Einhell Akku-Poolsauger GE-PV 18/42 Li T-Solo im Praxistest
Bei Poolsaugern schränkt ein Stromkabel die Bewegungsfreiheit oft stark ein. Der Einhell GE-PV 18/42 Li T-Solo tritt stattdessen als handgeführter Akku-Sauger an, der ohne Kabel und ohne Anschluss an die Filteranlage durchs Wasser geführt wird. Ob ein solches Gerät ein Becken wirklich komfortabel sauber hält, verraten wir in unserem Praxistest.
Einhell Akku-Poolsauger GE-PV 18/42 Li T-Solo
Verarbeitung
Das Gehäuse besteht aus rot-schwarzem Kunststoff, und bei der Materialqualität fällt unser Urteil durchwachsen aus. Die Verarbeitung ist solide, nichts knarzt oder wackelt, es bleibt aber einfaches Material. Deutlich überzeugender sind Passgenauigkeit und Abdichtung: Alles rastet sauber ein, die Dichtungen sitzen fest, und das Gerät macht einen zuverlässigen Eindruck.
Gleiches gilt für das Zubehör. Die breite Saugplatte mit ihrem Stoßring aus Silikon ist brauchbar, die Aufsätze insgesamt sind aber nicht besonders wertig. An der kleinen Saugbürste fransen die Borsten bereits nach dem ersten Einsatz aus, was selbst für ein Verschleißteil ungewöhnlich früh ist.
Ausstattung und Lieferumfang
Für die Reinigung steht uns eine 32 Zentimeter breite Saugplatte zur Verfügung. Geführt wird das Gerät über eine ohne Werkzeug ausziehbare Teleskopstange von 1,6 bis 2,2 Metern. Der aufgenommene Schmutz landet in einer transparenten Filterbox mit über 1 Liter Fassungsvermögen. Zur Ausstattung gehören außerdem ein Schnellverschluss für Filter und Behälter, ein Feinfilter sowie eine Ecken- und Fugendüse. Den Durchsatz gibt Einhell mit 4.200 Litern pro Stunde an, freigegeben ist der Sauger für Chlor- und Salzwasserbecken.
Akku und Ladegerät sind nicht enthalten. Wer noch keine Power-X-Change-Batterie besitzt, muss die zusätzlichen Kosten einplanen: Beide zusammen schlagen mit noch einmal etwa 40 Euro zu Buche. Zum Testzeitpunkt kostet der Sauger rund 139 Euro, die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 145 Euro, sodass die einsatzbereite Kombination bei rund 180 Euro liegt.
Bedienung und Handhabung
Der Aufbau ist schnell und verständlich in unter 10 Minuten erledigt. Wir müssen nur die Einzelteile der Teleskopstange und einen Handgriff sowie den Bürstenaufsatz montieren. Probleme haben wir nur bei der Teleskopstange. Sie will nicht immer zuverlässig fest sitzen und rutscht gelegentlich etwas weiter heraus als eingestellt. Mit etwas Geduld gelingt aber auch das.
Die größte Stärke im täglichen Einsatz ist die Reichweite. Dank der teleskopierbaren Stange stehen wir bequem außerhalb des Beckens und saugen von dort, ohne ins Wasser steigen zu müssen. Auch an Ecken, Kanten, Treppen und entlang der Wasserlinie arbeitet sich der Sauger sehr flexibel und ohne ständiges Nachhelfen. Die Statusanzeige ist einfach nachvollziehbar: Eine LED signalisiert durch einen Wechsel auf Blau einen Akkustand von unter 30 Prozent.
Beim Führen unter Wasser zeigt sich eine Schwäche, die den ansonsten guten Eindruck etwas dämpft. Mit aufgesetzter Saugbürste hebt das Gerät mitunter leicht vom Boden ab, und es kostet Mühe, die Bürste sauber auf dem Untergrund zu halten. Ein satteres, ruhigeres Aufliegen würde die Arbeit hier erleichtern.
Sicherheit und Poolschonung
Der sensibelste Punkt eines Akku-Geräts im Wasser ist der Schutz der Batterie, und genau hier überzeugt der Einhell. Der Akku sitzt in einer separaten, nach Schutzklasse IPX8 wasserdichten Box, und in unserem Test dringt zu keinem Zeitpunkt Wasser ein.
Die Aufsätze sind rundum mit Bürstenhaaren versehen, sodass die harten Teile nicht direkt mit dem Beckenboden in Kontakt treten, und der Silikon-Stoßring an der Saugplatte fängt Stöße gegen Wände und Kanten ab. Sichtbare Spuren oder Kratzer hinterlässt der Sauger im Test nicht. Auch im laufenden Betrieb bleibt alles stabil: Die Befestigungen sitzen fest, und die Saugöffnung blockiert nicht.
Reinigungsleistung und Betrieb
Wir testen den Poolsauger in einem 9 × 3,60 Meter großen Einbaubecken mit Chlorwasser, also auf rund 32 Quadratmetern Fläche. Ecken und Kanten sind stark versandet und verschmutzt, die Ausgangsverschmutzung ist insgesamt mittel. Groben Schmutz nimmt der Sauger gut auf, das meiste wandert zuverlässig in den Filter. Richtig stark ist die Leistung beim Feinschmutz: Sand und feine Ablagerungen verschwinden nahezu vollständig, der Boden ist danach sehr sauber, und aufgewirbelt wird dabei nur wenig. Die Saugleistung bleibt über den gesamten Durchgang konstant, ohne spürbare Einbrüche bei vollerer Filterbox. Beim Herausheben hält der Filter den Schmutz sehr gut fest, nennenswert läuft nichts ins Becken zurück.
Eine klare Grenze ist die Flächenleistung. In unserem Testbecken ist der manuelle Aufwand schon deutlich spürbar, und je größer die Fläche, desto stärker fällt er ins Gewicht. Hinzu kommt eine Eigenheit an den Kanten: Mit der breiten Standardplatte bekommen wir die dort festsitzenden Ablagerungen nicht restlos gelöst und müssen auf die kleine Bürste wechseln, die sie dann gründlich freilegt.
Der größte Schwachpunkt ist die Akkulaufzeit. Mit dem zum Test bereitgestellten 4-Amperestunden-Akku beträgt die Laufzeit rund 30 Minuten, was für größere Becken oder gründliche Durchgänge knapp bemessen ist. Wer mehr Fläche am Stück reinigen will, kommt um einen zweiten oder einen größeren 6-Amperestunden-Akku aus dem Power-X-Change-System kaum herum. Positiv fällt wiederum die Ladezeit auf: In rund 1 Stunde ist die Batterie zurück auf voller Kapazität, das ist sehr schnell. Angenehm leise arbeitet das Gerät ebenfalls – mit gemessenen 52 Dezibel in 1 Meter Abstand bleibt es im Betrieb gut erträglich.
Reinigung und Wartung
Nach dem Saugen lässt sich die Filterbox problemlos entnehmen. Das Ausspülen ist eine Sache von etwa 30 Sekunden unter dem Spülbecken, danach reichen rund 5 Minuten in der Sonne zum Trocknen, bevor alles wieder sicher einrastet. Die transparente Box hilft dabei, den Füllstand des Filters im Blick zu behalten. Insgesamt ist die Pflege unkompliziert und sauber.
Die Versorgung mit Ersatzteilen und Zubehör sowie die Pflegehinweise sind gut gelöst und nachvollziehbar. Ein kleiner Wermutstropfen bleibt allerdings: Ein Ersatzfilter liegt dem Sauger nicht bei und muss bei Bedarf separat besorgt werden.
Fazit
Der Einhell GE-PV 18/42 Li T-Solo überzeugt vor allem bei seiner Kernaufgabe, dem Reinigen. Feinen Schmutz nimmt er sehr gut auf, wirbelt dabei kaum etwas auf und hält die Saugleistung konstant, während die wasserdichte Batteriebox und die weichen Kontaktflächen für ein sicheres, poolschonendes Arbeiten sorgen. Dazu kommen die flexible Bedienung vom Beckenrand aus, der leise Betrieb und die schnelle Ladezeit von rund 1 Stunde.
Die Kehrseite ist die auf etwa 30 Minuten begrenzte Laufzeit, die ohne zweiten oder größeren Akku den Aktionsradius einschränkt. Hinzu kommen die an Kanten überforderte breite Standardplatte und der einfache Kunststoff der Aufsätze. Einkalkulieren sollten Käufer außerdem, dass Akku, Ladegerät und Ersatzfilter nicht beiliegen.
Der Sauger eignet sich für Besitzer kleiner bis mittlerer Becken bis etwa 25 Quadratmeter, die idealerweise ohnehin im Power-X-Change-System unterwegs sind und einen Akku besitzen. Für rund 139 Euro liefert er in diesem Rahmen eine starke Reinigungsleistung; einsatzbereit mit Akku und Ladegerät sind es etwa 180 Euro – angesichts des sauberen Ergebnisses und der soliden Ausstattung ein angemessener Preis.
- +Sehr gute Feinschmutzaufnahme
- +Konstante Saugleistung
- +Dichte Akku-Box
- +Leiser Betrieb
- +Schnelle Ladezeit
- +Flexible Bedienung
- –Kurze Akkulaufzeit
- –Akku nicht enthalten
- –Ladegerät nicht enthalten
- –Standardplatte schwach an Kanten
- –Einfache Kunststoffaufsätze