Amica EBX 944 870 V im Test: Einbaubackofen mit Dampfunterstützung
Der Amica EBX 944 870 V kombiniert 12 Ofenfunktionen, 19 Automatikprogramme, eine Dampfunterstützung und einen Kerntemperaturfühler. Zum Testzeitpunkt kostet der Einbaubackofen 549 Euro. Wir prüfen, wie gleichmäßig er heizt, wie sich Bedienung und Reinigung im Alltag gestalten und welche Ergebnisse er bei Brownies, Baisers, Pizza und einem ganzen Brathähnchen liefert.
Amica EBX 944 870 V Einbaubackofen77 Liter, A+, Digitaldisplay, Schnellaufheizung, Heißluft, Umluft, Grill, Pizzastufe, Teleskopauszug
Amica EBX 944 870 V
Design und Verarbeitung
Der Amica EBX 944 870 V ist ein Einbaubackofen mit Dampfunterstützung. Mit Maßen von 59,5 × 59,5 × 57 Zentimetern (H × B × T) ist er für einen üblichen 60-Zentimeter-Einbauschacht ausgelegt.
Die schwarze Front und die dreifach verglaste Tür sind sauber verarbeitet. Fugen und Kanten verlaufen gleichmäßig, die Bedienelemente sitzen fest. Auch Griff und Scharniere funktionieren im Test ohne Auffälligkeiten. Die Türdichtung ist allerdings nur an den Ecken befestigt und nicht umlaufend fixiert.
Einbau, Garraum und Ausstattung
Der Einbau verläuft in unserer Testküche ohne Schwierigkeiten. Der Ofen wird über eine normale Steckdose betrieben; ein Starkstromanschluss ist nicht erforderlich. Das Stromkabel ist ausreichend lang. Da das Gerät die Nische weitgehend ausfüllt, sollte die Position der Steckdose vor dem Einbau geprüft werden. Anschließend wird der Backofen eingeschoben und an der Front verschraubt.
Zur Ausstattung gehören 12 Ofenfunktionen, darunter Ober-/Unterhitze, Heißluft, Grill, eine Pizzastufe und Niedrigtemperaturgaren. Hinzu kommen die Dampfunterstützung SoftSteam, das Reinigungsprogramm SteamClean und 19 Automatikprogramme. Der Garraum fasst 77 Liter und bietet genug Platz für die Gerichte in unserem Test. Bleche und Rost lassen sich auf 6 Ebenen einschieben, außerdem liegt ein Teleskopauszug bei. Zwei Halogenlampen sitzen hinten links oben und hinten rechts unten. Dadurch bleibt der Garraum auch bei mehreren eingeschobenen Blechen gut einsehbar, ohne dass die Tür geöffnet werden muss.
Im Lieferumfang enthalten sind ein Rost, ein tiefes und ein flaches Blech sowie ein einsteckbarer Kerntemperaturfühler. Die gemessene Kerntemperatur wird direkt auf dem Display angezeigt. Bleche und Rost machen einen stabilen Eindruck, die Beschichtung zeigt im Test keine Auffälligkeiten. Der Teleskopauszug wirkt im Vergleich allerdings weniger solide.
Heizleistung und Temperatur
Die Aufheizzeit hängt deutlich von der gewählten Betriebsart ab. In der Pizzastufe erreicht der Ofen 220 Grad Celsius nach 8 Minuten und 15 Sekunden. Mit Ober-/Unterhitze benötigt er 13 Minuten und 32 Sekunden, um auf 200 Grad Celsius zu kommen. Die aktuelle Garraumtemperatur lässt sich währenddessen auf dem Display ablesen.
Bei der Temperaturtreue zeigt der Ofen leichte Abweichungen. Bei eingestellten 200 Grad Celsius mit Ober-/Unterhitze messen wir Werte zwischen 185 und 200 Grad Celsius. Auch die Wärme verteilt sich nicht vollständig gleichmäßig: Im hinteren Bereich ist die Temperatur höher und hält sich länger als im vorderen. Im Toasttest bräunen die hinteren Scheiben deshalb schneller. Nach der in der Bedienungsanleitung genannten Mindestzeit von 3 Minuten ist das Ergebnis noch gleichmäßig und knusprig. Bei der maximal angegebenen Dauer von 7 Minuten wird der Unterschied deutlich, insgesamt bleibt das Ergebnis jedoch brauchbar.
Nach dem Öffnen der Tür sinkt die extern gemessene Temperatur von 193 auf 163 Grad Celsius. Nach 4 Minuten und 17 Sekunden zeigt das Display wieder 200 Grad Celsius an.
Back-, Brat- und Grillpraxis
In der Praxis liefert der Ofen je nach Funktion ordentliche bis sehr gute Ergebnisse. Unsere Brownies aus einer Fertigmischung backen wir nach Anleitung auf mittlerer Ebene. Sie kommen wie gewünscht aus dem Ofen: mit einer leichten Kruste an der Oberfläche, innen saftig und schokoladig.
Für den Niedrigtemperaturtest bereiten wir Baisers aus Eischnee und Zucker zu und backen sie eine Stunde lang bei 90 Grad Celsius im Gebäckprogramm. Währenddessen messen wir nur geringe Temperaturschwankungen. Die Baisers behalten ihre Form, reißen nicht, verbrennen nicht und lassen sich ohne Ankleben vom Blech lösen – sehr gut.
Die Pizza aus Fertigteig mit Salami, Ananas, Oliven und Mozzarella kommt nach 8 Minuten Vorheizen bei 220 Grad Celsius auf dem mitgelieferten Blech in den Ofen. Nach rund 14 Minuten ist der Boden leicht knusprig und der Käse gebräunt, ohne zu dunkel zu werden.
Für den Brattest garen wir ein 1,2 Kilogramm schweres Zitronenhähnchen mit Kartoffelspalten, Knoblauch und Rosmarin bei 180 Grad Celsius Umluft. Nach 40 Minuten legen wir Zitronenscheiben auf das Hähnchen und lassen es weitere 10 Minuten im Ofen. Die Haut ist anschließend goldbraun und knusprig, das Brustfleisch bleibt saftig und die Kartoffeln sind gebräunt. Beim Grillen hängt das Ergebnis stärker von der Dauer ab: Bei der empfohlenen Mindestdauer von 3 Minuten bräunt das Toastbrot noch weitgehend gleichmäßig. Beim längeren Überbacken mit Käse zeigt sich dagegen erneut das Temperaturgefälle zwischen dem hinteren und dem vorderen Garraumbereich.
Bedienung und Alltag
Das Touchdisplay lässt sich nach kurzer Eingewöhnung gut bedienen. Ein längerer Druck auf die Starttaste öffnet links die Auswahl der Heizarten. Heizart und Temperatur werden jeweils mit „OK“ bestätigt. Rechts befinden sich Timer, Schnellaufheizen, Dampfunterstützung und Automatikprogramme. Bei den Automatikprogrammen zeigt das Display die jeweilige Auswahl als Orientierung an. Dadurch muss die Zuordnung der 19 Programme nicht auswendig gelernt werden.
Die Einstellung des Timers ist zunächst nicht selbsterklärend: Die Taste muss länger gedrückt werden, bevor sich die Zeit verändern lässt. Da andere Eingaben mit „OK“ bestätigt werden, fällt diese abweichende Bedienlogik anfangs auf. Die Tür lässt sich leichtgängig öffnen und schließen, und die 6 Einschubebenen ermöglichen eine flexible Platzierung von Blechen und Rost. Der Teleskopauszug lässt sich dagegen nicht besonders intuitiv einsetzen.
Reinigung und Wartung
Eine Pyrolyse- oder Katalysereinigung bietet der Ofen nicht. Stattdessen steht das Programm SteamClean zur Verfügung. Dafür wird entweder eine Schüssel mit 250 Millilitern Wasser oder das mit dieser Wassermenge gefüllte tiefe Blech auf die unterste Ebene gestellt; anschließend läuft der Ofen 30 Minuten bei 50 Grad Celsius mit Unterhitze. Der Dampf löst leichte Verschmutzungen an, ersetzt die manuelle Reinigung aber nicht. Nachwischen mit Schwamm, Wasser und Spülmittel bleibt erforderlich. Bei stärkeren Rückständen ist die Wirkung begrenzt.
Die manuelle Reinigung wird durch die herausnehmbaren Edelstahl-Einschubschienen und den ebenfalls entnehmbaren Teleskopauszug erleichtert. Boden und Rückwand lassen sich mit einem Schwammtuch abwischen; die Beschichtung zeigt sich im Test unempfindlich. Auch das Türglas ist gut zugänglich, bei Bedarf kann die Tür vollständig ausgehängt werden. Die fest eingebauten Heizschlangen an der Garraumdecke erschweren allerdings die Reinigung in diesem Bereich.
Energieeffizienz und Sicherheit
Der Backofen ist mit der Energieeffizienzklasse A+ gekennzeichnet. Damit erreicht er eine gute, wenn auch nicht die bestmögliche Einstufung auf dem Energielabel.
Nach dem Abschalten läuft das leise Kühlgebläse noch 11 Minuten weiter und führt Wärme aus dem Gerät ab. Währenddessen zeigt das Display die Restwärme im Garraum an. Diese Anzeige ist im Alltag hilfreich, da Türscheibe und Bedienfeld je nach Betriebsart sehr heiß werden können. Das Glas bleibt auch nach dem Abschalten noch einige Zeit heiß. Damit entspricht die Temperatur der Tür in unserem Test nicht der Herstellerangabe einer kühl bleibenden Front. Besonders in Haushalten mit kleinen Kindern sollte dies berücksichtigt werden.
Erfreulich ist wiederum die Kindersicherung. Wir aktivieren sie, indem Timer- und Lichttaste gleichzeitig drei Sekunden lang gedrückt werden. Sie sperrt allerdings nur die Bedienung, nicht die Tür.
Fazit
Der Amica EBX 944 870 V liefert in unseren Back- und Bratversuchen überwiegend gute Ergebnisse. Besonders gleichmäßig gelingen die Baisers bei niedriger Temperatur. Auch Brownies, Pizza und das Brathähnchen überzeugen im Test. Der Einbau an einer normalen Steckdose ist unkompliziert, und das Touchdisplay lässt sich nach kurzer Eingewöhnung gut bedienen. Zur umfangreichen Ausstattung gehören eine Dampfunterstützung, 19 Automatikprogramme und ein Kerntemperaturfühler. Einschränkungen zeigen sich bei der Wärmeverteilung, da der hintere Garraumbereich heißer wird als der vordere. Zudem werden Türscheibe und Bedienfeld im Betrieb heiß, und SteamClean dient nur als Unterstützung bei der Reinigung. Für Nutzerinnen und Nutzer, die einen großen Garraum und die zusätzlichen Back- und Bratfunktionen regelmäßig einsetzen, bietet der Ofen eine umfangreiche Ausstattung. Wer Wert auf eine Pyrolyse-Reinigung oder eine möglichst kühle Türfront legt, sollte diese Punkte bei der Auswahl berücksichtigen.
- +Gute Back- und Bratergebnisse
- +Großer 77-Liter-Garraum
- +12 vielseitige Ofenfunktionen
- +19 Automatikprogramme
- +Dampfunterstützung SoftSteam
- +Kerntemperaturfühler inklusive
- +Einfacher Steckdosenanschluss
- +Gut bedienbares Touchdisplay
- +Gute Garraumausleuchtung
- +Leichtgängige Backofentür
- +Manuelle Reinigung funktioniert gut
- +Energieeffizienzklasse A+
- +Kindersicherung vorhanden
- –Ungleichmäßige Wärmeverteilung
- –Bedienfeld wird heiß
- –Keine Pyrolyse-Reinigung
- –SteamClean-Funktion nur unterstützend
- –Keine Türverriegelung
- –Heizschlangen erschweren Reinigung
- –Türdichtung nur punktuell befestigt