Bob and Brad Zero Pro im Test: Wie entspannend ist die Massagebrille?
Bob and Brad betreiben einen der reichweitenstärksten Physiotherapie-Kanäle auf YouTube und verkaufen unter demselben Namen eine eigene Linie von Massage- und Entspannungsgeräten. Mit dem Zero Pro Augenmassagegerät nimmt sich die Marke nun die wohl empfindlichste Stelle des Gesichts vor. Ob sich müde Augen von einer Maschine wirklich entspannen lassen?
Bob and Brad Zero ProLeichtes, Geräuscharmes Augenmassagegerät mit Wärme, 5 Massagemodi, perfekt für Schlaf und Entspannung
Bob and Brad Zero Pro
Design und Verarbeitung
Das Zero Pro ist eine faltbare Massagebrille mit Kunststoffschale und elastischem Kopfband. Mit 20,8 × 11,4 × 9,4 Zentimetern und 300 Gramm bleibt es kompakt genug für die Schreibtischschublade oder den Rucksack. Die Außenschale besteht aus ABS-Kunststoff. Auf der Innenseite liegen weiche Kunstlederflächen aus Polyurethan sowie die abnehmbare Gelmaske an; an den Kontaktkanten kommt zusätzlich Silikon zum Einsatz. Unser Testgerät trägt die Farbvariante Marble White. Bob and Brad ruft eine Preisempfehlung von 109,99 Euro auf.
Haptisch macht das Zero Pro vieles richtig. Die Kunstlederfläche, die auf Stirn und Wangenknochen aufliegt, fühlt sich weich und geschmeidig an, und die Bedienelemente am Gehäuse haben einen wertigen Druckpunkt. Weniger sorgfältig wirkt der Faltmechanismus in der Mitte, wo die Kanten spürbar scharf hervorstehen und den sonst stimmigen Eindruck stören. Dazu kommt ein intensiver, künstlicher Geruch direkt nach dem Auspacken, der beim ersten Aufsetzen deutlich auffällt.
Lieferumfang und Inbetriebnahme
Im Karton liegen neben dem Gerät die abnehmbare Gelmaske, ein Ladekabel, eine Bedienungsanleitung und eine Kurzanleitung.
Die Inbetriebnahme gelingt schnell. Auspacken, Akku laden, einschalten – viel mehr ist nicht nötig. Eine App-Installation oder eine Registrierung verlangt das Zero Pro nicht, sodass zwischen dem Öffnen des Kartons und der ersten Anwendung nur die Ladezeit steht.
Ausstattung
Das Zero Pro kombiniert Luftdruckmassage und Wärme und ergänzt diese um eine Musikfunktion. Daraus ergeben sich 5 Modi – Luftdruck mit Wärme und Musik, Luftdruck mit Wärme, reiner Luftdruck, reine Wärme sowie Wärme mit Musik. Für die Massage stehen 3 Intensitätsstufen bereit. Für die Wärme bietet das Gerät 2 Stufen mit 40 und 45 Grad Celsius. Musik lässt sich entweder aus dem integrierten Klangrepertoire abspielen oder per Bluetooth vom Smartphone zuspielen.
Eine Abschaltautomatik beendet jede Anwendung nach 15 Minuten und gibt damit eine feste Anwendungsdauer vor. Die abnehmbare Gelmaske deckt Stirn, Augen und Schläfen ab und schirmt das Licht dabei zuverlässig ab.
Bedienung
Die Anleitung erklärt die Modi verständlich und hilft beim Einstieg, ohne dabei besonders in die Tiefe zu gehen. Lange brauchen wir sie allerdings nicht: Nach etwa 1 Minute haben wir die Bedienung verinnerlicht. Alle Modi und Stufen laufen über ein einziges Bedienelement, sodass wir uns weder durch ein Menü arbeiten noch Beschriftungen studieren müssen.
Auch der Wechsel der Gelmaske ist schnell erledigt. Sie lässt sich ohne Kraftaufwand einsetzen und wieder abnehmen, und die Anleitung beschreibt den Handgriff nachvollziehbar.
Passform und Tragekomfort
Das Kopfband lässt sich schnell an die eigene Kopfform anpassen und hält die Brille danach sicher an Ort und Stelle, ohne zu verrutschen. Auch die Gewichtsverteilung gefällt uns: Das leichte Gehäuse zieht weder nach vorne noch zur Seite, sondern sitzt ausbalanciert im Gesicht. Mit eingesetzter Gelmaske wird der Sitz noch weicher, weil sich die Auflagefläche zusätzlich polstert.
Auf der Haut bleibt das Zero Pro angenehm. Es drückt weder auf den Nasenrücken noch auf die Schläfen, und die weiche Innenseite verhindert, dass etwas scheuert oder zwickt. Auch während einer vollständigen Anwendung lässt der Tragekomfort nicht nach.
Massagewirkung im Praxistest
Die größte Stärke des Zero Pro ist die Wärme. Sie baut sich zügig auf, bleibt konstant und legt sich wohlig über die Augenpartie – ein Effekt, der für sich genommen schon entspannt, ganz ohne Massage. Ebenso überzeugt uns, dass das Gerät nicht nur die Augenhöhlen bearbeitet, sondern die Schläfen mit einbezieht. Gerade nach längerer Bildschirmarbeit empfinden wir die Massage dort als angenehm, und die Kombination aus Augen- und Schläfenmassage fühlt sich für uns schlüssiger an als eine reine Augenmassage.
Die Luftdruckmassage arbeitet dabei sehr gleichmäßig. Der Rhythmus bleibt über die gesamte Anwendung stabil, die Leistung fällt zum Ende einer Sitzung nicht ab, und auch nach mehreren Minuten kippt die Massage nicht ins Unangenehme. Die 3 Intensitätsstufen sind brauchbar abgestuft, allerdings mit einer klaren Einschränkung: Schon die niedrigste Stufe drückt für unseren Geschmack recht kräftig auf die Augen. Wer es sanfter mag, weicht auf die druckfreien Modi mit reiner Wärme oder Wärme und Musik aus. Die Gelmaske bringt zusätzlich einen spürbar kühlenden Effekt mit.
Lautstärke und Wärmeentwicklung
Leise ist das Zero Pro tatsächlich. Die Pumpe für den Luftdruck arbeitet so zurückhaltend, dass sie in einem normal ruhigen Wohnraum kaum stört, und störende Nebengeräusche oder ein Vibrieren am Kopf nehmen wir nicht wahr. Während einer Anwendung mit Musik zeigt unser Messgerät 45 bis 56 Dezibel. Da die Musik in die Messung einfließt, lässt sich dieser Wert nicht direkt mit der Herstellerangabe von unter 35 Dezibel für den Motor vergleichen.
Die Wärmeentwicklung bleibt durchweg im angenehmen Bereich. Beide Temperaturstufen fühlen sich gut an, ohne dass es an Augenlidern oder Stirn unangenehm heiß wird, und ein Wärmestau entsteht auch bei einer vollen Anwendung nicht. Die Abschaltautomatik beendet die Anwendung nach 15 Minuten und verhindert damit einen unbeabsichtigt langen Betrieb.
Akku, Laden und Pflege
Strom liefert ein fest verbauter Akku mit 1650 Milliamperestunden. Er hält im Test mehrere Anwendungen durch, ohne dass wir zwischendurch nachladen müssen. Geladen wird über USB-C.
Genau dort liegt allerdings die größte Schwäche im Alltag: Das mitgelieferte Ladekabel ist zu kurz, um das Gerät beim Laden bequem in Reichweite einer Steckdose abzulegen. Wer kein längeres Kabel zur Hand hat, muss zum Laden umräumen. Die Pflege macht dafür wenig Arbeit: Schale und Kunstleder vertragen ein feuchtes Tuch, und die Gelmaske lässt sich separat reinigen.
Fazit
Das Bob and Brad Zero Pro überzeugt uns im Test vor allem mit seiner Wärme: Sie baut sich zügig auf, bleibt über die gesamte Anwendung konstant und entspannt die Augenpartie schon für sich allein. Dazu kommen der hohe Tragekomfort des leichten Gehäuses, die gleichmäßig laufende Luftdruckmassage, die auch die Schläfen erreicht, und der kühlende Effekt der Gelmaske. Schwächen leistet sich das Gerät bei den scharf hervorstehenden Kanten am Faltmechanismus, beim intensiven Kunststoffgeruch nach dem Auspacken und beim zu kurzen Ladekabel.
Der gewichtigste Einwand betrifft den Druck: Auch die niedrigste Massagestufe arbeitet für unseren Geschmack bereits kräftig. Gemessen an der Preisempfehlung ist das Gebotene solide. Wer nach langen Bildschirmtagen abschalten will und vor allem auf die Wärme setzt, findet hier einen komfortablen Begleiter – wer empfindlich auf Druck an den Augen reagiert, probiert das Gerät besser vorher aus oder bleibt gleich bei den druckfreien Modi.
So testen wir Augenmassagegeräte
- +Wohltuende, konstante Wärme
- +Gleichmäßige Augen- und Schläfenmassage
- +Hoher Tragekomfort
- +Leichtes, ausbalanciertes Gehäuse
- +Einfach verstellbares Kopfband
- +Einfache Ein-Knopf-Bedienung
- +Kühlende, abnehmbare Gelmaske
- +Leiser Pumpenbetrieb
- +Automatische Abschaltung nach 15 Minuten
- +Musikübertragung per Bluetooth
- +Einfache Reinigung
- –Minimalstufe bereits recht intensiv
- –Scharfe Kanten am Faltmechanismus
- –Intensiver Kunststoffgeruch beim Auspacken
- –Zu kurzes Ladekabel