer zur Spanabfuhr zwischendurch kurz herausziehen.
Im 2,2 Millimeter starken Stahlblech benötigt der 5-Millimeter-Metallbohrer im Mittel sechs Sekunden pro Durchbruch. Damit arbeitet das Gerät auch im Metalltest in einem soliden Tempo. Die Bohrungen sind rund, nur an der Austrittsseite bleibt ein leichter Grat stehen. Beim Ansetzen wandert der Bohrer nicht aus der Markierung, und der Rundlauf bleibt bis zum Durchbruch ruhig. Für gelegentliche Arbeiten an Blech und Profilen ist das Ergebnis gut, mehr aber auch nicht.
Schlagbohren in Mauerwerk
Für den Schlagbohrtest fixieren wir einen Ziegel und arbeiten in Gang 2 mit Schlagbohrmodus und 6-Millimeter-Steinbohrer. Drei etwa vier Zentimeter tiefe Bohrungen dauern im Mittel rund elf Sekunden. Der Fortschritt bleibt über alle drei Löcher gleichmäßig, und die Bohrungen werden randscharf. Mehrfaches Ansetzen oder Nachbohren ist dabei nicht nötig.
Für gelegentliche Dübellöcher im getesteten Ziegel reicht die Leistung aus, das Tempo bleibt jedoch eher mäßig.
Konstanz und Leistungsdosierung
Über alle Testreihen hinweg liefert das Gerät ähnliche Ergebnisse. Innerhalb jeder Dreierreihe liegen schnellster und langsamster Durchgang dicht beieinander, ein Abflachen der Leistung gegen Ende des Durchlaufs beobachten wir nicht. Die Kupplung schaltet bei kleinen Schrauben wiederholbar an derselben Stelle ab, sodass ein Nachjustieren zwischen den Schrauben entfällt. Auch die Gangabstimmung passt: Gang 1 bewältigt die kräftigen Schrauben, Gang 2 liefert das Tempo beim Bohren. Gangwahl und Betriebsart halten ihre Einstellung dabei über den gesamten Test.
Sicherheit, Geräusch und Vibration
In Mittelstellung sperrt der Rechts-/Linkslaufschalter den Auslöser zuverlässig, ein unbeabsichtigtes Anlaufen ist damit ausgeschlossen. Das Gerät läuft weich an, statt beim Auslösen zu schlagen, und das Bohrfutter steht nach dem Loslassen binnen ein bis zwei Sekunden. Nach allen Aufgaben sitzen Bits, Bohrer und Akku unverändert fest; ein Nachspannen ist zu keinem Zeitpunkt nötig.
Laut wird es vor allem im Schlagbetrieb. In etwa einem Meter Abstand messen wir 81 Dezibel beim Bohren in Holz und 94 Dezibel beim Schlagbohren. Der zweite Wert liegt klar in einem Bereich, in dem Gehörschutz Pflicht ist; auffällige Störgeräusche wie Rattern oder Pfeifen notieren wir dabei nicht. Die Vibrationen bleiben im Schlagbetrieb deutlich spürbar, aber beherrschbar, und das Gehäuse erwärmt sich nach dem Testdurchlauf nur mäßig. Die Anleitung deckt Schutzbrille, Gehörschutz, Werkstückeinspannung, Werkzeugwechsel und Akkuhandhabung verständlich ab.
Akku und Ladung
Der im Test verwendete Akku bietet 18 Volt und 4,0 Amperestunden, was 72 Wattstunden entspricht. Voll geladen starten wir mit drei von drei Balken in den Testdurchlauf. Nach Abschluss aller Testaufgaben zeigte der Akku noch zwei von drei Balken. Unter starker Last erwärmt sich der Akku leicht, bleibt dabei aber unkritisch.
Die dreistufige Anzeige am Akku ist gut ablesbar, teilt die Restladung aber nur grob ein. Das von Einhell bereitgestellte Schnellladegerät füllt den Akku laut Hersteller in 75 Minuten.
Reinigung und Lagerung
Die Pflege beschränkt sich auf wenige Handgriffe. Nach dem Test entnehmen wir den Akku, wischen den Bohrstaub vom Bohrfutter, pusten die Lüftungsöffnungen aus und sind nach etwa zwei Minuten fertig. Ein aufwendiger Reinigungsgang ist nicht nötig, weil sich kaum Späne in Ritzen festsetzen und alle relevanten Stellen frei zugänglich bleiben. Für die Lagerung braucht das Gerät mangels Koffer aber einen eigenen Platz in Werkzeugkiste oder Regal.
Fazit
Der Einhell TP-CD 18/50-C Li-i BL überzeugt uns im Test vor allem durch seine Präzision: Kleine Schrauben setzt er dank fein dosierbarer Kupplung exakt bündig, das Metall-Schnellspannbohrfutter hält Bits und Bohrer über den gesamten Durchlauf ohne Nachziehen, und in Holz wie Stahl entstehen maßhaltige Löcher mit geringem Ausriss. Dazu kommen die Einrichtung in 15 Sekunden, ein ausgewogener Schwerpunkt und die Zugehörigkeit zum Power-X-Change-System mit seiner breiten Akkubasis.
Verbesserungspotenzial sehen wir beim knappen Solo-Lieferumfang: Einen Transportkoffer, einen Zusatzgriff sowie ein kleines Basis-Set aus Bits und Bohrern hätten wir gern gesehen. Beim Schlagbohren im Ziegel reicht die Leistung für gelegentliche Dübellöcher aus, das Tempo bleibt jedoch eher mäßig. Die 94 Dezibel im Schlagbetrieb machen Gehörschutz erforderlich. Auch könnte das Tempo bei Bohrungen teilweise etwas schneller sein. Bei 109,95 Euro für das Solo-Gerät und etwa 30 Euro für das Starter-Kit zum Testzeitpunkt geht das Gebotene dennoch klar in Ordnung. Wer regelmäßig Möbel aufbaut, montiert, renoviert und gelegentlich ein Dübelloch ins Mauerwerk setzt, bekommt einen kompakten und kraftvollen Begleiter. Für anspruchsvolle Heimwerker und regelmäßige Werkstatt- oder Montageeinsätze ist er gut geeignet.
So testen wir Akku-Schlagbohrschrauber
- +Präzise Schraubergebnisse
- +Sicheres Metall-Schnellspannbohrfutter
- +Fein dosierbare Drehzahl
- +Ausgewogene Handhabung
- –Kein Transportkoffer
- –Kein Zusatzgriff
- –Mäßiges Schlagbohrtempo
- –Lauter Schlagbetrieb