Dyson Spot+Scrub Ai Saugroboter im Test: Stark gegen Flecken, schwach bei Hindernissen
Der Dyson Spot+Scrub Ai gehört mit einer UVP von über 1.000 Euro zu den Premium-Modellen auf dem Markt. Der Hersteller wirbt mit künstlicher Intelligenz, die Flecken sichtbar macht, hartnäckige Verschmutzungen erkennt und im Zweifelsfall einfach noch einmal über die Stelle fährt. Doch was bleibt davon im Alltag? Erreicht der Saugroboter im echten Haushalt die Sauberkeit, die er auf dem Papier verspricht? Wir machen den Praxistest.
Dyson Saugroboter spot+scrub Aibeutellos, 18.000 Pa Saugkraft, intelligente KI-Navigation und Nassreinigung
Dyson Spot+Scrub Ai
Design und Verarbeitung
Mit Maßen von 37 × 11 Zentimetern (Durchmesser x Höhe) zählt der Spot+Scrub zwar nicht zu den kompakten Modellen seiner Klasse, dafür überzeugt er bereits beim Auspacken mit seiner Verarbeitung. Das Gehäuse ist robust, die Spaltmaße sind durchgängig sauber, scharfe Kanten oder lose Bauteile gibt es nicht. Auch bei Druck oder Bewegung bleibt alles stabil, nichts klappert oder gibt nach.
Das Design selbst ist zurückhaltend und integriert sich gut in unser Wohnzimmer. Die einzelnen Behälter für Frisch- und Schmutzwasser sowie für trockenen Schmutz grenzen sich klar voneinander ab und sind ohne langes Suchen zu erkennen. Einzig den Füllstand der Wasserbehälter zeigt die Station selbst nicht an. Hier hilft nur der Blick in die App.
Einrichtung und App
Der Lieferumfang enthält neben dem Roboter die Ladestation und das Ladegerät. Die Einrichtung ist in der Praxis einfach und schnell. Die Schritte folgen einer nachvollziehbaren Reihenfolge, kleinere Unklarheiten bleiben die Ausnahme.
Auch die App überzeugt im Alltag. Die Menüführung ist übersichtlich, wichtige Funktionen für den Alltag sind schnell erreichbar. Man kann festlegen, ob der Roboter einen Raum nur saugt, nur wischt oder beides erledigt. Hinzu kommen feste Reinigungsroutinen und Reinigungspläne für die ganze Woche.
Kartierung und Navigation
Für die erste Kartierung benötigt der Spot+Scrub bei einer Wohnungsgröße von 80 Quadratmetern nur 15 Minuten. Das Ergebnis überzeugt: Räume und Flächen erfasst der Roboter präzise, Nacharbeit ist praktisch nicht nötig. Hinzu kommt, dass das System die Karte im laufenden Betrieb weiter verfeinert und selbständig dazulernt. Das reduziert den anfänglichen Aufwand.
In Bewegung arbeitet der Roboter zügig und planvoll. Er fährt klare Routen und vermeidet längere Denkpausen. Anders sieht es bei Hindernissen aus. Im Praxistest erreicht die Erkennung nur eine mittlere Bewertung. Bei 6 ausgelegten Gegenständen auf 20 Quadratmetern erkennt das Gerät zwar die meisten Hindernisse, stößt gelegentlich aber trotzdem an. Auch beim Reinigen entlang von Möbeln und Wänden zeigt sich ein Kompromiss: Der Roboter arbeitet sehr nah am Hindernis, touchiert dabei aber regelmäßig Stuhlbeine und Schränke. In Haushalten mit empfindlichen Möbeln fällt das auf.
Auch das Zusammenspiel mit der Station ist nicht optimal. Im Alltag fährt der Roboter nicht immer zuverlässig in die Ladestation ein. Die Folge: Geplante Reinigungen laufen teilweise nicht vollständig durch, weil das Gerät nicht in der erwarteten Ausgangsposition steht.
Saugleistung
Auf glatten Böden hinterlässt der Spot+Scrub einen sehr guten Eindruck. In unserem standardisierten Test mit einem Schmutzgemisch entfernt der Roboter 45 von 50 Gramm und damit fast die komplette ausgebrachte Menge. Auch auf Teppich zeigt sich ein ähnliches Bild. Hier nimmt der Saugroboter 38 von 40 Gramm unseres Schmutzgemisches auf. Dabei erhöht der Spot+Scrub beim Wechsel von Hartboden auf Teppich seine Saugkraft automatisch um das 4-Fache. Sobald der Roboter auf der Teppichfläche steht, arbeitet er gründlich und gleichmäßig. Schwächer schneidet er beim Übergang vom Hartboden auf den Teppich ab. Bei dünnen Teppichen krempelt das Gerät die Ränder häufig um, niedrigflorige Modelle befährt es nicht in jedem Anlauf. In Wohnräumen mit mehreren flachen Teppichen sollten Nutzerinnen und Nutzer das einkalkulieren.
Ecken- und Kantenreinigung
Die Detailreinigung an Möbel- und Wandkanten gehört zu den klaren Stärken im Test. Bei der Kantenreinigung sammelt der Roboter 5 Haferflocken ein und schneidet damit hervorragend ab. Schlechter fällt das Ergebnis in den Ecken aus: Hier nimmt der Spot+Scrub nur 3 von 5 Reiskörnern auf. Hintergrund: Die rotierende Seitenbürste leistet zwar gute Arbeit, kann aber nicht in Ecken ausfahren.
Wischleistung
Das eigentliche Aushängeschild des Dyson Spot+Scrub ist laut Hersteller die Wischfunktion mit der hygienischen Nasswalze. Eine HD-Kamera mit lokaler KI identifiziert nach Herstellerangaben über 100 Objekte, Haushaltssubstanzen und unsichtbare Flecken und passt die Wischintensität automatisch an. Die Bildverarbeitung läuft dabei direkt auf dem Gerät. In unseren beiden Wischtests liefert das System durchgängig starke Werte: Bei leichten Verschmutzungen wie Kaffee- und Teeflecken bleibt nach dem Reinigungsdurchgang eine sehr saubere Fläche ohne sichtbare Schlieren zurück. Auch hartnäckige Verschmutzungen mit Ketchup verschwinden rückstandsfrei. Beide Wischtests erhalten die volle Punktzahl. Auch an Rändern sieht das Ergebnis gut aus: Hier fährt die Walze um bis zu 40 Millimeter seitlich aus und reicht dicht an die Kante der Sockelleisten.
Auch beim Thema Haare liefert der Dyson gute Arbeit. Die Haare unseres Vierbeiners nimmt das Gerät zuverlässig auf, ein Verheddern an der Bürstwalze tritt nicht auf.
Reinigungsstation und Hygiene
Die Ladestation übernimmt mehrere zentrale Aufgaben: Sie entleert den 0,25 Liter fassenden Staubbehälter des Roboters automatisch in einen 3 Liter großen Sammelbehälter und gibt bei Bedarf Reinigungsmittel ins Wischwasser. Die Nasswalze reinigt sich während des Wischens kontinuierlich selbst. Zusätzlich wird sie in der Station automatisch mit 60 °C warmem Wasser gereinigt und anschließend bei 45 °C mit Heißluft getrocknet. Nach einem Reinigungslauf ist die Walze entsprechend sauber, leichte Rückstände bleiben vereinzelt erkennbar.
Positiv fällt auf, dass der Behälter automatisch verschließt, sobald wir ihn aus dem Gerät entnehmen. Beim Filter setzt Dyson auf ein System, das laut Hersteller Partikel bis zu einer Größe von 0,1 Mikrometern aufnimmt. Unangenehme Gerüche treten im gesamten Testverlauf weder am Gerät noch an der Station auf, hier vergeben wir die Bestnote.
Lautstärke
Mit gemessenen 71,8 Dezibel im Standardbetrieb ist der Dyson Spot+Scrub im Vergleich zur Konkurrenz deutlich hörbar. Im selben Raum übertönt er Fernseher oder Musik hörbar, eine entspannte Unterhaltung wird damit schwierig. Eine separate Lautstärkemessung in der Maximalstufe ist nicht möglich, weil das Gerät auf Hartboden nur eine Reinigungsstufe anbietet und Teppichbereiche automatisch mit erhöhter Saugkraft befährt. Wer den Roboter in den Abendstunden laufen lassen möchte, sollte die Lautstärke einplanen.
Fazit
Bleibt die Frage, ob der Dyson Spot+Scrub Ai im Alltag das hält, was er auf dem Papier verspricht. Die Antwort fällt zweigeteilt aus. In seiner Kernaufgabe, dem Wischen und der gründlichen Reinigung von Hartböden, ist der Saugroboter ein starkes Gerät: schlierenfreie Ergebnisse, eine sehr gute Saugleistung und eine durchdachte Walzentechnik überzeugen rundum. Auch Verarbeitung, Kartierung und Wischhygiene sind gut.
Demgegenüber stehen mehrere Punkte, die uns weniger überzeugen. Der Roboter touchiert Möbel etwas zu großzügig, krempelt flache Teppiche an den Rändern um und ist im Standardbetrieb recht laut. Zudem klappt das Einparken in die Ladestation nicht immer zuverlässig, sodass geplante Reinigungen mitunter ins Stocken geraten.
So testen wir Staubsauger-Roboter
- +Starke Wischleistung
- +Sehr gute Hartbodenreinigung
- +Gute Teppichleistung
- +Saubere Kartierung
- +Wertige Verarbeitung
- –Sehr laut
- –Einparken in Station unzuverlässig
- –Touchiert Möbel
- –Probleme mit Teppichrändern
- –Eckenreinigung nur mittelmäßig